Aelfgifu von Northampton war die erste Ehefrau von Knut dem Großen, König von England, Dänemark und Norwegen. Weiterhin war sie die Mutter von Harald I Hasenfuß, König von England und Dänemark. Da nicht klar ist, ob Aelfgifus christlich nicht anerkannte Ehe und die Tatsache, dass Knut Emma von der Normandie im Jahr 1016 heiratete, bedeuten, dass er Aelfgifu als Ehefrau verstieß, wird sie hier ebenfalls als Queen Consort bezeichnet und hatte diese Position gleichzeitig mit Emma.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aelfgifu war Kind einer mächtigen Adelsfamilie aus den Midlands in Mercia. Sie war die Tochter von Aelfhelm, Earldoman of York mit Aufsicht über das südliche Northumbria, ihre Mutter war Wulfrun. Aelfhelm wurde 1006 getötet, möglicherweise auf Befehl von Aethelred dem Unberatenen, und Aelfgifus Brüder Ufegeat und Wulfheah wurden geblendet. Wulfric Spot, ein reicher Adliger und Schirmherr der Abtei Burton, war entweder der Bruder von Aelfhelm oder Wulfrun. Die Familie kam während der Invasion von Sven Gabelbart im Jahr 1013 erneut unter Verdacht und weitere Mitglieder wurden des Verrats angeklagt und getötet. [1] Es ist möglich, dass Aelfgifu eine Verwandte der Frau von Aelfgar, Earl of Mercia war, die auch Aelfgifu hieß. [2]

Ehe mit Knut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sven seine Invasion durchführte, unterwarf sich ihm ein Großteil der nördlichen Bevölkerung, von denen viele skandinavischen Ursprungs waren. Er verheiratete seinen jüngsten Sohn Knut mit Aelfgifu, um sich ihre Loyalität zu sichern. Sven begann dann damit, ganz England zu erobern und wurde als König anerkannt, starb aber im Februar 1014 nach nur fünf Wochen Herrschaft. Während der Norden danach Knut als seinen Nachfolger anerkannte, schickte der Witan eine Gesandtschaft zu Aethelred dem Unberatenen, der während der Invasion mit seiner Familie in die Normandie geflohen war, und überzeugte ihn - mit gewissen Bedingungen - auf den englischen Thron zurück zu kehren. Aethelred schickte eine Armee aus, die Knut zwang, nach Dänemark zu fliehen und ließ - laut dem Historiker Ian Howard - seine Ehefrau und seinen neugeborenen Sohn Swein, den zukünftigen König von Norwegen bei ihrer Familie zurück. Sie bemühten sich darum, mit Aethelred Frieden zu schließen, wollten Aelfgifu und ihren Sohn aber nicht übergeben, da sie getötet werden sollten. So wurden Aelfgifu und Swein mit der Leiche von Sven Gabelbart nach Dänemark geschickt. Dort wurde Aelfgifu erneut schwanger und bekam 1015/6 Knuts zweiten Sohn Harald I Hasenfuß. [3]

In der Zeit danach könnte Aelfgifu Autorität über einige Regionen von Dänemark erhalten haben, möglicherweise das dänisch kontrollierte Gebiet an der baltischen Küstenlinie. [4]

Ihre Beiden Söhne waren wichtige Personen in dem Imperium, das ihr Vater im nördlichen Europa aufbaute, aber nicht ohne Gegner. Nach Knuts Eroberung von England 1016 heiratete Knut Emma von der Normandie, die Witwe von König Aethelred. Zu dieser Zeit wurde es als vollkommen legitim angesehen, eine Ehefrau zur Seite zu schieben und eine andere zu nehmen, wenn die erste durch die nicht-christliche heidnische Zeremonie des "handfasting" geheiratet worden war, und beinahe immer aus Gründen politischen Vorteils - einer Praxis, die man als "Serienmonogamie" beschreiben könnte. Dies war der Fall mit der Ehe von Aelfgifu und Knut. [2] [3] Der Status von Knuts beiden "Ehen" und ihr sozialer Kontext in England und Skandinavien wurde erst kürzlich von Timothy Bolton diskutiert. [5] Emmas Söhne Edward und Alfred von Aethelred und ihr Sohn Harthacnut von Knut waren Thronanwärter für das Reich ihres Mannes. Wie genau die zweite Ehe Aelfgifus Status als Knuts erste Königin beeinflusste ist nicht bekannt, doch es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie verstoßen wurde.

Regentin von Norwegen 1030-5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Niederlage und dem Tod von Olaf II von Norwegen durch Truppen von Knut schickte dieser Aelfgifu und ihren ältesten Sohn Swein 1030 nach Norwegen, um es zu regieren. Ihre Herrschaft war jedoch so hart, dass die Norweger gegen sie rebellierten. Sie wurden 1034/5 vertrieben und Swein starb kurz danach in Dänemark an den dabei erhaltenen Wunden, vermutlich im Jahr 1036. In Norwegen, wo sie als altnordisch Álfífa bekannt war, ging diese Periode als "Álfífas Zeit (Álfífuǫld)" ein und blieb in Erinnerung durch ihre strenge Herrschaft und schwere Besteuerung. Beispielsweise schrieb einer ihrer Zeitgenossen, der Skalde Sigvatr, einen Vers über sie:

Aelfgyfus Zeit
lange werden die jungen Männer sich erinnern,
als sie zuhause Ochsenfutter aßen,
und wie die Ziegen Rinde aßen
; [4]

