Edmund - oder Eadmund [1] - war einer der Söhne von Harald II Godwinson, König von England.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmunds genaues Geburtsdatum ist unbekannt, aber es war vermutlich nach dem seines älteren Bruders Godwine, der Mitte bis Ende der 1040er Jahre geboren wurde. [2] [3] Seine Familie war eine der mächtigsten im Angelsächsischen England: sein Großvater war Godwin, Earl of Wessex und sein Vater war Harald Godwinson, der dessen Titel später erbte. Seine Mutter Edith Swanneck war mit Harald more danico verheiratet, was eine Form der Ehe war, die im nördlichen Europa weit verbreitet, aber in der Kirche nicht anerkannt war und zu dieser Form überall außer dem Klerus als legitim angesehen wurde. Harald I Hasenfuß beispielsweise wurde König von England, obwohl er der Sohn einer solchen Ehe zwischen Knut dem Großen und Aelfgifu von Northampton war. [2]

Harald Godwinson hatte fünf Söhne, wenn auch vermutlich nicht alle von der gleichen Mutter, und Edmund war vermutlich der zweite oder dritte davon. Er wurde wahrscheinlich nach Edmund II Eisenseite benannt. Man kann davon ausgehen, dass Edmund eine Erziehung erhielt, die dem Sohn eines großen Adligen angemessen war, wobei das Hauptaugenmerk vermutlich auf der Erlangung von militärischen und diplomatischen Fähigkeiten lag. Auch wenn er anscheinend zu jung dazu war, mit seinem Vater in der Schlacht von Hastings zu kämpfen, hatte er Gelegenheit dazu, diese Fähigkeiten in den folgenden Jahren zu nutzen. [2]

Widerstand im südwestlichen England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald II Godwinsons Niederlage und Tod in Hastings waren ein Desaster für seine Familie, besonders da die angelsächischen Adligen in London nicht einen von Haralds Söhnen sondern Edgar Aetheling zum neuen König wählten, einen Großneffen von Edward dem Bekenner. Edwards kurze "Herrschaft" - er wurde niemals gekrönt - endete, als Wilhelm I der Eroberer London im Dezember 1066 erreichte. [2] Edmunds Großmutter Gytha, die Witwe von Godwin, Earl of Wessex, zog sich in den Südwesten von England zurück, um ihre Macht in diesem noch nicht eroberten Teil des Landes zu sammeln, doch zu Beginn von 1068 führte Wilhelm seine Armee gegen sie und belagerte sie in Exeter. [3] Edmund wird nicht eindeutig in den zeitgenössischen Quellen erwähnt als Teil dieser südwestlichen Rebellion, doch es ist sehr wahrscheinlich, dass er und seine Brüder Godwine und Magnus dort waren, um ihren Anspruch als Anführer der angelsächsischen Opposition durchzusetzen. [3] [2] [4] [1] Nach achtzehn Tagen ergab Exeter sich Wilhelm, doch zu dieser Zeit waren Gytha und möglicherweise auch ihre Enkel entkommen und hatten auf einer Insel im Bristolkanal Zuflucht gesucht, möglicherweise Steep Holm. [3] [1] [5]

Überfälle aus Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Sommer befand sich Edmund in Dublin unter dem Schutz von König Diarmait von Leinster, der viele Jahre zuvor auch seinem Vater Zuflucht gewährt hatte. Edmund wurde von seinen Brüdern Godwine und Magnus begleitet, falls man John of Worcester glauben will, oder laut dem anglo-normannischen Chronisten Geoffrey Gaimar von Godwine und seinem Cousin Tostig, einem Sohn von Sweyn Godwinson. Sie scheinen Harald II Godwinsons verbliebene Housecarls in ihrem Dienst gehabt zu haben, und hatten auch immer noch die Ressourcen, um Diarmait Geschenke wie "die Schlachtstandarte des Königs der Sachsen" zu machen, die in den Annalen von Inisfallen erwähnt wird, und eine Armee von Söldnern anzuheuern. [3] [6] Mit einer Flotte von 52 Schiffen segelten sie über den Bristolkanal und verwüsteten zunächst die Gegend um die Mündung des Flusses Avon, dann griffen sie Bristol an. Nachdem sie von der Stadtbevölkerung vertrieben worden waren, segelten sie zur Küste von Somerset und landeten erneut. [7] [2] [3] Sie könnten erwartet haben, dort willkommen geheißen zu werden und planten, mehr Männer zu rekrutieren, da Godwines Landbesitz beim Tod von Edward dem Bekenner aus zwei kleinen Landhäusern in Somerset (eines bei Nettlecombe und eines bei Langford-in-Burrington) bestanden hatte, doch wenn dem so war, wurden sie enttäuscht. [8] [9] Sie trafen auf eine örtliche Truppe unter dem Kommando von Eadnoth the Staller, die eine blutige Schlacht mit ihnen bei Bleadon austrugen. Eadnoth war einer der Toten und möglicherweise auch Edmunds Bruder Magnus. Nachdem sie Devon und Cornwall verwüstet hatte, kehrten die Brüder nach Dublin zurück, reicher aber ohne großen militärischen Erfolg. [3]

