Edward I der Ältere war von 899 bis 924 König des frühmittelalterlichen angelsächsischen Königreichs Wessex. Er gehörte zum Haus Wessex. Er wurde auch als König der Angelsachsen bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercia war im achten Jahrhundert das herrschende Königreich in Südengland, verlor diese Position aber 825 in der Schlacht von Ellendun gegen Wessex. 865 landete die Großes Heidnisches Heer in East Anglia und nutzte es als Ausgangspunkt für ihre Invasionen. Mercia und Wessex verbündeten sich gegen den gemeinsamen Feind. 867 eroberten sie Northumbria und zogen dann weiter nach Mercia. Die Mercier erkauften sich Frieden mit den Dänen, die Burgred von Mercia 874 vertrieben. Ceolwulf II wurde der letzte König von Mercia. 878 konnte Alfred der Große einen entscheidenden Sieg über die Dänen erlangen und damit verhindern, dass sie West-Mercia und Wessex eroberten. Sie besetzten jedoch noch immer Northumbria, East Anglia und den Osten von Mercia.

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edward war der Sohn von König Alfred der Große von Wessex und dessen Frau Ealhswith von Gaini. Er war das zweite von fünf Kindern, die bis ins Erwachsenenalter überlebten, eine unbekannte Anzahl anderer Geschwister starb noch recht jung. Yorke vermutete, dass er nach seiner Großmutter mütterlicherseits, Eadburh von Mercia, benannt worden war, was ein Hinweis auf die westsächsische Politik sein könnte, seine Verbindungen zu Mercia zu stärken. [1]

Er wurde möglicherweise Mitte der 870er Jahre geboren und gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Aelfthryth gemeinsam erzogen. Barbara Yorke glaubt, dass er ihr altersmäßig vermutlich näher stand als Aethelflaed. Da er 893 Truppen in die Schlacht führte, muss er sich im heiratsfähigen Alter befunden haben, denn sein ältester Sohn Aethelstan von England wurde etwa 894 geboren. [1] [2] Laut Assers Life of King Alfred wurden Edward und Aelfthryth gemeinsam von männlichen und weiblichen Tutoren erzogen. Sie lasen religiöse und weltliche Werke in Englisch und lernten die höfischen Qualitäten wie Freundlichkeit und Humanität. Weiterhin schrieb Asser, dass sie ihrem Vater gegenüber gehorsam und freundlich zu Besuchern waren. Dies ist der einzige bekannte Fall eines angelsächsischen Prinzen und einer Prinzessin, die die gleiche Erziehung erhielten. [1]

Aetheling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Königs war Edward ein Aetheling, ein Prinz des königlichen Hauses, der für die Herrschaft wählbar war. Obwohl er den Vorteil hatte, der älteste Sohn des herrschenden Königs zu sein, war seine Thronfolge nicht gesichert, denn er besaß Cousins, die ebenfalls einen starken Thronanspruch hatten. Aethelhelm und Aethelwold von Wessex waren Söhne von Alfreds älterem Bruder und Vorgänger Aethelred I, doch sie waren übergangen worden, da sie beim Tod ihres Vaters noch Kleinkinder gewesen waren. Asser gibt uns mehr Details über die Kindheit und Jugend, als es bei anderen angelsächsischen Prinzen bekannt ist und verschafft uns Details über die Ausbildung eines Prinzen in einer Zeit von karolingischem Einfluss. Yorke vermutete, dass dies aufgrund von Alfreds Bemühungen geschah, seinem Sohn als würdigsten Aetheling darzustellen. [1]

Sein Cousin Aethelhelm erscheint nur in Alfreds Testament aus Mitte der 880er Jahre und starb vermutlich irgendwann im nächsten Jahrzehnt, doch Aethelwold erscheint an höherer Stelle als Edward in der einzigen Urkunde, in der er verzeichnet ist, was möglicherweise einen höheren Status andeutet. Aethelwold könnte auch einen Vorteil gehabt haben, weil seine Mutter eine Urkunde als Königin bezeugte, während Edwards Mutter Ealhswith von Gaini niemals einen höheren Status hatte als den der Ehefrau des Königs. [1] Doch Alfred befand sich in einer Position, seinem eigenen Sohn einen nennenswerten Vorteil zu verschaffen. In seinem Testament hinterließ er den Söhnen seines Bruders nur ein paar Ländereien, der Großteil seines Besitzes und all sein Bookland [3] in Kent. [4] Alfred förderte auch Männer, auf die er sich für seine Nachfolgepläne verlassen konnte, so wie seinen Schwager, einen mercischen Ealdorman namens Aethelwulf von Berkshire und seinen Schwiegersohn Aethelred, Ealdorman von Mercia. Edward bezeugte mehrere Urkunden seines Vaters und begleitete ihn oftmals bei königlichen Reisen. [1] In einer kentischen Urkunde von 898 wird Edward als rex Saxonum bezeichnet, was vermuten lässt, dass Alfred der Strategie gefolgt sein könnte, die schon sein Großvater Egbert von Wessex benutzt hatte, um den Anspruch seines Sohnes auf den westsächsischen Thron zu stärken, indem er ihn zum Unterkönig von Kent machte. [1]