Erbfolgekrise nach dem Tod von Knut 1035[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut starb 1035 in Shaftesbury. Symeon of Durham und Adam von Bremen vermuteten, dass Knut den englischen Thron für seinen Sohn Harald vorgesehen hatte, während das Encomium Emmae Reginae, das zur Verteidigung von Harthacnuts Mutter Emma geschrieben wurde, behauptet, dass er ihn für Harthacnut vorgesehen hatte. Aelfgifu war überzeugt davon, dass ihr zweiter Sohn Harald der nächste englische König werden sollte. Sie war spätestens 1036 nach England zurückgekehrt, während Emmas Sohn Harthacnut in Dänemark war und sich im Krieg mit Magnus I von Norwegen befand sowie mit den Schweden unter König Anund Jacob. Emmas andere Söhne Alfred und Edward blieben in der Normandie. Mit Hilfe ihrer Anhänger konnte Aelfgifu ihrem Sohn den Thron sichern. Aus Sicht von Frank Stenton war sie während seiner Herrschaft vermutlich zum Teil die wahre Herrscherin von England, wenn nicht sogar die ganze Zeit über. [6]

Die Angelsächsische Chronik beschreibt, wie Harald und seine Männer mit Gewalt den Staatsschatz an sich brachten, den man in Winchester aufbewahrte, wo Knut begraben wurde und Emma (die in offiziellen Dokumenten mit dem Namen Aelfgifu bezeichnet wurde) eingezogen war: "Hier starb König Knut und sein Sohn Harald folgte in das Königreich. Er verschied in Shaftesbury am 12. November und er wurde nach Winchester gebracht und dort begraben. Und Aelfgifu, die Dame, siedelte dort [in Winchester]. Und Harald sagte, dass er der Sohn von Knut und der Northamptoner Aelfgifu war - obwohl es nicht wahr war. Er schickte und lieht nehmen von ihr die besten Schätze, die König Knut besessen hatte." [7]

Das Manuskript E der Angelsächsischen Chronik, dass bekannt ist für seine sympatische Einstellung gegenüber der Familie Godwin, fügt einige Details hinzu, inklusive der Versammlung in Oxford 1037, bei der Harald I zum König von England gewählt wurde, und die nördlich der Themse ausgehobenen Truppen, wo die Machtbasis von Aelfgifus Familie lag.

1036 (für 1035): "Hier starb Knut in Shaftesbury. Und er ist begraben in Winchester im Old Minster. [...] Und bald nach seinem Dahinscheiden gab es ein Treffen all der Berater in Oxford und Earl Leofric und beinahe all die Thegns nördlich der Themse und die Männer der Flotte in London wählten Harald zum Regenten von ganz England, für ihn selbst und seinen Halbbruder Harthacnut, der in Dänemark war. Und Earl Godwine und all die obersten Männer in Wessex standen dem so lange entgegen wie sie konnten, doch sie konnten nichts dagegen erreichen. Und dann wurde es entschieden, dass Aelfgifu, Haralds Mutter, sich in Winchester niederlassen sollte mit des Königs, ihres Sohnes, Housecarls, und ganz Wessex für ihn halten sollte; und Earl Godwine war ihr loyalster Mann. Einige Männer sagten von Harald, dass er Sohn von König Knut und Aelfgifu war, Tochter von Ealdorman Aelfhelm, aber für zu viele Männer schien es sehr unglaublich. Dennoch war er vollständiger König über ganz England." [8] [9]

Während dem Jahr 1036 wechselte die Meinung zu Harald. Im August hatte ein Bericht Emmas Tochter Gunnhild am deutschen Hof erreicht, dass ihre "unglückliche und ungerechte Stiefmutter" (Aelfgifu) daran arbeitete, Gunnhilds Bruder Harthacnut das Königreich zu entziehen, indem sie große Feste abhielt und mit Argumenten und Geschenken den führenden Adel zu überzeugen versuchte, Harald Gefolgschaft zu schwören. [10] Das Encomium Emmae Reginae schreibt ihr noch ernsthaftere, unehrenhaftere Methoden zu. Es macht Aelfgifu zu einer Komplizin des Mordes an Emmas jüngstem Sohn Alfred, indem es andeutet, dass sie dafür verantwortlich war, einen gefälschten Brief in die Normandie zu schicken und Alfred nach England einzuladen. Das Encomium behauptet außerdem, dass Aelfgifus Sohn Harald der Sohn eines Dieners war.

Aelfgifu erscheint nach 1036 nicht mehr in den Quellen, abgesehen von einem möglichen Hinweis auf sie als die "Lady" und es ist nicht bekannt, wann sie starb. [1]

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wulfsige der Schwarze
    1. Wulfrun
      1. Aelfhelm von York ⚭ | Wulfrun ; ⚭ || NN
        1. || Wulfheah
        2. || Ufegeat
        3. | Aelfgifu von Northampton ⚭ ♔ Knut der Große (1016-1035)
          1. Swein Knutsson
          2. Harald I Hasenfuß (1035-1040)
      2. Wulfric Spot
        1. NN, Tochter
      3. Aelfthryth

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Williams, Ann (2004). "Ælfgar, earl of Mercia (d. 1060)". Oxford Dictionary of National Biography
  2. 2,0 2,1 Howard, Ian (2008) Harthacnut: The Last Danish King of England
  3. 3,0 3,1 Bolton, Timothy "Ælfgifu of Northampton: Cnut the Great's other woman", Nottingham Medieval Studies (2007)
  4. 4,0 4,1 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  5. Driscoll, M. J. (ed. and tr.), Ágrip af Nóregskonungasǫgum
  6. Angelsächsische Chronik, Manuscript D, Jahr 1035
  7. Angelsächsische Chronik, Manuskript E, Jahr 1036
  8. Stevenson, William Henry "An alleged son of King Harold Harefoot." English Historical Review (1913)
  9. Stevenson, W. H. (1913), zitiert in Stafford, Pauline Queen Emma & Queen Edith
  10. "Kings of Wessex and England 802–1066" (PDF). The official website of The British Monarchy
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