Königin Cordelia war gemäß Geoffrey of Monmouths Historia Regum Britanniae eine legendäre Königin von Britannien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cordelia war die jüngste und liebste Tochter von König Leir, ihre Schwestern waren Regan und Goneril. Als Leir merkte, dass er alt wurde, entschied er, das Reich zwischen seinen Töchtern und ihren Ehemännern aufzuteilen. Um herauszufinden, welche ihn am meisten liebte, befragte er sie nacheinander. Während Goneril und Regan ihm sehr schmeichelten, entschied sich Cordelia, ihn auf die Probe zu stellen. Sie erklärte, sie würde ihn so sehr lieben, wie es einer Tochter gegenüber ihrem Vater erforderlich sei, und dass sie ihn genauso sehr lieben würde, wie es seinem Wert entspricht. Leir war sehr verärgert und weigerte sich, ihr etwas von seinem Land oder auch nur eine Mitgift zu geben. Der König der Franken, Aganippus, hatte allerdings von ihrer Schönheit gehört, und bat Leir darum, Cordelia heiraten zu dürfen. Leir erklärte, dass er sie ihm geben würde, aber ohne jegliches Geld oder Land, doch Aganippus heiratete Cordelia dennoch und sie zog zu ihm nach Gallien, von dem er ein Drittel beherrschte. [1]

Mehrere Jahre vergingen, dann begann Leir alt und schwach zu werden. Er wollte sich der Fürsorge seiner Töchter anvertrauen, doch Goneril und Regan behandelten ihn sehr herablassend und nahmen ihm Stück für Stück sein Gefolge, so dass Leir schließlich mittellos und nur mit einem Diener zurückblieb. Leir fühlte sich so elend, dass er schließlich beschloss, übers Meer zu seiner jüngsten Tochter zu gehen. Er hoffte, dass sie ihn besser behandeln würde, auch wenn er selbst sie so schlecht behandelt hatte. Als Cordelia hörte, dass er in Gallien war, schickte sie ihm sofort ein Gefolge und ließ ihn königlich herrichten, bevor sie dafür sorgte, dass er einen glanzvollen Einzug am Hof ihres Mannes hielt. [2]

Sie hoben eine Armee aus, fielen in Britannien ein, besiegten die herrschenden Herzöge und Leir erhielt seinen Thron zurück. Nach seinem Tod drei Jahre später starb auch Aganippus, Cordelias Ehemann, und Cordelia kehrte nach Britannien zurück, und wurde dort zur Königin gekrönt. [3]

Cordelia regiert fünf Jahre lang friedlich, bis die Söhne ihrer Schwestern erwachsen geworden sind. Cunedagius war der Sohn von Henwinus und Regan und Herzog von Cornwall, Margan war der Sohn von Maglaurus und Goneril und Herzog von Albany. Margan und Cunedagius hassten es, dass eine Frau Britannien regierte, und hoben Truppen aus, um eine Rebellion zu beginnen. Sie kämpften in vielen Schlachten gegen Cordelia, bis sie sie schließlich gefangen nehmen konnten. In ihrem Gram über den Verlust ihres Königreiches beging Cordelia Selbstmord. Cunedagius wurde ihr Nachfolger in den britannischen Ländern südwestlich des Flusses Humber, während Margan die Region nordöstlich des Humber regierte. [4]

Cordelias Abschied, von Edwin Austin Abbey (1852-1910)

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William Shakespeare benutzte die Geschichte in seinem Theaterstück König Lear. In seiner Version hat Cordelia keinen Erfolg mit ihrer Invasion nach Britannien. Sie wird gefangen genommen und ermordet, und Lear erhält seinen Thron nicht zurück.

Weiterhin benutzte Edmund Spenser in seinem Epos The Faerie Queene ebenfalls die Geschichte, und kurz vor der Veröffentlichung von Shakespeares Werk kam das anonyme Schauspiel König Leir heraus.

Cordelias Beliebtheit zu dieser Zeit stammt daher, dass ihre Rolle als heroische Königin mit der von Königin Elizabeth I verglichen wurde.

 Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leir
    1. Goneril ⚭ Maglaurus, Duke of Albany
      1. Margan
    2. Cordelia ⚭ Aganippus von den Franken
    3. Regan ⚭ Henwinus, Herzog von Cornwall
      1. Cunedagius
        1. Rivallo

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Historia Regum Britanniae II/11
  2. Historia Regum Britanniae II/12
  3. Historia Regum Britanniae II/14
  4. Historia Regum Britanniae II/15
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