Im Verlauf der Gallischen Kriege fiel Julius Caesar zwischen 55 und 54 v. Chr. zwei mal in Britannien ein. Die erste Invasion im Spätsommer war erfolglos und brachte den Römern nicht mehr ein als einen Brückenkopf an der Küste von Kent. Die zweite Invasion erbrachte mehr: die Römer setzten Mandubracius als König ein, der ihnen gegenüber freundlich gesinnt war, und erzwangen die Unterwerfung seines Rivalen Cassivellaunus. Sie eroberten jedoch keine Gebiete für Rom. Statt dessen wurden alle römisch besetzten Gebiete den verbündeten Trinovanten zurückgegeben, gemeinsam mit dem versprochenen Tribut der anderen Stämme des östlichen Britannien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Invasion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britannien war in der klassischen Welt schon lange als Quelle von Zinn bekannt. Die Küstenlinie war vom griechischen Geographen Pytheas im 4. Jh. v. Chr. erforscht worden und möglicherweise schon ein Jahrhundert zuvor von dem karthagischen Segler Himilco. Doch für viele Römer war diese Insel, die hinter dem Ozean am Ende der "bekannten Welt" lag, ein Land großer Mysterien. Einige römische Autoren bestanden sogar darauf, dass sie gar nicht existierte und verwarfen die Berichte von Pytheas als Schwindel.

Während der Herrschaft von Julius Caesar gab es viele eisenzeitliche Stämme mit einer geschätzten Bevölkerungsanzahl zwischen einer und vier Millionen. Archäologische Hinweise zeigen, dass die Wirtschaft in Hochland- und Tiefland-Zonen aufgeteilt war. Im Lowlands gab es viel fruchtbaren Boden, der die Landwirtschaft begünstigte und die Kommunikation entlang von Verbindungswegen förderte, weiterhin gab es befahrbare Flüsse wie die Themse. In den Highlands, nördlich der Linie zwischen Gloucester und Lincoln, war bebaubares Land nur an einzelnen Stellen vorhanden, weshalb eher Viehhaltung und Gartenbau weiter verbreitet waren, und die Kommunikation schwieriger. Siedlungen wurden grundsätzlich auf Erhöhungen angelegt und befestigt, doch im Südosten gab es sie auf niedrigerem Boden, oft an Flussübergängen, was vermuten lässt, dass der Handel wichtiger wurde. Seit der Römischen Eroberung des transalpinen Gallien um 124 v. Chr. war der Handel mit dem Kontinent gestiegen und über die Halbinsel Armorica wurde italienischer Wein importiert, das meiste landete am Hengistbury Head in Dorset.

Caesars Berichte über Britannien besagen, dass die Belgae des nordöstlichen Gallien zuvor Überfälle auf Britannien durchgeführt hatten, und in einigen Küstengebieten Siedlungen erbauten, und dass die Menschen sich noch daran erinnerten, dass Diviciacus, König der Suessionen [2], sowohl Britannien als auch Gallien beherrscht hatten. Münzfunde aus dieser Zeit zeigen ein kompliziertes Muster von Eingriffen. Die frühsten gefundenen gallisch-belgischen Münzen stammen aus der Zeit vor 100 v. Chr., möglicherweise aus 150 v. Chr., stammten aus Gallien und wurden größtenteils in Kent gefunden. Spätere Münzen eines ähnlichen Typs stammten aus Britannien und wurden entlang der ganzen Südküste bis Dorset entdeckt. Es scheint, dass die belgische Macht an der Südostküste konzentriert war, obwohl ihr Einfluss sich noch weiter westlich und ins Inland erstreckte, möglicherweise durch Anführer, die politische Macht über die einheimische Bevölkerung ausübten.

Erste Invasion (55 v. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planung und Erkundung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caesar behauptete, dass im Verlauf seiner Eroberung von Gallien die Briten die Feldzüge vom kontinentalen Gallien gegen ihn unterstützt hatten, wobei Flüchtlinge der gallischen Belgae zu den belgischen Siedlungen in Britannien flohen, und die Veneti von Armorica, die den Seehandel zur Insel kontrollierten, ihre britischen Verbündeten um Hilfe im Kampf gegen Caesar 56 v. Chr. baten. Laut Strabo war das Ziel der Venetischen Rebellion 56 v. Chr., Caesar von seiner Reise nach Britannien abzuhalten und die Unterbrechung ihres Handels deutet an, dass die Möglichkeit einer Invasion nach Britannien von ihnen schon bedacht worden war.

