Ealhfrith - auch Alhfrith - war König von Deira von 655 bis 664.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ealhfrith war der Sohn von Oswiu von Northumbria und dessen britonischer Königin Rhiainfelt ferch Rhoedd. Er wurde etwa gegen 630 geboren.

Nach dem Tod oder der Flucht von Aethelwald von Deira während der Schlacht von Winwaed 655 [1] wurde Ealhfrith von Oswiu zum König von Deira gemacht. Er muss zu dieser Zeit etwa zwanzig gewesen sein und hatte seine Fähigkeiten bereits bei Winwaed unter Beweis gestellt.

651 hatte Oswiu Ealhfrith mit Cyneburg von Mercia verheiratet, in einem Versuch, mit deren Vater Penda Frieden zu schließen, was jedoch fehlgeschlagen war. [2] [3] Penda hatte den Feldzug begonnen, der zu Winwaed und seinem eigenen Tod geführt hatte. [1]

Ealhfrith war befreundet mit Peada von Mercia, Cyneburgs Bruder, und nach dessen Tod 656 - ein Mord, befohlen von Oswiu - scheint die Beziehung zwischen Ealhfrith und Oswiu sich verschlechter zu haben. Sein Verhalten führte zu einem Bild, das ihn als heißblütigen jungen Mann darstellt, doch vermutlich war er genau wie sein Vater. Beide besaßen eine Sturheit, die jede Versöhnung unmöglich machte.

658 hieß Ealhfrith in Deira den jungen Bischof Wilfrid willkommen, der in Lindisfarne studiert hatte, bevor er nach Canterbury und schließlich Rom reiste. In Rom war er zum römisch-katholischen Glauben bekehrt worden - in Northumbria herrschte zu dieser Zeit noch das keltische Christentum - und überzeugte Ealhfrith nun davon, dass dies der richtige Weg war.

Ealhfrith ernannte Wilfrid zum Bischof von Ripon und vertrieb dafür, den bereits existierenden Bischof Eata. Dies verärgerte Oswiu, der jetzt sowohl keltische als auch römisch-katholische Christen in seinem Reich hatte.

Oswiu ließ sich schließlich ebenfalls überzeugen und hielt 664 die Synode von Whitby ab, in der entschieden wurde, dass Northumbrias Kirchen dem römisch-katholischen Glauben folgen sollten. Besonders wichtig war hierbei die Berechnung von Ostern, die von beiden Richtungen unterschiedlich vorgenommen wurde, was zu starken Streitigkeiten führte. [4]

Wilfrid wurde schließlich zum Bischof von York ernannt, doch dies verbesserte die Beziehung zwischen Ealhfrith und Oswiu nicht. Während Wilfrid nach Paris reiste, um sich dort weihen zu lassen, ernannte Oswiu Chad an seiner Stelle.

Von Ealhfrith erfährt man nichts weiter und man kann annehmen, dass er vielleicht gegen seinen Vater rebellierte und in einem daraus entstehenden Kampf starb. [2] Beda hätte dies aber höchstwahrscheinlich berichtet. Eine alternative Erklärung ist, dass Ealhfrith an der Seuche starb, die 664 in Britannien wütete, und an der auch Erzbischof Deusdedit von Canterbury und Earconberht von Kent starben. Die Einsetzung von Chad als Bischof von York könnte nach Ealhfriths Tod stattgefunden haben.

In Cumbria befindet sich ein verwittertes Kreuz, dessen Gedenkschrift Ealhfrith und seine Frau Cyneburg von Mercia nennt. Eine Theorie besagt, er wäre dort in der Verbannung oder in einer Schlacht gestorben. [5]

Sein Nachfolger in Deira wurde sein Bruder Ecgfrith.

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aethelfrith (B 593-604, N 604-616) ⚭ | Bebba; ⚭ || Acha von Deira
    1. | ♔ Eanfrith (B 633-634) ⚭ NN ingen Gwid mac Bridei I mac Malcheon
    2. || ♔ Oswald (N 635-642) ⚭ | NN (Irin); ⚭ || Cyneburg von Wessex
      1. | ♔ Aethelwald (651-655)
    3. || ♔ Oswiu (N 642-670) ⚭ | Fina ingen Colman; ⚭ || Rhiainfelt ferch Rhoedd; ⚭ ||| Eanflaed von Deira
      1. | ♔ Aldfrith (686-705) ⚭ Cuthburh von Wimborne
      2. || ♔ Ealhfrith (655-664) ⚭ Cyneburg von Mercia
      3. || Alhflaed ⚭ ♔ Peada von Mercia (653-656)
      4. ||| ♔ Aelfwine (Deira 670-679)
      5. ||| ♔ Ecgfrith (664/670-685) ⚭ | Aethelthryth von East Anglia; ⚭ || Eormenburg von Kent
      6. ||| ⛪ Aelfflaed von Whitby
      7. ||| Osthryth ⚭ | Eanhere von Hwicce; ⚭ || ♔ Aethelred I von Mercia (675-704)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Beda, HE III/24
  2. 2,0 2,1 Kirby, D. P. Earliest English Kings
  3. Yorke, Barbara Kings and Kingdoms
  4. Beda, HE III/25
  5. Kipfer, Barbara Ann - Dictionary of artifacts
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