Ecgberht I war König von Kent von 664 bis 673.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ecgberht muss noch recht jung gewesen sein, als sein Vater starb, denn die Quellen besagen, dass seine Mutter Seaxburg Regentin wurde, bis Ecberht alt genug war, selbst die Herrschaft zu übernehmen. Als es schließlich soweit war, begann er seine Herrschaft mit dem eindeutig unchristlichen Akt, seine Cousins Aethelred und Aethelberht ermorden zu lassen. Eine Geschichte, die in der Kentish Royal Legend wahlweise als eigenmächtige Tat seines Reeve Thunor dargestellt wird, oder als Anstiftung von Ecgberht.

Der Grund für den Mord war es offensichtlich, seine Nachfolge zu sichern und die Rivalen aus der Linie seines Onkels Eormenred auszuschalten. Zu dieser Zeit gab es kein eindeutiges Recht auf die Erbfolge von Vater zu ältestem Sohn und Ecgberht - oder sein Dienstmann - wollte sicherstellen, dass er keine Rivalen haben würde.

Leider entwickelte sich um die beiden Prinzen schnell ein Heiligenkult, was zu einem Riss im Königshaus führte, den Ecgberht schnell kitten musste. Darum zahlte er das Wergeld in Form von Land auf der Insel Thanet an Domne Eafe, eine der Schwestern der beiden Prinzen. Sie gründete darauf ein Doppelkloster, dessen erste Äbtissin sie 675 wurde.

Ecgberht gründete weiterhin eine Kirche in Reculver und machte eine Landschenkung für ein weiteres Kloster in Chertsey, was zeigt, dass seine Autorität sich bis nach Surrey erstreckte, jedenfalls in Angelegenheiten der Kirche. Die Herrschaft darüber verlor er 669 an Wulfhere von Mercia. Bald danach wurde er von Oswiu von Northumbria zur Nachfolge für den Erzbischof von Canterbury befragt, denn Deusdedit war im gleichen Jahr gestorben wie Ecgberhts Vater Earconberht. Ecgberht setzte Wilfrid I von York dort ein, der auch einer seiner Berater war.

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Time Team-Episode über die Ausgrabung des kentischen Königspalastes, in dem Ecgberts Neffen ermordet worden sein sollen.

Somit führte der für die Kirche recht grausame Beginn seiner Herrschaft doch noch zu Profit. Ecgberht scheint ohnehin recht gute diplomatische und kirchliche Kontakte gehabt zu haben. Er beherbergte Wilfrid von York und Benedict Biscop, und stellte Theodore von Tarsus, dem Erzbischof von Canterbury, und Abt Adrian von Canterbury Eskorten für ihre Reisen in Gallien.

Ecgberht starb jung, er kann erst in seinen frühen Dreißigern gewesen sein, vielleicht sogar jünger, da er nur neun Jahre auf dem Thron saß und vermutlich im Alter von vierzehn oder sechzehn als alt genug anerkannt wurde, um zu regieren. Möglicherweise raffte ihn eine Krankheit darin. Er wurde in Canterbury begraben und sein Bruder Hlothhere wurde sein Nachfolger.

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eadbald (616-640) NN (Stiefmutter); ⚭ || Emma von Austrasien
    1. || ♔ Earconberht (640-664) ⚭ Seaxburg von Ely
      1. Eormenhild ⚭ ♔ Wulfhere von Mercia
      2. ⛪ Eorcengota von Faremoutier
      3. Ecberht I (664-673) ⚭ NN, Schwester von Arwald von der Isle of Wight
        1. Eadric (685-686)
        2. Wihtred (691-725)
        3. Eormenhild ⚭ Cunincpert von den Langobarden
      4. Hlothhere (673-685)
    2. || ♔ Eormenred (640-vor 664) ⚭ Oslava
      1. Aethelred (✝ 669)
      2. Aethelberht (✝ 669)
      3. Domne Eafe ⚭ ♔ Merewalh von den Magonsete
      4. Eormengyth ⚭ ♔ Centwine von Wessex
      5. Eormenburg ⚭ ♔ Ecgfrith von Northumbria
      6. Aethelthryth [1]
    3. || ⛪ Eanswith von Folkstone

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Ob diese Tochter existierte, ist umstritten. Sie wird ihm von John of Worcester (12. Jh.) zugeschrieben.
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