Im Spätsommer 55 v. Chr., obwohl spät für einen Feldzug, entschied Caesar, eine Expedition nach Britannien zu machen. Er versammelte Händler, die mit der Insel Handel trieben, doch sie waren nicht in der Lage oder nicht bereit, ihm nützliche Informationen über die Einwohner und ihre Militärtaktiken zu geben, oder über Häfen, die er nutzen konnte; vermutlich, um ihr Monopol des Kanal-Handels nicht zu verlieren. Er schickte den Tribun Gaius Volusenus [3], um die Küste mit einem einzelnen Kriegsschiff zu erkunden. Möglicherweise beobachtete er die Küste zwischen Hythe und Sandwich, war aber nicht in der Lage, zu landen, da er "nicht wagte, sein Schiff zu verlassen und sich selbst den Barbaren anzuvertrauen", und kehrte nach fünf Tagen zu Caesar zurück, um ihm seine Informationen mitzuteilen.

Zu dieser Zeit erschienen Gesandte aus einigen der britischen Stämme, die von den Händlern vor der drohenden Invasion gewarnt worden waren, und versprachen ihre Unterwerfung. Caesar schickte sie mit seinem Verbündeten Commius, König der gallischen Atrebates, zurück, um ihren Einfluss zu nutzen und so viele Stämme wie möglich für sich zu gewinnen.

Er sammelte eine Flotte aus achtzig Transportschiffen, zwei Legionen (Legion VII und Legion X) und einer unbekannten Anzahl von Kriegsschiffen an einem unbekannten Hafen im Gebiet der Morini [2], mit ziemlicher Sicherheit Portus Itius in Boulogne. Weitere achtzehn Transporter mit Kavallerie sollten von einem anderen Hafen ablegen, möglicherweise Ambleteuse. Diese Schiffe waren vermutlich Triremen oder Biremen, aber vielleicht stammten sie auch von den Veneti und anderen Küstenstämmen. Ganz eindeutig in Eile ließ Caesar eine Garnison am Hafen zurück und legte "zur Dritten Wache" [4] am 23. August 55 v. Chr. ab, die Kavallerie sollte so bald wie möglich folgen. Betrachtet man die späteren Ereignisse, war dies entweder ein taktischer Fehler [5] oder beweist, dass es sich nicht um eine Invasion für eine vollständige Eroberung handelte.

Landung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caesar versuchte zunächst, in Dubis (Dover) zu landen, dessen natürlicher Hafen zuvor von Volusenus als möglicher Landeplatz angegeben worden war. Doch als die Küstenlinie in Sicht kam, hielten ihn die an den Klippen versammelten Truppen der Briten davon ab, denn die Klippen waren so nah an der Küste, dass Speere auf jeden geschleudert werden konnten, der landen würde. Nachdem sie vor Anker "bis zur neunten Stunde" [6] auf die Versorgungsschiffe vom zweiten Hafen gewartet hatten und während dessen das Kriegskonzil getagt hatte, befahl er seinen Untergebenen, auf eigene Initiative zu handeln und segelte die Flotte etwa elf Kilometer entlang der Küste zu einem offenen Strand. Der erste ebenerdige Strand nach Dover ist Walmer, wo ein Gedenkstein platziert wurde. Jüngste Ausgrabungen durch die Universität von Leicester deuten an, dass der mögliche Landeplatz in Pengwell Bay auf der Insel Thanet bei Kent war, wo Artefakte und große Erdarbeiten aus dieser Zeit entdeckt wurden, auch wenn das Gebiet nicht der erste einfache Landeplatz nach Dover gewesen wäre. Falls Caesar eine große Flotte bei sich hatte, wie angedeutet wird, ist es möglich, dass sich die Anlandung seiner Schiffe über mehrere Kilometer von Walmer zur Pengwell-Bucht erstreckte.

