Agatha war die Frau von Edward dem Exilant, Sohn von Edmund II Eisenseite, König von England im Jahr 1016.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Agathas Leben ist kaum etwas bekannt und ihre Herkunft hat viele Spekulationen ausgelöst. [1] Da Historiker die Geburt ihrer Kinder um das Jah 1045 vermuten, geht man davon aus, dass sie um oder kurz vor 1030 geboren wurde. Sie und Edward heirateten irgendwann zwischen 1040 und 1045 und erhielten als Geschenk zur Hochzeit das Schloss Réda in Ungarn, wo sie bis 1056 mit ihren Kindern lebten.

In diesem Jahr wurde Edward von König Edward dem Bekenner nach England zurück gerufen, nachdem er und der Witan übereingekommen waren, dass Edward der Exilant zum Thronfolger des kinderlosen Königs erklärt werden sollte. Die Familie reiste nach England, wo Edward der Exilant jedoch wenige Tage nach der Ankunft am 19. April starb. Nach der Normannischen Eroberung von England floh Agatha 1067 mit ihren Kindern nach Schottland und suchte Zuflucht bei ihrem zukünftigen Schwiegersohn Malcolm III Canmore. Symeon of Durham [2] notierte 1070 den letzten Hinweis auf sie. [3]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agathas Herkunft wird in verschiedenen erhalten gebliebenen mittelalterlichen Quellen erwähnt, doch die Informationen sind manchmal unpräzise, widersprechen sich meistens und sind zum Teil einfach grundlegend falsch. Die frühesten erhalten gebliebenen Quellen sind die Angelsächsische Chronik und das Chronicon ex chronicis von John of Worcester und die dazugehörigen Stammbäume. Sie, Symeon of Durham und Ailred of Rievaulx beschreiben Agatha als Verwandte von "Kaiser Heinrich", (gemeint ist der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) letzere nennt sie ausdrücklich eine Tochter seines Bruders. Es ist nicht klar, ob es sich bei diesem Heinrich um Heinrich II oder Heinrich III handelt, aber John of Worcester sprich ausdrücklich von Heinrich III.

Spätere eher zweifelhafte Quellen wie die Chronik von Melrose nennen sie eine Tochter von Heinrich, während Matthew Paris sie die Schwester des Kaisers nennt. Geoffrey Gaimar sagt in der Lestoire des Engles, dass sie die Tochter des ungarischen Königs war, platziert die Hochzeit mit Edward aber in eine Zeit, in der Historiker glauben, dass er sich noch in Kiew befand. Odrderic Vitalis ist in seiner Historia Ecclesiasticae deutlicher und nennt ihren Vater als König Solomon, obwohl dieser eigentlich ein Zeitgenosse von Agathas Kindern war. William of Malmesbury sagt in seiner De Gestis Regis Anglorum, dass Agathas Schwester eine Königin von Ungarn war, was von Alberic of Trois-Fontaines wiederholt wird, während Ailred weniger präzise behauptet, dass Margaret von königlichem englischem und ungarischem Blut war.

Schlussendlich deuten Roger of Howden und das anonyme Leges Edwardi Confessoris an, dass Edward während seiner Zeit als Gast eines kiewer "König Malesclodus" eine Frau von edler Geburt heiratete und das Leges fügt hinzu, dass die Mutter der Hl. Margaret von Schottland von russischem königlichem Blut war. [4] [5]

Namenskunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensanalysen wurden ebenfalls unternommen, um die Frage zu beantworten. Der Name Agatha selbst ist selten im westlichen Europa dieser Zeit. Gleichermaßen sind es die ihrer Kinder und Enkel, die entweder aus angelsächsischen Namen gewählt wurden, da ihr Mann ein Mitglied des königlichen Haus Wessex war, oder andere nicht für Westeuropa typische Namen waren. Es gibt Spekulationen, dass letzere von Agathas osteuropäischen Vorfahren stammen. Besonders ihr eigener Name und die Namen ihrer Töchter Cristina und Margaret sowie die ihrer Enkel Alexander, David und Mary wurden als mögliche Indikatoren für ihre Herkunft genutzt.

