Ecgfrith war Unterkönig von Deira von 664 bis 670 unter der Herrschaft von Oswiu und König von Northumbria von 670 bis 685.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ecgfrith wurde etwa um 645 als Sohn von Oswiu von Northumbria und Eanflaed von Deira geboren. Mit nur zehn Jahren wurde er 655 von Penda von Mercia als Geisel genommen und nahm so an der Schlacht von Winwaed teil, in der sein Vater Penda tötete und ihn befreite. [1]

660 wurde Ecgfrith im Alter von fünfzehn Jahren mit der bereits verwitweten, zwölf Jahre älteren Aethelthryth von East Anglia verheiratet, die so fromm war, dass sie geschworen hatte, immer Jungfrau zu bleiben. [2] Es war eine eindeutig politische Ehe, um Northumbria und East Anglia zu verbünden. Aethelthryth begann nach Ecgfriths Thronbesteigung als König von Northumbria mit ihrem Drängen, sie in ein Kloster gehen zu lassen. 672 ließ er sich schließlich überzeugen, und sie gründete das Kloster Ely, dessen erste Äbtissin sie wurde. [2]

Ecgfrith wurde von seinem Vater 664 zum Unterkönig von Deira gemacht, nachdem Oswiu Ealhfrith von Deira vertrieben hatte. 670 bestieg er schließlich nach dem Tod seines Vaters den Thron von Northumbria [3] und sein jüngerer Bruder Aelfwine von Deira wurde König von Deira.

Ecgfriths Feldzüge zu Anfang seiner Herrschaft waren erfolgreich, aber gewalttätig. 672 vertrieben die Pikten ihren König Drust mac Donuel und entledigten sich der Oberherrschaft durch Northumbria, das Vasallenkönige bei ihnen eingesetzt hatte, seit Eanfrith von Bernicias Sohn Talorcan mac Enfret 653 König der Pikten geworden war. Ecgfrith schickte einen Trupp zu einer Strafexpedition ins Piktenland und gewann einen so überwältigenden Sieg, dass seine Armee einen Fluss überqueren konnte auf den toten Körpern seiner Feinde. [4]

Obwohl Ecgfrith die Pikten als erobert und unterworfen ansah, gründete er ein neues Unterkönigreich in Lothian und setzte dort den Ealdorman Beornhaeth als Herrscher ein. Weiterhin setzte er 681 einen anglischen Bischof bei den Pikten ein, Trumwine. Während dessen hatte der neue piktische König Bridei III mac Beli abgewartet und würde sich noch als Ecgfriths stärkster Feind erweisen.

Ecgfrith-Kurzdokumentation_(engl.)

Ecgfrith-Kurzdokumentation (engl.)

Kurz danach besiegte Ecgfrith eine Armee, die Wulfhere von Mercia gegen ihn geschickt hatte, und konnte dadurch Lindsey erobern. Wulfhere war auf dem Höhepunkt seiner Macht, und Ecgfriths Sieg war bedeutend.

Zwischen diesen beiden Siegen heiratete Ecgfrith erneut, diesmal Eormenburg von Kent. Sie wurde bekannt für ihren Hass auf Bischof Wilfrid I von York und ihre Gefühle überzeugten Ecgfrith, ihn zunächst einsperren und 680 schließlich verbannen zu lassen. [5] Während dessen dominierte Ecgfrith weiterhin den Norden. Im ersten Jahrzehnt seiner Herrschaft hatte er systematisch die Britonen aus Rheged vertrieben und dort angelsächsische Siedlungen gegründet.