Nachdem sie den ganzen Weg entlang der Küste von der britischen Kavallerie und Streitwagen verfolgt wurden, stellte man sich ihrer Landung entgegen. Um die Angelegenheit noch zu verschlechtern, lagen die beladenen römischen Schiffe zu tief im Wasser, um nahe genug an die Küste zu kommen, und die Truppen mussten im tiefen Wasser von Bord gehen, während sie vom Feind von Land aus angegriffen wurden. Die Truppen waren widerwillig, wurden aber laut Caesars Bericht vom Aquilifer [7] der 10. Legion, der zuerst ins Wasser sprang, angeführt, während er schrie: "Springt, Soldaten, außer ihr wollt euren Adler an den Feind verraten. Ich für meinen Teil werde meine Pflicht gegenüber der Republik und dem General erfüllen."

Die Britonen wurden schließlich zurückgedrängt mit Katapulten und Schlingen, die von den Schiffen in die Flanken ihrer Formation abgefeuert wurden, und den Römern gelang es, zu landen und sie zu bekämpfen. Die Kavallerie, die von Gegenwinden abgetrieben worden war, war immer noch nicht angekommen, so dass die Briten nicht verfolgt und getötet werden konnten, und Caesar konnte nicht genießen, was er in seinem üblichen selbstbeweihräuchernden Stil seinen "gewohnten Erfolg" nannte.

Strandkopf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Römer erbauten ein Lager, von dem archäologische Spuren gefunden wurden, empfingen Gesandte und erhielten Commius zurück, der kurz nach seiner Ankunft in Britannien gefangen genommen worden war. Caesar behauptet, dass er aus einer Position der Stärke heraus verhandelte, und dass die britischen Anführer, die die Angriffe dem Volk zu schrieben, nach nur vier Tagen so eingeschüchtert waren, dass sie Geiseln gaben - einige sogar sofort, einige, sobald sie sie vom Inland herbeischaffen konnten, und ihre Armeen entließen. Danach kam die Kavallerie in Sicht der Küste, wurde jedoch von einem Sturm verstreut und kehrten nach Gallien zurück; und da die Verpflegung knapp wurde, wurde Caesar - ein geborener Mittelmeerbewohner - von den hohen Gezeiten und einem Sturm überrascht. Seine am Strand liegenden Kriegsschiffe füllten sich mit Wasser und seine Transportschiffe, die vor Anker lagen, wurden gegen einander getrieben. Einige Schiffe gingen unter und viele andere wurden seeuntauglich, was ihre Rückreise bedrohte.

Als sie dies erkannten, hofften die Briten, Caesar über den Winter in Britannien festhalten zu können und ihn durch Aushungern zur Unterwerfung zu zwingen. Sie erneuerten ihre Angriffe, legen einen Hinterhalt für eine der Legionen, als sie nahe dem Lager Plünderungszüge durchführen. Die verbliebenen römischen Soldaten konnten die Plünderer befreien und die Briten erneut zurückschlagen, formierten sich aber nach mehreren stürmischen Tagen mit einer größeren Gruppe neu, um das römische Lager anzugreifen. Auch dieser Angriff wird vollständig zurückgeschlagen, mit einem blutigen Massaker mit improvisierter Kavallerie, die Commius von verbündeten Briten erhalten hatte, und der römischen Taktik der verbrannten Erde.

Ergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Briten schickten erneut Gesandte und Caesar verdoppelte zwar die Anzahl der Geiseln, ihm wurde aber klar, dass er nicht länger aushalten konnte und er wollte auch keine Überquerung im stürmischen Winter riskieren. Er hatte spät in der Feldzug-Saison übergesetzt und der Winter nahte, deshalb gestattete er es, dass man ihm die Geiseln nach Gallien schickte, wohin er mit so vielen Schiffen wie möglich zurückkehrte, nachdem er sie mit Teilen der zerstörten Schiffe hatte reparieren lassen. Sogar da fühlten sich nur zwei Stämme hinreichend bedroht durch Caesar, um die Geiseln tatsächlich zu schicken, und zwei seiner Transporter wurden von der Hauptgruppe getrennt und landeten anderswo.