  1. Edward der ExilantAgatha
    1. Edgar Aetheling
    2. Cristina
    3. Hl. Margaret von Schottland ⚭ ♔ Malcolm III Canmore
      1. Edward
      2. Edmund
      3. Ethelred
      4. Edgar
      5. Alexander I
      6. David I
      7. Edith (Matilda)
      8. Mary

Deutsche und Ungarische Theorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während verschiedene Quellen die Behauptung wiederholen, dass Agatha entweder die Tochter oder Schwester eines Kaiser Heinrich war, scheint es unwahrscheinlich, dass solch eine Schwester oder Tochter von den deutschen Chronisten ignoriert worden wäre. [6] Die Beschreibung von Agatha als Blutsverwandte von "Kaiser Heinrich" könnte sich auf eine Nichte von Heinrich II oder Heinrich III beziehen, beides Kaiser des Heiligen römischen Reiches (wobei John of Worcester eindeutig Heinrich III nennt). Frühe Versuche, die Beziehung zu rekonstruieren, fokussierten sich auf ersteren. Georgio Pray [7] P. F. Suhm [8] und Istvan Katona [9] deuten alle an, dass Agatha die Tochter von Bruno von Augsburg war, Bruder von Heinrich II, während Daniel Cornides [10] versuchte, die deutschen und ungarischen Behauptungen in Einklang zu bringen und Agatha zur Tochter von Giselle von Bayern, Schwester von Heinrich II und Ehefrau von Stefan I von Ungarn macht. [5] Diese Lösung blieb während dem 12. Jh. unter Gelehrten sehr beliebt. [11] [12] [1]

  1. Heinrich II, Herzog von Bayern ⚭ Gisela von Burgund
    1. ♔ Heinrich II, Kaiser HRR
    2. Bruno von Augsburg
    3. Giselle von Bayern ⚭ XXX ♔ Stefan I von Ungarn
      1. Hl. Emeric

So verführerisch dies auch sein kann, die Hl. Margaret von Schottland als Enkelin eines anderen berühmten Heiligen zu sehen - Stefan I von Ungarn - erklärt diese beliebte Lösung nicht, warum Stefans Tod eine dynastische Krise in Ungarn auslöste, oder zumindest nicht, warum Agathas Familie keine Rolle dabei spielte. Wenn Stefan und Giselle tatsächlich Agathas Eltern waren, hätten ihre Kinder einen starken Anspruch auf die ungarische Krone gehabt. Tatsächlich gibt es keinen Hinweis in den ungarischen Quellen, das irgend eines von Stefans Kindern ihn überlebte. Gleichermaßen würden all diese Lösungen, die Heinrich II betreffen, Agatha viel älter als ihren Ehemann machen und unfassbar Alt zur Zeit der Geburt ihres letzten Kindes Edgar.

Basierend auf einer strengeren Übersetzung der lateinischen Beschreibung von John of Worcester und anderen sowie auch der Annahme, dass Heinrich III der in der Angelsächsischen Chronik gemeinte Kaiser war, hat der Stammbaumforscher Szabolcs de Vajay 1939 eine andere Idee vorgeschlagen. In diesem Jahr veröffentlichte Jozsef Herzog eine Analyse, die vermutete, dass Agatha die Tochter eines der Halbbrüder von Heinrich durch seine Mutter Gisela von Schwaben aus ihrer früheren Ehe mit Ernst I von Schwaben und Bruno von Brunswick war. [13] [14] [12] [15] [16] De Vajay bewertete die Chronologie der Hochzeit und Kinder von Gisela neu und schloss daraus, dass Agatha die Tochter von Heinrich III's älterem Halbbruder Liudolf, Markgraf von Friesland, war. [15] Diese Theorie wurde dreißig Jahre lang weithin akzeptiert, [5] [17] bis René Jetté eine Kiewer Lösung für das Problem wiederbelebte, [4] was die Meinungen zwischen verschiedenen mit einander konkurrierenden Möglichkeiten teilte. [18]

  1. Gisela von Schwaben ⚭ | Bruno von Brunswick; ⚭ || ♔ Konrad II, Kaiser HRR; ⚭ ||| Ernst I von Schwaben
    1. | Liudolf von Friesland
    2. || ♔ Heinrich III, Kaiser HRR
      1. Judith von Schwaben ⚭ ♔ Solomon von Ungarn
    3. ||| Ernst II von Schwaben
    4. ||| Hermann IV von Schwaben

