Aelfthryth war die dritte Ehefrau und Königin von Edgar dem Friedfertigen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aelfthryth war die Tochter eines Ealdorman namens Ordgar. Ihre Mutter war ein Mitglied der königlichen Familie von Wessex. Die Machtbasis der Familie lag im Westen von Wessex. Ordgar wurde in Exeter begraben und sein Sohn Ordwulf gründete die Abtei von Tavistock. [1]

Aelfthryth war in erster Ehe verheiratet mit Aethelwald, Ealdorman of East Anglia und Sohn von Aethelstan Halbkönig, so berichtet es Byrthferth of Ramsey in seinem Life of Saint Oswald of Worcester. [1] Spätere Berichte wie der von William of Malmesbury fügen noch weitere Details hinzu, die allerdings fragwürdig sind.

Laut William war Aelfthryth so schön, dass König Edgar davon hörte. Der war zu dieser Zeit auf der Suche nach einer neuen Ehefrau und schickte Aethelwald, um sie sich anzusehen und befahl ihm, "ihr die Ehe [mit Edgar] anzubieten, wenn ihre Schönheit wirklich den Berichten gleichkam". Da Aelfthryth wirklich so schön war, wie gesagt wurde, heiratete Aethelwald sie selbst und berichtete Edgar, dass sie nicht geeignet war. Doch Edgar erfuhr schließlich davon und entschloss sich, Aethelwalds Betrug in gleicher Weise heimzuzahlen. Er erklärte, die arme Frau besuchen zu wollen, was Aethelwald nervös machte. Er bat Aelfthryth darum, sich so hässlich wie möglich zu machen, doch sie tat das Gegenteil. Edgar war so berauscht von ihr, dass er Aethelwald während einer Jagd tötete. [2] Die historischen Quellen nennen das Jahr von Aethelwalds Tod nicht und auch nicht die Todesart. Es sind keine Kinder von Aethelwald und Aelfthryth bekannt.

Königin von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar der Friedfertige hatte zwei Kinder, bevor er Aelfthryth heiratete, beide von zweifelhafter Legitimität. Edward war möglicherweise der Sohn von Aethelflaed Eneda und Eadgifu, die später als Hl. Edith von Wilton bekannt wurde, war die Tochter von Wulfthryth. [3] Die Ehe zwischen Edgar, dessen Machtbasis in Mercia lag, und Aelfthryth, deren Familie viel Macht in Wessex hatte, wurde aus aussagekräftigen politischen Gründen geschlossen. Zusätzlich dazu war Aelfthryth mit der Familie von Aethelstan Halbkönig verbunden und anscheinend auch mit der von Aelfhere, Ealdorman of Mercia. [1] [4]

Die Ehe wurde entweder 964 oder 965 geschlossen. 966 bekam Aelfthryth einen Sohn, der Edmund genannt wurde. In einer der Urkunden von König Edgar aus dem gleichen Jahr, die dem New Minster in Winchester Privilegien zurück gewährt, wird der neu geborene Edmund "clito legitimus" (legitimer Aetheling) genannt und erscheint noch vor Edward in der Liste der Zeugen. Edmund starb jung, etwa 970, doch 968 hatte Aelfthryth einen weiteren Sohn namens Aethelred bekommen. [4] [5] [6]

König Edgar ließ eine zweite Krönung am 11. Mai 973 in Bath organisieren, möglicherweise um seinen Anspruch als Herrscher über ganz Britannien zu stärken. Dort wurde Aelfthryth ebenfalls gekrönt und gesalbt, was ihr einen höheren Status gab als jeder vorherigen Königin. [5] [6] Die einzige vorherige Krönung einer Königin war die von Judith von Flandern gewesen, doch diese hatte außerhalb von England stattgefunden. Im neuen Ritus lag das Hauptaugenmerk auf ihrer Rolle als Beschützerin der Religion und der Nonnenklöster im Reich. Sie hatte ein starkes Interesse am Wohlergehen mehrerer Abteien und als Aufseherin der Abtei Barking setzte sie die Äbtissin ab und setzte sie später wieder ein. [7]

Aelfthryth spielte eine große Rolle als forespeca - übersetzt Fürsprecherin, möglicherweise im Sinne einer Anwältin - in mindestens sieben Rechtsfällen. Als solche hatte sie eine Schlüsselposition im angelsächsischen Rechtssystem, als Vermittlerin zwischen dem Individuum und der Krone, die ihre Rolle an den Gerichtshöfen in steigendem Maße als Symbol der Autorität und als Beschützer der Untertanen ansah. Aelfthryths Handlungen als Anwältin waren größtenteils zum Vorteil weiblicher Angeklagter und ihre Rolle als Vermittlerin zeigt die Möglichkeiten für Frauen, gesetzliche und politische Macht im späten Angelsächsischen England auszuüben. [8]

Königinwitwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar starb 975 und hinterließ seine beiden jungen Söhne Edward und Aethelred. Edward war beinahe schon erwachsen und sein erfolgreicher Anspruch auf den Thron wurde von vielen wichtigen Personen wie die Erzbischöfe Dunstan von Canterbury und Oswald von Worcester und der Bruder von Aelfthryths erstem Ehemann, Aethelwine, Ealdorman of East Anglia, unterstützt. Den erfolglosen Anspruch von Aethelred unterstützten seine Mutter, Bischof Aethelwold von Winchester und Aelfhere, Ealdorman of Mercia. [4] [6]