Als Edward älter wurde, erhielt er von Alfred militärische Kommandos und Erfahrung in königlicher Verwaltung. [1] Die Engländer besiegten verschiedene Wikingerangriffe zwischen 893 und 896 und laut Abels gehörte der Ruhm Aethelred und Edward, nicht Alfred selbst. 893 besiegte Edward die Wikinger in der Schlacht von Farnham, obwohl er diesen Sieg nicht wiederholen konnten, da die Dienstzeit seiner Truppen zu Ende war und er sie entlassen musste. [siehe: Fyrd] Die Situation wurde gerettet durch die Ankunft von Truppen aus London, die von Aethelred angeführt wurden. [5] Yorke vermutet, dass obwohl Alfred den Witan mit Männern besetzt hatten, deren Interessen darin lagen, Alfreds Linie weiter zu führen, das nicht ausreichend gewesen wäre, Edwards Thronbesteigung zu sichern, wenn er nicht seine Eignung zur Herrschaft gezeigt hätte. [1]

Etwa gegen 893 heiratete Edward Ecgwynn, die ihm zwei Kinder schenkte - den zukünftigen Aethelstan von England und die Tochter Edith, die Sitric Caech, einen Wikingerkönig von York heiratete. Der Chronist William of Malmesbury aus dem 12. Jh. beschrieb Ecgwynn als illustris femina (edle Dame) und erklärte, dass Edward Aethelstan als seinen Thronerben wählte. Ecgwynn könnte mit dem Hl. Dunstan, Erzbischof von Canterbury, verwandt gewesen sein. Malmesbury erklärte aber auch, dass Aethelstans Thronbesteigung 924 durch einen Adligen angefochten wurde, der behauptete, dass Ecgwynn eine Konkubine von niedriger Geburt gewesen sein. [1] [6] [7] Einige Historiker wie Keynes und Abels akzeptieren die Behauptung, sie wäre nur eine Mätresse gewesen, [8] [5] doch Yorke und Foot widersprechen mit dem Argument, dass diese Behauptung im Zusammenhang mit der umstrittenen Thronfolge 924 gesehen werden müsste und in den 890ern nicht von Bedeutung war. [1] [9] Ecgwynn starb vermutlich 899, denn etwa zur Zeit von Alfreds Tod heiratete Edward Aelfflaed, die Tochter von Aethelhelm, einem Ealdorman, möglicherweise aus Wiltshire. [1]

Nelson vermutete, dass es in den 890er Jahren einen Konflikt zwischen Alfred und Edward gegeben haben könnte. Sie hebt hervor, dass die Angelsächsische Chronik, die in den 890ern unter der Schirmherrschaft des königlichen Hofes erstellt wurde, Edwards militärische Erfolge nicht erwähnt. Sie sind nur aus der Chronik von Aethelweard aus dem späten 10. Jh. bekannt, so wie sein Bericht von der Schlacht von Farnham, in dem laut Nelson "Edwards militärische Fähigkeiten und seine Beliebtheit bei seiner Anhängerschaft junger Krieger hervorgehoben werden". Gegen Ende seines Lebens setzte Alfred seinen jungen Enkel Aethelstan in einer Zeremonie ein, die Historiker als möglichen Hinweis auf seine Position als Thronfolger ansehen. Nelson argumentierte, dass dies möglicherweise von Edward vorgeschlagen worden war, um die Thronfolge seines eigenen Sohnes zu sichern, es möglicherweise von Alfred auch als Teil eines Plans gedacht war, das Reich zwischen seinem Sohn und Enkel aufzuteilen. Aethelstan wurde nach Mercia geschickt, um dort von Aethelflaed und Aethelred aufgezogen zu werden, doch es ist nicht klar, ob dies Alfreds oder Edwards Idee war. Alfreds Ehefrau Ealhswith wurde in der Angelsächsischen Chronik während Alfreds Lebenszeit nicht erwähnt, erschien aber, als ihr Sohn den Thron bestiegt. Dies könnte daran liegen, dass sie möglicherweise ihren Sohn gegen ihren Ehemann unterstützte. [10]

