1. Vorwort

  2. Buch 1 - Die Geschichte

  3. Buch 2 - Der Brief: Die Könige

  4. Buch 3 - Der Brief: Die Priester

De Excidio et Conquestu Britanniae (Von dem Ruin und der Eroberung von Britannien, manchmal auch Von dem Ruin von Britannien) ist ein Buch aus dem 6. Jh., das von dem britischen Mönch Gildas geschrieben wurde. Es handelt sich um eine dreiteilige Strafpredigt, die die Handlungen von Gildas' Zeitgenossen verdammt, sowohl weltlich als auch geistlich, da er sie für die schrecklichen Zustände im nachrömischen Britannien verantwortlich macht. Es gilt als eine der wichtigsten Quellen der Geschichte Britanniens im 5. und 6. Jh., da es als einzige signifikante Quelle aus dieser Periode gilt, in der ein Zeitgenosse die Menschen und Ereignisse beschreibt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teil enthält einen Bericht der britischen Geschichte von der römischen Eroberung bis zur Zeit von Gildas. Hinweise auf Ambrosius Aurelianus und den Sieg der Briten über die Sachsen in der Schlacht von Mons Badonicus werden gegeben. Dies ist vermutlich die früheste Quelle, die Ambrosius Aurelianus erwähnt, eine wichtige Person in britischen Überlieferungen, der im Kampf gegen die übermächtigen Angelsachsen das Blatt gewendet haben soll. Er enthält auch die früheste Erwähnung über den Sieg der Briten in der Schlacht von Mons Badonucus.

Teil 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil zwei ist eine Verurteilung von fünf Königen für ihre verschiedenen Sünden, inklusive sowohl zweifelhafter Personen, wie auch gut dokumentierter wie zum Beispiel Maelgwn Gwynedd ap Cadwallon. Er ist von besonderem Interesse für die Forscher der britischen Geschichte. Gildas hüllt die Verdammungen in Allegorien der Bestien aus dem Buch Daniel und der Offenbarung des Johannes:

  • Constantine der tyrannische Welpe der unsauberen Löwin von Damnonia
  • Jenes Löwen Welpe Aurelius Conanus
  • Vortipore [...] der wie der getüpfelte Leopard [...] Tyrann der Demetae
  • Cuneglasse [...] jener Bär
  • Drache der Insel [...] maglocune

Die Gründe für Gildas' Abneigung sind nicht bekannt. Er wählte ganz bestimmte Könige, denn er machte keine Kommentare über die Könige anderer britischer Reiche, die zu dieser Zeit regiert haben. Dass er nur jene Könige wählte, die mit der Vorrangstellung eines Königs (Maglocune, der "Drache") in Verbindung stehen, lässt einen anderen Grund vermuten als nur moralische Entrüstung. Weder Wut noch ein Glaubensstreit rechtfertigen den am Beginn stehenden Angriff gegen Constantines Mutter (die "unreine Löwin")

Maelgwn (Magloucune), König von Gwynedd, erhält die dramatischste Verdammung und wird beinahe als Hochkönig über die anderen beschrieben (der machtgebende Drache der Apocalypse). Die Insel Anglesey war die Machtbasis der Könige von Gwynedd und Maelgwyn als Drachen der Insel zu beschreiben wäre somit zutreffend. Seine Vormachtstellung über andere Könige wird auch in anderen Quellen bestätigt. Beispielsweise war er ein hingebungsvoller Förderer des Christentums in Wales. Er machte viele Spenden an die Kirche und gilt als Gründer der Kirche in Bangor.

Constantine ist eine eher unklare Figur. Sein Damnonia wird generell als Dumnonia in südwest Britannien angesehen. Mehrere spätere Überlieferungen berichten von einem König in diesem Gebiet. Einige Historiker glauben auch, dass Gildas möglicherweise auf das Gebiet der Damnonii in Westschottland anspielte.

Cuneglasse ist der Cyneglas (oder Cynlas Goch ap Owain), Sohn von Owain Ddantgwyn ap Einion ap Cunedda Wledig ap Edern. Er wird mit Penllyn in Südgwynedd in Verbindung gebracht und war der Vorfahre eines späteren Königs von Gwynedd, Caradog ap Meirion.

Aurelius Conanus/Caninus kann nicht mit einer bestimmten Region in Britannien in Verbindung gebracht werden. John Edward Lloyd vermutet eine Verbindung zwischen ihm und Ambrosius Aurelianus, der schon vorher von Gildas erwähnt wird. In diesem Fall könnte sein Reich irgendwo in der Gegend gelegen haben, die schließlich von den Angelsachsen erobert wurde.

Vortiporius (Vortipore, altwalisisch: Guortepir) war ein König von Demetia (Dyfed), der sowohl in walisischen als auch in irischen Stammbäumen vertreten ist, als Sohn von Aircol Lawhir mac Tryffin Farfog. Einige Historiker glauben, dass er auf einem 1895 entdeckten Gedenkstein verewigt wurde, auch wenn die Sprachforschung dies nicht stützt.

Teil 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dritte Teil beginnt mit den Worten: "Britannien hat Priester, doch sie sind Narren; viele Minister, doch sie sind schamlos; Kleriker, doch sie sind gerissene Plünderer". Gildas führt diese Klagelied gegen den Klerus seiner Zeit fort, erwähnt aber keinen bestimmten Namen und bringt somit auch keinen Überblick über die Geschichte der christlichen Kirche seiner Zeit.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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