Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Karte von Dal Riata (grün) während seiner Blütezeit ca 580-600. Die Regionen der Pikten sind gelb markiert.

Dal Riata - auch Dál Riada oder Dalriada - war ein gälisches Königreich im Frühmittelalter, das seine Blütezeit im späten 6. und frühen 7. Jh. erlebte.

Geographie[]

Dal Riata enthielt Teile des westlichen Schottland und nordöstlichen Irland auf beiden Seiten des Nördlichen Kanals. Es umfasste zur Zeit seiner größten Ausdehnung etwa das heutige Argyll und Teile des irischen County Antrim in der Provinz Ulster.

Lateinische Quellen bezeichneten die Bewohner oft als Scoti, ein Name, der von den Römern und Griechen übernommen worden war, die damit irische Plünderer bezeichnet hatten, die das Römische Britannien überfielen. Später bezog sich der Begriff auf gälisch sprechende Menschen, egal ob von Irland oder anderswo her. Man bezeichnete sie auch als Gälen oder Dal Riater.

Die Hügelfestung Dunadd soll die Hauptstadt von Dal Riata gewesen sein. Andere königliche Festungen waren Dunollie, Dunaverty und Dunseverick. Auch das bedeutende Kloster Iona befand sich in Dal Riata; es war verantwortlich für die Verbreitung des Christentums im nördlichen Britannien und gilt als Bildungszentrum, aus dem viele wichtige Manuskripte hervor gingen.

Geschichte[]

Ursprünge[]

Das Duan Albanach berichtet, dass die drei Söhne von Erc - Fergus Mor, Loarn und Oengus - Alba gegen 500 n. Chr. eroberten. Beda Venerabilis berichtet allerdings, dass Dal Riata von irischen Gälen erobert wurde, die von einem gewissen Reuda angeführt wurden. [1] Diese letzte These wird gestützt davon, dass das gälische dal "Abschnitt" oder "Anteil" bedeutet und üblicherweise vom Namen eines angeblichen Gründers gefolgt wurde. Somit wäre die Übersetzung von Dal Riata gemäß Beda "Anteil des Reuda". Bedas Geschichte könnte aus der gleichen Quelle kommen wie die irischen Geschichten von Cairpre Riata und seinen Brüdern. Die Geschichte der Gründung von Dal Riata bewegt sich vom Gründungsmythos etwas näher zur Geschichte mit dem Bericht des Todes von Comgall mac Domangart gegen 540, und seines Bruders Gabran gegen 560.

Die Version im Duan Albanach wurde lange akzeptiert, auch wenn sie eher auf der fiktionalen Geschichte beruht, wie Albanus und Brutus I Britannien eroberten. [2] Forscher glaubten früher, die Anwesenheit der Gälen wäre ein Resultat großflächiger Migration aus Irland oder einer Übernahme durch irische Adlige. Doch diese Theorie wird nicht länger akzeptiert, es gibt keine archäologischen Hinweise oder Ortsnamen, die eine Migration oder Übernahme beweisen würden. Die Hinweise zeigen, dass Argyll sich zwar vor und nach der angeblichen Migration von Irland unterschied, aber dennoch einen Teil der Provinzen von Irland bildete und sich auch vom Rest von Schottland unterschied. Ewan Campbell vermutete, dass Argyll und Antrim, die irische Provinz von Dal Riata, eine "See-Provinz" bildeten, vereint durch das Meer und abgeschieden vom Rest von Schottland durch die Bergkette Druim Alban. Dies ermöglichte es, über die Jahrhunderte eine gemeinsame Sprache aufrecht zu erhalten; Argyll blieb gälisch, während der Rest Schottlands von Pikten oder britonisch-Sprechern bewohnt wurde. Campbell glaubt weiterhin, dass die mittelalterlichen Berichte eine Art dynastischer Propaganda waren, konstruiert, um den Thronanspruch einer Dynastie zu stützen, und Dal Riatas Anspruch auf Gebiete in Antrim.

Dal Riata entstand in einer Zeit, als es in Ulster große Instabilität gab, nachdem Ulaid Gebiete an die Airgialla und die Ui Neill verloren hatte. Ob die beiden Teile von Dal Riata schon seit längerer Zeit mit einander verbunden waren, oder ob es im 4. oder 5. Jh. eine Eroberung gab - entweder von Antrim oder von Argyll aus - ist nicht bekannt.

