Aneirin war ein frühmittelalterlicher britonischer Poet. Man glaubt, er war ein Barde oder Hofpoet in einem der kumbrischen Königreiche des Hen Ogledd, möglicherweise in Gododdin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Berichte deuten an, dass Aneirin der Sohn von Caunus (oder Caw) war und Bruder von Gildas. Laut dieser Version seines Lebens wurde er in Dumbarton am Fluss Clyde geboren. Einige Gelehrte bezweifeln seine Herkunft allerdings und argumentieren, dass diese Berichte später erfunden wurden und falsch sind. Aneirins Mutter war allerdings mit Sicherheit Dwywei, sie wird im Y Gododdin erwählt. Sie war möglicherweise jene Dame, die laut alten walisischen Stammtafeln König Dunod Fawr heiratete, der in West Yorkshire regiert haben soll. Aneirin könnte auch mit einem weiteren britonischen Poeten verwandt sein, Cian Gwenith Gwawd.

Aneirins Schutzherren waren Urien Rheged und sein Sohn Owain map Urien Rheged. Owain wurde in der Schlacht von Catraeth erschlagen, in der britonische Krieger von Gododdin sich gegen die Angeln von Deira und Bernicia erhoben. Beinahe alle Britonen wurden erschlagen und ihre Territorien wurden in die Angelsächsischen Königreiche integriert. Aneirin schrieb Y Gododdin nach dieser Schlacht, als Erinnerung an seine gefallenen Schutzherren, wobei er andeutet, dass er wahrscheinlich der einzige Überlebende ist.

Nach dem Fall von Owain soll er durch einen unbekannten cymrischen Lord ermordet worden sein, den der Poet in seinem Gedicht getadelt hatte, da er Owain nicht zu Hilfe gekommen war.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walisischen Triaden bezeichnen Aneirin als "Prinz der Barden" und der "Fließenden Verse". Nennius nennt ihn unter den frühesten walisischen Poeten als Zeitgenossen von Talhaearn, Taliesin, Bluchbardd und Cian. Hinweise auf einen können im Brut y Tywysogion gefunden werden, doch sein Ruhm schwand im späten Mittelalter, bis es in der Tudor-Zeit zu einer Wiederbelebung der walisischen Identität kam.

Die ihm zugeschriebenen Werke sind im Buch von Aneirin aus dem 13. Jh. aufbewahrt. Die Sprache wurde zum Teil in moderneres walisisch gewandelt, doch einige Teile in Altwalisisch deuten an, dass mindestens ein Teil der Gedichte aus Aneirins Zeit stammt und sie könnten somit tatsächlich von ihm stammen. Das Werk wurde vermutlich mündlich weiter gegeben, bis es im 9. Jh. zum ersten mal schriftlich festgehalten wurde.

Aneirins bekanntestes Werk ist das Y Gododdin, eine Reihe von Lobreden auf die Krieger des Königreichs Gododdin, die um 600 im Kampf gegen die Angeln von Deira und Bernicia fielen. Das Gedicht ist schwer zu interpretieren und die Auslegungen variieren. Ein Teil enthält etwas, das möglicherweise die früheste Erwähnung von König Artus ist, als Inbegriff des Mutes mit dem ein gefallener Krieger verglichen wird - doch diese Identifikation ist nur eine Vermutung. Das Gedicht berichtet, dass Aneirin bei der Schlacht anwesend war und zum Gefangenen gemacht wurde, wodurch er einer von nur zwei britonischen Überlebenden war. Er blieb gefangen, bis sein Lösegeld von Ceneu ap Llywarch Hen gezahlt wurde.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.