Kiewer Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jetté deutete darauf hin, dass William of Malmesbury in seiner De Gentis Regis Anglorum und einigen späteren Chroniken eindeutig sagte, dass Agathas Schwester eine Königin von Ungarn war. Von dem, was über die Biographie von Edward dem Exilant bekannt ist, war er anscheinend in der politischen Fraktion von Andreas I von Ungarn, folgte ihm 1046 von Kiew nach Ungarn und blieb viele Jahre lang an seinem Hof. Andreas' Frau und Königin war Anastasia, eine Tochter von Yaroslav dem Weisen von Kiew durch Ingigerd von Schweden. Nach Jettés Logik war Edwards Frau eine weitere Tochter von Yaroslav. Somit spiegelte er eine Lösung für Agathas Eltern, die 1894 von William Ferrand Felch vorgeschlagen worden war, [19] der begonnen hatte, diese Frage zu untersuchen, nachdem er erfahren hatte, dass Elias Reusner sie 1592 zu einer Tochter von Knut dem Großen gemacht hatte, [20] eine Herleitung, die auch ohne weitere Erklärung von Johann Adolf Cypraeus 1634 gemacht worden war. [21]

Diese Felch/Jetté-Theorie stimmt überein mit den scheinbar unpassenden Aussagen von Geoffrey Gaimar und Roger of Howden, dass Edward während seiner Zeit in Kiew eine einheimische Ehefrau "mit edlen Eltern" heiratete oder dass sein Schwiegervater ein "König der Rus" war. [22]

Eduard Hlawitschka identifiziert Agatha ebenfalls als Tochter von Yaroslav und weist darauf hin, dass Adam von Bremen, [23] der gut informiert war über nordeuropäische Angelegenheiten, gegen 1074 notierte, dass Edward sich in Russland im Exil befand, [23] und dass der Autor des Leges Edwardi confessoris, der enge Verbindungen zu Agathas Kindern Margaret von Schottland und Cristina hatte, somit vernünftigerweise von ihrer Herkunft wissen musste und 1120 aufzeichnete, dass Edward ins Land der Rus ging und dass er dort eine adlige Frau heiratete. [23]

Namensforschungen scheinen Jettés und Hlawitschkas Theorie zu unterstützen. [23] Im mittelalterlichen Königtum wird Agathas seltener griechischer Name zum ersten mal in der mazedonischen Dynastie von Byzanz erwähnt. Es war auch einer der häufigsten weiblichen Namen in der kiewer Rurikiden-Dynastie. Nachdem Anna von Byzanz Yaroslavs Vater geheiratet hatte, nahm er den christlichen Namen des herrschenden Kaisers Basileios II an, während einige Mitglieder seiner Familie nach anderen Mitgliedern der kaiserlichen Dynastie benannt wurden. Agatha könnte eine davon gewesen sein. [24]

Die Namen von Agathas direkten Nachkommen - Margaret, Cristina, David und Alexander - sind gleichermaßen außergewöhnlich für das Britannien dieser Zeit und wurden gleichermaßen als Hinweise angesehen. Die Namen Margaret und Cristina werden heute mit Schweden in Verbindung gebracht, dem Heimatland von Yaroslavs Frau Ingigerd. Der Name von Margarets Sohn David spiegelt den von David von Ungarn. Weiterhin war der erste Heilige der Rus (ca. 1073 heilig gesprochen) Yaroslavs Bruder Gleb, dessen christlicher Name David war.

  1. ♔ Alexander
  2. ♔ Leo VI
    1. ♔ Constantine VII ⚭ Helena Lekapene (Tochter von Romanos I, Schwester von Agatha)
      1. ♔ Romanos II
        1. Anna Porphyrogeneta ⚭ Hl. Vladimir
          1. Hl. Boris "Roman"
          2. Hl. Gleb "David"
          3. ♔ Yaroslav I ⚭ Ingigerd von Schweden
          4. Elizabet ⚭ ♔ Harald III Hardrada von Norwegen
          5. Anastasia ⚭ ♔ Andreas I von Ungarn
            1. Adelaide
            2. Solomon von Ungarn
            3. David
          6. Anna ⚭ ♔ Heinrich I von Frankreich
          7. ♔ Vsevolod I ⚭ Anastasia Monomacha
            1. Maria
      2. Agatha