Erfolg und Motivation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falls die Invasion als vollständiger Feldzug oder Besatzung gedacht war, hatte sie fehlgeschlagen, und falls man sie als Aufklärungsmission oder Zeichen der Stärke angesehen wird, um weitere Hilfeleistungen der Briten für die Gallier zu unterbinden, hatte sie ebenfalls versagt. Dennoch brachte die Fahrt nach Britannien, jenseits der "bekannten Welt" eine so große Ehre für einen Römer, dass der Senat zwanzigtägige Dankesfeiern ankündigte, als sie Caesars Bericht erhielten. Es scheint außerdem, dass diese Invasion Allianzen mit den Britischen Königen einbrachte, welche die spätere Invasion von 43 n. Chr. erleichterten. [8]

Caesars Vorwand für die Invasion war, dass "beinahe während den gesamten Kriegen mit den Galliern unserem Feind Beistand gewährt worden war von diesem Land". Dies ist plausibel, es könnte aber auch eine Verschleierungstaktik sein, um Britanniens mineralische Ressourcen und Wirtschaftspotential zu erkunden: später erwähnt Cicero die enttäuschende Entdeckung, dass es weder Gold noch Silber auf der Insel gab, und Suetonius berichtet davon, dass Caesar auf der Suche nach Perlen nach Britannien ging.

Zweite Invasion (54 v. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine zweite Invasion wurde im Winter 55-54 v. Chr. für den Sommer des Jahres 54 v. Chr. geplant. Cicero schrieb Briefe an seinen Freund Gaius Trebatius Testa und seinen Bruder Quintus, beide dienten in Caesars Armee, und er drückte darin seine Begeisterung für das Unternehmen aus. Er drängte Trebatius, ihm einen Kriegswagen zu sichern und bat Quintus um eine Beschreibung der Insel. Wie sich herausstellte, ging Trebatius nicht nach Britannien, aber Quintus, der ihm mehrere Briefe von dort schrieb, so wie auch Caesar.

Um nicht die gleichen Fehler zu machen wie im vergangenen Jahr, versammelte Caesar eine größere Streitmacht, die aus fünf Legionen bestand, mit zusätzlichen zweitausend Kavalleristen, die in zwei von ihm entworfenen Schiffen transportiert wurden. Diese Schiffe wurden mit erfahrenen venetischen Schiffsbauern gebaut, um einfacher an Stränden anzulanden als jene, die 55 v. Chr. benutzt wurden, sie waren breiter und niedriger. Diesmal benannte er Portus Itius als Anlegestelle.

Überquerung und Landung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labienus wurde in Portus Itius zurückgelassen, um die Versorgungstransporte nach Britannien zu koordinieren. Die Militärschiffe wurden von einer Flotte von Handelsschiffen begleitet, die von Römern und Provinzbewohnern aus dem ganzen Imperium kommandiert wurden, sowie auch von örtlichen Galliern, die hofften, aus dem Handel ihren Vorteil zu ziehen. Es ist wahrscheinlicher, dass die Anzahl der Schiffe, die Caesar nennt (800) diese Handelsschiffe gemeinsam mit den Truppentransportern angibt, und nicht nur die Anzahl der Truppentransporter.

Caesar landete an dem Ort, den er im vorherigen Jahr als besten Landeplatz identifiziert hatte. Die Briten stellten sich der Landung nicht entgegen, laut Caesar anscheinend eingeschüchtert durch die Größe der Flotte, doch dies könnte auch eine Strategie gewesen sein, um ihnen Zeit zu verschaffen, ihre Truppen zu versammeln, oder auf ihren Mangel an Besorgnis hindeuten.

Feldzug in Kent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Landung überließ Caesar Quintus Atrius das Kommando über den besetzten Strandabschnitt und begann einen sofortigen Nachtmarsch 19 km hinein ins Inland, wo er an einer Furt auf die britischen Truppen traf, möglicherweise irgendwo am Fluss Stour. Die Briten griffen an, wurden jedoch zurückgedrängt und versuchten sich an einem befestigten Ort in den Wäldern neu zu gruppieren, möglicherweise in der Hügelfestung bei Bigbury Wood in Kent, doch sie wurden erneut besiegt und auseinander getrieben. Gegen Ende des Tages war sich Caesar unsicher wegen des Gebiets, er ließ die Verfolgung abbrechen und ein Lager aufschlagen.

