Aelfheah - auch bekannt als Alphege - war Erzbischof von Canterbury von 1006 bis 1012. Er wird als Heiliger verehrt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aelfheah wurde gegen 953 geboren, [1] vermutlich in Weston am Stadtrand von Bath, [2] und wurde schon früh Mönch. [3] Er trat zunächst ins Kloster Deerhurst ein, zog dann aber nach Bath, wo er Einsiedler wurde. [4] Er war bekannt für seine Frömmigkeit und Enthaltsamkeit und wurde schließlich Abt der Abtei von Bath. [3] Im 12. Jh. berichtete William of Malmesbury, dass Aelfheah Mönch und Prior in der Abtei Glastonbury war, [1] doch nicht alle Historiker akzeptieren diese Darstellung. [3] Es gibt Andeutungen, dass er 982 Abt in Bath wurde, möglicherweise sogar schon 997. Er teilte sich die Autorität möglicherweise mit seinem Vorgänger Aescwig nach 968. [1]

Möglicherweise aufgrund des Einflusses von Dunstan, Erzbischof von Canterbury, wurde Aelfheah 984 zum Bischof von Winchester gewählt, [5] [6] und am 19. Oktober des gleichen Jahres geweiht. [4] Während seiner Amtszeit war er größtenteils verantwortlich für die Erbauung einer großen Orgel in der Kathedrale, die über eine Meile weit zu hören gewesen sein soll und mehr als 24 Männer brauchte, um bedient zu werden. Er ließ außerdem die Kirchen der Stadt bauen und vergrößern [7] und förderte den Kult von Swithun und seinem eigenen Vorgänger Aethelwold von Winchester. [4] Unter anderem ließ er dazu Aethelwolds Körper in ein neues Grabmal in der Kathedrale von Winchester überführen, wobei Alfheah dies am 10. September 996 beaufsichtigte. [1]

Nach einem Wikingerüberfall im Jahr 994 wurde mit einem der Plünderer, Olaf Tryggvason, ein Friedensvertrag geschlossen. Olaf erhielt Danegeld, trat zum Christentum über [8] und versprach, die Engländer niemals wieder zu bekämpfen oder zu überfallen. [9] Aelfheah könnte bei den Vertragsverhandlungen eine Rolle gespielt haben und es ist gesichert, dass er Olaf in seinem neuen Glauben bestätigte. [4]

1006 folgte Aelfheah Aelfric von Abingdon als Erzbischof von Canterbury, [10] [5] und nahm Swithuns Kopf mit sich als Reliquie für seinen neuen Wohnort. [4] 1007 reiste er nach Rom, um sein Pallium von Papst Johannes XVIII zu erhalten, wurde aber auf seiner Reise ausgeraubt. [6] In Canterbury förderte er den Kult von Dunstan [4] und ordnete die Verfassung eines zweiten Life of Dunstan an, das Adelard of Ghent zwischen 1006 und 1011 schrieb. [6] Er führte außerdem neue Praktiken in die Liturgie ein und war 1012 entscheidend beteiligt daran, dass der Witan Wulfsige von Sherborne als Heiligen anerkannte. [6]

Aelfheah schickte Aelfric of Eynsham in die Abtei Cerne, um von dessen Klosterschule zu profitieren. [8] Er war am Konzil von Mai 1008 anwesend, bei dem Wulfstan II von York seinen Sermo Lupi ad Anglos (Der Sermon von dem Wolf unter den Engländern) predigte, die Engländer für ihre moralischen Verfehlungen tadelte und letztere für die Schwierigkeiten verantwortlich machten, die das Land plagten. [11]

1011 überfielen die Dänen England erneut und belagerten vom 8. bis 29. September Canterbury. Durch den Verrat von Aelfmaer, dessen Leben Aelfheah einst gerettet hatte, konnten die Angreifer die Stadt erfolgreich plündern. [9] Aelfheah wurde gefangen genommen und sieben Monate lang festgehalten. [7] Godwine, Bischof von Rochester, Leofrun, Äbtissin von St. Mildrith's und Aelfweard, Reeve des Königs, wurden ebenfalls gefangen genommen, doch es gelang Aelfmaer, Abt von St. Augustines, zu entkommen. [9] Die Kathedrale von Canterbury wurde geplündert und niedergebrannt. [6]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Belagerung von Canterbury

Aelfheah weigerte sich, ein Lösegeld zu akzeptieren, um sich freikaufen zu lassen, und wurde schließlich am 19. April 1012 in Greenwich [7] (damals Kent, jetzt Teil von London) getötet, angeblich dort, wo die St. Alfege's Church heute steht. [10] [5] Der Bericht über seinen Tod findet sich in einer der erhalten gebliebenen Versionen der Angelsächsischen Chronik:

Dann an dem Samstag war die Armee sehr aufgewühlt gegen den Bischof; weil er ihnen kein Entgelt versprechen wollte, und verbat, dass irgendjemand irgend etwas für ihn geben sollte. Sie waren auch sehr betrunken; denn es war ihnen Wein aus dem Süden gebracht worden. Dann nahmen sie den Bischof und führten ihn zu ihrer Rednerbühne, am Abend des Sonntags nach Ostern, das war der dreizehnte vor den Kalenden des Mai; und dort töteten sie ihn dann schändlich. Sie überfielen ihn mit Knochen und Hörnern von Ochsen; und einer von ihnen schlug ihm mit einer eisernen Axt auf den Kopf; so dass er hin sank mit dem Schlag, und sein heiliges Blut fiel auf die erde, während seine geheiligte Seele zum Reich Gottes geschickt wurde.

