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Dumnonia

Dumnonia war ein keltisches Königreich im nachrömischen Britannien zwischen dem 4. und 8. Jh. Es lag im heutigen Devon und beinhaltete Cornwall und Teile von Somerset. Seine Grenze verschob sich mit der Zeit, als der westliche Nachbar Wessex seine Gebiete zu erweitern begann, und das Kleinkönigreich Cornwall entstand.

Manchmal wird die Schreibweise Damnonia benutzt, doch dies liegt an einer Verwechslung der Damnonii mit den Dumnonii, wobei erstere in der Gegend des Königreichs Strathclyde, einem Teil des heutigen Schottland, angesiedelt waren.

Dumnonia teilt außerdem einige Sprachähnlichkeiten mit Dumnonee, einer Region in der Bretagne.

Geschichte Bearbeiten

Keltische Stämme im Süden

Dumnonia wurde nach den Dumnonii benannt, einem keltischen Stamm im Südwesten von Britannien. Es existieren verschiedene Schreibweisen, eine davon ist Damnonia, die von Gildas verwendet wurde, möglicherweise als eine Anspielung auf den zu seiner Zeit lebenden Herrscher Constantine, der seiner Meinung nach der Verdammnis geweiht war. Gruppen mit ähnlichen Namen existierten in Schottland (Damnonii) und Irland (Fir Domnann).

Britain 500 CE

Im 5. und 6. Jh. gab es eine Zeit der Emigration, in der Menschen aus Dumnonia nach Armorica übersiedelten, in ein Schwesterkönigreich, das als Dumnonee bekannt wurde und in dem Gebiet lag, das sich heute in der Bretagne befindet. Die Historikerin Barbara Yorke vermutet, dass die Dumnonii das Ende des römischen Imperiums möglicherweise als Chance sahen, ihre Herrschaft auf andere Gebiete auszuweiten.

Das Gebiet wurde um 78 n. Chr. von den Römern erobert, scheint sich unter deren Herrschaft jedoch selbst verwaltet zu haben. Geoffrey of Monmouth erklärte, dass der Herrscher von Dumnonia, möglicherweise um 290-305, Caradocus war. Falls es sich bei ihm nicht um eine legendäre Figur gehandelt hart, wäre er kein König im tatsächlichen Sinn gewesen, sondern hätte eine mächtige Position in der römischen Verwaltung bekleidet.

Über die nachrömische Zeit in Dumnonia berichten verschiedene Quellen und Historiker sehen es als schwierig an, ihren Wahrheitsgehalt festzustellen, da sie historische Tatsachen und Legenden mit erfundenen Tatsachen vermischen. Dazu gehören Gildas' De Excidio et Conquestu Britanniae, Nennius' Historia Brittonum, die Annales Cambriae, die Angelsächsische Chronik, William of Malmesburys Gesta Regum Anglorum und De Antiquitate Glastoniensis Ecclesiae, Teile des Schwarzen Buchs von Carmarthen, das Rote Buch von Hergest, Beda Venerabilis' Historia ecclesiastica gentis Anglorum, das Bonedd Gwyr y Gogledd und das Buch von Baglan.

Konflikte mit den Sachsen Bearbeiten

Nachdem Ceawlin von Wessex 577 die Schlacht von Deorham gewonnen hatte, wurden die Briten von Dumnonia von den Ländereien ihrer walisischen Verbündeten abgeschnitten. Da jedoch Seereisen nicht besonders schwer waren, wurde dies vermutlich nicht als schwerer Verlust angesehen. Historiker vermuten, dass Clemen König von Dumnonia war, als die Schlacht von Beandun 614 ausgetragen wurde.

Laut dem Flores Historiarum gehörte Exeter noch zu Dumnonia, als sie es 632 mutig gegen Penda von Mercia verteidigten, bis Cadwallon ap Cadfan ihnen zu Hilfe kam und Mercias Truppen schwere Verluste zufügte. Dies basiert jedoch auf Geoffrey of Monmouths fragwürdiger Historia Regum Britanniae.

652 brach Cenwalh von Wessex durch die Verteidigungslinien von Dumnonia in der Schlacht von Bradford-upon-Avon. Sechs Jahre später konnten die Männer von Wessex in der Schlacht von Peonnum das östliche Dumnonia ihrem Reich hinzufügen.

661 beschreibt der Chronist Aethelweard in der Angelsächsischen Chronik eine Schlacht zwischen Cenwalh von Wessex und Wulfhere von Mercia bei Posentesburh, die Cenwalh möglicherweise verlor. Einige Historiker glauben, dass es sich bei Posentesburh um Posbury in Devon handeln könnte, was eine Beteiligung der Britonen von Dumnonia bedeuten würde. Im 7. Jh. scheint Exeter unter der Kontrolle der Angelsachsen gestanden zu haben, was sich aus einigen Hinweisen im Life of St. Boniface schließen lässt. 705 war Geraint ap Erbin König von Dumnonia, was aus einem Briefwechsel zwischen Geraint und Bischof Aldhelm von Sherborne schließen lässt.

710 wurde Geraint von Ine von Wessex in der Schlacht besiegt, doch für 722 berichten die Annales Cambriae von einem Sieg der Britonen in Cornwall. Um 755 kam ihr Territorium unter starken Druck durch die sächsische Armee. Die Feldzüge von Egbert der Große von Wessex zwischen 813 und 822 ließen nur noch ein Überbleibsel des ursprünglichen Dumnonia zurück, das dort zu dieser Zeit als Cerniw, Cerniu oder Kernow bekannt war, und bei den Angelsachsen als Cornwall oder "Westwales".

