Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Cenwulf war von 796 bis 821 König des frühmittelalterlichen angelsächsischen Königreiches Mercia. Er gehörte zur Dynastie der Iclingas.

Geschichte[]

Cenwulf kam nach dem Tod von Offa von Mercias Sohn Ecgfrith an die Macht. Er behauptete, von Cenwalh abzustammen, einem jüngeren Bruder von Penda und Eowa von Mercia, obwohl selbst in diesen Tagen der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung bezweifelt wurde. Einige Historiker vermuten jedoch, dass es sich um Cenwalh von Wessex handeln könnte, der mit einer Schwester von Penda verheiratet war, die er später verstoßen hatte. [1]

Der plötzliche Tod von Ecgfrith, obwohl er anscheinend an einer Krankheit starb, musste bedenklich gewesen sein und Cenwulfs Ehrgeiz war selbst so eindeutig, dass man daraus schließen könnte, dass er seine Thronfolge selbst in die Wege geleitet hatte.

Es wurde vermutet, dass Cenwulf mit dem früheren Herrscherhaus von Hwicce verwandt gewesen ist. [2] Dieses Reich scheint ungefähr zu der Zeit verschwunden zu sein, als Cenwulf erschien. Ob er ein Thronfolger von Hwicce war, oder dieses Reich als Trittstein benutzte, um Mercia zu erlangen, ist unbekannt.

Der northumbrische Abt Alcuin, der Berater am Hof von Karl dem Großen war, hielt Cenwulf für einen Tyrannen und Usurpator, und verdammte ihn dafür, dass er seine erste Frau zugunsten einer anderen verlassen hatte. [3]

Cenwulf hatte genügend gesunden Menschenverstand, um seine Zeit abzuwarten, was ihm die päpstliche Akzeptanz einbrachte, nicht nur seiner Position als König, sondern auch in Form eines Richtspruchs über Eadbert III Praen. Dieser hatte in Kent eine Rebellion gegen die Oberherrschaft von Mercia angezettelt und sich selbst zum König gemacht. Zuvor war er allerdings ein Priester gewesen, den man zwangsweise in ein Kloster gesteckt hatte, um ihm die Thronfolge zu verweigern. Cenwulf wartete auf das Urteil von des Papstes, der bestätigte, dass Eadbert keinen Anspruch auf den Thron von Kent hatte, weil er ein abtrünniger Priester war. Papst Leo III's Antwort ermöglichte es ihm, in Kent einzufallen, Eadbert gefangen zu nehmen, einzusperren und zu foltern, und seinen eigenen Bruder Cuthred zum König von Kent zu machen. [3] Gleichermaßen setzte er seine Autorität über East Anglia durch, dessen König Eadwald es gewagt hatte, seine Unabhängigkeit zu fordern. [3] Über Eadwalds Schicksal ist nichts bekannt, doch es war vermutlich nicht weniger schrecklich als das von Eadberht.

799 schloss er einen Friedensvertrag mit Wessex, dessen König Beorhtric von Offa eingesetzt worden war. Es ist ein Beweis für Cenwulfs macht, dass er so schnell die Autorität von Mercia über Wessex wieder herstellten konnte. Zu dieser Zeit ging er so weit, dass er sich selbst als König und "Kaiser" bezeichnete, der erste nach Karl dem Großen, der diesen Titel seit dem Ende des Römischen Imperiums für sich beanspruchte.

Als nächstes wandte er sich Wales zu, führte Raubzüge nach Powys und Gwynedd, und tötete bei einem davon 798 Caradog ap Meirion. Weiterhin scheint er einen Aufstand gegen Eardwulf von Northumbria unterstützt zu haben, denn dieser führte 801 einen Feldzug gegen Cenwulf, der schließlich zu einem Friedensvertrag führte.

