Aethelwold von Winchester war Bischof von Winchester von 963 bis 984 und eine der führenden Personen in den Klosterreformen des 10. Jh.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aethelwold stammte aus einer adligen Familie in Winchester. [1] Ab dem Ende der 920er Jahre diente er in einem weltlichen Amt am Hof von König Aethelstan von England und "verbrachte eine lange Zeit im königlichen Burh dort als des Königs unzertrennlicher Gefährte, lernte viel von des Königs Witan das für ihn nützlich und vorteilhaft war." [2] Der König sorgte dafür, dass Aethelwold von Alfheah dem Kahlen, Bischof von Winchester, am gleichen Tag wie Dunstan zum Priester geweiht wurde. Nachdem er einige Zeit lang Ende der 930er Jahre unter Alfheah in Winchester studiert hatte, zog Aethelwold in die Abtei Glastonbury, wo Dunstan Abt geworden war. Dort studierte Aethelwold Grammatik, Metrik und Kirchentexte, und wurde schlussendlich zum Diakon erhoben. Während der Herrschaft von König Eadred (946-955) wollte Aethelwold nach Europa reisen, um dort mehr über das klösterliche Leben zu lernen, doch Eadred erlaubte es nicht und ernannte ihn statt dessen zum Abt des Klosters Abingdon in Oxfordshire, das zu dieser Zeit von weltlichen Priestern betreut wurde. [1] Aethelwolds Jahre in Abingdon waren sehr produktiv. Er erbaute eine Kirche, ließ den Kreuzgang neu erbauen und führte die Benediktinerregeln in Abingdon ein.

Als Eadred starb, wurde sein Neffe Eadwig sein Nachfolger. Eadwig vertrieb Eadreds obersten Berater Dunstan ins Exil. Aethelwold allerdings war eine gewisse Zeit lang während Eadwigs Herrschaft (955-959) an dessen Hof. Der zukünftige König Edgar war von Kind an von Aethelwold unterrichtet worden, der ihn schließlich für die Benediktinerregeln zu interessieren begann. Als Eadwig starb, unterstützte Aethelwold Edgars Thronfolge. [3] Er scheint 960-63 in Edgars persönlichem Dienst gestanden zu haben, denn er schrieb viele Urkunden aus dieser Zeit. [1]

Bischof von Winchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. November 963 wurde Aethelwold zum Bischof von Winchester geweiht und im folgenden Jahr ließ er - mit Zustimmung von König Edgar und einem bewaffneten Trupp, der von einem königlichen Beamten angeführt wurde - die Kleriker des Old und New Minster von Winchester vertreiben und ersetzte sie durch Mönche aus Abingdon. Der König hatte im Herbst des Vorjahres die Erlaubnis des Papstes dafür eingeholt. Zwischen 964 und 971 gründete Aethelwold mehrere Klöster neu. Er war so eifrig damit beschäftigt, Land zurück zu bekommen, von dem er glaubte, dass es einst religiösen Gemeinden gehört hatte, dass er zum teil sogar Urkunden fälschen ließ, um seine Behauptungen zu bestätigen. [1]

Aethelwold war einer der führenden Anhänger der Benediktinerreformen während Edgars Herrschaft und Autor aller großen Propagandawerke, die in England hergestellt wurden. Er hatte große Unterstützung von Edgar und dessen Ehefrau Aelfthryth und seine Werke betonen die Rolle von Edgar, den er als Repräsentanten von Christus bei der Wiederherstellung der Klöster ansah. Er stellte sich eine große Rolle vor für Edgar, in der Überwachung der Klöster und für Königin Aelfthryth eine Rolle als Aufseherin der Benediktiner-Nonnenklöster. [3] Er war noch extremer bei seiner Verfechtung des Mönchstums als Dunstan und Oswald, die Erzbischöfe von England und anderen beiden großen Anführer des Mönchstums während der Herrschaft von König Edgar. Sie folgten der kontinentalen Praxis, sowohl Mönche als auch weltliche Priester in ihren Haushalten zu belassen, nicht Aethelwolds Ansicht, der alle weltlichen Kleriker durch Mönche ersetzen wollte. [1] Aethelwold verbindet die Begriffe "Schmutz" und "Klerus" mehrfach in seinen Schriften und sieht sie (wie andere Benediktiner) als unrein und ungeeignet dazu an, an Altären zu dienen oder sich sonst in irgend einer Form an Gottesdiensten zu beteiligen, weil viele von ihnen verheiratet waren und nicht den mönchischen Regeln folgten. [3]

Für Aethelwolds Bewunderer umfassen die Beinamen "Vater der Mönche" und "gütiger Bischof" seinen Charakter als Reformer und Freund von Christus' Armen. [4] Obwohl er sehr unter seiner schlechten Gesundheit litt, war sein Leben als Gelehrter, Lehrer, Prälat und königlicher Berater immer enthaltsam und er soll "schrecklich wie ein Löwe" gewesen sein, aber "sanfter als eine Taube" gegenüber den Frommen.

