Allectus war ein römisch-britischer Usurpator-Kaiser in Britannien und dem nördlichen Gallien von 293 bis 296.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allectus war Schatzmeister unter seinem Vorgänger Carausius, der sich 286 n. Chr. zum britischen Kaiser gemacht hatte. 293 zog Constantius Chlorus gegen Carausius und isolierte ihn von seinen Verbündeten auf dem Kontinent. Allectus nutzte die Gelegenheit, ermordete Carausius und machte sich selbst zum Kaiser von Britannien.

Über seine Herrschaft gibt es nur wenige Aufzeichnungen, doch die von ihm herausgegebenen Münzen ähneln denen von Carausius. Sie wurden nicht nur in Britannien, sondern auch im nordwestlichen Gallien gefunden was andeutet, dass die anfängliche Rückeroberung von Gallien die Rebellion auf dem Festland nicht beenden konnte.

Im September 296 führte Kaiser Constantius Chlorus eine Invasion durch, um ihn abzusetzen. Seine Truppen scheinen durch schlechtes Wetter von der Überquerung des englischen Kanals abgehalten worden zu sein. Doch eine Abteilung unter Asclepiodotus nutzte den Nebel auf dem Wasser, um Allectus' Schiffe zu umgehen, die auf der Isle of Wight stationiert waren, und bei Southampton landeten, wo sie ihre Schiffe verbrannten. Allectus musste sich mit seinen Truppen von der Küste zurückziehen, wurde aber von einer weiteren Abteilung von Constantius' Truppen aufgehalten und besiegt. Allectus starb in der Schlacht, nachdem er alle Insignien seines Amtes entfernt hatte, in der Hoffnung, dass man seinen Körper nicht identifizieren würde. Ausgrabungen deuten darauf hin, dass die Schlacht vermutlich bei Calleva Atrebatum [1] statt fand. Eine weitere Abteilung der Invasionstruppen, die durch den Nebel bei der Kanalüberquerung von der Haupstreitmacht getrennt worden war, besiegte eine Gruppe Franken bei Londinium. Kaiser Constantius kam anscheinend nicht selbst nach Britannien, bis alles vorüber war und es heißt in einer Lobrede, dass die Briten ihn als Befreier willkommen hießen.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geoffrey of Monmouth beschrieb Allectus in seiner Historia Regum Britanniae als Offizier, der mit drei Legionen geschickt worden war, um Carausius - hier ein einheimischer britischer König - abzusetzen. Er besiegt ihn und macht sich selbst zum König, doch seine Herrschaft ist so unterdrückend, dass Asclepiodotus, hier der Herzog von Cornwall, ihn absetzt. Die letzten von Allectus' Truppen werden in London belagert und ergeben sich unter der Bedingung, dass man ihnen freien Abzug aus Britannien gewährt. Asclepiodotus stimmt zu, doch die Soldaten werden dennoch ermordet. Ihre Köpfe werden von seinen Verbündeten, den Venedoti, in den Fluss Galobroc geworfen. [2]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Das heutige Silchester.
  2. Historia Regum Britanniae V/4
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.