Aethelwolds Aufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred starb am 26. Oktober 899 und Edward bestieg den Thron, doch Aethelwold von Wessex stellte die Thronfolge in Frage. [2] Er besetzte die königlichen Ländereien in Wimborne, die symbolisch wichtig waren als der Ort, wo sein Vater begraben war, und Christchurch, beide in Dorset. Edward marschierte mit seiner Armee in die nahe eisenzeitliche Hügelfestung Bradbury Rings. Aethelwold erklärte, dass er in Wimborne leben oder sterben würde, floh aber mitten in der Nacht und ritt nach Northumbria, wo die Dänen ihn als König akzeptierten. [11] [12] Edward wurde am 8. Juni 900 in Kingston upon Thames gekrönt. [13]

901 kam Aethelwold mit einer Flotte nach Essex und im folgenden Jahr überzeugte er die Dänen von East Anglia, in Mercia und Wessex einzufallen, wo seine Armee plünderte und dann zurückkehrte. Edward rächte sich, indem er East Anglia verwüstete, doch als er sich zurück zog, weigerten sich die Männer von Kent und wurden von der Dänischen Armee angegriffen. Beide Seiten trafen sich in der Battle of the Holme (möglicherweise Holme in Huntingdonshire) am 13. Dezember 902. Laut der Angelsächsischen Chronik gewannen die Dänen die Schlacht, erlitten aber schwere Verluste, zu denen auch Aethelwold und ein König Eohric von East Anglia gehörten, möglicherweise von den Dänen von East Anglia. Zu den kentischen Verlusten gehörten Sigehelm, Ealdorman of Kent, der Vater von Edwards dritter Frau Eadgifu von Kent. Aethelwolds Tod beendete seine Bedrohung für Edwards Herrschaft. [11] [2] [14]

Alfred hatte 886 in London die formelle Unterwerfung "aller Engländer, die nicht unter der Unterdrückung der Dänen standen" erhalten, und danach übernahm er den Titel Anglorum Saxonum rex (König der Angelsachsen), der in seinen späteren Urkunden benutzt wurden und in allen Urkunden Edwards außer zwei. Keynes sieht dies als "die Erschaffung einer vollkommen neuen und einzigartigen Politik", die sowohl Wessex als auch Mercia abdeckte, und von Edward mit der Unterstützung der Mercier am westsächsischen Hof geerbt wurde. Der wichtigste dieser Unterstützter war Plegmund, Erzbischof von Canterbury. 903 gab Edward mehrere Urkunden heraus, die Land in Mercia betrafen. Drei davon wurden von Aethelflaed, Aethelred und ihrer Tochter Aelfwynn bezeugt, und sie alle enthalten die Aussage, dass Aethelred und Aethelflaed "zu dieser Zeit die Herrschaft und Macht über die Rasse der Mercier hielten, unter dem zuvor genannten König". Andere Urkunden von ihnen enthielten keine Anerkennung von Edwards Autorität, doch sie gaben nicht ihre eigenen Münzen heraus. [15] Ryan teilt diese Ansicht von Edwards Status und erklärt, dass Aethelred und Aethelflaed "einen nennenswerten, aber schlussendlich untergeordneten Anteil der königlichen Autorität" im englischen Mercia hatten. [16]

Andere Historiker stimmen dem nicht zu. Stafford beschreibt Aethelflaed "als die letzte mercische Königin", [17] während Insley der Ansicht ist, dass Mercia seine Unabhängigkeit bis zu Aethelflaeds Tod 918 bewahrte. [18] Davidson stellt die Urkunden von 903 denen von 901 gegenüber, in denen die mercischen Herrscher "durch die Gnade Gottes, die Monarchie der Mercier hielten, verwalteten und verteidigten". Er erklärt, dass "die Hinweise auf die mercische Unterwerfung ausgesprochen gemischt sind. Schlussendlich könnte die Ideologie des 'Königreichs der Angelsachsen' weniger erfolgreich darin gewesen sein, die Absorption von Mercia zu erreichen, un mehr etwas, das ich als undurchsichtigen politischen Coup ansehe." Die Angelsächsische Chronik wurde seit den 890er Jahren am westsächsischen Hof zusammengestellt und die Einträge für das späte 9. und frühe 10. Jahrhundert werden von Historikern als Darstellung der westsächsischen Ansichten gesehen. Davidson merkt an, dass "Alfred und Edward sehr fähige 'Schönredner' besaßen". [19] [15] Einige Versionen der Chronik enthalten einen Teil eines verloren gegangenen Mercischen Registers, das eine mersiche Perspektive darstellt und Details aus Aethelflaeds Feldzügen gegen die Wikinger beschreibt. [16]