Cenwulf war unzufrieden damit, dass der führende Erzbischöfliche Sitz in England sich in Canterbury befand, und bemühte sich um die Erlaubnis des Papstes, diesen nach London zu verlegen. [4] Dies wurde ihm verweigert, doch 803 befand er sich in einer freundlicheren Beziehung zu Aethelhard von Canterbury, und scheint so zufrieden gewesen zu sein damit, dass er dafür sorgte, dass die Erzdiözese von Lichfield wieder zu einem Bischofssitz herabgesetzt wurde. Doch er bereute dies bald, denn seine Beziehung zum neuen Erzbischof Wulfred, der 805 ernannt wurde, verschlechterte sich schnell. Ein Großteil des Streits drehte sich um die weltliche Kontrolle über Kirchenländereien. [3] Mercia besaß viele Ländereien in Kent, besonders in Minster-in-Thanet und Reculver, das laut Wulfred Canterbury gehören sollte. Dies brachte sie in einen Konflikt, der so stark war, dass Cenwulf sich nach dem Tod seines Bruders Cuthred 807 selbst zum König von Kent machte.

Der Streit hielt einige Jahre an, doch 815, nachdem Wulfred nach Rom gereist und wieder zurückgekehrt war, und die Bestätigung seiner Autorität durch den Papst erhalten hatte, versuchte er erneut, die Kontrolle über die Kirchenländereien zu bekommen. Cenwulf war so wütend, dass er Wulfred aus dem Reich vertrieb und ihm die Rückkehr verweigerte. Papst Paschalis I erlaubte Cenwulf die weitere Kontrolle, und obwohl Wulfred zurückkehren konnte, erhielt er seine Position als Erzbischof erst nach Cenwulfs Tod zurück. [3] [5]

Während dessen hatte Cenwulf seine Angriffe auf Wales wieder aufgenommen und führte Überfälle bis hinunter nach Dyfed, wobei er seinen Vorteil aus den dynastischen Kämpfen in Gwynedd zog, um das Gebiet zu plündern. Seine Ehrgeiz war so groß, dass er vermutlich versuchte, die Waliser - auf jeden Fall Powys - zu unterwerfen, und seine Kontrolle auch über sie auszuüben. Er starb aber 821, während er einen neuen Feldzug ins nördliche Wales vorbereitete.

Cenwulf war ein starker König mit einem boshaften und unkontrollierbaren Temperament, was er an seine Tochter Cwoenthryth vererbt zu haben scheint, die Äbtissin in Winchcombe, Gloucestershire, war, wo Cenwulf begraben wurde. Legenden behaupten, dass Cwoenthryth am Mord an ihrem Bruder Cynehelm beteiligt war, dem Thronerben, und obwohl die Geschichten, die darüber zirkulierten, vermutlich eher erfunden als wahr sind, ist es wahrscheinlich, dass Cwoenthryth den Ehrgeiz ihres Vaters geerbt hatte.

Stammbaum[]

  1. Pybba (c593-606)
    1. Eowa (635-642)
      1. Osmod
        1. Eanulf
          1. Thingfrith
            1. Offa (757-796) ⚭ Cynethryth von Franken
              1. Ecgfrith (796)
              2. EadburhBeorhtric von Wessex
              3. AelfflaedAethelred I von Northumbria
              4. ⛪ Aethelburh
              5. ⛪ Aethelswith
            2. Elfrid ⚭ Cuthberht
    2. Cenwalh
      1. Cundwalh
        1. Centwine
          1. Cynreow
            1. Bassa
              1. Cuthberht ⚭ Elfrid
                1. Cenwulf (796-821, Kent 807-821) ⚭ | Cynegyth von Mercia; ⚭ || Aelfthryth von Mercia
                  1. Cwoenthryth
                  2. Burgenhild
                  3. Cynehelm
                2. Cuthred (Kent 798-807)
                3. Ceolwulf I (821-823)

Anmerkungen[]

  1. Williams, Ann - Kingship and Government in Pre-Conquest England c. 500-1066
  2. Zaluckyj, Sarah und Zaluckyj, John - "Decline" in Mercia
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Kirby, D. P., Earliest English Kings
  4. Whitelock, Dorothy - English Historical Documents Vol. 1 c. 500-1042
  5. Stenton, Frank - Anglo-Saxon England
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