Clodius Albinus war ein römischer Usurpator, der nach dem Mord an Publius Helvius Pertinax im Fünfkaiserjahr 193 n. Chr. von den römischen Legionen in den Provinzen Britannien und Hispania zum Kaiser erklärt wurde. Er erklärte sich selbst erneut 196 zum Kaiser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albinus stammte aus einer römischen Aristokratenfamilie aus der Provinzs Afrika. Er trat schon sehr jung in die Armee ein und diente hingebungsvoll, besonders während der Rebellion von Avidius Cassius gegen Kaiser Marcus Aurelius. Der Kaiser ehrte ihn dafür persönlich in zwei Briefen, in denen er erklärte, dass ohne Albinus der Sieg nicht hätte erreicht werden können. Albinus erhielt später von Kaiser Commodus ein Kommando in der Provinz Gallia Belgica und danach in Britannien. Als das falsche Gerücht umging, dass Commodus gestorben wäre, nannte Albinus ihn vor seinen Männern einen Tyrannen und erklärte, es wäre besser für das Imperium, wenn man den Senat wieder herstellen würde. Der Senat war sehr zufrieden mit diesen Aussagen, jedoch nicht der Kaiser, der Junius Severus schickte, um Albinus von seinem Posten abzulösen. Dennoch behielt Albinus das Kommando bis nach den Morden an Commodus und seinem Nachfolger Publius Helvius Pertinax 193.

Nach der Ermordung von Pertinax "verkauften" der Prätorianerpräfekt Aemilius Laetus und seine Männer den Thron an den reichen Senator Didius Julianus und krönten ihn zum Kaiser, doch verschiedene Meutereien der Truppen in den Provinzen zeigten, dass die Angelegenheit damit nicht entschieden war. Die Legionen in Syrien erklärten sofort Pescennius Niger zum Kaiser, während die Truppen in Illyricum und Pannonien Septimius Severus wählten, und die Armeen von Britannien und Gallien Albinus.

Im folgenden Bürgerkrieg verbündete sich Albinus zunächst mit Septimius Severus, der Rom erobert hatte, und nahm den Namen Septimius an. Außerdem wurde er von Septimius Severus zum Caesar gemacht, das heißt zum untergeordneten Mitkaiser und beide dienten 194 als Konsuln. Albinius blieb in den folgenden Jahren der Herrscher des westlichen Imperiums und hatte die Unterstützung der britischen Legionen sowie einer Legion aus Spanien. Als Didius Julianus auf Anordnung des Senats getötet wurde, stellte Septimius Severus sich mit seinen Armeen gegen Pescennius Niger. Nach dessen Niederlage und Tod 194 plante Severus, sich selbst zum alleinigen Herrscher des Imperiums zu machen. Albinus erkannte die Gefahr, in der er sich befand, und begann sich auf den Kampf vorzubereiten. Er entkam nur knapp einem Mordversuch durch einen Gesandten von Severus.

Im Herbst 196 erfuhr Albinus, dass Severus seinen ältesten Sohn Caracalla zu seinem Nachfolger und Caesar ernannt, und den Senat überzeugt hatte, Albinus zum Staatsfeind zu erklären. Da er nun nichts mehr zu verlieren hatte, erklärte sich Albinus selbst zum Kaiser, mobilisierte die Truppen in Britannien und überquerte den Ärmelkanal nach Gallien, wobei er große Truppenteile mitnahm. Er besiegte Virius Lupus, den Legaten von Severus in Gallien und konnte die dortigen Militärressourcen erobern, es gelang ihm aber nicht, sich mit den Legionen am Rhein zu verbünden.

Am 19. Februar 197 kam es zur Schlacht von Lugdunum zwischen Albinus und Severus, wobei Albinus unterlag und Selbstmord beging, oder aber gefangen genommen und hingerichtet wurde. Severus ließ Albinus' nackten Körper auf den Boden legen, so dass er darüber reiten konnte, um eine letzte Demütigung zu vollziehen. Albinus Frau und Söhne wurden geköpft, Albinus geköpfter Körper mit den Körpern seiner Familie in die Rhone geworfen. Seinen Kopf schickte Severus als Warnung nach Rom, zusammen mit einem spöttischen Brief, der den Senat für dessen Unterstützung gegenüber Albinus verspottete.

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