Die Angelsächsische Chronik berichtet von einer Schlacht 825 zwischen den Angelsachsen und den "Walisern", womit die Dumnonier gemeint sind: "Wir bekämpften die Wealas (die Männer aus Cornwall) und die Defnas (die Männer aus Devon) bei Gafulforda (mglw. Galford in Devon)". Der Ausgang der Schlacht wird nicht genannt. 838 kam es zu einer weiteren Rebellion und die "Westwaliser" wurden von einer dänischen Armee unterstützt, aber von Egbert geschlagen.

870 erkannte der cornische Bischof von Bodmin die Autorität des Erzbischof von Canterbury an und 875 starb der letzte cornische König Donyarth. Ende der 880er Jahre hatte Wessex die Kontrolle über zumindest einen Teil von Cornwall errungen. Laut William of Malmesbury, der um 1120 schrieb, vertrieb Aethelstan von England 936 die Briten aus Exeter und dem Rest von Devon und verlegte die Grenze von Cornwall an den Fluss Tamar.

Unter der Herrschaft von Edward dem Bekenner war Devon schon lange absorbiert worden. Die Gesta Herewardi berichtet von einem König von Cornwall namens Alef, der kurz vor der Normannischen Eroberung im frühen 12. Jahrhundert regierte. Ein Cadoc von Cornwall soll von Wilhelm I der Eroberer abgesetzt worden sein, was die letzten Spuren der Könige von Dumnonia in Britannien darstellt.

Cornwall und die Bretagne Bearbeiten

Es gab zwei Migratrionswellen aus Dumnonia nach Armorica. Einige Geschichten stützen die Theorien, dass dies durch zwei Herrscher erfolgt sein könnte, die sowohl über Dumnonia als auch über die Bretagne herrschten, was auch gleichnamige Herrscher in beiden Gebieten erklärt. Es gibt außerdem verschiedene Briefwechsel von keltischen Heiligen, Ortsnamen-Ähnlichkeiten und eine nahe Verwandtschaft zwischen der kornischen und der bretonischen Sprache. Dennoch entwickelten die Bretonen in Cornouaille und Dumnonee eine lange Geschichte und vollkommen eigenständige Herrscher.

Während Cornwall seine Sprache und Kultur beibehielt, veränderte die Ankunft der Sachsen im 7. Jh. die von Devon sehr nachhaltig, was beinahe sicher an einer großen Einwanderungswelle der Britonen nach Armorica gegen Ende der römischen Besetzung lag. J. B. Gover schrieb 1931 "in der Mitte des 7. Jh. war Devon ein spärlich besiedeltes keltisches Königreich, aufgrund einer großen Migration nach Armorica ein Jahrhundert zuvor, und als der Widerstand seines Königs einmal gebrochen war, verblieb keine nennenswerte einheimische Bevölkerung übrig, um das Leben der neuen Siedler zu verkomplizieren". Die Beziehung zwischen den neuen sächsischen Herrschern und den verbliebenen einheimischen Britonen scheint friedlich gewesen zu sein und in der Gegend blieben viele keltische Ortsnamen, allerdings nicht in dem Ausmaß des benachbarten Stammes der Cornovii, deren Gebiet zum heutigen Cornwall wurde.

Die vormittelalterliche Region von Cornouaille auf der Armorica-Halbinsel der Bretagne soll ihren Namen den einwandernden Inselkelten verdanken.

Verbindung zur Artuslegende Bearbeiten

Geoffrey of Monmouth schrieb im 12. Jh. in seiner Historia Regum Britanniae, dass König Artus in der Burg Tintagel empfangen wurde und behauptete auch, dass Constantine - der Constantin, der von Gildas verurteilt wurde - einer seiner Nachfolger war. Damit machte er Artus zu einem Mitglied des Königshauses von Dumnonia. Erbin ap Custennin von Dumnonia und sein Sohn Gereint Llyngesog ap Erbin erscheinen in der Artusgeschichte Geraint und Enid als Herrscher "auf der anderen Seite des Severn".

Es gibt Diskussionen über den Ort von Artus' großem Sieg in der Schlacht von Mons Badonicus, in der die Britonen gegen die Angelsachsen kämpften. Viele Historiker glauben, dass diese Schlacht - wenn sie denn stattgefunden hat - außerhalb des Gebiets bei Bath ausgetragen wurde. Geoffrey of Monmouth behauptet, Artus' letzter Kampf, die Schlacht von Camlann, wäre in Cornwall geschlagen worden. Die Überlieferungen deuten auf Slaughter Bridge bei Camelford hin, das - ohne Nachweis - als der Ort bezeichnet wurde, wo sich Camelot befand.

Könige von Dumnonia Bearbeiten

Die ursprünglichen keltischen Anführer der Dumnonii regierten im Südwesten, bis die Römer in ihr Gebiet vordrangen und um 55 n. Chr. eine Legionsfestung bei Isca Dumnoriorum (das heutige Exeter) errichteten. Um 78 n. Chr. war die civitas Dumnoriorum eine der am wenigsten von den Römern beeinflussten Gegenden. Das zu dieser Zeit als Caer Uisc bekannte Exeter wurde bis um 936 von dumnonischen Briten bewohnt, bis König Aethelstan sie verjagte. Möglicherweise gab es auch andere königliche Häuser, wie zum Beispiel in Din-Tagell (das heutige Tintagel) und Cadbury Castle.

Gegen Ende des 8. Jh. wurde Dumnonia durch die einfallenden Sachsen sehr in seiner Größe reduziert und der verbleibende Reststaat wurde Cornwall. (Siehe: Könige von Cornwall)

Frühe Herrscher Bearbeiten

Bretonische Prinzen von Dumonée Bearbeiten

Gemäß dem Life of St. Winnoc.

Einheimische Überlieferungen Bearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

Quellen Bearbeiten

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