679 überwältigte ihn schließlich Aethelred I von Mercia in der Schlacht am Fluss Trent. Ecgfrith hatte Mercia unterschätzt, nachdem er sie fünf Jahre zuvor so leicht besiegt hatte, und da Aethelred mit seiner Schwester Osthryth von Bernicia verheiratet war, dachte Ecgfrith vermutlich, er würde keine Probleme im Süden haben. Obwohl dies seine Autorität schwächte, machte es Ecgfrith nur noch entschlossener und egoistischer. In dieser Schlacht wurde auch Ecgfriths Bruder Aelfwine von Deira getötet, der sowohl in Northumbria und auch Mercia sehr beliebt gewesen war. Sein Tod führte beinahe zu einer Blutfehde zwischen den beiden Königshäusern, die erst durch die Intervention von Erzbischof Theodore von Tarsus abgewendet werden konnte, der vermittelte und auch für die Rückgabe von Lindsey an Mercia sorgte. [6]

Sein Gemetzel unter den Britonen von Rheged hatte nur dazu geführt, dass sie Zuflucht in Irland suchten, wo sie Söldner für die irischen Königshäuser wurden und begannen, die englische Küste zu überfallen. Im Juni 684 [7] schickte Ecgfrith eine Strafexpedition gegen die Iren und verwüstete das Königreich Brega in Leinster. Es wurde auch vermutet, dass diese Expedition dazu diente, die irische Unterstützung für seinen älteren Halbbruder Aldfrith zu verringern. Obwohl man ihm geraten hatte, nicht nach Irland zu ziehen, war Ecgfrith erfolgreich. [8]

Es kann sein, dass er sich jetzt selbst sehr überschätzte, denn 685 führte er eine große Armee zurück ins Piktenland. Doch er wurde über die sicheren Grenzen hinaus gelockt und er und viele seiner Männer wurden von Bridei III mac Beli in der Schlacht von Dun Nechtain abgeschlachtet. Bridei verfolgte die überlebenden Männer [8] zurück nach Lothian und konnte einige der Gebiete zurückerobern.

Northumbrias Stärke war stark geschwächt und es konnte die militärische Macht nie mehr zurückerlangen, die es während dem 7. Jh. ausgeübt hatte. Beda datiert den Niedergang von Northumbria mit dem Zeitpunkt von Ecgfriths Tod. [9] Seine Frau Eormenburg zog sich in die Abtei Carlisle zurück. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Überraschenderweise wurde Ecgfriths Körper in Iona begraben. Obwohl er ein Feind der Pikten war, ermöglichte ihm seine Blutsverwandtschaft zur königlichen Linie - durch die Ehe seines Onkels Eanfrith mit einer piktischen Prinzessin - diese letzte Ehre.

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aethelfrith (B 593-604, N 604-616) ⚭ | Bebba; ⚭ || Acha von Deira
    1. | ♔ Eanfrith (B 633-634) ⚭ NN ingen Gwid mac Bridei I mac Malcheon
    2. || ♔ Oswald (N 635-642) ⚭ | NN (Irin); ⚭ || Cyneburg von Wessex
      1. | ♔ Aethelwald (651-655)
    3. || ♔ Oswiu (N 642-670) ⚭ | Fina ingen Colman; ⚭ || Rhiainfelt ferch Rhoedd; ⚭ ||| Eanflaed von Deira
      1. | ♔ Aldfrith (686-705) ⚭ Cuthburh von Wimborne
      2. || ♔ Ealhfrith (655-664) ⚭ Cyneburg von Mercia
      3. || Alhflaed ⚭ ♔ Peada von Mercia (653-656)
      4. ||| ♔ Aelfwine (Deira 670-679)
      5. ||| ♔ Ecgfrith (664/670-685) ⚭ | Aethelthryth von East Anglia; ⚭ || Eormenburg von Kent
      6. ||| ⛪ Aelfflaed von Whitby
      7. ||| Osthryth ⚭ | Eanhere von Hwicce; ⚭ || ♔ Aethelred I von Mercia (675-704)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Beda, HE III/24
  2. 2,0 2,1 Beda, HE IV/19
  3. Beda, HE IV/5
  4. Siehe Schlacht der Zwei Flüsse
  5. Beda, HE IV/12
  6. Beda, HE IV/21
  7. Koch, John T. Celtic Culture: A Historical Encyclopedia
  8. 8,0 8,1 Beda, HE IV/24
  9. Beda, HE IV/26
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.