Der Bischof von London ist der Ortsbischof der Kirche von England in der Diözese von London in der Provinz von Canterbury. Der derzeitige 133. Bischof von London ist Sarah Mullally.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diözese von London deckt 458 Quadratkilometer mit 17 Boroughs von Greater London nördlich der Themse und einen kleinen Teil des County of Surrey ab. Die Diözese befindet sich in der City of London in der St. Paul's Cathedral.

Nach den Erzbischofssitzen von Canterbury und York ist London die dritthöchste Diözese. Der Bischof ist einer von fünf obersten Bischöfen, die zu den 26 Lords Spiritual im House of Lords gehören. Die anderen vier obersten Bischöfe sind die Erzbischöfe von Canterbury und York und die Bischöfe von Durham und Winchester.

Der Wohnort des Bischofs von London ist das The Old Deanery, Dean's Court, in der City of London. Zuvor war über eintausend Jahre lang der Fulham Palace der Wohnsitz des Bischofs und ab dem 18. Jh. hatte der Bischof Kammern im London House gleich neben der Bishop's Chapel in der Aldesgate Street.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einer Liste aus dem 12. Jh., die möglicherweise von Jocelyne of Furness geschrieben wurde, hatte es bis dahin 14 "Erzbischöfe" von London gegeben. Er behauptete, dass die christliche Gemeinde von London im 2. Jh. unter dem legendären König Lucius und seinen Missionaren Fagan, Deruvian, Elvanus und Medwin gegründet worden war. [1] Moderne Historiker sehen nichts davon als glaubwürdig an, doch obwohl der erhalten gebliebene Text problematisch ist, scheinen entweder Bischof Restitutus oder Adelphius, die am Konzil von Arles 314 teilnahmen, aus Londinium gekommen zu sein. Laut späteren Quellen soll es 16 römisch-britische "Bischöfe" von London gegeben haben. [2] [3]

Die Lage der ursprünglichen Kathedrale von Londinium ist unklar. [3] Die heutige Kathedrale von St. Peter auf dem Cornhill wurde von Christopher Wren nach dem Großen Feuer von London 1666 entworfen, steht aber auf dem höchsten Punkt in dem Gebiet des alten Londinium und mittelalterliche Legenden verbinden es mit der ältesten christlichen Gemeinde der Stadt. 1995 wurde eine große, verzierte Kirche aus dem 4. Jh. auf dem Tower Hill entdeckt, die die Kathedrale von St. Ambrose in der kaiserlichen Haupstadt Milano in größerem Maßstab nachgeahmt zu haben scheint. Diese Kathedrale wurde zwischen 350 und 400 n. Chr. erbaut aus Stein, der von anderen Gebäuden genommen wurde, inklusive der Fassade aus schwarzem Marmor. Sie wurde im frühen 5. Jh. niedergebrannt. [4] [5]

Nach der Gründung der Erzdiözese von Canterbury durch die Gregorianischen Missionare weihte deren Anführer Augustinus Mellitus zum ersten Bischof des sächsischen Königsreichs Essex. Beda berichtet, dass Augustinus' Schirmherr, König Aethelberht von Kent, eine Kathedrale für seinen Neffen König Saeberht von Essex erbauen ließ, als teil seiner Missionierung. Diese Kathedrale wurde in "London" erbaut und St. Paul geweiht. [6] Obwohl nicht klar ist, ob damit Ludenwic oder Lundenburh gemeint ist, wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass die Kirche am gleichen Ort stand wie die heutige St. Paul's Cathedral auf dem Ludgate Hill in London. In der Renaissance entstandene Gerüchte, [7] dass die Kathedrale über einem römischen Tempel der Göttin Diana errichtet worden sei, werden nicht länger für wahr gehalten: während dem Wiederaufbau der Kathedrale nach dem Großen Feuer von London 1666 berichtete Christopher Wren, dass keine Spuren eines solchen Gebäudes gefunden worden seien. [8]

Da zur Diözese des Bischofs auch die königlichen Paläste und der Sitz der Regierung in Westminster gehören, wurde er als der "Bischof des Königs" angesehen und hatte historisch einen nennenswerten Einfluss auf Mitglieder der Königlichen Familie und führende Politiker. Seit 1748 ist es brauch, den Bischof von London auch zum Diakon der Königlichen Kapellen ihrer Majestät zu ernennen, [9] was die amüsante Nebenwirkung hat, dass sie unter die Gerichtsbarkeit des Bischofs mehrere Kapellen fallen, die sich geographisch in der Diözese von London befunden, wenn er als Diakon angesehen wird, aber eindeutig außerhalb der Gerichtsbarkeit des Bischofs liegen, wenn er als Bischof angesehen wird.

