Edith Swanneck - auch Edith die Schöne - war die erste Ehefrau von König Harald II Godwinson [1] und wird manchmal mit seiner zweiten Frau und Königin Ealdgyth verwechselt. Sie könnte identisch sein mit Eadgifu the Fair, die zur Zeit der Normannischen Eroberung eine der reichsten Landbesitzerinnen von England war.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Swanneck - Schwanenhals - wurde abgeleitet von dem volkstümischen, was ihn auf altenglisch zu swann hnecca "Schwanenhals" macht. Höchstwahrscheinlich entstand dies aus einer verfälschten Form von swann hnesce, "Sanfter Schwan". [2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Ediths Herkunft und ihre Familie ist nichts bekannt. Sie war die Mutter von sechs der sieben Kinder von Harald II Godwinson. Ihre Tochter Gundhild von Wessex wurde die Mätresse von Alan Rufus. Ihre Tochter Gytha wurde von ihrer Großmutter 1068 nach Dänemark gebracht, [1] wo man sie als "Prinzessin" ansprach. Sie heiratete schließlich Vladimir II Monomakh, Großherzog von Kiew. [3]

Ihre Ehe mit Harald ist unter Historikern umstritten. Damals in der Bevölkerung allgemein anerkannt wurde sie jedoch von der Kirche als illegitim angesehen.

Ehe-Disput[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Schrift von 2015 behauptete der Historiker Bill Flint, dass Edith und Harald legitim verheiratet haben. Er verwirft viele vorherige Annahmen, die über Ediths Beziehung zu Harald gemacht wurden, inklusive der Treue der ehelichen Vereinigung des Paares und der christlichen Hingabe. Flint argumentiert, dass Edith und Harald beinahe sicher more danico verheiratet waren: der dänische Brauch der Hand-fast Ehe. Als Beweis dafür zitiert er eine Anzahl von Mitgift-Hinterlassenschaften, die zur Zeit von Ediths Verbindung mit Harald gemacht wurden. Flint merkt an, dass zu den Hinterlassenschaften Walsingham Manor gehörte, was Edith aller Wahrscheinlichkeit nach zur "Dame des Hauses" im Jahr 1061 machte, was von dem Tudor-Historiker Richard Pynson als das Jahr der Gründung des Schreins von Our Lady of Walsingham identifiziert wurde.

Flint behauptet, dass die Verbindung more danico von Edith und Harald aus der katholischen Perspektive legitim ist. Er argumentiert: "Die Änderungen, die die geheiligte Natur der christlichen Ehe bestätigen, waren erst kurz zuvor von Rom verkündet worden. Im ganzen Danelag und sehr verbreitet im englischen Adel, der jetzt oftmals auch skandinavische Blutlinien hatte, sollte die Hand-fast Ehe, die ein Brauch und im ganzen nördlichen Europa akzeptiert war, nicht als illegitime Vereinigung bezeichnet werden." Tatsächlich hatten die Angelsachsen die hand-fast-Ehe lange vor der dänischen Eroberung praktiziert.

Obwohl es heißt, dass Harald Ealdgyth, Tochter von Aelfgar, Earl of Mercia und Witwe von Gruffydd ap Llywelyn von Gwynedd, gesetzlich geheiratet hatte, wird diese Hochzeit im Frühling 1066 von den meisten modernen Historikern als politische Notwendigkeit angesehen. [4] Mercia und Wales waren gegen England verbündet und diese Hochzeit gab den Engländern einen Anspruch auf zwei sehr unruhige Regionen. Sie gab Harald II Godwinson auch eine Ehe, die vom Klerus als "legitim" angesehen wurde, anders als seine nach bürgerlichem Gesetz geschlossene Ehe mit Edith.

Visionärin von Walsingham[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flint identifiziert Edith als die Visionärin, die gemeinhin als "Rychold" oder "Richeldis de Faverches" bekannt ist und Our Lady of Walsingham entwarf. Die Identifikation von Edith als Auftraggeberin begründet sich in seinem Glauben, dass das frühere Datum der Gründung des Schreins, das von Richard Pynson mit 1061 angegeben wird, verlässlich ist. Pynsons Geschichte, die in einem Gedicht, das als die Pynson Ballade bekannt ist, erzählt wird, wurde zuvor von Historikern aus dem Grund verworfen, dass sie als mündliche Erzählung unzuverlässig war.

Doch Flint verteidigt die Ballade mit der Begründung, dass Pynson ein respektierter Historiker war, angestellt von König Heinrich VII, der auch mit John Leland zusammen arbeitete. Flint bestreitet die Theorien von J. C. Dickinson (1959) und sagt, dass die Norfolk Roll von 1131, von der Dickinson behauptet, dass sie sich auf die Gründung des Schreins beruft, sich eigentlich auf die Gründung der Priorei der Augustiner bezieht, die der Gründung des Schreins von Walsingham voraus ging. Er schreibt auch, dass Edith Swanneck am Hof als "Rychold" bekannt war, was "schön und reich" bedeutet, und dass der mahnende Titel, der von Pynson genannt wird, sich damit auf die angelsächsische Königin beziehen könnte. Ein Hinweis, der übereinstimmt mit dem ursprünglichen Datum, das in der Pynson Ballade als 1061 angegeben wird, da Edith Swanneck zu dieser Zeit die Lady des Walsingham Manor war. Flint stellt Edith damit als eine christliche Königin und legitime Gefährtin von Harald II Godwinson dar. Er verteidigt ihren christlichen Charakter als mögliche Vordenkerin des Schreins von Walsingham. Indem er Ediths christlichen Charakter verteidigt, zitiert er ihre Freundschaft zu Wulfstan of Worcester.

Folklore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut den Volkserzählungen identifizierte Edith Haralds Körper nach der Schlacht von Hastings. [4] Der Körper war schrecklich verstümmelt von den Normannen und trotz Bitten von Haralds Mutter Gytha wollte Wilhelm I der Eroberer ihn ihr nicht zum Begräbnis übergeben, obwohl sie sein Gewicht in Gold als Bezahlung anbot. Zu dieser Zeit wanderte Edith über das Schlachtfeld, um Harald möglicherweise durch ein Mal auf seiner Brust zu identifizieren, das nur ihr bekannt war. Aufgrund ihrer Identifikation konnte Haralds Körper ein christliches Begräbnis durch die Mönche der Abtei von Waltham erhalten. [5] Diese Legende wird in dem bekannten Gedicht von Heinrich Heine wiedererzählt, "Schlachtfeld bei Hastings" (1855), das Edith als Edith Schwanenhals zum Hauptcharakter hat und behauptet, dass die Male, die nur ihr bekannt waren, "Denkmäler der Lust", also Liebesbisse, waren.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Williams, Ann (2004) "Eadgifu [Eddeua] the Fair [the Rich] (fl. 1066), magnate". Oxford Dictionary of National Biography
  2. Ardagh, Philip (7 October 2011). Philip Ardagh's Book of Kings, Queens, Emperors and Rotten Wart-Nosed Commoners
  3. Poole, Russell Gilbert (1998). Old English Wisdom Poetry
  4. 4,0 4,1 Jones, Kaye (2011). 1066: History in an Hour
  5. Mason, Emma (2004). The House of Godwine: The History of a Dynasty
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