Von Druimm Cete zu Mag Rath[]

Mitte des 6. Jh. kam Dal Riata unter ernsthafte Bedrohung durch Bridei I mac Malcheon, König der Pikten, während der irische Teil sich Feindseligkeiten der Dal nAraidi von Ulaid gegenüber sah, was sie die Hilfe der irischen Nördlichen Ui Neill suchen ließ. Unter der Herrschaft von Aedan mac Gabrain erreichte Dal Riata seine größte Ausdehnung; er soll vom Hl. Columba getauft worden sein, der Aedan die Insel Nona vor der Küste von Schottland schenkte. Columba, der ein Cenel Conaill-Prinz war, handelte 575 eine Allianz zwischen Dal Riata und den Cenel Conaill aus, der Herrscherdynastie der nördlichen Ui Neill.

Die Verhandlungen fanden bei einer Zusammenkunft in Druimm Cete statt. Was dort verhandelt wurde, ist natürlich nicht bekannt, doch es wurden verschiedene Vermutungen gemacht: den rechtsstaatlichen Status beider teile von Dal Riata zu bestimmen; den Status des irischen Dal Riata zu bestimmen mit eigenem König; dass Dal Riata unabhängig werden sollte vom Hochkönig von Irland; dass der irische Teil von Dal Riata dem Hochkönig Tribut zahlen und ihn mit Truppen unterstützen würde, und dass der schottische Teil unabhängig sein, den Hochkönig aber mit einer Flotte unterstützen würde, wenn nötig; die Entfernung von Dal Riata aus Ulaids Oberherrschaft, damit es sich darauf konzentrieren konnte, sein schottisches Territorium zu erweitern. Sicher ist nur, dass beide Parteien die Dal nAraidi als gemeinsamen Feind hatten.

Dieser Pakt zwischen Dal Riata und den Cenel Conaill war erfolgreich; zunächst darin, Baetan ma Cairill, König der Dal nAraidi zu besiegen, danach, Aedan Feldzüge gegen seine Nachbarn zu ermöglichen, sogar bis nach Orkney und ins Land der Maeatae am Fluss Forth. Aedan scheint sehr erfolgreich darin gewesen zu sein, seine Macht zu erweitern, bis er sich Aethelfrith von Northumbria von Bernicia 603 in der Schlacht von Degsastan gegenüber sah. Aethelfriths Bruder war unter den Toten, doch Aedan wurde besiegt und die Könige von Bernicia führten ihren Vorstoß nach Schottland fort. Aedan starb 608. Dal Riata erweiterte sich nach Skye, möglicherweise wurde es von Aedans Sohn Gartnait mac Domech erobert.

Es wurde vermutet, dass Fiachnae mac Baetain (✝ 626), der Dal nAraidi-Hochkönig von Ulaid in Irland, Lehnsherr beider Teile von Dal Riata war. Fiachnae führte Feldzüge gegen Northumbria und belagerte Bamburgh, und man geht davon aus, dass die Männer von Dal Riata mit ihm kämpften.

629 erlitt Dal Riata schwere Verluste in der Schlacht von Fid Euin, wo die Dal nAraidi den König von Dal Riata töteten und auch drei Enkel von Aedan mac Gabrain. Forscher sind der Meinung, dass es an sich schon eine Errungenschaft war, dass Dal Riata diese Schlacht überlebte. Im gleichen Jahr besiegten die Cenel Conaill den König der Dal nAraidi in der Schlacht von Dun Ceithirn.

Dal Riata blieb bis zur Herrschaft von Domnall Brecc mit den Nördlichen Ui Neill verbündet, der vom König der Dal nAraidi überzeugt wurde, diese Allianz aufzulösen. In einem Versuch, sich selbst zum Hochkönig von Irland zu machen, verbündete sich der irische König Congal Caech mit Dal Riata und Strathclyde, was zu der verheerenden Schlacht von Magh Rath 637 führte, in der Congal von dem irischen Hochkönig Domnall mac Aedo von den Nördlichen Ui Neill erschlagen wurde, wodurch Dal Riata seine Schottischen Ländereien verlor. Eine weitere Schlacht im gleichen Jahr endete ebenfalls in einer Niederlage und wurde als göttliche Strafe für die Aufkündigung der Allianz angesehen. Domnall Breccs Politik scheint 642 mit ihm gestorben zu sein, in seiner letzten Niederlage gegen Owen map Bili von Strathclyde, denn bis in die 730er Jahre hinein kämpften die Armeen und Flotten von Dal Riata gemeinsam mit den Ui Neill.

Diese Niederlage zerstörte die Macht von Dal Riata und auch die der Dal nAraidi, und ermöglichte es den Nördlichen Ui Neill, die dominante Kraft im Norden von Irland zu werden. Im 10. Jh. waren die irischen Ländereien von Dal Riata unter der Kontrolle der Ui Tuirtri und ihrer Vasallen, der Fir Li.