Der Bischof von London war ursprünglich verantwortlich für die Kirche in den britischen Kolonien in Nordamerika, doch nach der Amerikanischen Revolution 1776 unterlagen nur noch die Westindischen Inseln seiner Gerichtsbarkeit. Die Diözese wurde außerdem 1846 verkleinert, als die Counties von Essex und Hertfordshire der Diözese von Rochester übergeben wurden.

Der Bericht der Kommission, die von seiner Majestät ernannt wurde, um die Kirchlichen Einkommen von England und Wales 1835 zu untersuchen, berichtete, dass das jährliche Nettoeinkommen der Diözese von London £13,929 betrug. [10]

Bischöfe von London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romano-British[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daten und Namen der frühen Bischöfe sind sehr ungewiss.

Von Bis Name Anmerkungen
186 oder unbekannt 193 oder unbekannt Thean Auch Theanus. Soll St. Peter auf dem Cornhill gegründet haben.
unbekannt Elvanus Auch Eluanus. Eine Person aus den Legenden des 12. Jh. über König Lucius, zuerst erwähnt im Buch von Llandaff. Soll gemeinsam mit St. Medwin Lucius' Bote an Papst Eleutherius gewesen sein.
unbekannt Cadar Auch Cadwr und Cadoc.
unbekannt Obinus
unbekannt Conan Auch Conanus.
unbekannt Palludius Auch Palladius, "Bischof von Britannien".
unbekannt Stephan Auch Stephanus.
unbekannt Iltuta Auch Iltutus. Verschmolz mit dem Hl. Illtud aus dem 5. Jh.
unbekannt Dedwin Auch Theodwin und Theodwinus.
unbekannt Thedred Auch Theodredus.
unbekannt Hilary Auch Hilarius.
fl. 314 Restitutus Gehört nicht zu Jocelyns Liste, ist aber einer von drei britischen Bischöfen, die laut den Quellen am Konzil von Arles 314 teilnahmen. Der Text ist fehlerhaft, doch es scheinen entweder Restitutus oder Adelphius aus London gekommen worden sein.
unbekannt Guidelinus Auch Guitelinus, erwähnt in Geoffrey of Monmouths Historia Regum Britanniae.
fl. c. 430 Fastidius Gehört nicht zu Jocelyns Liste. Wird von Gennadius als "Bischof der Britonen" beschrieben und soll ein Werk über das christliche Leben (De Vita Christiana) und ein anderes über fromme Witwenschaft (De Cirginitate) geschrieben haben. Erhaltene Quellen mit diesen Namen stimmen nicht mit Gennadius' Beschreibung überein und scheinen eher Pelagianisch, obwohl Gildas sie anscheinend zustimmend zitierte.
unbekannt 453 or unbekannt Vodinus Auch Wodinus, soll durch die Sachsen den Märtyrertod gestorben sein.
unbekannt c. 586 oder unbekannt Theanus (II.) Auch Theonus. Floh nach Wales.
Laut einer Quelle endete die Amtszeit des letzten Bischofs 586. Laut einer anderen verging zwischen der Flucht des letzten britischen Bischofs und der Ankunft des ersten Bischofs nach Augustinus anderthalb Jahrhunderte.