Der Name von Margarets Sohn Alexander könnte auf eine Vielzahl von Traditionen hindeuten, sowohl orientalisch als auch abendländisch. Die Biographie von Alexander dem Großen war eines der beliebtesten Bücher im Kiew des 11. Jh. und es war ein gebräuchlicher Name in der griechisch beeinflussten orthodoxen Tradition. Humphreys überprüfte die beiden Haupttypen der Hypothesen, die er die salische und die slavische Theorie nannte, und machte darauf aufmerksam, dass der entscheidende Hinweis der ist, ob man die Aussage von John of Worcester (salisch) oder William of Malmesbury (slavisch) akzeptiert als Repräsentant der frühsten, genausten Version ihrer Herkunft. Er wies später auf das Erscheinen des Namens Maria in der nächsten Generation der kiewer Dynastie hin und vermutete, dass Agatha tatsächlich eine Schwester der byzantinischen Frau von Vsevolod I von Kiew gewesen sein könnte, die die Überlieferungen kaiserlicher Verbindungen mit damit verwechselt hatte, welches Kaiserreich gemeint war. Er studierte schließlich die Quellen und besonders die Chronologie dieser Dynastie detaillierter und schloss daraus, dass diese Lösung unwahrscheinlich war, zog aber eine Rekonstruktion vor, die Yaroslav zum Sohn nicht zum Stiefsohn der byzantinischen Prinzessin Anna Porphyrogeneta machte. [25] [26] [27]

Eine Schlussfolgerung aus der Kiewer Theorie ist, dass Edgar Aetheling und die Hl. Margaret durch ihre Mutter Cousins ersten Grades von Phillip I von Frankreich gewesen wären. Die Verbindung scheint zu nennenswert, um in zeitgenössischen Quellen ausgelassen zu werden, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass mittelalterliche Chronisten sich dessen bewusst waren.

Bulgarische Theorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Antwort auf die kürzliche Flut von Untersuchungen der Angelegenheit untersuchte Ian Mladjov die Frage erneut und präsentierte eine alternative bulgarische Herkunft für Agatha. Er schloss alle früheren Theorien als unzureichend begründet und unvereinbar mit den historischen Berichten aus und argumentierte weiter, dass viele der vorgestellten Lösungen bedeuten würden, dass später dokumentierte Ehen in die verbotenen Verwandtschaftsgrade fallen würden, es gibt allerdings keine Berichte, dass jemals Vorwürfe von zu enger Blutsverwandtschaft erhoben wurden. Er argumentiert, dass die aufgezeichnete Aussage über Agathas Herkunft korrumpiert oder zu spät war und stimmt Humphreys Untersuchung zu, dass die Namen der Kinder und Enkel von Agatha möglicherweise keinen familiären Ursprung hatten (beispielsweise spielte Papst Alexander II eine entscheidende Rolle bei der Eheschließung von Malcolm III Canmore und Margaret und könnte damit zu dem Namen ihres Sohnes Alexander inspiriert haben).

Danach konzentriert er sich auf den Namen Agatha und wie entscheidend dieser ist, ihre Herkunft zu bestimmen. Er schlussfolgerte, dass von den wenigen Zeitgenossinnen namens Agatha nur Agatha Chryselia, verheiratet mit Samuel von Bulgarien, möglicherweise eine Vorfahrin der Ehefrau von Edward dem Exilant gewesen sein konnte. Einige der anderen mit Agatha in Verbindung gebrachten Namen gab es zu dieser Zeit in der bulgarischen Herrscherfamilie, inklusive Maria und mehrerer Davids. Mladjov schlussfolgerte anfänglich, dass Agatha eine Enkelin von Agatha Chryselia war, Tochter von Gavril Radomir, Zar von Bulgarien aus seiner ersten kurzen Ehe mit einer ungarischen Prinzessin, von der man glaubt, dass die die Tochter von Géza, Herzog von Ungarn, war. Diese Hypothese verlegt Agathas Geburt nach Ungarn, in die Zeit nach der Scheidung ihrer Eltern, als ihre schwangere Mutter Bulgarien verließ, hätte aber zur Folge, dass ihre Mutter sie nach der Mutter des bulgarischen Prinzen benannte, der sie gerade erst verstoßen hatte. Die überlieferten Daten für diese Scheidung scheinen die vermutete Beziehung auszuschließen, doch der Artikel untersuchte einige langjährige Vermutungen über die Chronologie von Gavril Radomirs Ehe mit der ungarischen Prinzessin und schließt daraus, dass ihre Datierung auf die späten 980er Jahre nicht gestützt wird und dass ihre Auflösung in die Zeit zwischen 1009 und 1014 platziert werden sollte. Das Argument basierte beinahe ausschließlich auf den namenskundlichen Hinweisen, soll aber die enge Verbindung zwischen Agatha und Ungarn rechtfertigen, die in den mittelalterlichen Quellen beschrieben wird.