Von Mag Rath zur Piktischen Eroberung[]

Es wurde vorgeschlagen, dass einige der unbekannteren Könige von Dal Riata, die in den Annalen von Ulster erwähnt werden - wie Fiannamail mac Conall und Donncorci - Könige des irischen Dal Riata gewesen sein könnten.

Die Nachwirkungen der Schlacht von Moira in Hinsicht auf das Schottische Dal Riata scheinen dazu geführt zu haben, dass es tributpflichtig gegenüber den Königen von Northumbria wurde, was anhielt, bis der piktische König Bridei III mac Beli Ecgfrith von Northumbria in der Schlacht von Dun Nechtain 685 besiegte. Es ist nicht gesichert, dass die Tributpflicht tatsächlich in diesem Jahr endete, es wird allerdings angenommen. Es scheint, dass Eadberht Eating einige Versuche unternahm, die Pikten unter Angus I mac Fergus aufzuhalten, die Dal Riata 740 unterdrücken wollten. Ob das bedeutet, dass die Tributpflicht 685 nicht geendet hatte, oder ob Eadberht nur versuchte, das Wachsen der Macht der Pikten aufzuhalten, ist nicht bekannt.

Da man davon ausging, dass Dal Riata Piktenland geschluckt hatte, um das Königreich Alba zu schaffen, scheint die spätere Geschichte von Dal Riata als Auftakt zukünftiger Triumphe gesehen zu werden. Die Annalen machen es klar, dass die Cenel nGabrain jedes frühere Monopol auf königliche Macht im späten 7. und 8. Jh. verloren, als Cenel Loairn-Könige wie Ferchar Fota mac Feradach, sein Sohn Selbach mac Ferchar und seine Enkel Dungal mac Selbach und Muiredach mac Ainbcellach um die Herrschaft über Dal Riata stritten. Die lange Periode der Instabilität in Dal Riata endete erst mit der Eroberung des Reiches durch Angus I mac Fergus, König der Pikten, in den 730er Jahren. Nach einem dritten Feldzug von Oengus 741 verschwand Dal Riata für eine Generation aus den irischen Aufzeichnungen.

Das letzte Jahrhundert[]

Aed Find wurde 768 durch seine Kämpfe gegen den piktischen König von Fortriu bekannt. Bei seinem Tod 778 wurde er "König von Dal Riata" genannt, wie sein Bruder Fergus mac Eochaid 781. Die Annalen von Ulster sagen, dass ein gewisser Donncorci, "König von Dal Riata" 792 starb und dort enden die Aufzeichnungen. Eine Vielzahl von Theorien wurde aufgestellt, um fehlenden Generationen zu füllen, doch keine davon gründet sich auf sicheren Beweisen. Mehrere Könige werden im Duan Albanach genannt, und in königlichen Stammbäumen, doch diese sind wenig verlässlich. Die offensichtliche Schlussfolgerung ist, da nur Aed Find und sein Bruder Fergus die Aufmerksamkeit der Chronisten von Iona und Irland auf sich zogen, dass Oengus mac Fergusa "das Königreich quasi zerstörte".

Es ist unwahrscheinlich, dass Dal Riata von den piktischen Königen direkt regiert wurde, doch man vermutet, dass Domnall mac Constantine, Sohn von Constantine mac Fergus, 811 bis 835 König von Dal Riata war. Ihm folgte anscheinend der letzte namentlich erwähnte König von Dal Riata, Aed mac Boanta, der 839 bei der großen piktischen Niederlage gegen die Wikinger getötet wurde.

Im 9. Jh. wurden die Pikten gälisiert und man vermutet, dass eine Verschmelzung des Königtums von Dal Riata und den Pikten gab. Üblicherweise schreibt man dies Kenneth I mac Alpin zu, der 843 König der Pikten wurde. Einige Quellen besagen, dass er schon zwei Jahre zuvor König von Dal Riata war. Unter dem Haus Alpin verschmolzen Dal Riata und Piktenland zum Königreich Alba.

Von Dal Riata zu den Innse Gall[]

Wenn die Wikinger einen großen Einfluss auf Piktenland und in Irland hatten, in Dal Riata und auch in Northumbria, scheinen sie das existierende Königreich vollständig mit einer neuen Einheit ersetzt zu haben. Im Fall von Dal Riata wurde dies als das Königreich der Sudreys bekannt, das Mitte des 9. Jh. von Ketil Flachnase gegründet wurde. Die fränkischen Annales Bertiniani berichten von der Eroberung der Inneren Hebriden - dem seewärtigen Teil von Dal Riata - durch Wikinger 847.