Aelfheah war der erste Erzbischof von Canterbury, der eines gewaltsamen Todes starb. [11] Ein zeitgenössischer Bericht erzählt, dass Thorkell the Tall versuchte, ihn aus der Menge zu retten, die dabei war, ihn zu töten, indem er alles was er besaß anbot, mit Ausnahme seines Schiffes. Thorkells Anwesenheit wird in der Angelsächsischen Chronik allerdings nicht erwähnt. [9] Einige Quellen berichten, dass der letzte Schlag, mit dem Rücken einer Axt, von einem christlich konvertierten namens "Thrum" als Akt der Gnade ausgeführt wurde. Aelfheah wurde in der St. Paul's Cathedral begraben. [4] 1023 wurde sein Körper von König Knut dem Großen mit einer großen Zeremonie nach Canterbury überführt, [7] möglicherweise mit Ausnahme eines Fingers, den Knut später laut einer Überlieferung der Westminster Abbey übergab. [1] Thorkell the Tall war entsetzt über die Brutalität seiner Begleiter und lief nach Aelfheahs Tod zu den Engländern unter Aethelred dem Unberatenen über. [8]

Heiligenverehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papst Gregor VII sprach Aelfheah 1078 heilig, sein Feiertag ist der 19. April. [12] Lanfranc von Canterbury, der erste Erzbischof nach der Normannischen Eroberung, zweifelte an einigen der Heiligen, die in Canterbury verehrt wurden. Er wurde von Aelfheahs Heiligkeit überzeugt, [13] doch Aelfheah und Augustine von Canterbury waren die einzigen angelsächsischen Erzbischöfe, die in Canterburys Heiligenkalender behalten wurden. [8] Aelfheahs Schrein, wurde im frühen 12. Jh. neu erbaut unter Anselm von Canterbury, der auch Aelfheahs Namen wieder in den Kirchenkalender aufnehmen ließ. [14] [15] Nach dem Feuer in der Kathedrale von Canterbury im Jahr 1174 wurden Aelfheahs Gebeine zusammen mit denen von Dunstan vor den Hochaltar versetzt, an dem Thomas Becket kurz vor seinem Märtyrertod sein Leben in Aelfheahs Obhut gegeben haben soll. [4] Ein Mönch aus Canterbury namens Osbern schrieb auf Lanfrancs Anfrage hin ein Life of Saint Aelfheah, von dem eine Version bis heute erhalten geblieben ist. [16]

Im Spätmittelalter wurde Aelfheahs Feiertag auch in Skandinavien gefeiert, möglicherweise aufgrund seiner Verbindung zu Knut dem Großen. [4]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Rumble, Alexander R. (2012). "From Winchester to Canterbury: Ælheah and Stigand – Bishops, Archbishops and Victims". In Rumble, Alexander R. (ed.). Leaders of the Anglo-Saxon Church: From Bede to Stigand
  2. "Alphege, Saint and Martyr". St. Alphege's Church, Bath
  3. 3,0 3,1 3,2 Knowles, David; London, Vera C. M.; Brooke, Christopher (2001). The Heads of Religious Houses, England and Wales, 940–1216
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 Leyser, Henrietta (2006). "Ælfheah (d. 1012)". Oxford Dictionary of National Biography
  5. 5,0 5,1 5,2 Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian (1996). Handbook of British Chronology
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Barlow, Frank (1979). The English Church 1000–1066: A History of the Later Anglo-Saxon Church
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Hindley, Geoffrey (2006). A Brief History of the Anglo-Saxons: The Beginnings of the English Nation
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 Williams, Ann (2003). Aethelred the Unready: The Ill-Counselled King
  10. 10,0 10,1 Walsh, Michael J. (2007). A New Dictionary of Saints: East and West
  11. 11,0 11,1 Fletcher, R. A. (2003). Bloodfeud: Murder and Revenge in Anglo-Saxon England
  12. Delaney, John P. (1980). Dictionary of Saints
  13. Williams, Ann (2000). The English and the Norman Conquest
  14. Brooke, C. N. L.; Brooke, Rosalind (1996). Popular Religion in the Middle Ages: Western Europe 1000–1300
  15. Southern, Richard (1941). "St Anselm and His English Pupils". Mediaeval and Renaissance Studies
  16. Blair, John (2002). "A Handlist of Anglo-Saxon Saints". In Thacker, Alan; Sharpe, Richard (eds.). Local Saints and Local Churches in the Early Medieval West
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