Mladjov spekulierte weiter, dass die mittelalterlichen Aussagen größtenteils in Einklang gebracht werden könnten, wenn man davon ausgeht, dass Agathas Mutter die gleiche ungarische Prinzessin war, die Samuel Aba von Ungarn heiratete, dessen Familie nach seinem Niedergang nach Kiew floh und damit eine russische Hochzeit für Agatha ermöglichte. [28] Er korrigierte schließlich seine Hypothese und vermutete, dass Agatha statt dessen Tochter des ungarischen Königs Samuel Aba war, den er wiederum hypothetisch zum Sohn von Gavril und dessen ungarischer Frau macht. [29] Dies steht aber im Konflikt mit der Gesta Hungarorum, laut der Samuel Aba von zwei Häuptlingen der Kumanen abstammte. [30]

  1. Comita Nikola ⚭ Ripsimia von Armenien
    1. Aron
      1. Ivan Vladislav ⚭ Maria
    2. Moses
    3. David
    4. Samuel von Bulgarien ⚭ Agatha Chryselia
      1. Theodora Kosara
      2. Miroslava
      3. Gavril Radomir ⚭ NN, ungarische Prinzessin
        1. Peter Delyan

Diese Lösung stimmt aber nicht mit irgend einer der Beziehungen überein, die in den wichtigsten Aufzeichnungen erscheinen. Es wurde daraus geschlussfolgert, dass die relative Vertrautheit mit Deutschland und die Unvertrautheit mit Ungarn zum Teil die Darstellung von Agatha in den englischen Quellen verzerren. Durch diese Rekonstruktion wäre sie die Nichte des Königs von Ungarn (Stefan I) gewesen, der selbst der Schwager des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches (Heinrich II und damit Verwandter von Heinrich III) war.

Andere Theorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 stellte John Carmi Parsons eine neue Möglichkeit vor, in einem Artikel, der nicht nur die Kiewer Hypothese widerlegen sondern auch das Feld erweitern sollte für mögliche Alternative, die über die widerstreitende deutsche kaiserliche und kiewer Rekonstruktion hinausgehen. Er wies darauf hin, dass die Angelsächsische Chronik die früheste existierende Aussage darstellt und argumentiert, dass sie zeitgenössisch mit Agatha war und sehr wahrscheinlich recht gut informiert über eine kaiserliche Verwandtschaft. Parsons betont, dass die Quelle russische Eltern für Agatha erwähnt und ihre Verwandtschaft mit einer ungarischen Königin wird zu einem viel späteren Datum aufgeschrieben wurde und somit viel weniger verlässlich ist, als eine Quelle, die zu ihrer Zeit geschrieben wurde. Einfach in einem Versuch, zu zeigen, dass nicht alle Hinweise völlig genutzt wurden, um Agatha zu identifizieren, weist Parsons auf die dokumentierte Existenz eines deutschen Grafen Cristinus hin, dessen Name den Namen für Agathas Tochter Cristina erklären könnte. Graf Cristinus heiratete eine sächsische Adlige, Oda von Haldensleben, die hypothetisch eine Enkeltochter von Vladimir I von Kiew durch eine deutsche Verwandte von Kaiser Heinrich III war. Parsons erwähnte außerdem, dass Edward zwei mal verheiratet gewesen sein könnte, wodurch die widersprechenden Aufzeichnungen eine Verwechslung der beiden Ehefrauen darstellen könnten. [31]

  1. Konrad I von Schwaben (mglw. identisch mit Kuno)
    1. Hermann II von Schwaben
      1. Gisela von Schwaben ⚭ Konrad II
        1. Heinrich III
  2. Kuno von Öhningen (mglw. identisch mit Konrad)
    1. NN, Tochter ⚭ | Hl. Vladimir (⚭ || Anna Porphyrogeneta)
      1. | NN, Tochter ⚭ Bernard von Haldensleben
        1. Oda von Haldensleben ⚭ Cristinus
        2. Konrad von Haldensleben
        3. Diagnementia
      2. || Premislava ⚭ Ladislas von Ungarn
      3. || Maria Dobroniega von Kiew ⚭ Kasimir I von Polen