Am 18. März 978 wurde König Edward bei einem Besuch in Corfe Castle von Dienern der Königinwitwe getötet, was den Weg frei machte für Aethelred, um König von England zu werden. Edward wurde bald danach als Märtyrer angesehen und spätere mittelalterliche Berichte geben Aelfthryth die Schuld für seinen Mord. Laut der Angelsächsischen Chronik wurde König Edward 978 in Corfe Castle ermordet. Als der König sich zu einer Kultfigur entwickelte, wuchs eine Reihe von Mythen um den Mord, die erst andeuteten, dass seine Stiefmutter dafür verantwortlich war und später offene Vorwürfe erhoben. Das Liber Eliensis, eine Chronik aus dem 12. Jh., ging sogar so weit, sie als Hexe zu bezeichnen und zu behaupten, dass sie nicht nur den König sondern auch Abt Brihtnoth von Ely getötet hätte. [9]

Königin-Regentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Aethelreds Jugend diente Aelfthryth als Regentin für ihren Sohn, bis er 984 alt genug war. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre früheren Verbündeten Aethelwold und Aelfhere gestorben und Aethelred rebellierte gegen seine alten Berater und zog eine Gruppe jüngerer Adliger vor.

Späteres Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aelfthryth verschwindet gegen 983 bis 993 aus den Zeugenlisten der Urkunden und erscheint danach wieder, aber in einer niedrigeren Position. Sie blieb weiterhin eine wichtige Person und war verantwortlich für die Aufsicht über Aethelreds Kinder von seiner ersten Frau Aelfgifu. Aethelreds ältester Sohn Aethelstan Aetheling betete für die Seele seiner Großmutter, "die mich aufzog" in seinem Testament von 1014. [4] [1] [10]

Während ihr Ruf durch den Mord an ihrem Stiefsohn beschädigt war, war Aelfthryth eine religiöse Frau und hatte ein besonderes Interesse an Klosterreformen, als sie Königin war. Gegen 986 gründete sie die Abtei Wherwell in Hampshire als Benediktiner-Nonnenkloster und später ging sie dort in den Ruhestand. [6] Gegen 979 gründete Aelfthryth außerdem die Abtei Amesbury. [11] Antonia Gransden schrieb dazu: "In ihrer Schirmherrschaft über die Mönche wurden sowohl Knut als auch Edward der Bekenner von ihren Königinnen Emma und Edith unterstützt, die würdige Nachfolgerinnen von Edgars Königin Aelfthryth waren, als Schirmherrin der Religion." [12]

Aelfthryth starb am 17. November 999, 1000 oder 1001 in der Abtei Wherwell. [6]

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ordgar, Ealdorman of Devon
    1. Ordwulf
    2. Aelfthryth ⚭ | Aethelwald, Ealdorman of East Anglia; ⚭ || Edgar der Friedfertige
      1. Edmund
      2. Aethelred der Unberatene ⚭ | Aelfgifu von York; ⚭ || Emma von der Normandie
        1. | Aethelstan Aetheling
        2. | Ecgberht Aetheling (✝ 1005)
        3. | Edmund II Eisenseite
        4. | Eadred Aetheling (✝ 1013)
        5. | Eadwig Aetheling
        6. | Eadgyth ⚭ Eadric Streona
        7. | Aelfgifu ⚭ Uchtred der Kahle, Ealdorman von Northumbria
        8. | Wulfhild ⚭ Ulfcytel Snillingr
        9. | ⛪ NN, Äbtissin von Wherwell
        10. || Edward der Bekenner
        11. || Alfred Aetheling
        12. || Goda ⚭ | Drogo von Mantes; ⚭ || Eustache II von Boulogne

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stafford, Pauline (1989) Unification and Conquest: A Political and Social History of England in the Tenth and Eleventh Centuries
  2. William of Malmesbury - (1854) Joseph Stevenson (ed.). Malmesbury's History of the Kings. The Church Historians of England 2007
  3. Hart, Cyril (2004) "Edward the Martyr", Oxford Online DNB
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Higham, N. J. (1997) The Death of Anglo-Saxon England
  5. 5,0 5,1 Miller, Sean (1999) "Edgar" in Lapidge, Michael (ed.), The Blackwell Encyclopedia of Anglo-Saxon England
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Stafford, Pauline (1999) "Ælfthryth" in Lapidge, Michael (ed.), The Blackwell Encyclopedia of Anglo-Saxon England
  7. Honeycutt, Lois (2003). Matilda of Scotland: a Study in Medieval Queenship
  8. Rabin, Andrew. "Female Advocacy and Royal Protection in Tenth-Century England: The Legal Career of Queen Ælfthryth." Speculum (2009)
  9. Davies, Anthony (1989) "Witches in Anglo-Saxon England: Five Case Histories". Superstition and Popular Medicine in Anglo-Saxon England (Ed: Scragg, Donald)
  10. Lavelle, Ryan (2008) Aethelred II: King of the English
  11. "Houses of Benedictine nuns: Abbey, later priory, of Amesbury", in Ralph Pugh, Elizabeth Crittall (eds.)
  12. Gransden, Antonia (1992) Legends, Traditions and History in Medieval England
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