Im späten 9. und frühen 10. Jh. wurden eheliche Verbindungen mit dem westsächsischen Königshaus als glanzvoll angesehen von kontinentalen Herrschern. Mitte der 890er Jahre hatte Alfred seine Tochter Aelfthryth an Balduin II von Flandern verheiratet und 919 verheiratete Edward seine Tochter Eadgifu an Karl den Einfältigen, König von Westfranken. 925 wurde eine weitere seiner Töchter, Editha, an Otto, den zukünftigen König von Deutschland und späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verheiratet. [20]

Eroberung des südlichen Danelag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine Aufzeichnungen über Schlachten zwischen den Angelsachsen und den dänischen Wikingern für mehrere Jahre nach der Battle of the Holme, doch 906 stimmte Edward einem Frieden zwischen ihm und den Dänen von East Anglia und Northumbria zu, was vermuten lässt, dass es Konflikte gegeben hatte. Laut einer Version der Angelsächsischen Chronik machte er Frieden "aus Notwendigkeit", was andeutet, dass er sie auszahlen musste. [2] Er bestärkte die Engländer darin, Land im dänischen Gebiet zu kaufen und es existieren Urkunden, die sich auf Ländereien in Bedfordshire und Derbyshire bezieht. 29 909 schickte Edward eine vereinigte Armee aus Westsachsen und Merciern, die die northumbrischen Dänen immer wieder angriffen, und konnte die Knochen des northumbrischen Heiligen König Oswald aus der Abtei Bardney in Lincolnshire erobern. Oswald wurde in ein neues mercisches Münster überführt, das von Aethelred und Aethelflaed in Gloucester gegründet worden war, und die Dänen wurden gezwungen, den Frieden zu Edwards Bedingungen zu akzeptieren. [11] [21] Im folgenden Jahr rächten sich die northumbrischen Dänen, indem sie Mercia überfielen, doch auf ihrem Heimweg trafen sie auf eine Armee von Merciern und Westsachsen in der Schlacht von Tettenhall, wo die Wikinger eine verheerende Niederlage erlitten. Danach zogen die northumbrischen Dänen nie wieder weiter südlich als bis zum Humber und Edward und seine mercischen Verbündeten konnten sich darauf konzentrieren, das südliche Danelag in East Anglia und die Five Boroughs des östlichen Mercia zu erobern: Derby, Leicester, Lincoln, Nottingham und Stamford. [2]

911 starb Aethelred, Ealdorman von Mercia, und Edward übernahm die Kontrolle über die mercischen Ländereien um London und Oxford. Aethelreds Witwe Aethelflaed wurde seine Nachfolgerin und sie scheint bis dahin schon mehrere Jahre lang als Herrscherin fungiert zu haben, da Aethelred im späteren Leben offenbar beeinträchtigt gewesen war. [11] [22] [6]

Edward und Aethelflaed begannen danach mit dem Bau von Festungen, um gegen Wikingerangriffe zu schützten und das von ihnen eroberte Gebiet zu beschützen. Im November 911 konstruierte Edward eine Festung am nördlichen Flussufer des Lea bei Hertford, um vor Angriffen durch die Dänen aus Bedford und Cambridge zu schützen. 912 marschierte mit seiner Armee nach Maldon in Essex und befahl den Bau einer Festung bei Witham und einer zweiten bei Hertford, die London vor Angriffen bewahre. Er ermutigte auch viele Engländer, die unter dänischer Herrschaft in Essex lebten, sich ihm zu unterwerfen. 913 gab es eine Pause in seinen Aktivitäten, während Aethelflaed weiterhin Festungen in Mercia erbauen ließ. [2] [11]

914 segelte eine Wikingerarmee von der Bretagne heran und verwüstete das Mündungsgebiet des Severn. Sie griffen danach Ergyng im südöstlichen Wales an (jetzt Archenfield in Herefordshire) und nahmen den dortigen Bischof gefangen (Carmeleac, Cimeliauc oder Cyfeiliog, abhängig von der Quelle). Edward kaufte ihn für die große Summe von vierzig Pfund Silber frei. Die Wikinger wurden 915 von den Armeen aus Hereford und Gloucester besiegt und gaben Geiseln und Eide, um den Frieden zu halten. Laut der Angelsächsischen Chronik wurde einer der beiden Jarls, der die Überfälle angeführt hatte, Hroald, getötet, sowie auch der Bruder des anderen Jarls.