Erst kürzlich wurde ein polnische Hypothese vorgestellt. John P. Ravilious hat vermutet, dass Agatha die Tochter von Mieszko II Lambert von Polen von seiner deutschen Frau gewesen sein könnte, was sie zu einer Verwandten von Kaiser Heinrich und auch einer Schwester einer ungarischen Königin machen würde, die m,it Béla I verheiratet war. [32] Ravilious und Michael Anne Guido veröffentlichten schließlich einen Artikel, der weitere Hinweise vorstellte betreffend der hypothetischen polnischen Eltern von Agatha, inklusive einer Herleitung des Namens Agatha (und ihrer mutmaßlichen Schwester Gertrude von Polen) von den Namen von Heiligen, die mit der Abtei von Nivelles in Verbindung stehen. Dieses Argument wird weiter gestützt von der Ersetzung von Andreas I von Ungarn (Ehemann von Anastasia von Kiew) durch seinen Bruder Bela als Thronerben mit seinem jungen Sohn Salomon im Jahr 1057. Wenn Agatha Andreas' Schwägerin und Tante von Salomon war, hätte diese Tat von König Andreas ihre Verbindungen und die ihre Ehemanns mit Ungarn weiter gestärkt: doch wenn Agatha eine Schwägerin von Bela (Ehemann von Richeza von Polen) war, wären sie und Edward wahrscheinlich geneigt gewesen, Ungarn 1057 bei Belas Rebellion zu verlassen. [33]

  1. Heinrich I
    1. Otto I ⚭ | Edith von England; ⚭ || Adelaide von Italien
      1. | Liutgarde ⚭ Kontrad von Lothringen
        1. Otto von Worms
          1. Heinrich von Speyer
            1. Konrad II
              1. Heinrich III
      2. || Otto II ⚭ Teophanu von Konstantinopel
        1. Otto III
        2. Matilda ⚭ Ezo von Lothringen
          1. Richeza ⚭ Mieszko II von Polen
            1. Kasimir I von Polen ⚭ Maria Dobroniega von Kiew
            2. Gertrude ⚭ Iziaslav I von Kiew
            3. Richeza/Adelaide ⚭ Béla I von Ungarn
    2. Heinrich I von Bayern
      1. Heinrich II von Bayern
        1. Heinrich II
        2. Gisela von Bayern ⚭ Stefan I von Ungarn

