Cadwaladr ap Cadwallon war König von Gwynedd 655-682. Zwei verheerende Pestepidemien geschahen während seiner Herrschaft, 664 und 682. Er selbst war ein Opfer der zweiten. Wenig anderes ist von seiner Herrschaft bekannt.

Trotz allem wurde er eine mythische Erlöserfigur in der walisischen Kultur, weiterhin ist er eine bekannte Figur in den romantischen Geschichten von Geoffrey of Monmouth, der ihn als letzten einer alten Linie darstellt, der den Titel des Königs von Großbritannien hält. Bei Geoffrey stirbt Cadwaladr nicht an der Pest, sondern verzichtet 688 auf seinen Thron, um Pilger zu werden. Geoffrey behauptet, er hätte dies als Antwort auf eine Prophezeiung getan, laut der sein Opfer den zukünftigen Sieg der Britonen über die Angelsachsen herbeiführen wird. Historiker vermuten, dass Geoffreys Geschichte eine Beschönigung des Lebens von Caedwalla von Wessex ist, den er mit Cadwaladr verwechselte. Tatsächlich verzichtete Caedwalla 688 auf den Thron und pilgerte nach Rom.

Spätere walisische Kommentatoren nannten den Mythos "eine messianische Hoffnung für die zukünftige Befreiung Großbritanniens von der Herrschaft der Sachsen". In den späteren Rosenkriegen nutzten die yorkistischen und lancastrianischen Fraktionen diese Geschichte, um jeweils zu beweisen, dass ihr Kandidat die Prophezeiung erfüllt, indem sie seine jeweilige Abstammung von Cadwaladr darstellten.

Der Rote Drache ist seit langem bekannt als ein walisisches Symbol, das im Mabinogion, der Historia Brittonum und den Geschichten von Geoffrey of Monmouth erscheint. Seit dem Beitritt von Heinrich VII zum englischen Thron wird er oft als "Der Rote Drache von Cadwaladr" bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadwaladr war möglicherweise der letzte große britonische Held, an den man sich in walisischen Texten beinahe wie an einen weiteren Artus erinnert. Er war der Sohn von Cadwallon ap Cadfan und noch ein Junge, als ein Vater in der Schlacht getötet wurde. Vermutlich wurde er im Exil in Irland aufgezogen, oder in einem der benachbarten walisischen Königreiche.

Die einheimischen Venedotia mochten den Usurpator Cadfael Cadomedd ap Cynfeddw nicht. Sie sahen Cadwaladr als den versprochenen Retter an, der sie von ihrem Joch befreien und die Engländer wieder unterwerfen würde, ein Echo der Errungenschaften von Cadwallon. Unglücklicherweise konnte Cadfael ihre Erwartungen nicht erfüllen.

658 führte er eine Armee gegen die Westsachsen bei Peonne in Somerset und erlitt eine heftige Niederlage. Danach scheint er seine Jahre damit verbracht zu haben, Frieden und Wohlstand in Gwynedd wiederherzustellen, anstatt die Engländer zu unterwerfen. Er gründete mindestens drei religiöse Häuser in Gwynedd und wurde als guter und gläubiger Herrscher angesehen. Tatsächlich erinnert man sich in den walisischen Kirchen an ihn als Heiligen.

Er ist der letzte britonische König, den Geoffrey of Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae beschreibt, und sein Tod scheint das Ende des letzten Kapitels des britonischen Widerstandes zu markieren. Dies war möglicherweise mehr eine freie Wahl aufgrund der Umstände dieser Zeit, denn viele britonische Könige folgten seinem Beispiel bald darauf, aber es ist wahr, dass Wales nie wieder einen König wählte, der in der Lage war, die Sachsen herauszufordern, die sich zur Zeit von Cadwaladrs Tod fest in England eingerichtet hatten.

Alle Überlieferungen stimmen darin überein, dass er an einer Seuche starb, doch ob es die von 663/4 war oder die von 682, ist nicht geklärt. Die letztere scheint wahrscheinlicher, sonst würden die Regierungszeiten seiner Nachfolger Idwal Iwrch ap Cadwaladr und Rhodri Molwynog ap Idwal ungewöhnlich lang werden.