Bischöfe nach Augustinus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bis Name Anmerkung
604 c. 617 Hl. Mellitus Ca. 617 vertrieben, ab 619 Erzbischof von Canterbury.
619 653 vakant
c. 653 664 Hl. Cedd
664 666 vakant
666 c. 672 Wine Auch Wini.
c. 672 675 vakant
c. 675 693 Hl Earconwald Auch Erconwald und Eorcenwald.
693 zw. 705-716 Waldhere Auch Wealdheri.
zw. 705-716 745 Ingwald Auch Ingweald.
745 zw. 766-772 Ecgwulf Auch Eggwulf.
zw. 766-772 zw. 772-781 Wigheah Auch Sighaeh.
zw. 772-782 zw. 787-789 Eadberht Auch Eadbert und Eadbeorht.
zw. 787-789 zw. 789-793 Eadgar Auch Edgar
zw. 789-793 zw. 793-796 Ceonwalh Auch Cenwealh
zw. 793-796 zw. 796-798 Eadbald Auch Eadbeald.
zw. 796-798 801 Heathoberht Auch Heathubeorht.
zw. 801-803 zw. 805-811 Osmund Auch Oswynus.
zw. 805-811 zw. 816-824 Aethelnoth Auch Aethilnoth.
zw. 816-824 zw. 845-860 Ceolberht Auch Coelbeorht.
zw. 845-860 zw. 867-896 Deorwulf
zw. 867-896 zw. 867-896 Swithwulf
zw. 867-896 897 Heahstan Auch Eadstanus
zw. 897-900 zw. 909-926 Wulfsige
zw. 909-926 zw. 909-926 Aethelweard
zw. 909-926 zw. 909-926 Leofstan Auch Ealhstan und Elstanus.
zw. 909-926 zw. 951-953 Theodred
zw. 951-953 zw. 957-959 Brihthelm Auch Beorhthelm.
zw. 957-959 959 Dunstan Später Erzbischof von Canterbury.
zw. 959-964 995 or 996 Aelfstan
996 1002 Wulfstan Ab 1002 Erzbischof von York.
zw. 1002-1004 zw. 1015-1018 Aelfhun
1014 c. 1035 Aelfwig
1035 1044 Aelfweard
1044 1051 Robert of Jumièges Ab 1051 Erzbischof von Canterbury.
early 1051 Sept. 1051 (Spearhafoc) Ernannt aber niemals geweiht. Er wurde im September 1051 entlassen und floh mit Gold, Juwelen und anderen wertvollen Gegenständen.

Nach der Normannischen Eroberung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bis Name Anmerkungen
1051 1075 William the Norman
1075 1085 Hugh d'Orevalle Auch Hugh D'Orival, Hugh de Orwell, und Hugh de Aurea Valle.
1085 1107 Maurice
1108 1127 Richard de Beaumis I
1127 1134 Gilbert Universalis
1134 1136 vakant
1136 1138 (Anselm of St Saba) Neffe von Erzbischof Anselm von Canterbury. Papst Innozenz II hob seine Wahl 1138 auf.
1138 1141 vakant
1141 1150 Robert de Sigello
1150 1152 vakant
1152 1162 Richard de Beaumis II
1163 1187 Gilbert Foliot
1187 1189 vakant
1189 1198 Richard FitzNeal Auch Richard FitzNigel.
1198 1221 William of Sainte-Mère-Eglise Auch William de St Mariae Ecclesiâ.
1221 1228 Eustace of Fauconberg
1228 1241 Roger Niger
1241 1259 Fulk Basset
1259 1262 Henry Wingham
Aug. 1262 Sept. 1262 (Richard Talbot) Starb, noch bevor er geweiht werden konnte.
1262 1272 Henry of Sandwich
1273 1280 John Chishull
Feb. 1280 Apr. 1280 (Fulke Lovell)
1280 1303 Richard Gravesend
1304 1313 Ralph Baldock Auch Ralph de Baldoc.
1313 1316 Gilbert Segrave
1317 1318 Richard Newport
1318 1338 Stephen Gravesend
1338 1339 Richard de Wentworth Auch Richard Bintworth.
1340 1354 Ralph Stratford
1354 1361 Michael Northburgh
1361 1375 Simon Sudbury Auch Simon Theobald of Sudbury und Simon of Sudbury. Ab 4. Mai 1375 Erzbischof von Canterbury.
1375 1381 William Courtenay Ab 9. September 1381 Erzbischof von Canterbury.
1381 1404 Robert Braybrooke
c. Oct. 1404 c. Dec. 1404 (Thomas Langley) Papst Innozenz VII verweigerte seine Einsetzung.
1404 1406 Roger Walden Zuvor Erzbischof von Canterbury.
1406 1407 Nicholas Bubwith
1407 1421 Richard Clifford
elected 1421 (Thomas Polton)
1421 1425 John Kemp
1425 1431 William Grey
1431 1436 Robert FitzHugh
1436 1448 Robert Gilbert
1448 1489 Thomas Kempe
1489 1496 Richard Hill
1496 1501 Thomas Savage
1501 1503 William Warham Ab 29. November 1503 Erzbischof von Canterbury.
1504 1505 William Barons
1506 1522 Richard FitzJames
1522 1530 Cuthbert Tunstall