Die Benediktiner waren dem weltlichen Klerus in ihrer Gelehrsamkeit und ihren Schulen sehr überlegen. Aethelwold persönlich unterrichtete die älteren Studenten in Winchester und ihre werke zeigen, dass sie ihn mit viel Respekt und Zuneigung behandelten. Seine erhalten gebliebenen Werke in Latein und Altenglisch zeigen, dass er ein großartiger Lehrer war und von seinen mundartlichen Werken glaubt man, dass sie eine große Rolle gespielt haben in der Entwicklung des einheitlichen Altenglisch. [1] Einiges von dem Reichtum, den er sammelte, wurde genutzt, um Kirchen wieder aufzubauen und er war auch ein großer Förderer von Kirchenkunst, obwohl leider keines seiner Werke erhalten geblieben ist und nur geschriebene Berichte überlebt haben. Die künstlerischen Seminare, die er entwickelte, waren auch nach seinem Tod noch einflussreich, sowohl in Britannien als auch auf dem Kontinent. [1] Ein Jahrhundert später hatte Aethelwold sich einen großen Ruf als Goldschmied erworben und man schrieb ihm die Propduktion einer Reihe von Metallobjekten in Abingdon zu, inklusive vieler Figuren und Objekte aus wertvollem Metall, Glocken und sogar eine Orgelpfeife.

Politische Rolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aethelwold spielte auch eine große politische Rolle. Als die Thronfolge gegen Ende von Edgars Herrschaft ein wichtiges Thema wurde, unterstützte Aethelwold den Anspruch von Aethelred, dem Sohn von Edgar und Aelfthryth, die eine große Förderin von Aethelwold war, während Dunstan und Oswald Edgars Sohn Edward den Märtyrer unterstützt zu haben scheinen. Dieser wurde schließlich König von England, wurde aber 978 ermordet und der noch minderjährige Aethelred wurde sein Nachfolger. Aethelwold scheint eine große Rolle als Berater gespielt zu haben. Es ist bemerkenswert, dass Aethelred erst nach Aethelwolds Tod 984 begann, gegen die Interessen einiger reformierter Klöster zu handeln. Ein Opfer war die Abtei von Abingdon und in einer Urkunde, die 993 deren Privilegien wiederherstellte, erkannte der König an, dass Aethelwolds Tod das Land beraubt hatte "von einem, dessen Industrie und seelsorgerische Fürsorge nicht nur für meine Interessen sorgte sondern auch für alle der Bewohner des Landes." [5]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aethelwold starb am 1. August 984 [6] in Beddington, Surrey. [7] Er wurde in der Krypta des Old Minster in Winchester begraben, doch zwölf Jahre später behauptete Aelfhelm, ein Bewohner von Wallingford, beim Besuch von Aethelwolds Grab von seiner Blindheit geheilt worden zu sein. Dies wurde als das notwendige Zeichen angesehen, ihn als Heiligen anerkennen zu lassen und sein Körper wurde von der Krypta in den Chor verlegt. Im 12. Jh. hatte die Abtei Abingdon einen Arm und ein Bein erhalten können. [8]

Einer von Aethelwolds Schülern, Wulfstan von Winchester, schrieb eine Biographie, die eine große Rolle darin gespielt zu haben scheint, seinen Kult zu fördern, und gegen 1004 veröffentlichte Aelfric, ein weiterer Schüler und Abt von Eynsham, eine verkürzte Version von Wulfstans Werk in Latein und Altenglisch. [9]

Aethelwolds Feiertag ist der 1. August. [10]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Yorke, Barbara (2004) "Æthelwold", Oxford Dictionary of National Biography
  2. Foot, Sarah (2011) Æthelstan: The First King of England
  3. 3,0 3,1 3,2 Barrow, Julia (2009) "The Ideology of the Tenth-Century English Benedictine 'Reform", in Skinner, Patricia (ed.), Challenging the Boundaries of Medieval History: The Legacy of Timothy Reuter
  4. Catholic Online Saints and Angels: "St. Ethelwold" (2007)
  5. Keynes, Simon, "Æthelred II", Oxford Dictionary of National Biography
  6. Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian (1996). Handbook of British Chronology
  7. Walsh, Michael J. (2007) A New Dictionary of Saints: East and West
  8. Royal Berkshire History, Abingdon Relics
  9. Lapidge, Michael et al. (eds.), The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  10. Farmer, David Hugh, The Oxford Dictionary of Saints, 1987
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