Edmund II Eisenseite war König der Engländer vom 23. April bis 30. November 1016. Er war der Sohn von König Aethelred dem Unberatenen und Halbbruder von König Edward dem Bekenner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das genaue Datum von Edmunds Geburt ist unbekannt, doch es kann nicht später als 993 gewesen sein, als er gemeinsam mit seinen beiden älteren Brüdern Aethelstan und Ecberht als Zeuge auf königlichen Urkunden erscheint. Er war der dritte der sechs Söhne von Aethelred dem Unberatenen aus dessen erster Ehe mit Aelfgifu von York, durch die Edmund auch vier Schwestern hatte. Seine Mutter starb gegen 1000 und sein Vater heiratete danach Emma von der Normandie, durch die Edmund zwei Halbbrüder und eine Halbschwester bekam.

Aethelstan und Edmund waren sehr eng mit einander verbunden und fühlten sich möglicherweise bedroht durch Emmas Ambitionen für ihre eigenen Söhne. [1] Das Life of Edward the Confessor, das fünfzig Jahre später geschrieben wurde, behauptet, dass Emma während ihrer Schwangerschaft mit Edward behauptet hätte, dass alle Engländer versprochen hätten, das Kind als König zu akzeptieren, wenn es ein Junge wäre. [2] Diese Behauptung war aber wahrscheinlich nur Propaganda.

Kriegerprinz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sven Gabelbart Ende 1013 den Thron von England eroberte und Aethelred in die Normandie floh, scheinen die Brüder ihrem Vater nicht gefolgt sondern in England geblieben zu sein. Aethelstan starb im Juni 1014 und hinterließ Edmund ein Schwert, das einst Offa von Mercia gehört hatte. [2] Sein Testament zeigt auch die enge Beziehung, die die Brüder miteinander und mit dem Adel der östlichen Midlands hatten. [1]

Sven starb im Februar 1014 und die Five Boroughs akzeptierten seinen Sohn Knut als König. Doch Aethelred erhielt Besuch einer Gesandtschaft des angelsächsischen Adels, die ihn überzeugte, den Thron wieder zu übernehmen und begann einen Überraschungsangriff, der die Wikinger besiegte und Knut zwang, aus England zu fliehen. 1015 kamen die Thegns Sigeferth und Morcar zu einer Versammlung in Oxford, möglicherweise in Hoffnung auf eine königliche Begnadigung, wurden aber von Eadric Streona ermordet. König Aethelred befahl dann, dass Sigeferths Witwe Ealdgyth gefangen genommen und in die Abtei Malmesbury gebracht werden sollte, doch Edmund erreichte sie zuerst und heiratete sie trotz des Protests seines Vaters; möglicherweise, um seine Machtbasis in den östlichen Midlands zu festigen. [1] Er erhielt dann die Gefolgschaftseide der Bewohner der Five Boroughs.

Zur gleichen Zeit setzte Knut eine neue Invasion von England in Gang. Ende 1015 hob Edmund eine Armee aus, möglicherweise mit Hilfe der Verbindungen seiner Frau und seiner Mutter mit den Midlands und dem Norden, doch die Mercier unter Eadric Streona schlossen sich den Westsachsen an, die sich Knut unterwarfen. Anfang 1016 zerstreute sich die von Edmund versammelte Armee, als Aethelred nicht erschien, um sie anzuführen, möglicherweise aufgrund von Krankheit. Edmund hob dann eine neue Armee aus und verwüstete gemeinsam mit Earl Uhtred von Northumbria Eadric Streonas mercische Gebiete, doch als Knut Northumbria besetzte, unterwarf Uhtred sich ihm, wurde aber dennoch von Knut getötet. Edmund zog daraufhin nach London. [2]

König von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aethelred starb am 23. April 1016 und die Bewohner und Berater in London wählten Edmund zum König und krönten ihn vermutlich auch, während der Rest des Witan, der sich in Southampton traf, Knut wählte. [3]

Edmund begann einen letzten, verzweifelten Versuch, England zu verteidigen. Während die Dänen London belagerten, zog Edmund nach Wessex, wo das Volk sich ihm unterwarf und er eine Armee versammelte. Er kämpfte unentschieden ausgehende Schlachten gegen die Dänen und ihre englischen Anhänger in Penselwood, Somerset und Sherston, Wiltshire. Danach beendete er die Belagerung von London, die die Einwohner erfolgreich durchgestanden hatten, [3] und besiegte die Dänen bei Brentford. Sie erneuerten die Belagerung, während Edmund nach Wessex zog, um weitere Truppen auszuheben und zurückkehrte, um London erneut zu befreien. Er besiegte die Dänen in Otford und verfolgte Knut bis nach Kent.

Eadric Streona lief jetzt zu Edmund über, doch bei der entscheidenden Schlacht von Assandun am 18. Oktober flohen Eadric und seine Männer und Knut errang einen überwältigenden Sieg. Es könnte eine weitere Schlacht im Wald von Dean gegeben haben, nach der die beiden Könige - überzeugt vom Witan - einen Frieden aushandelten, in dem sie England zwischen sich aufteilten. Edmund erhielt Wessex, während Knut Mercia und wahrscheinlich Northumbria bekam. [2]

Tod und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmund starb bereits am 30. November 1016. Der Ort seines Todes ist unbekannt, aber man geht grundsätzlich davon aus, dass er in London starb, nicht in Oxford, wie von Henry of Huntingdon behauptet. Dessen Version der Ereignisse enthielt einen Bericht darüber, dass Edmund an multiplen Stichwunden starb, während er auf dem Abort saß. [4] Geoffrey Gaimar erzählt ein ähnliches Ereignis, wobei die Waffe eine Armbrust war. Allerdings erwähnt eine Vielzahl anderer mittelalterlicher Chroniken, inklusive des Encomium Emmae Reginae (die Biographie von Emma von der Normandie), keinen Mord und Historiker gehen davon aus, dass Edmund vermutlich an Wunden starb, die er in der Schlacht erhalten hatte, oder an irgend einer Krankheit. Es ist natürlich trotzdem möglich, dass er ermordet wurde.

