Constantine II war König von Schottland von 900 bis 943.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Constantine war einer der am längsten herrschenden schottischen Monarchen und der erste, der länger als vierzig Jahre regierte. Wenn er nicht abgedankt hätte, wären es sogar über fünfzig geworden.

Constantine war ein Sohn von Aed Weißfuß mac Cinaeda und vermutlich noch ein Kleinkind, als sein Vater 878 starb, doch wahrscheinlich war er mindestens zwei Jahre alt, da er noch einen jüngeren Bruder hatte. So befand sich Constantine vermutlich in seinen frühen Zwanzigern, als er seinem Cousin Donald II mac Causantin auf den Thron folgte. Die Länge seiner Herrschaft und seine Charakterstärke ermöglichten es ihm, Schottland zu einem Königreich zu vereinigen.

Seine ersten Belange waren die Nordmänner, die 902 aus ihrem Königreich in Dublin vertrieben worden waren. Ihr König im Exil, Ragnall ua Imair, versuchte eindeutig, ein neues Königreich im Gebiet von Strathclyde und Cumbria zu erschaffen und in den Jahren 903 und 904 kam es regelmäßig zu Scharmützeln zwischen den Schotten und Nordmännern. 903 kamen die Nordmänner bis Dunkeld, scheinen sich dann jedoch zurückgezogen zu haben, obwohl sie weiterhin eine Bedrohung blieben. Dies zwang Constantine, seine Verteidigungen um Strathclyde und Cumbria zu stärken und er schuf 908 das Unterkönigreich Strathclyde, dessen Herrscher sein Bruder Donald mac Aed wurde.

Die Nordische Bedrohung hielt an. Ragnall, dem es 910 gelungen war, in York einzufallen und sich dort zum Herrscher zu machen, versuchte sein Reich in das benachbarte Bernicia auszuweiten. Nach dem Tod von Eadwulf II von Northumbria 913 vertrieb Ragnall dessen Nachfolger Ealdred I von Bamburgh, der an Constantines Hof floh. 914 und 918 kam es zu zwei großen Schlachten zwischen Constantine und den Nordmännern, doch die Schotten erlitten beide Male eine Niederlage, obwohl sie den Nordmännern hohe Verluste zufügen konnten. 917 hatte Ragnall allerdings sein Königreich Dublin zurück erhalten und befürchtete nun, die Verbindung dazu zu verlieren, so dass er und die Schotten 918 einen Friedensvertrag schlossen.

Danach verbündete Constantine sich mit den Nordmännern gegen die Sachsen von Wessex, was 920 zu dem berühmten Pakt mit Edward dem Älteren führte. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Constantine Edward dort als Lehnsherren ansah, selbst wenn die Angelsächsische Chronik dies behauptet. Es ist wahrscheinlicher, dass beide Seiten die Autorität und den Status des anderen anerkannten. Dieser Pakt wurde schließlich mit Aethelstan von England erneuert, im Juli 927 in der Nähe von Penrith. Dieses Treffen fand nach Aethelstans Sieg über Gofraid ua Imair von Dublin statt, der in Northumbria eingefallen war, um den Thron von York zu erobern. Aethelstan erhielt Constantines Zustimmung, Gothfrith nicht zu unterstützen, doch Constantine brach die Übereinkunft, als er 934 dessen Sohn Olaf Guthfrithson, den neuen König von Dublin, darin unterstützte, York zu erobern. Am deutlichsten zeigt sich Constantines Unterstützung, als er Olaf mit einer seiner Töchter verheiratete.

Dies verärgerte Aethelstan, der in Schottland einfiel und bis nach Edinburgh gelangen konnte. Dabei gelang es ihm wohl, einen von Constantines Söhnen als Geisel zu nehmen, möglicherweise Cellach. Dennoch unterstützte Constantine Olaf weiterhin und dieser fiel 937 in Northumbria ein. Die Armeen trafen in der Schlacht bei Brunanburh auf die Sachsen, wo Olaf und Constantine eine verheerende Niederlage erlitten, die als einer der größten sächsischen Siege angesehen wird. Cellach starb in dieser Schlacht, sowie vermutlich auch Owen von Strathclyde. Zwei Jahre später starb allerdings auch Aethelstan und Olaf versuchte erneut, York zu erobern. Diesmal war er erfolgreich und sein Bündnis mit Constantine erhöhte auch dessen Macht.

943 muss Constantine etwa 64 Jahre alt gewesen sein und er dankte ab. Er war sicherlich noch sehr aktiv und fähig, zu regieren, scheint aber erkannt zu haben, dass es Zeit war für jüngeres, frischeres Blut. 943 hatte Edmund I von Wessex seine Probleme mit den nordischen Königen von York gelöst, was Constantines Kontrolle über das nördliche Britannien schwächte. Constantine zog sich in das Kloster St. Andrews zurück. Während seiner Herrschaft hatte er eher ein gemischtes Verhältnis zur Kirche gehabt, da er sich mit den heidnischen Nordmännern verbündet und die Rückkehr heidnischer Praktiken in Galloway erlaubt, sowie auch seinem Sohn Indulf mac Causantin lange die Taufe verwehrt hatte. Doch mindestens seit 906 hatte er mit Bischof Cellach von St. Andres eine Übereinkunft getroffen, die Autorität der Schottischen Kirche hoch zu halten und war auch ein Freund des Hl. Catroe gewesen, den er während der 940er Jahre auf seiner Mission hatte eskortieren lassen. Möglicherweise gab dieses Treffen mit Catroe Constantine einen guten Vorwand, um abzudanken.

Es gibt eine lange für wahr gehaltene Geschichte, dass Constantine 948 aus seinem Ruhestand zurückkehrte, um mit Malcolm I mac Domnall an einer Invasion von England teilzunehmen. Da er zu dieser Zeit schon mindestens siebzig gewesen sein muss, ist es sehr unwahrscheinlich, obwohl es möglich ist, dass Constantine Malcolm zumindest begleitete. Er starb 952 im Kloster St. Andrews und wurde wahrscheinlich auch dort begraben.

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kenneth I mac Alpin (Schotten 840-858, Pikten 847-858)
    1. Constantine I mac Cinaeda (863-877)
      1. Donald II mac Causantin (889-900)
        1. Owen Caesarius III mac Domnall (Str, 925-937)
        2. Malcolm I mac Domnall (943-54)
    2. Aed Weißfuß mac Cinaeda (877-878)
      1. Constantine II mac Aed (900-943)
        1. Cellach mac Causantin (✝ 937)
        2. Indulf mac Causantin (Strathclyde 945-54, Schottland 954-62)
        3. NN ingen Causantin ⚭ Olaf Guthfrithson
      2. Donald mac Aed (Str, 908-24/5)
        1. Donald mac Donald (Str, 937-45)
    3. NN, Tochter ⚭ ♔ Rhun map Artgal (Str, 872-878)
      1. Eochaid map Rhun (Str, 878-899)
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