Woolf hat vermutet, dass sich eine formale Teilung von Dal Riata zwischen den nordisch-gälischen Ui Imair und den Einheimischen ereignete, wie jene Teilungen, die auch in Irland und Britannien stattfanden, wobei die Nordmänner den Großteil der Inseln kontrollierten und die Gälen die Schottische Küste und die südlichen Inseln.

Könige von Dal Riata[]

Die meisten Könige von Dal Riata wie auch die späteren Herrscher von Alba und Schottland, führen ihren Ursprung auf Fergus Mor mac Erc zurück und sogar James VI von Schottland nannte sich im 16. Jh. den "glücklichen Monarchen entsprungen von Ferguses Rasse".

Erst in der Mitte des 6. Jh. berichten die Irischen Annalen glaubwürdige Daten für die Tode der Könige von Dal Riata, beginnend mit dem Tod von Comgall mac Domangart und dem seines Bruders Gabran mac Domangairt. Der letzte bekannte König des schottischen Dal Riata ist Fergus mac Eochaid, Bruder und Nachfolger von Aed Find, dessen Tod in den Annalen von Ulster mit 781 angegeben wird.

Vor der Schlacht von Mag Rath[]

Herrschaft Herrscher Name Familie
Loarn Loarn mac Erc Sohn von Erc
Fergus Mor Fergus Mor mac Erc mac Nisse Mor Sohn von Erc
Domangart Reti Domangart mac Fergus Sohn von Fergus Mor
✝ ca. 540 Comgall Comgall mac Domangart Sohn von Domangart
✝ ca 560 Gabran Gabran mac Domangairt Sohn von Domangart
✝ ca 574 Conall Conall mac Comgall Cenel Comgaill
✝ ca 606 Aedan Aedan mac Gabrain Cenel nGabrain
✝ ca 629 Eochaid Buide Eochaid Buide Cenel nGabrain
✝ ca 629 Connad Cerr Connadd Cerr Cenel Comgaill
✝ ca 642 Domnall Brecc Domnall Brecc Cenel nGabrain
Ferchar Ferchar mac Connadd Cenel Comgaill

Von Mag Rath bis 741[]

Herrschaft Herrscher Name Familie
✝ ca 654 Dunchad Dunchad mac Dubhan Cenel nGabrain
✝ ca 660 Conall Crandomna Conall Crandomna Cenel nGabrain
✝ ca 660 Domangart Domangart mac Domnall Cenel nGabrain
✝ ca 689 Mael Duin Maelduin mac Conall Cenel nGabrain
✝ ca 696 Domnall Donn Domnall Donn mac Conall Cenel nGabrain
✝ ca 697 Ferchar Fota Ferchar Fota mac Feradach Cenel Loairn
Eochaid Eochaid mac Domangairt Cenel nGabrain
abgesetzt ca. 698 Ainbcellach Ainbcellach mac Ferchar Cenel Loairn
✝ 700 Fiannamail Fiannamail mac Conall Cenel nGabrain
✝ 707 Bec Bec ua Dunchado Cenel nGabrain
✝ 721 Dunchad Dunchad Bec Cenel nGabrain
abgedankt 723 Selbach Selbach mac Ferchar Cenel Loairn
abgesetzt 726 Dungal Dungal mac Selbach Cenel Loairn
726-733 Eochaid Eochaid III mac Eochaid Cenel nGabrain
733-736 Muiredach Muiredach mac Ainbcellach Cenel Loairn
Alpin Alpin mac Eochaid mac Domangairt
Eogan Eogan mac Muiredach Cenel Loairn
✝ 741 Indrechtach Indrechtach mac Fiannamail Cenel nGabrain

Könige ab 740[]

Herrschaft Herrscher Name Familie
ca 736-750 Unbekannte Könige; Dal Riata unter der Herrschaft der Pikten, mögicherweise noch nach 750
vor 768-778 Aed Find Aed Find mac Eochaid Cenel nGabrain
778-781 Fergus Fergus mac Eochaid Cenel nGabrain
Eochaid Eochaid mac Aed Find Cenel nGabrain
✝ 792 Donncorci
Caustantin Constantine mac Fergus
ca 792-805 unbekannte Könige
ca 805-807 Conall Conall mac Tadg
ca 807-811 Conall Conall mac Aedan
ca 811-835 Domnall Domnall mac Constantine
Oengus Angus II mac Fergus
Eoganan Eoganan mac Angus
ca 835-839 Aed Aed mac Boanta
Alpin Alpin mac Eochaid mac Aed Find Cenel nGabrain
Cinaed Kenneth I mac Alpin Cenel nGabrain

Anmerkungen[]

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