Im Sommer 1069 wurde erneut ein Angriff von Dublin aus begonnen, doch dieses mal sprechen die Quellen nur von zwei der Söhne von Harald, nennen jedoch nicht ihre Namen. [4] [1] Sie segelten mit 64 Schiffen nach Exeter, das sie nicht erobern konnten, und plünderten dann Teile der Südküste von Devon und möglicherweise die Lizard-Halbinsel in Cornwall, bevor sie Land's End umquerten und landeten, "unvorsichtig", wie die Angelsächsische Chronik sagt, an der Mündung des Flusses Taw an der Nordküste von Devon. [3] [2] [10] Nachdem sie das Gebiet um Barnstaple geplündert hatten, führten sie ihre Truppen ins Hinterland und trafen in der Schlacht von Northam auf eine Armee unter dem Kommando von Brian of Brittany, der - wie die Chronik sagt - "all die besten Männer von den Truppen [der Brüder] erschlug, während die wenigen Überlebenden zu ihren Schiffen entkamen". [2] [10] Die beiden Überfälle waren politisch und militärisch ein Desaster gewesen und hatten nur demonstriert, dass die Erinnerung an die Herrschaft ihres Vaters ihnen keine Unterstützung im Südwesten einbringen würde. [11]

Von Flandern nach Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist wahrscheinlich, dass Godwine und Edmund ihre Schwester Gytha, ihre Tante Gunnhild und ihre Großmutter Gytha begleiteten, als diese nach St. Omer in Flandern flohen, vermutlich Ende 1069 oder Anfang 1070. Es ist sicher, dass sie später an den Hof von König Sweyn II von Dänemark gingen, gemeinsam mit der jüngeren Gytha. [2] Sie hofften zweifellos, dass Sweyn sie bei einer Invasion nach England unterstützen würde, doch das tat er nicht. Sweyn hatte erst kurz zuvor selbst einen Versuch unternommen und hatte vermutlich nur wenig Lust, es für sie erneut zu besuchen, besonders da es böses Blut gab zwischen den beiden Familien. Sweyns Bruder war Jahre zuvor von einem der Brüder von Harald Godwinson ermordet worden. [3]

Gytha wurde an Vladimir Monomakh, Prinz von Smolensk verheiratet, möglicherweise 1074/5, doch von Edmunds späterem Leben ist nichts genau bekannt, [2] genausowenig wie sein Todesdatum. [2]

 Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wulfnoth Cild (983-1014)
    1. Godwin, Earl of Wessex (1001-1053) ⚭ Gytha Thorkelsdóttir
      1. Sweyn Godwinson (1021-1052)
      2. Harald II Godwinson (1022-1066) ⚯/⚭ | Edith Swanneck; ⚬ || Adeliza; ⚭ ||| Ealdgyth, Tochter von Aelfgar
        1. | Godwine
        2. | Edmund
        3. | Magnus
        4. | Gunhild von Wessex ⚯ | Alan le Roux; ⚯/⚭ || Alan der Schwarze
        5. | Gytha von Wessex ⚭ Vladimir II Monomakh, Großfürst von Kiew
        6. | Ulf
        7. ||| Harald
      3. Tostig Godwinson, Earl of Northumbria (1026-1066) ⚭ | Judith von Flandern (✝ 1095); ⚯ || NNs
      4. Edith von Wessex (1026-1075) ⚭ ♔ Edward der Bekenner
      5. Gyrth Godwinson, Earl of East Anglia (1032-1066)
      6. Leofwine Godwinson, Earl of Kent (1035-1066)
      7. Wulfnoth Godwinson (1040-1087)
      8. ⛪ Alfgar
      9. Edgiva
      10. Elgiva (✝ 1066)
      11. ⛪ Gunhilda (✝ 24.8.1087)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Freeman, Edward Augustus (1871). The History of the Norman Conquest of England. Volume IV: The Reign of William the Conqueror
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Walker, Ian (2010). Harold: The Last Anglo-Saxon King
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Mason, Emma (2004). The House of Godwine: The History of a Dynasty
  4. 4,0 4,1 Barlow, Frank (1972). The Feudal Kingdom of England, 1042–1216
  5. Coates, Richard (March 2014). "The Severn Sea Islands in the Anglo-Saxon Chronicle". Notes & Queries
  6. Flanagan, Marie Therese (1997) [1996]. "Irish and Anglo-Norman Warfare in Twelfth Century Ireland". In Bartlett, Thomas; Jeffery, Keith (eds.). A Military History of Ireland
  7. Barlow, Frank (2003). The Godwins: The Rise and Fall of a Noble Dynasty
  8. Williams, Ann (1981). "Land and Power in the Eleventh Century: The Estates of Harold Godwineson". In Brown, R. Allen (ed.). Proceedings of the Battle Conference on Anglo-Norman Studies III. 1980
  9. "Text of the Somerset Domesday: Part 1". British History Online
  10. 10,0 10,1 Garmonsway, G. N., ed. (1975) [1953]. The Anglo-Saxon Chronicle
  11. Golding, Brian (1994). Conquest and Colonisation: The Normans in Britain, 1066–1100
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