Geoffrey of Monmouth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Cadwaladr in Geoffrey of Monmouths Historia Regum Britanniae ist eine romantische Erfindung, die den Namen einer historischen Person verwendet, um die Handlung der Geschichte voranzutreiben. Geoffrey schreibt, Cadwaladr wäre der letzte einer langen Linie von Königen, die mit Brutus von Toja begann. Die Geschichte besagt, Cadwaladr hätte Großbritannien verlassen, nachdem die große Pest das Land fast vollständig entvölkert hatte, und sei in die Bretagne gegangen. Dort wäre er als Gast von Alan Hir, dem König der Bretagne empfangen worden. Geht man davon aus, dass die Sachsen diese Entvölkerung ausgenutzt haben, um noch mehr von ihren Landsleuten dort hin einzuladen, so wären sie in Großbritannien völlig dominant geworden und als Briten wären nur noch die Waliser übrig geblieben.

Zur gleichen Zeit will Cadwaladr nach Britannien zurückkehren, um die Insel wieder einzunehmen, und bittet Alan, ihm eine Armee zur Verfügung zu stellen. Alan stimmt zu, doch Cadwaladr hört eine prophetische Stimme, die ihm sagt, dass er seine persönliche Macht für sein Volk opfern muss. Der Verzicht auf den Thron würde schließlich zur Wiederherstellung der britischen Kontrolle über die Insel führen, wie Merlin es schon Vortigern voraussagte: "Die Stimme fügte hinzu, dass das britische Volk als Belohnung für seine Treue die Länder wieder einnehmen würden, irgendwann in der Zukunft, wenn der richtige Moment gekommen wäre".

Cadwaladr wird gesagt, wenn er ein frommes Leben führt, würde er ein Heiliger werden. Seine Gebeine würden verborgen werden, um sie zu schützen. Wenn seine heiligen Knochen dann nach Großbritannien zurückkehren, werden die Briten ihre Heimat zurückerlangen. Cadwaladr und Alan beraten über die Prophezeiung und sind froh, dass sie in der Zukunft erfüllt werden wird. Dann reist Cadwaladr als Pilger nach Rom, wo er nach einem Treffen mit Papst Sergius I 689 stirbt.

Cadwaladr wird somit zu einem Messias, der sich opfert, um sein Volk zu erlösen und die ihnen versprochene Heimat wieder herzustellen. Sein Sohn Ivor und sein Neffe Ynyr kehren mit einer Armee nach Großbritannien zurück, haben jedoch keinen Erfolg, wie die Prophezeiung es vorausgesagt hat.

Cadwaladr und die Rosenkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Rosenkriege wurden die Prophezeiungen über Cadwaladr von den jeweiligen Anwärtern als Teil ihres Anspruches auf den Thron benutzt. Dies war verbunden mit der Geschichte über den Kampf des roten und des weißen Drachen aus dem Mythos um Merlin, der als Kampf der keltischen und sächsischen Völker interpretiert wurde. Edward IV behauptete, der authentische alte Nachfahre von Cadwaladr zu sein und damit Merlins Prophezeiung über den Sieg des Roten Drachen zu erfüllen.

Die Tudors behaupteten ebenfalls ihre Abstammung von Cadwaladr, unter ihnen Owen Tudor, der als Zeichen ein rotes Drachensymbol trug. Als Heinrich VII 1485 in Wales landete, nahm er die rote Drachenflagge und erklärte, in Erfüllung von Merlins Prophezeiung zurückzukehren. Nach seinem Sie in der Schlacht von Bosworth Field wurde Henry an den Toren von Worcester mit einem Gedicht begrüßt, das eben diese Prophezeiung als bestätigt ansah.

Der Walisische Rote Drache wurde danach als der "Rote Drache des Cadwallader" bezeichnet und als persönliches Emblem von Henry verwendet. Der Tudor-Historiker Thomas Gradiner schuf eine genealogische Rolle, die Henrys Sohn Heinrich VIII einen Stammbaum gab, der auf Cadwaladr zurückführt:

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ♔ Cadwallon ap Cadfan (Gwynedd620-634) ⚭ NN, Halbschwester von Penda von Mercia
    1. ♔ Cadwaladr Fendigaid ap Cadwallon (Gw, 655-682)
      1. Ifwr ap Cadwaladr
      2. ♔ Idwal Iwrch ap Cadwaladr (Gw, 682-720) ⚭ Afadda von der Bretagne
        1. ♔ Rhodri Molwynog ap Idwal (Gw, 720-754) ⚭ Margaret von Irland
      3. Gwrgant ap Cadwaladr
      4. Hywel ap Cadwaladr, Lord von Anglesey
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