1. Angelsächsische Chronik - 100 v. Chr. bis 400 n. Chr.

  2. Angelsächsische Chronik - 401 bis 700 n. Chr.

  3. Angelsächsische Chronik - 701 bis 1000 n. Chr.

  4. Angelsächsische Chronik - 1001 bis 1154 n. Chr.

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Die Angelsächsische Chronik ist eine Sammlung frühmittelalterlicher Aufzeichnungen aus dem angelsächsischen England.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einträge wurden ab dem Ende des 9. Jh regelmäßig aufgezeichnet und teilweise sogar bis nach der normannischen Eroberung fortgesetzt. Durch ältere (heute größtenteils verlorene) Texte war es sogar möglich, Ereignisse bis in die römische Zeit zurückzuverfolgen. Die Chronik behandelt fast ausschließlich das damalige England, und enthält astronomische Erscheinungen und deren mögliche Konsequenzen, so wie einige Fehler. Weiterhin spiegelt die Chronik die Sichtweise der klösterlichen Schreiber bzw. des Königshauses von Wessex wieder.

Doch trotz all der Mängel stellt die Chronik eine wichtige Quelle dar, vor allem für die Geschichte der angelsächsischen Reiche seit dem 8. Jh. Es existieren neun erhalten gebliebene Manuskripte (sowie zwei Kopien).

  • A-Prime The Parker Chronicle
  • A Cottonian Fragment
  • B The Abingdon Chronicle I
  • C The Abingdon Chronicle II
  • D The Worcester Chronicle
  • E The Laud (oder "Peterborough Chronicle")
  • F The Bilingual Canterbury Epitome (Einträge in Englisch und Latain)
  • H Cottonian Fragment
  • I An Easter Table Chronicle

Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einträge der Angelsächsischen Chronik beginnen mit dem Jahr 60. v. Chr. und enden 1154. Auf separaten Seiten finden sich die Berichte für die jeweiligen Jahrhunderte [1] der Vorlage des Projekts Gutenberg, die von Reverend James Ingram 1823 übersetzt wurde. Die Anmerkungen ab Punkt 2. stammen ebenfalls aus der Übersetzung von Projekt Gutenberg.

Einleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel Britannien [2] ist 800 Meilen lang und 200 Meilen breit. Und es gibt auf der Insel fünf Nationen; Englisch, Walisisch (oder Britisch) [3], Schottisch, Piktisch und Lateinisch. Die ersten Bewohner waren die Briten, die aus Armenia kamen [4], und die ersten Bewohner Britanniens im Süden. Dann geschah es, dass die Pikten nach Süden kamen von Scythien, mit langen Schiffen, nicht viele; und landeten zunächst im nördlichen Teil von Irland, sie sagten den Schotten, dass sie dort verweilen mussten. Doch sie wollten sie nicht gehen lassen; denn die Schotten sagten ihnen, dass sie nicht alle gemeinsam dort wohnen konnten; "Doch", sagten die Schotten, "wir können euch dennoch Rat geben. Wir wissen eine andere Insel hier im Osten. Dort könnt ihr verweilen, wenn ihr wollt; und wer auch immer euch Widerstand leistet, wir werden euch beistehen, dass ihr sie erobern könnt." Dann gingen die Pikten und betraten dieses Land im Norden. Im Süden besaßen es die Briten, wie zuvor gesagt. Und die Pikten erhielten Ehefrauen von den Schotten, nach der Bedingung, dass sie ihre Könige immer nach der weiblichen Linie wählen würden [5]; was sie seit dem immer getan haben. Und es geschah, im verlauf der Jahre, dass einige Gruppen der Schotten von Irland nach Britannien gingen, und einige Teile dieses Landes erhielten. Ihr Anführer wurde Reoda genannt [6], durch den sie Dalreodi (oder Dalreathians) genannt wurden.
Sechzig Winter, bevor Christus geboren war, besuchte Caius Julius, Kaiser der Römer, mit achtzig Schiffen Britannien. Dort wurde er zunächst in einem schrecklichen Kampf besiegt und verlor einen großen Teil seiner Armee. Dann ließ er seine Armee bei den Schotten verweilen [7], und zog nach Süden nach Gallien. Dort sammelte er sechshundert Schiffe, mit denen er zurück nach Britannien ging. Als sie zuerst zusammenstießen, wurde Caesars Tribun, dessen Name Labienus [8] war, getötet. Dann nahmen die Waliser scharfe Pfähle und trieben sie mit großen Keulen ins Wasser, bei einer bestimmten Furt des Flusses, der Themse genannt wurde. Als die Römer dies fanden, wollten sie nicht über die Furt gehen. Dann flohen die Briten in die Festigkeit der Wälder; und Caesar, der viele der Hauptstädte nach vielen Kämpfen erobert hatte, ging nach Gallien zurück."" [9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Nessaia, Gründerin dieser Seite, hat die Einträge aus dem englischen übersetzt. Eventuelle Fehler sind zu entschuldigen, ich habe mein möglichstes getan, um die Einträge wortgetreu, aber sinnvoll umzusetzen.
  2. Dieser Einleitungsteil der "Chronik" wurde durch die Vereinigung zweier zusätzlicher Manuskripte im Britischen Museum - Cotton Tiberius B und Domitianus A - korrigiert. Einige Fehler sind hier dennoch dargestellt. Die Materialien dieses Teils können bei Plinius, Solinus, Orosius, Gildas und Beda gefunden werden. Die Abmessungen der Insel, obwohl falsch, stammten von den besten Autoritäten dieser Zeit und wurden von viel späteren Historikern befolgt.
  3. Gibson, machte gemäß dem Laud Manuskript sechs Nationen aus fünf, indem er die Briten und Waliser als zwei verschiedene Stämme darstellte.
  4. "De tractu Armoricano" - Beda Venerabilis. Historia ecclesiastica gentis Anglorum - Das Wort Armenia, das ein paar Zeilen darüber bei Beda erscheint, wurde möglicherweise unabsichtlich vom sächsischen Zusammensteller der Chronik geschrieben, statt Armorica.
  5. Im Falle einer umstrittenen Nachfolge, "Ubi res veniret in dabium", Beda Venerabilis, Historia ecclesiastica gentis Anglorum
  6. Reada, Reuda - Beda Venerabilis - möglicherweise war es ursprünglich Reutha oder Reotha
  7. Dies ist ein Fehler, der sich aus dem falsch geschriebenen Manuskript von Orosius und Beda ergibt; dort tauchen "in Hybernia" und "in Hiberniam" statt "in hiberna" auf. Der Fehler wurde in Whelocs Beda beibehalten.
  8. Labienus - Laberius. Beda und Orosius, dem er wörtlich folgt, haben "Labienus". Es ist möglicherweise ein Fehler einer sehr alten Schrift, die fälschlicherweise die Abkürzung "Labius" (für "Laberius") für "Labienus" ausgab.
  9. Von diesen frühen Handlungen in Britannien gibt uns König Alfred einen kurzen, aber umfassenden Bericht in seiner sächsischen Umschreibung des "Orosius".

 


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