Edmund wurde nahe seinem Großvater Edgar der Friedfertige in der Abtei von Glastonbury in Somerset begraben. Diese wurde während der Auflösung der Klöster im 16. Jh. zerstört und geplündert, so dass der Verbleib seiner Gebeine unklar ist.

Edmunds Kinder von Ealdgyth - Edward der Exilant und Edmund Aetheling - wurden von Knut nach Schweden geschickt, wobei er möglicherweise hoffte, dass sie ermordet und vergessen werden würden. Doch Olof, König von Schweden, schickte sie statt dessen weiter nach Kiev, wo seine Tochter Ingegerd die Gefährtin des Herrschers des Kiewer Rus war. Die Jungen endeten schließlich in Ungarn, wo Edmund starb, Edward aber gründete eine Familie und kehrte schließlich 1057 aus dem Exil nach England zurück, wo er nur wenige Tage nach der Ankunft starb. Sein Sohn Edgar Aetheling wurde nach der Normannischen Eroberung von England kurz zum König von England erklärt, unterwarf sich jedoch später Wilhelm I dem Eroberer. Edmunds Enkeltochter Margaret wurde Königin von Schottland, nach ihrer Hochzeit mit Malcolm III Canmore und durch sie ist Edmund der direkte Vorfahre beinahe aller nachfolgenden schottischen Könige, jedes englischen Königs ab Heinrich II und jedes Herrschers von Großbritannien und dem Vereinigten Königreich bis zum heutigen Tag. [5]

Ruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut M. K. Lawson kommt die Intensität von Edmunds Kampf gegen die Dänen 1016 nur der von Alfred dem Großen im Jahr 871 gleich und steht im Gegensatz zu Aethelreds Fehlschlägen. Edmunds Erfolg beim Ausheben einer Armee nach der anderen lässt vermuten, dass nur wenig falsch lief mit der Verwaltung unter einem kompetenten Anführer. Er war "vermutlich ein sehr hingebungsvoller, fähiger und tatsächlich inspirierender Anführer". Knut besuchte sein Grabmal am Jahrestag seines Todes und legte einen Umhang, geschmückt mit Pfauen darauf, um seinem Seelenheil zu helfen, da Pfauen Auferstehung symbolisieren. [2]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmund Ironside ist ein Theaterstück aus dem Elizabethanischen Zeitalter, von dem einige Kritiker glauben, dass es sich um ein sehr frühes Werk von William Shakespeare handeln könnte.

In dem Fernsehfilm The Ceremony of Innocence (1970), der sich mit einer fiktiven Version der Invasion von Sven Gabelbart befasst, wird Edmund von John Horn dargestellt.

Edmund ist auch einer der Hauptcharaktere in Justin Hills Roman Shieldwall (2011) aus seiner Conquest-Trilogie

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edmund I ⚭ I Aelfgifu von Shaftesbury; ⚭ II Aethelflaed von Damerham
    1. | ♔ EadwigAelfgifu
    2. | ♔ Edgar der Friedfertige ⚭ I Aethelflaed Eneda; ⚭ II Wulfthryth von Wilton; ⚭ ||| Aelfthryth
      1. | ♔ Edward der Märtyrer
      2. || ⛪ Edith of Wilton
      3. ||| Edmund Aetheling
      4. ||| ♔ Aethelred der Unberatene ⚭ | Aelfgifu von York; ⚭ || Emma von der Normandie
        1. | Aethelstan Aetheling (✝ 1014)
        2. | Ecgberht Aetheling (✝ 1005)
        3. | ♔ Edmund II Eisenseite (✝ 1016) ⚭ Ealdgyth
          1. Edward der Exilant (✝ 1057)
          2. Edmund Aetheling (✝ zw. 1046-53)
        4. | Eadred Aetheling (✝ 1013)
        5. | Eadwig Aetheling (✝ 1017)
        6. | Edgar Aetheling (✝ 1008)
        7. | Edith ⚭ Eadric Streona
        8. | Aelfgifu ⚭ Uhtred der Stolze, Ealdorman of Northumbria
        9. | Wulfhild ⚭ Ulfcytel Snillingr
        10. | ⛪ NN, Äbtissin von Wherwell Abbey
        11. || ♔ Edward der Bekenner (✝ 1066)
        12. || Alfred Aetheling (✝ 1036–37)
        13. || Goda von England ⚭ | Drogo von Mantes; ⚭ || Eustace II, Graf von Boulogne

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Lavelle, Ryan (2008) Aethelred II: King of the English
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Lawson, M. K. (23 September 2004). "Edmund II". Oxford Dictionary of National Biography
  3. 3,0 3,1 Phillips, Charles Stanley (1911) "Edmund Ironside" . In Chisholm, Hugh (ed.). Encyclopædia Britannica
  4. Henry of Huntingdon (Version von 2002). Historia Anglorum
  5. Blackstone, William (1765) Commentaries on the Laws of England I/3 "Of the King, and His Title"
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