Eadwulf Evil Child war ein angelsächsischer Adliger und Earl of Bamburgh, wird aber manchmal auch als Earl of Northumbria bezeichnet.


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über sein früheres Leben ist nichts bekannt. Sein Beiname Evil Child lässt vermuten, dass er in seiner Jugend eher wild war, möglicherweise ist Evil Child hier das Äquivalent zum modernen "bad boy". [1] Allerdings war cild im altenglischen auch ein Titel, den einige Angelsächsischen Adligen trugen, um einen hochrangigen Mann zu bezeichnen. [2] Es ist möglich, dass Eadwulf diesen Namen einfach aufgrund seines schlechten Charakters erhielt, [3] oder weil man ihn für seines hohen Ranges unwürdig empfand. [4]

Einige Werke aus dem 19. Jh. lassen vermuten, dass Eadwulf der Sohn von Osulf I von Bamburgh war, dem er später als Herrscher von Bamburgh folgte, andere besagen einfach, dass sie verwandt waren. [4]

Nach dem Tod von Osulf wurde Northumbria in zwei Teile geteilt, was spätestens 963 geschah. Eadwulf erhielt von König Edgar dem Friedfertigen die Ländereien zwischen dem Firth of Forth und dem Fluss Tees, während Oslac von York den Rest zwischen dem Tees und dem Tal des Humber erhielt. Laut John of Wallingford, einem Historiker aus dem 13. Jh., wollte Edgar damit vermeiden, dass ein Mann dieses große Gebiet erbte. Eadwulf wurde bei der Zeremonie "mit dem Schwert gegürtet", was ihn zum Earl machte, aber er wurde nicht gekrönt. [5]

In den folgenden Jahren erscheint er nicht oft in den Chroniken, bezeugte aber möglicherweise einige Urkunden des Königs zwischen 968-970. Einige Historiker bezweifeln allerdings, dass "Eadulf dux" der gleiche sein könnte wie Eadwulf.

972 wurde Eadwulfs Sohn von Kenneth II mac Mael Coluim von Schottland gefangen genommen. Im folgenden Jahr begleiteten Eadwulf, Oslac und Bischof Aelfsige Kenneth zu König Edgar, der sich in Chester befand und dort die Lehnseide empfing. Edgar gewährte Kenneth dort Lothian. [6] Die Quellen berichten nicht, was mit Eadwulfs Sohn geschah, doch Historiker vermuten, dass Eadwulf einige Ländereien gegen seine sichere Heimkehr tauschte.

Es gibt keine Details über Eadwulfs späteres Leben. Es wurde vermutet, dass er nach dem Tod von König Edgar sein Amt während der Erbfolgekrise sein Amt verlor. [7] Historiker haben vermutet, dass Eadwulf und Oslac sich möglicherweise auf die Seite von Aethelred dem Unberatenen schlugen, nicht auf die von Edward dem Märtyrer und dann ihre Positionen verloren. Jedenfalls hielt 975 Waltheof of Bamburgh die Grafschaft Bamburgh, spätestens 994.

Der Mangel an Informationen über Eadwulf in der Angelsächsischen Chronik - im Gegensatz zu Oslac -, hat die Vermutung entstehen lassen, dass die englischen Könige die Macht, einen Earl im fernen Norden abzusetzen oder ins Exil zu schicken, verloren hatten. Statt dessen könnte Eadwulf von einem mächtigen northumbrischen Adligen abgesetzt oder ermordet worden sein. [8]

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ♔ Eardwulf III von Bamburgh (796-806)
    1. ♔ Eanred of Northumbria (ca. 810-850) ⚭ Aethelthryth von Northumbria
      1. Eadwulf II von Northumbria (890-913)
        1. Ealdred I von Bamburgh (913-933)
          1. Osulf I von Bamburgh (946-954)
            1. Ealdred
              1. Waltheof of Bamburgh (fl. 994)
            2. Eadwulf Evil Child (fl. 963-73)
              1. NN, Sohn
        2. Uhtred, Ealdorman in Derbyshire (fl 911-958)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. McGuigan, Neil (2015). "4.1.3 'Northumbrian Earldom Foundation Legend'". Neither Scotland nor England : Middle Britain, c.850–1150
  2. Swanton, Michael (Übersetzer), Anglo-Saxon Chronicle
  3. Bäck, Hilding (1934). The Synonyms for "Child", "Boy", Girl" in Old English, Lund Studies in English
  4. 4,0 4,1 Williams, Ann; Smyth, Alfred P.; Kirby, D. P. (1997). A biographical dictionary of Dark Age Britain
  5. Palgrave, Francis (1831). History of England: Vol. I. Anglo Saxon Period
  6. Rollason, David W., (2003). Northumbria, 500 – 1100: Creation and Destruction of a Kingdom
  7. Fletcher, R. A. (2004). Bloodfeud: Murder and Revenge in Anglo-Saxon England
  8. Hayes, Jean Anne (2005). Anglian Leadership in Northumbria, 547 A.D. through 1075 A.D.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.