Am nächsten Morgen, als er seinen weiteren Vorstoß vorbereitete, erhielt er Nachricht von Atrius, dass seine Schiffe, die vor Anker lagen, erneut in einem Sturm gegen einander getrieben worden waren und beachtlichen Schaden erlitten hatten. Etwa vierzig sollen verloren gegangen sein. Die Römer waren mit dem Atlantik nicht vertraut, und nicht mit den Gezeiten und Stürmen des Kanals, doch bedenkt man den Schaden des Vorjahres, war dies eine schlechte Planung von Caesar. Allerdings könnte er die Anzahl der verlorenen Schiffe aufgebauscht haben, um seine eigenen Erfolge bei der Rettung der Situation zu vergrößern. Er kehrte an die Küste zurück, rief die Legionen zusammen und begann sofort mit der Reparatur der Flotte. Seine Männer arbeiteten Tag und Nacht etwa zehn Tage lang, zogen die Schiffe an den Strand und reparierten sie, und bauten ein befestigtes Lager darum. Labienus erhielt Nachricht, mehr Schiffe zu schicken.

Caesar befand sich an der Küste, als er am 1. September einen Brief an Cicero schrieb. Zu diesem Zeitpunkt muss er die Nachricht über den Tod seiner Tochter bereits erhalten haben, denn Cicero keine Antwort erwartete, "aufgrund seiner Trauer".

Marsch ins Inland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caesar kehrte zur Furt am Stour zurück und fand heraus, dass die Britonen ihre Truppen dort verstärkt hatten. Cassivellaunus, ein Feldherr aus dem Gebiet nördlich der Themse, hatte zuvor im Krieg gestanden mit den meisten britischen Stämmen. Er hatte kurz davor den König der mächtigen Trinovanten besiegt und seinen Sohn Mandubracius ins Exil gezwungen, doch jetzt ernannten die Briten ihn zum Anführer ihrer vereinigten Truppen. Nach mehreren unentschiedenen Scharmützeln, während denen der römische Tribun Quintus Laberius Dursus getötet worden war, griffen die Briten einen Versorgungszug der drei Legionen unter Gaius Trebonius an, wurden aber zurückgedrängt und von der sie verfolgenden römischen Kavallerie ausgelöscht.

Cassivellaunus wurde klar, dass er Caesar nicht in einem ausgeglichenen Kampf besiegen konnte. Er ließ den Großteil seiner Truppen sich auflösen und verließ sich auf die Mobilität seiner 4.000 Streitwagen und seinem überlegenen Wissen über das Gebiet, weshalb er Guerillataktiken benutzte, um den römischen Vorstoß zu verlangsamen. Zu dieser Zeit hatte Caesar die Themse erreicht, der einzige für ihn zu verteidigende Platz war befestigt worden mit angespitzten Pfählen, sowohl am Ufer als auch unter Wasser, und das Ufer wurde verteidigt. Quellen aus dem 2. Jh. besagen, dass Caesar einen großen Kriegselefanten benutzte, der mit einer Rüstung versehen war, und Bogenschützen und Schleuderer auf seinem Rücken trug, um die Verteidiger in die Flucht zu schlagen. Als diese unbekannte Kreatur den Fluss betrat, flohen die Briten und ihre Pferde und die römische Armee setzte über und betrat Cassivellaunus' Territorium.

Die Trinovanten, die Caesar als den mächtigsten Stamm in diesem Gebiet beschreibt und die kurz davor unter Cassivellaunus gelitten hatten, schickten Gesandte, die ihm Hilfe und Versorgung versprachen. Mandubracius, der Caesar begleitet hatte, wurde als König wieder eingesetzt, und die Trinovanten lieferten Getreide und Geiseln. Fünf weitere Stämme, die Cenimagni, Segontiaci, Ancalites, Bibroci und Cassi, unterwarfen sich Caesar und enthüllten ihm den Ort von Cassivellaunus' Festung, möglicherweise die Hügelfestung bei Wheathampstead, die Caesar belagern ließ.

