Dafydd ap Llywelyn Fawr war 1240 bis 1246 Prinz von Gwynedd. Er war der erste Herrscher, der den Titel Prince of Wales für sich beanspruchte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dafydds Vater Llywelyn Fawr ap Iorwerth war gelungen, was noch keinem Herrscher vor ihm gelungen war: er hatte Wales zu einem Reich vereinigt und erreicht, dass dies von den Königen von England in seiner Gesamtheit anerkannt wurde. Doch trotz aller Versuche von Llywelyn, sicher zu stellen, dass sein Sohn der unangefochtene Nachfolger als Prince of Wales werden würde, machte Dafydds kurze Herrschaft dies alles zunichte.

Dafydd war der Sohn von Llywelyns Ehefrau Johanna von Wales, einer illegitimen Tochter des englischen Königs Johann Ohneland. Sein Vater hatte schon kurz nach Dafydds Geburt dafür gesorgt, dass die walisischen Lords seinem Sohn Gefolgschaft und Anerkennung als Llywelyns Nachfolger schworen. Weiterhin hatte er das walisische Gesetz, dass eine Aufteilung der Ländereien eines Manners unter all seinen männlichen Erben verlangte, zu dem der Primogenitur geändert, das eine Vererbung an den ältesten legitimen Sohn verlangte.

Unter diesen Umständen gelangte Dafydd 1240 nach dem Tod seines Vaters auf den Thron. Kurz danach traf er sich mit dem englischen König Heinrich III, der zwar im gleichen Alter aber dennoch Dafydds Onkel war. Dafydd erkannte ihn in einer Zeremonie in Gloucester im Mai 1240 als Lehnsherren an und schwor ihm Gefolgschaft, während Heinrich ihn im Gegenzug zum Prince of Wales krönte. Weiterhin verlangte Heinrich, dass die Ländereien, die Llwyelyn in den letzten Jahren nach seinem Tod erobert hatte, an ihre ehemaligen Besitzer zurückgegeben werden sollten, da sie nicht Teil des Vertrages zwischen König Johann und Llywelyn gewesen waren.

Dafydd hatte anscheinend nicht mit dieser Forderung gerechnet und anstatt zuzustimmen erbat er sich ein Jahr Bedenkzeit. Während dessen versuchte er Allianzen außerhalb von Britannien zu schmieden und schickte sogar Botschafter an den Hof von König Ludwig IX von Frankreich. Als das Jahr vergangen war, scheint Heinrich das Gefühlt gehabt zu haben, dass genug Zeit vergangen war und versammelte eine Armee, um in Wales einzufallen. Dafydd konnte ihn nicht aufhalten und ergab sich schließlich im August 1241.

Die Bedingungen des Friedensvertrages zwangen Dafydd, die umstrittenen Ländereien zurück zu geben und die Gefangenen frei zu lassen, zu denen auch sein älterer Halbbruder Gruffydd ap Llywelyn Fawr und dessen Sohn Owain Goch ap Gruffydd gehörten. Heinrich nahm Gruffydd mit an seinen Hof, um sicher zu stellen, dass es nicht zu einem Krieg zwischen Gruffydd und Dafydd kommen würde. Gruffydd wurde im Tower of London gefangen gehalten, wo seine Familie freien Zugang hatte und diente somit als perfekte Geisel. Dafydd wusste, dass Heinrich Gruffydd freilassen würde, wenn Dafydd etwas gegen seine Wünsche tun würde, und ihn vermutlich auch zum Prince of Wales erklärte. Somit hatte er nicht viele Möglichkeiten.

Wenn Dafydd klar geworden wäre, dass diese Pattsituation nicht nur zugunsten von Heinrich, sondern auch zu seinem eigenen Vorteil benutzt werden konnte, hätte er sich wohl vorsichtiger verhalten. Zwei Jahre lang beschäftigte sich Dafydd mit seinen eigenen Angelegenheiten und arbeitete die walisischen Gesetze weiter aus. Doch im März 1244 änderte sich alles. Gruffydd unternahm einen Fluchtversuch aus dem Tower, verletzte sich bei einem Sturz und starb. Dafydd begann sofort einen neuen Feldzug, um Ländereien in den walisischen Marschen zu erobern. Weiterhin wandte er sich an den Papst und beschwerte sich über die Unterdrückung durch die Engländer, wobei Innozenz IV auf Dafydds Seite war und seinen Anspruch auf Wales bestätigte, doch Heinrich gelang es ein Jahr später, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

Heinrich III zog 1245 gegen Dafydd, erlitt jedoch eine Niederlage. Die Kämpfe gingen weiter, bis der Winter eintrat und man einen Waffenstillstand vereinbarte, der im Frühjahr enden sollte. Doch im Februar 1246 starb Dafydd an einer Kranheit. Er hinterließ keinen Erben und sein Neffe Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd wurde sein Nachfolger.

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iorwerth ap Owain Gwynedd
    1. Llywelyn der Große ⚯ | Tangwystl Goch; ⚭ || Johanna von Wales; ⚯ Crysten
      1. | Gruffydd ap Llywelyn Fawr ⚭ Senana ferch Caradog
        1. Llywelyn Ein Llyw Olaf ap Gruffydd (1255-82)
        2. Owain Goch ap Gruffydd (1246-55)
      2. || Elen die Ältere ferch Llywelyn ⚭ | John, Earl of Huntingdon; [1] ⚭ || Sir Robert de Quincy
      3. || Gwladus Ddu ⚭ | Reginald de Braose; ⚭ || Ralph de Mortimer
      4. || ♔ Dafydd ap Llywelyn Fawr ⚭ | Isabella, Princess of Wales and Lady Snowdon; ⚯ || NN
        1. || Dafydd ap Dafydd
      5. || Angharad ferch Llwyelyn ⚭ Maelgwn Fychan ap Maelgwn
      6. ||| Tegwared y Baiswen ap Llywelyn ⚭ Gwenlian ferch Ednyfed Fychan ap Cynwrig
      7. || Susanna ferch Llywelyn
      8. || Elen die Jüngere ferch Llywelyn ⚭ | Máel Coluim II, Earl of Fife; ⚭ || Domhnall I, Earl of Mar
      9. || Marared ferch Llywelyn ⚭ | John de Braose; ⚭ || Walter III de Clifford

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. John of Scotland, 9. Earl of Huntingdon, 7. Earl of Chester (1207-1237). Starb kinderlos.
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