Cano mac Gartnait (✝ 688) war ein Anwärter auf den Thron von Dal Riata im 7. Jh.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cano gehörte zu den führenden Personen der königlichen Linie der Cenel nGartnait. Er war möglicherweise der Sohn eines Gartnait, Sohn von Accidán, dessen Anhänger sich 649 gegen die herrschende Linie der Cenel nGabrain stellten. Nach einem Aufstand im Jahr 668 floh er nach Irland. Seine Familie gehörte höchstwahrscheinlich zu einer piktischen Dynastie oder war eng damit verbunden: Drust, der 672 von seinem Thron vertrieben wurde, und Talorc Sohn von Accidan (✝ 686) waren anscheinend seine Onkel. Eine alternative Identifikation würde ihn mit den Cenel nGabrain verbinden, als Sohn von Gartnait, Sohn des mächtigen Königs Aedan mac Gabrain. Doch Gartnait mac Aedan starb 602 und sein Sohn Cano wiederum hatte einen Sohn namens Nechtan, der 621 starb, möglicherweise noch recht jung. Dennoch gehörte Cano, Enkel von Aedan, eindeutig zu einer früheren Generation als die Dynastie, die aus Schottland vertrieben wurde.

Dass Cano vertrieben wurde, inspirierte die mittelirische Romanze "Scéla Cano meic Gartnáin". Der Hauptcharakter ist eine Erfindung, scheint aber die Identitäten der beiden zuvor genannten historischen Personen zu vereinen: die Geschichte dreht sich um den Sohn von Gartnait, König der Pikten, dessen Vater Aedan Sohn von Gabran war. Laut der Geschichte tötet Aedan seinen eigenen Sohn Gartnait, doch Cano kann mit einem Boot nach Irland entkommen. Er verbringt einige Zeit in Tara und am Hof von Guaire Aidni, Hochkönig von Connacht, wobei er der Geliebte von dessen Tochter Creide wird. Schlussendlich kehrt er nach Schottland zurück und wird eine Zeit lang König. Eine weitere Überlieferung besagt, dass Cano Buach heiratete, Tochter von Illann Sohn von Scandlan, König von Corco Loígde. Die Mutter seines Sohnes Conamail und seiner Tochter Coblaith ist allerdings nicht bekannt.

Die historische Realität hinter dem "Scéla Cano" war vermutlich die zuvor erwähnte Rivalität zwischen den Cenél nGartnait und den Cenél nGabráin, die 649 zu Kämpfen führte. Es ist nicht klar, ob Cano als junger Man an dem Konflikt teilnahm. Doch 668 floh er nach einigen weiteren Aufruhren nach Irland, als Anführer einer Gruppe der "Menschen von Skye". Historisch gesehen kann er dabei - wie die Geschichte behauptet - nicht die Ui Neill-Könige Blathmac und Diarmait Ruanaid, Söhne von Aed Slaine, getroffen haben, da sie drei Jahre zuvor gestorben waren. 670 konnten Cano und seine Anhänger nach Dal Riata zurückkehren, doch es scheint, dass die dynastischen Streitigkeiten noch nicht gelöst waren. 673 wurde sein Sohn Conamail gefangen genommen, anscheinend von den Cenel nGabrain. Cano selbst wurde laut den Annalen von Ulster 688 erschlagen. Seine Tochter Coblaith starb im folgenden Jahr. Conamail überlebte noch bis 705, doch der Familie war es nicht gelungen, sich den Thron von Dal Riata zu erkämpfen. Die Nachfahren von Cano - Clan Canan - siedelten sich als örtlicher Adel um Pitfour im heutigen Aberdeenshire an.

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Stammbaum zeigt die mögliche Abstammung von Cano im Zweig der Cenel nGabrain.

  1. Gabran mac Domangairt (538-558) ⚭ Luan ferch Brychan von Gododdin
    1. Aedan mac Gabrain (574-608) ⚭ | NN; ⚭ || Domelch von den Pikten; ⚭ ||| NN, Britonin
      1. || Gartnait mac Aedan (Pikten, 584-602)
        1. Cano mac Gartnait (✝ 688) ⚯ | Creide ingen Guaire Aidni; ⚭ || Buach ingen Illan; ⚭/⚯ ||| NN
          1. ? Nechtan mac Cano (✝ 621)
          2. ||| Conamail mac Cano (✝ 705)
          3. ||| Coblaith ingen Cano (✝ 689)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dictionary of Irish Biography - Cano von Ailbhe Mac Shamhráin
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