Aethelhard war Erzbischof von Canterbury von 792 bis 805. Während seiner Amtszeit wurde der Erzbischofssitz von Lichfield wieder aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Aethelhards Herkunft ist nichts bekannt, doch Historiker vermuten, dass er aus Mercia stammte. Er erscheint zum ersten mal in den historischen Aufzeichnungen als Abt des Klosters in Louth, Lincolnshire, bevor er zum Bischof von Winchester ernannt wurde. [1] Man weihte ihn irgendwann zwischen 759 und 778. [2]

792 versetzte man Aethelhard nach Canterbury, wo er am 21. Juli 793 zum Erzbischof geweiht wurde. [2] [3] Er verdankte seine Ernennung Offa von Mercia [1] und der damals oberste Bischof des Landes hatte den Vorsitz: Hygeberht, der Erzbischof von Lichfield. Offa befragte Alcuin von York über den angemessenen Ablauf, da der Erzbischof von Lichtfield erst kürzlich neu geschaffen worden war. [4]

Gegen 796 wurde Aethelhard von Eadbert III Praen von Kent abgesetzt, weil er von Offa ernannt worden war, der in diesem Jahr starb. Eadberht übernahm die Kontrolle über Kent und zwang Aethelhard, an den Hof von Offas Sohn Ecgfrith zu fliehen. Ecgfrith starb noch vor 796 und sein Cousin Coenwulf übernahm den Thron. Alcuin ermutigte Aethelhard, nach Canterbury zurück zu kehren und regte einen Kompromiss über den Status von Lichfield an, das von Offa als Rivale zu Canterbury eingesetzt worden war. Alcuins Plan hätte es Hygeberht erlaubt, den erzbischöflichen Status auf Lebenszeit zu erhalten, doch es wäre ein ausschließlich zeremonieller Rang gewesen. Mit diesem Versprechen würde Canterbury seinen Status als einziger Erzbischofssitz südlich des Humber behalten und Aethelhart könnte nach Canterbury zurückkehren. Doch Aethelhard war nicht in der Lage das zu tun, während Eadberht noch an der Macht war. [5] Alcuin hatte zuvor erklärt, dass Lichfield aus "Machtgier" erhoben worden war, möglicherweise von Offa, und nicht durch irgendwelche Überlegungen bezüglich des Wertes dieses Plans. [6]

Obwohl Alcuin Aethelhard aufgrund der Flucht aus Canterbury verachtete, sah der Papst dies anders. Leo III lobte Aethelhard für die Flucht und seine Weigerung, sich Eadbert zu ergeben, den Leo mit dem spätrömischen Kaiser Julian der Apostat verglich. Es gibt allerdings Hinweise, dass die Bürger von Kent darüber nachdachten, einen anderen Erzbischof zu wählen, während sich Aethelhard im Exil befand. [6]

Da Lichfield vom Papst geschaffen worden war, erforderte jegliche Statusänderung die päpstliche Zustimmung. [5] Cenwulfs erste Gesandtschaft zu Leo III 797 hatte keinen Erfolg, hauptsächlich weil Leo ihnen die angedeutete Kritik an seinem Vorgänger Hadrian I, der Lichfield erhoben hatte, verübelte. [6] Cenwulfs Gesandtschaft brachte einen Brief zum Papst, der um Rat für diese Angelegenheit bat. Der Brief erinnerte den Papst an den Plan von Gregor I, zwei Erzdiözesen in Britannien zu schaffen, eine im Norden und eine im Süden, mit der südlichen in London und deutete außerdem an, dass Cenwulf um die Erlaubnis bat, Aethelhards Sitz nach London zu verlegen. Die Gesandtschaft brachte außerdem einen Brief von Aethelhard, der allerdings nicht überliefert wurde. Der Papst stimmte der Gesandtschaft allerdings nicht zu und bestimmte, dass der Erzbischofssitz in Canterbury verbleiben musste. Außerdem exkommunizierte er Eadbert und erlaubte seine Vertreibung aus Kent, falls er weiterhin darauf bestand, Aethelhard aus Canterbury fern zu halten. [5]

798 fiel Cenwulf in Kent ein und nahm Eadbert gefangen, den er danach blenden und einsperren ließ. Aethelhard erhielt seinen Sitz in Canterbury zurück, wo er die Besitztümer der Diözese wiederherstellen ließ. Es gelang ihm auch, die Unterwerfung einiger südlicher Bischöfe zu erhalten, inklusive Eadwulf von Lindsey und Tidferth von Dummoc. Doch Hygberht wurde 799 immer noch als Erzbischof bezeichnet. Da Papst Leo I während 799 und 800 in Streitigkeiten in Rom verwickelt war und sich nicht um die Angelegenheiten in England kümmern konnte, gab es keine päpstliche Entscheidung für diesen Streit. [5]

Aethelhard zog den Schluss, dass er selbst nach Rom gehen und den Papst befragen musste. [4] Er machte sich gemeinsam mit Cyneberht von Winchester auf die Reise [7] und hatte dabei zwei Briefe von Coenwulf an den Papst bei sich. [5] Nach einigen Diskussionen stellte sich Leo auf die Seite von Canterbury und reduzierte Lichfield wieder auf einen einfachen Bischofssitz. [1] Abgesehen von den Päpstlichen Handlungen gibt es Hinweise darauf, dass der Klerus von Canterbury die Erhebung von Lichfield niemals anerkannte. [6]

Aethelhard kehrte 803 nach England zurück und versammelte das Konzil von Clovesho, das festlegte, dass im südlichen Britannien niemals ein anderer Erzbischofssitz als Canterbury eingesetzt werden durfte. Hygeberht nahm an dem Konzil teil, doch als Abt, was vermuten lässt, dass er seinen Sitz vor dem Konzil abgelegt hatte. [5] Beim gleichen Konzil stellte Aethelhard auch die päpstliche Entscheidung vor, die die Freiheit der Kirchen von weltlicher Autorität versicherte. [8] Bei dem Konzil verkündete Aethelhard erneut, dass der Papst durch Täuschung dazu gebracht worden war, Lichfield zu erheben, und dass eine "tyrannische Macht" hinter diesen Bemühungen gesteckt hatte. [6] Aethelhard hatte den Vorsitz über mindestens sieben Synoden und möglicherweise sogar acht. [1]

Aethelhard starb am 12. Mai 805 und wurde in Canterbury begraben. [9] Man verehrte ihn später als Heiligen, doch sein Kult wurde von Erzbischof Lanfranc von Canterbury im säten 11. Jahrhundert unterdrückt und nie wiederbelebt. [10]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Williams, Ann (2004). "Æthelheard (d. 805)". Oxford Dictionary of National Biography
  2. 2,0 2,1 Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian (1996). Handbook of British Chronology
  3. ASC, Jahr 790
  4. 4,0 4,1 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Brooks, Nicholas (1984). The Early History of the Church of Canterbury: Christ Church from 597 to 1066
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Kirby, D. P. (2000). The Earliest English Kings
  7. ASC, Jahr 799
  8. Hindley, Geoffrey (2006). A Brief History of the Anglo-Saxons: The Beginnings of the English Nation
  9. ASC, Jahr 803
  10. Farmer, David Hugh (2004). Oxford Dictionary of Saints
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.