Während der Reformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bis Name Anmerkungen
1530 1539 John Stokesley
1539 1549 Edmund Bonner (1st term)
1550 1553 Nicholas Ridley Im Juli 1553 abgesetzt und am 16. Oktober 1555 wegen Häresie verbrannt.
1553 1559 Edmund Bonner (2nd term) am 5. September wieder eingesetzt, aber am 29. Mai 1559 wieder abgesetzt, weil er nicht den Eid auf die Suprematsakte schwören wollte.

Nach der Reformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bis Name Anmerkungen
1559 1570 Edmund Grindal Ab 22. Mai 1570 Erzbischof von York.
1570 1577 Edwin Sandys
1577 1594 John Aylmer
1594 1596 Richard Fletcher
1597 1604 Richard Bancroft Ab 10. Dezember 1604 Erzbischof von Canterbury.
1604 1607 Richard Vaughan
1607 1609 Thomas Ravis
1610 1611 George Abbot
1611 1621 John King
1621 1628 George Montaigne
1628 1633 William Laud Ab 19. September 1633 Erzbischof von Canterbury.
1633 1646 William Juxon Am 9. Oktober 1646 vom Parlament abgesetzt, nach der Wiedereinsetzung der Monarchie ab 20. September 1660 Erzbischof von Canterbury.
1646 1660 Die Diözese wurde während dem Commonwealth und dem Protektorat abgeschafft.
1660 1663 Gilbert Sheldon Ab 31. August 1663 Erzbischof von Canterbury.
1663 1675 Humphrey Henchman
1675 1713 Henry Compton
1713 1723 John Robinson
1723 1748 Edmund Gibson
1748 1761 Thomas Sherlock
1761 1762 Thomas Hayter
1762 1764 Richard Osbaldeston
1764 1777 Richard Terrick
1777 1787 Robert Lowth
1787 1809 Beilby Porteus
1809 1813 John Randolph
1813 1828 William Howley
1828 1856 Charles James Blomfield
1856 1868 Archibald Campbell Tait Ab 30. Dezember 1868 Erzbischof von Canterbury.
1869 1885 John Jackson
1885 1896 Frederick Temple Ab 22. Dezember 1896 Erzbischof von Canterbury.
1897 1901 Mandell Creighton
1901 1939 Arthur Winnington-Ingram
1939 1945 Geoffrey Fisher Ab 2. Februar 1945 Erzbischof von Canterbury.
1945 1955 William Wand
1956 1961 Henry Montgomery Campbell
1961 1973 Robert Stopford
1973 1981 Gerald Ellison
1981 1991 Graham Leonard Legte 1991 sein Amt nieder und wurde katholischer Priester.
1991 1995 David Hope Danach Erzbischof von Canterbury.
1995 2017 Richard Chartres
2017 2018 Pete Broadbent
2018 anhaltend Sarah Mullally

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Stowe, John (1605). The Annales of England
  2. Parker, John (1897) The Works of Dionysius the Areopagite, Now First Translated into English, From the Original Greek
  3. 3,0 3,1 Herbermann, Charles, ed. (1913). "London". Catholic Encyclopedia
  4. Denison, Simon (June 1995). "News: In Brief". British Archaeology
  5. Sankey, D. (1998). "Cathedrals, granaries and urban vitality in late Roman London". In Watson, Bruce (ed.). Roman London: Recent Archaeological Work
  6. Beda (1969), Colgrave, Bertram; Mynors, R. A. B. (eds.), Ecclesiastical History of the English People
  7. Camden, William (1607), Britannia
  8. Clark, John (1996). "The Temple of Diana". In Bird, Joanna; Hassall, Mark; Sheldon, Harvey (eds.). Interpreting Roman London
  9. "Dean of Her Majesty's Chapels Royal". The Royal Family. 2019
  10. The National Cyclopaedia of Useful Knowledge, Charles Knight, 1847
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