Ecgwynn war die erste Frau von Edward dem Älteren, König der Angelsachsen (899-924) und Mutter von Aethelstan von England (924-939).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Ecgwynn ist kaum etwas bekannt und ihr Name erscheint erst in den Aufzeichnungen in Dokumenten, die nach der Normannischen Eroberung von England entstanden. [1]

Laut William of Malmesbury war Aethelstan von England dreißig Jahre alt, als er 924 König wurde, was bedeutet, dass er gegen 894 geboren worden sein muss, was Egcwynns Ehe mit Edward auf das Jahr 893 verlegt. [1] [2] Zu dieser Zeit hatte Edward das Erwachsenenalter erreicht und eine seiner Hauptaufgaben war es vermutlich, die Weiterführung von Alfreds Linie zu sichern. [2] [3]

Es gibt keine Quellen, die berichten, was später aus Ecgwynn wurde, doch es gibt zwei Ereignisse, die relevant sind. Zunächst schrieb Malmesbury über Alfreds Beharren darauf, Aethelstan zum mercischen Hof zu seiner Tante Aethelflaed, Lady von Mercia zu schicken, um dort aufgezogen zu werden. [1] Zweitens erscheint es 901 in den Berichten, dass Edward Aelfflaed geheiratet hatte, die Tochter des Ealdorman Aethelhelm. [3] Der Grund dafür ist nicht klar. Möglicherweise lebte Ecgwynn 899 nicht mehr und somit war es nur natürlich, dass Edward erneut heiratete. [2] Weiterhin ist es möglich, dass Edwards erste Ehe nicht die ausreichende politische Bedeutung hatte, die seine Position als König der Engländer stärken würde. [4]7 Alfred könnte verantwortlich dafür gewesen sein, die erste Ehe zu arrangieren und somit hätte sein Tod 899 Edward und seinen Beratern die Möglichkeit gegeben, einen anderen Weg einzuschlagen. [5]

Anonyme Tochter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass König Aethelstan seine Schwester mit Sitric Caech (✝ 927) verheiratete, dem König von Northumbria, und dass die Hochzeit am mercischen königlichen Zentrum bei Tamworth am 30. Januar 926 gefeiert wurde. [6] William of Malmesbury berichtet, dass sie Ecgwynns Tochter war, konnte ihren Namen aber in keinen ihm zur Verfügung stehenden Quellen entdecken. [1] Erst in späteren Quellen werden Vermutungen angestellt, deren Wahrheitsgehalt jedoch ungesichert ist. Roger of Wendover (✝ 1236) und Matthew Paris (✝ 1259) glaubten, dass es sich um die Hl. Edith of Polesworth handelte, die laut der alten englischen Heiligenliste als Secgan bekannt war und im Nonnenkloster Polesworth in Warwickshire begraben wurde, nicht weit entfernt von Tamworth. [7] [8]

Eine spätere Quelle, die sich auf früheres Material des Chronisten John of Wallingford (13. Jh.) bezieht, nennt Sitrics Ehefrau Orgiue, möglicherweise für Eadgifu oder Eadgyth, und behauptet, dass ihr Sohn Olaf, König von Northumbria (Amlaib Cuaran) war. [8] Diese Daten werden von modernen Historikern mit gemischter Ansicht betrachtet. Einige Gelehrte ziehen Rogers Identifikation oder zumindest die Möglichkeit vor, dass ihr Name Eadgyth war, [9] während Yorke der Meinung ist, dass Eadgyth unwahrscheinlich zu zweien von Edwards Töchtern gehört haben könnte, die andere hatte er von Aelfflaed, und zieht Edith of Polesworth vor. [7]

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ecgwynns eigene Familie und ihr sozialer Status können nicht mit Sicherheit identifiziert werden. Die wenigen Hinweise scheinen von einer Kontroverse verfälscht zu sein, die durch Aethelstan von England Thronfolge ausgelöst wurde, die von den Anhängern der Söhne von Edward dem Älteren durch Aelfflaed, Tochter von Aethelhelm ausgelöst wurde.

Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William of Malmesbury behauptet, dass Alfred der Große die Absicht gehabt hatte, den Thron Aethelstan zu übergeben, und ihn als zeremoniellen Ausdruck für seinen anerkannten Status als Nachfolger persönlich mit Mantel, Gürtel und Schwert versah. [1] Mehr noch, Alfred soll seine Ausbildung am mercischen Hof durch Aethelstans Tante Aethelflaed, Lady von Mercia sichergestellt haben. [1] Ein lateinisches Gedicht, das möglicherweise aus dieser Zeit stammt, und in dem ein junger Aethelstan als zukünftiger Herrscher bezeichnet wird, könnte der Idee Glaubwürdigkeit verleihen, dass Aethelstans Thronwürdigkeit bereits in den 890er Jahren anerkannt wurde. [4]

Edward könnte allerdings andere Pläne verfolgt haben, als seine zweite Ehefrau Aelfflaed ihm Söhne geboren hatte. Während seine Absichten unbekannt sind, scheint es Aelfweard von Wessex gewesen zu sein, Edwards ältester Sohn durch Aelfflaed, der am 17. Juli 924 seinem Vater als König von Wessex folgte, während die Mercier Aethelstan von England als König wählten. Durch ein Missgeschick starb Alfweard innerhalb eines Monats und Wessex fiel an Aethelstan, der dadurch das gesamte Königreich seines Vaters erbte. Seine Thronfolge in Wessex wurde allerdings mit nennenswertem Widerstand betrachtet. Ein Anzeichen dafür ist, dass seine Krönung in Kingston upon Thames bis zum 4. Dezember des folgenden Jahres verzögert wurde. [4] Malmesbury erklärt dazu ausdrücklich, dass "ein gewisser Aelfred" bei Winchester sich der Thronfolge unter dem Grund entgegen stellt, dass Aethelstan der Sohn eine Konkubine war und somit illegitim. [1] Diese Anschuldigungen scheinen im Interesse eines königlichen Rivalen gewesen zu sein, besonders Edwin von Wessex. Aelfflaeds ältestem lebendem Sohn. In einer königlichen Urkunde für einen Thegn namens Aelfred unterschreibt Edwin als cliton - Aetheling - nach Aethelstan, was andeutet, dass er als sein Thronerbe anerkannt wurde. [4] Die Umstände seines Todes 933 lassen vermuten, dass jegliches friedliches Miteinander, das zwischen den Halbbrüdern existiert haben könnte, zum Ende gekommen war. Die Annalen von St. Bertin enthalten den lakonischen Kommentar, dass Edwin, "getrieben von einiger Unruhe in seinem Königreich", versuchte, auf den Kontinent zu segeln, aber in einem Sturm gefangen wurde und ertrank. [10]

Status[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geschriebenen und mündlichen Überlieferungen, die William of Malmesbury für seinen Bericht über Aethelstans Abstammung hinzu zog, scheinen die politischen Standpunkte widerzuspiegeln, die zu dieser Zeit die Nachfolgekrise beherrschten. [2] [4] Zunächst gibt es einen Bericht, der von Malmesbury selbst vorgezogen wird. Möglicherweise aus einem nicht zeitgemäßen lateinischen Gedicht über Aethelstan zitierend beschreibt er Ecgwynn als "eine angesehene Frau" (illustris femina) und John of Worcester folgt dem und nutzt die ähnliche Beschreibung "eine sehr edle Frau" (mulier nobilissima). [1] [11] [4]

Malmesbury scheinen auch einige Gerüchte bekannt gewesen zu sein (auch wenn er sie zurückwies), dass Aethelstans Mutter eine Konkubine gewesen war, wie "ein gewisser Aelfred" sie verbreitete, der eine Gruppe gegen die Thronfolge anführte. [1] Im frühen 12. Jh. war aus diesen Gerüchten eine verbreitete beliebte Überlieferung geworden, der Ecgwynn auf eine niedrig geborene Geliebte reduzierte, wenn auch eine von edler Erscheinung. Malmesbury zitiert eine Anekdote über Aethelstans Empfängnis, die er bei einem Volkslied (cantilena) hörte, und der er selbst nur wenig Wahrheitsgehalt zusprach. Eines Tages, besuchte Edward der Ältere wegen der früheren Zuneigung sein ehemaliges Kindermädchen (nutrix), die Frau eines Reeve. Dort traf er eine wunderschöne Schäferstochter, die wie eine Edelfrau erzogen worden war. Edward schlief mit dem namenlosen Mädchen, die ihm den zukünftigen König Aethelstan gebar. [1]