Cassivellaunus schickte Nachricht an seine Verbündeten in Kent, Cingetorix, Carvilius, Taximagulus und Segovax, die als die "vier Könige von Cantium" beschrieben wurden, um einen Ablenkungsangriff auf das römische Strandlager auszuführen und Caesar fort zu locken, doch dieser schlug fehl und Cassivellaunus schickte Gesandte, um seine Unterwerfung zu verhandeln. Caesar war begierig darauf, über den Winter nach Gallien zurückzukehren, da dort Unruhen aufzuflammen begannen, und eine Übereinkunft wurde von Commius erreicht. Cassivellaunus gab Geiseln, stimmte einem jährlichen Tribut zu und dazu, keinen Krieg gegen Mandubracius oder die Trinovanten zu führen. Caesar schrieb am 26. September an Cicero und bestätigte das Resultat der Kampagne, dass er Geiseln erhalten, aber keine Beute gemacht hatte, und dass seine Armee nach Gallien zurückkehren würde. Er verließ dann die Insel und ließ nicht einen einzigen Römer in Britannien zurück, um die Besiedelung zu erzwingen. Ob die Tribute jemals gezahlt wurden, ist unbekannt.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commius, Caesars Verbündeter bei den Atrebates, wechselte später die Seiten und kämpfte in Vercingetorix's Rebellion. Nach einigen erfolglosen Kämpfen mit Caesars Truppen floh er nach Britannien. Sextus Julius Frontinus beschreibt, wie Commius und seine Anhänger, verfolgt von Caesar, ihre Schiffe bestiegen. Obwohl Ebbe herrschte und die Schiffe noch am Strand lagen, lies Commius die Segel hissen. Caesar, der noch in einiger Entfernung war, glaubte, dass die Schiffe schon segelten, und ließ die Verfolgung beenden. Der Archäologe Creighton glaubt, dass es sich hier um eine Legende handelt und Commius als befreundeter König und als Teil seines Vertrages mit Marcus Antonius nach Britannien geschickt worden war. Dort begründete er eine Dynastie in der Gegend von Hampshire, die durch gallisch-belgische Münzen bekannt ist. Verica, dessen Exil die Invasion durch Claudius im Jahr 43 n. Chr. auslöste, nannte sich selbst einen Sohn von Commius.

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caesar konnte keine Eroberungen in Britannien machen, doch seine Inthronisierung von Mandubracius stellt den Anfang eines Systems von Unterkönigreichen dar, was die Insel unter den politischen Einfluss von Rom brachte. Diplomatische und Handelsverbindungen entwickelten sich im nächsten Jahrhundert weiter und eröffneten die Möglichkeit einer dauerhaften Eroberung, die schließlich 43 n. Chr. von Kaiser Claudius begonnen wurde.

Tacitus berichtet: "Es war tatsächlich der göttliche Julius, der als erster aller Römer Britannien mit einer Armee betrat: er überwältigte die Einheimischen mit einer erfolgreichen Schlacht und machte sich selbst zum Herren der Küste; doch es sollte gesagt werden, dass er eher Britannien Rom enthüllte, als vererbte."

Kultur und Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 


Römische Invasion und Eroberung von Britannien

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Ein römischer General und Politiker (90 v. Chr. bis 43 n. Chr.), einer der Mörder Caesars. Er begleitete ihn nach Britannien während dem Kampf gegen Cassivellaunus.
  2. 2,0 2,1 Ein belgischer Volksstamm im nördlichen Gallien, bekannt durch Julius Caesars De Bello Gallico
  3. fl. Mitte 1. Jh. v. Chr. Militärischer Offizier in der Römischen Republik. Diente 10 Jahre unter Caesar, während der Gallischen Kriege und dem Bürgerkrieg der 40er Jahre.
  4. Weit nach Mitternacht.
  5. Zusammen mit der Tatsache, dass die Legionen ohne Gepäck oder schwere Belagerungswaffen übersetzten.
  6. Etwa drei Uhr nachmittags.
  7. Standartenträger. Sein Name wird von Julius Caesar nicht genannt.
  8. Siehe Römische Eroberung von Britannien
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