Constantius I, auch bekannt als Constantius Chlorus, war Caesar des Römischen Reiches 293 bis 305 und Kaiser von 305 bis 306. Er wurde unter seinen Vorgängern Diocletian und Maximian ernannt und regierte als Kaiser gemeinsam mit Galerius.

Vor seinem Herrschaftsantritt schlug er erfolgreich den Aufstand des Carausius nieder und besiegte dessen Nachfolger, den Usurpator Allectus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

293 hatte Maximian noch immer nicht den 286 begonnenen Aufstand des Carausius niederschlagen können und Diocletian war der Meinung, dass zwei Kaiser nicht genug waren, das riesige Imperium zu regieren. Constantius wurde daraufhin zum Caesar, also untergeordneten Mitkaiser, erklärt und erhielt die Aufgabe, sich um Carausius zu kümmern.

Es gelang ihm schnell, Carausius von seinen Festlandverbündeten abzuschneiden und dessen Ermordung durch seinen Schatzmeister Allectus löste das Problem. Doch Allectus erklärte sich selbst zum Kaiser von Britannien. Constantius begann mit dem Bau einer Flotte, um seine Soldaten nach Britannien zu bringen und war 296 in der Lage, gemeinsam mit Maximian Allectus im Kampf zu schlagen. Bei seinem Einzug nach Londinium wurde Constantius als Befreier begrüßt.

Er verbrachte mehrere Monate in Britannien, um die Neuorganisation der Provinzen zu überwachen, die Diocletian eingeführt hatte, und Allectus Beamte zu ersetzen. Britannien wurde unterteilt in Maxima Caesariensis, Britannia Prima, Flavia Caesariensis und Britannia Secunda. Außerdem ließ Constantius den Hadrianswall und seine Festungen reparieren und instand setzen.

305 kehrte Constantius nach Britannien zurück, um einen Feldzug gegen die Pikten zu führen, was ihm den Titel Britannicus Maximus II einbrachte. Er verbrachte den Winter in Eboracum und wollte den Feldzug im Frühjahr fortführen, starb jedoch dort. Sein Sohn Constantine I der Große wurde noch in York von der Armee zu seinem Nachfolger erklärt.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Constantius erscheint in mittelalterlichen walisischen Legenden, die manchmal seine Familie mit der von Magnus Maximus verwechseln und behaupten, er hätte die Heilige Elen geheiratet und in Britannien einen Sohn namens Constantine gezeugt. Auch in Henry of Huntingdons History of the English wird seine Frau als die Britin Helen angegeben.

Geoffrey of Monmouth erzählt in seiner Historia Regum Britanniae, dass Constantius vom Senat nach Britannien geschickt worden war, nachdem Asclepiodotus - hier ein britischer König - von Coel von Colchester abgesetzt worden war. Coel ergab sich Constantius und stimmte Tributzahlungen an Rom zu, starb aber nur acht Tage später. Constantius heiratete Coels Tochter Helena und wurde König von Britannien. Ihr gemeinsamer Sohn Constantine wurde sein Nachfolger, als Constantius elf Jahre später in York starb. [1] Diese Geschichte hat jedoch keinen historischen Hintergrund: Constantius hatte sich von Helena scheiden lassen, bevor er überhaupt nach Britannien ging.

Nennius schrieb in seiner Historia Brittonum, dass das Grabmahl von "Constantius dem Kaiser" im 9. Jh. immer noch in Segontium zu besichtigen war. Der Historiker David Nash Ford schrieb das Grab jedoch Constantine zu, dem angeblichen Sohn von Magnus Maximus und Elen ferch Eudaf Hen, der vor den irischen Invasionen über das Gebiet regiert haben soll.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Historia Regum Britanniae V/6
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