Diese Verleumdungen repräsentieren eine spätere Entwicklung von Geschichten zugunsten von Aelfflaeds Söhnen, doch es gibt Hinweise, die vermuten lassen, dass der Standesunterschied zwischen Edwards ersten beiden Ehefrauen frühere Gründe hatte. [4] Eine beinahe zeitgemäße Poetin namens Hrotsvitha von Gandersheim aus den 960er Jahren erzählt, dass Aethelstans Mutter einen niedrigeren Status (generis satis inferioris) hatte, als Aelfflaed, deren Tochter Editha Otto I, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches heiratete. [12] Da sie ihre Biographie zugunsten von Otto I, Editha und ihren Nachkommen schrieb, möglicherweise basierend auf Quellen, die ihnen wohlgesinnt waren, basierte nicht wenig davon möglicherweise auf Annahmen. [3] Andererseits könnte die politische Bedeutung von Aelfflaeds Familie - falls Ecgwynn nicht gestorben sondern wegen ihr verlassen worden war - eine große Rolle gespielt haben. [4]

Weitere beinahe zeitgemäße Hinweise kommen nur indirekt von späteren Verwandten, deren genaue Verbindung unmöglich zu spezifizieren ist. Laut seinem ersten Biographen war der Hl. Dunstan von Canterbury mit einer gewissen Aethelflaed verwandt, einer Frau von königlichem Rang, die selbst eine Nichte von König Aethelstan war, mit Bischof Aelfheah von Winchester, Bischof Cynesige von Lichfield und mit verschiedenen anderen Männern am Hof (inklusive seines Bruders Wulfric). Dunstans Vater Heorstan, der nahe der "königlichen Insel" Glastonbury lebte, war anscheinend keine wichtige Person im Königreich, obwohl einige Quellen für Edwards Herrschaft grundsätzlich dürftig sind. [13] Da Aethelstan, Dunstan und Heorstan alle das Namenselement -stan teilen, wurde zaghaft vermutet, dass sie ihre Verwandtschaft durch Ecgwynn hatten. [4]

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NN
    1. EcgwynnEdward der Ältere
      1. Aethelstan von England
      2. Alfred (✝ sehr jung)
      3. Edith of PolesworthSitric Caech von Northumbria

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 William of MalmesburyGesta Regum Anglorum
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Yorke, Barbara (2001) "Edward as Ætheling" in: Edward the Elder, 899-924, ed. Higham, N. J. and Hill, David
  3. 3,0 3,1 3,2 Miller, Sean (2004) "Edward [Edward the Elder] (870s?–924)." Oxford Dictionary of National Biography
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 Yorke, Barbara (1988) Bishop Æthelwold; his Career and Influence
  5. Nelson, Janet L. (1991) “Reconstructing a Royal Family: reflections on Alfred” in: People and Places in Northern Europe, 500-1600: essays in honour of Peter Hayes Sawyer
  6. Angelsächsische Chronik, Jahr 924
  7. 7,0 7,1 Yorke, BarbaraNunneries and the Anglo-Saxon royal houses
  8. 8,0 8,1 Hudson, Benjamin (2005) Viking Pirates and Christian Princes: dynasty, religion, and empire in the North Atlantic
  9. Thacker, Alan (2001) “Dynastic Monasteries and Family Cults: Edward the Elder's sainted kindred” in: Edward the Elder, 899-924, ed. Higham, N. J. and Hill, David
  10. Whitelock, Dorothy English Historical Documents
  11. John of Worcester, Chronicon
  12. Hrotsvitha of Gandersheim, Gesta Ottonis
  13. Brooks, Nicholas (1992) “The Career of St Dunstan” in: St Dunstan; His Life, Times and Cult
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