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Lauder-Frost, Gregory "Agatha-The Ancestry Dispute", in The Scottish Genealogist, (September 2002)
  2. Symeon of Durham, Historia Regum
  3. Foundations (Journal of the Foundation for Medieval Genealogy), July 2004
  4. 4,0 4,1 René Jetté, "Is the Mystery of the Origins of Agatha, Wife of Edward the Exile, Finally Solved?", in New England Historical and Genealogical Register, (October 1996)
  5. 5,0 5,1 5,2 Ronay, Gabriel (1989) The lost King of England: the East European adventures of Edward the Exile
  6. Freeman, Edward Augustus (1877) The History of the Norman Conquest of England: its causes and its results
  7. Pray, Georgio (1764) Annales Regum Hungariae
  8. Suhm, P. F. (1777) Geschichte Dänemarks, Norwegens und Holsteins
  9. Katona, Istvan (1779) Historia Critica Regum Hungariae
  10. Cornides, Daniel (1778) Regum Hungariae
  11. Fest, Sandor "The sons of Edmund Ironside Anglo-Saxon King at the Court of St. Stephen", in Archivum Europae Centro-Orientalis (1938)
  12. 12,0 12,1 Moriarty, G. Andrews "Agatha, wife of the Atheling Eadward", in The New England Historical and Genealogical Register (1952)
  13. Herzog, Jozsef "Skóciai Szent Margit származásának kérdése" [The problem of St Margaret of Scotland's Scottish origins], in Turul (1939)
  14. von Redlich, Marcellus, "The Parentage of Agatha, Wife of Prince Edward the Exile", National Genealogical Society Quarterly, (1940)
  15. 15,0 15,1 de Vajay, Szabolcs "Agatha, Mother St. Margaret, Queen of Scotland", in Duquesne Review (1962)
  16. Klaniczay, Gábor (2002) Holy rulers and blessed princesses: dynastic cults in medieval central Europe
  17. Frederick Lewis Weis, Ancestral Roots of Sixty Colonists who came to New England between 1623 and 1650
  18. David Faris und Douglas Richardson unterstützen die Liudolf-Verbindung ("The Origin of Agatha-The Debate Continues: The Parents of Agatha, Wife of Edward The Exile" in New England Historical and Genealogical Register, 1998). Norman Ingham unterstützt Jetté in zwei Artikeln: "A Slavist's View of Agatha, Wife of Edward the Exile, as a Possible Daughter of Yaroslav the Wise" in New England Historical and Genealogical Register, (1998) und "Has a Missing Daughter of Iaroslav Mudryi Been Found?" in Russian History (1998). Gregory Lauder-Frost fasste verschiedene frühe Quellen und die verschiedenen Theorien zusammen: "Agatha-The Ancestry Dispute", in The Scottish Genealogist, (2002). Er folgt Moriarty darin, die Verbindung von Heinrich III von Herzog und de Vajay zu zerpflücken und tendiert statt dessen dazu, den Hl. Stefan als ihren Vater und Heinrich II als ihren Onkel anzusehen.
  19. W. Ferrand Felch, "The Ancestry of Agatha: The Byzantine Ancestry of Agatha", Notes & Queries
  20. Eliae Revsneri, Basilicon Opus Genealogicum Catholicum (1592)
  21. Iohanne Adolpho Cipræo, Annales Episcoporvm Slesvicencivm, (1634)
  22. Es wurde vermutet, dass Agatha eine der vier oder fünf Töchter von Yaroslav sein könnte, die neben ihm in dem Fresco der Kathedrale der Hl. Sophia in Kiew aus dem 11. Jh. dargestellt werden. Es ist bekannt, dass Yaroslavs andere Töchter Heinrich I von Frankreich und Harald III von Norwegen heirateten. Zur Zeit ihrer Hochzeiten waren Harald und Andreas wie Edward landlose Anwärter auf ausländische Throne, die Zuflucht und Unterstützung im fernen, aber mächtigen Kiew fanden.
  23. 23,0 23,1 23,2 23,3 Hlawitschka, Eduard, Die Ahnen der hochmitterlaterlichen deutschen Konige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen, Ein kommetiertes Tafelwerk, Band I: 997-1137, Teil 2, 2006
  24. Laut einer Theorie war Agatha nicht die Tochter sondern Schwester von Yaroslav. Tatsächlich scheint die letzte Ehefrau seines Vaters Vladimir I eine deutsche Prinzessin gewesen zu sein, die als Tochter des deutschen Kaisers Heinrich beschrieben worden sein könnte. Man geht grundsätzlich davon aus, dass ihre Tochter Dobronega Kasimir I von Polen etwa im gleichen Jahr heiratete, als Edward Agatha geheiratet haben soll (wenn man von dem Datum schlussfolgert, in dem ihr ältestes Kind geboren wurde). Falls Agatha Yaroslavs Schwester war (und nicht seine Tochter, wie Jetté dachte), hätte sie immer noch enge Verbindungen zur ungarischen Königsfamilie. Beispielsweise war eine von Yaroslavs Schwestern verheiratet mit Ladislas dem Kahlen, einem Onkel väterlicherseits von Andreas I.
  25. William Humphreys,, "Agatha, mother of St. Margaret: the Slavic versus the Salian solutions - a critical overview", Foundations
  26. Joseph Edwards, "Editorial", Foundations
  27. William Humphreys, "Agatha ‘the Greek’ – Exploring the Slavic solution", Foundations
  28. Mladjov, Ian (2003) "Reconsidering Agatha, Wife of Eadward the Exile", in The Plantagenet Connection
  29. Mladjov, Ian. "Bulgarians and Magyars as Allies and Rivals across the Early Medieval Frontier", in V. Gjuzelev and G. N. Nikolov, eds., South-Eastern Europe in the Second Half of the 10th-the Beginning of the 11th Centuries: History and Culture, 2015
  30. Anonymus, Notary of King Béla: The Deeds of the Hungarians
  31. Parsons, "Edward the Aetheling's Wife, Agatha"
  32. John P. Ravilious, "The Ancestry of Agatha, Mother of St. Margaret of Scotland", The Scottish Genealogist
  33. MichaelAnne Guido and John P. Ravilious, (2012) "From Theophanu to St. Margaret of Scotland: A study of Agatha's ancestry", Foundations
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