Edward unterhielt eine Armee an der Südseite des Humbergebiets, falls die Wikinger ihre Schwüre brechen würden, und er musste zwei mal Angriffe zurückschlagen. Im Herbst zogen die Wikinger nach Irland. Diese Ereignisse lassen vermuten, dass das südöstliche Wales unter die Macht von Wessex fiel, anders als Brycheiniog gleich im Norden, wo Mercia dominant war. [23] [2] Ende 914 ließ Edward zwei Festungen bei Buckingham erbauen und Earl Thurketil, der Anführer der dänischen Armee bei Bedford, unterwarf sich ihm. Im folgenden Jahr besetzte er Bedford und ließ eine weitere Festung am Südufer des Great Ouse gegen die Wikinger am Nordufer erbauen. 916 kehrte Edward nach Essex zurück und erbaute eine Festung bei Maldon, um die Verteidigung von Witham zu verstärken. Er half außerdem Earl Thurketil und seinen Anhängern, England zu verlassen, was die Anzahl von Wikingerarmeen in den Midlands verringerte. [11]

Das entscheidende Kriegsjahr war 917. Im April erbaute Edward eine Festung bei Towcester als Verteidigung gegen die Dänen von Northampton und eine weitere an einem nicht identifizierten Ort namens Wigingamere. Die Dänen unternahmen erfolglose Angriffe auf Towcester, Bedford und Wigingamere, während Aethelflaed Derby eroberte und den Wert der englischen Verteidigungsmaßnahmen bewies, die von Uneinigkeit und einem Mangel an Koordination in den dänischen Armeen unterstützt wurden. Die Dänen mussten ihre eigene Festung bei Tempsford in Bedfordshire erbauen, doch Ende des Sommers stürmten die Engländer sie und töteten den letzten dänischen König von East Anglia. Die Engländer eroberten dann Colchester, obwohl sie nicht versuchten, es zu halten. Die Dänen rächten sich, indem sie eine Armee schickten, um Maldon zu belagern, doch die Garnison hielt aus, bis sie befreit wurde, und die sich zurückziehende Armee erlitt eine schwere Niederlage. Edward kehrte dann nach Towcester zurück und verstärkte seine Festung mit einer Steinmauer. Die Dänen des nahen Northampton unterwarfen sich ihm. Die Armeen von Cambridge und East Anglia unterwarfen sich ebenfalls und gegen Ende des Jahres waren die einzige dänische Armeen, die immer noch gegen ihn aushielten, die in vier der Five Boroughs: Leicester, Stamford, Nottingham und Lincoln. [2] [11]

Anfang 918 sicherte Aethelflaed die kampflose Unterwerfung von Leicester und die Dänen des northumbrischen York boten ihr ihre Gefolgschaft an, möglicherweise für Schutz gegen die nordischen (norwegischen) Wikinger, die aus Irland in Northumbria eingefallen waren. Doch sie starb am 12. Juni, bevor sie das Versprechen annehmen konnte. Anscheinend erhielt Edward nicht das gleiche Angebot und die nordischen Wikinger eroberten York 919. Laut der westsächsischen Hauptversion der Angelsächsischen Chronik unterwarfen sich die Mercier nach Aethelflaeds Tod Edward, doch die mercische Version (das Mercische Register) besagt, dass ihre Tochter Aelfwynn im Dezember 918 "all ihrer Autorität in Mercia entzogen wurde und man sie nach Wessex brachte". Mercia könnte ein Angebot gemacht haben für weiterführende halbe Unabhängigkeit, was von Edward unterdrückt wurde, und es kam danach unter seine direkte Herrschaft. Stamford hatte sich Edward noch vor Aethelflaeds Tod unterworfen und Nottingham tat das gleiche kurz danach. Laut der Angelsächsischen Chronik "unterwarfen sich ihm alle Menschen, die sich in Mercia angesiedelt hatten, sowohl Dänen als auch Engländer" vor 918. Dies würde bedeuten, dass er ganz England südlich des Humber regierte, doch es ist nicht klar, ob Lincoln eine Ausnahme war, da Münzen des wikingischen York in den frühen 920er Jahren möglicherweise in Lincoln geprägt worden waren. [11] [2] Einigen dänische Jarls erlaubte man, ihre Ländereien zu behalten, obwohl Edward möglicherweise auch seine Anhänger mit Land belohnte, und einiges behielt er für sich selbst. Münz-Hinweise lassen vermuten, dass seine Autorität stärker war in den östlichen Midlands als in East Anglia. [24] [25] Drei walisische Könige - Hywel Dda, Clydog ap Cadell und Idwal Foel ap Anarawd -, die zuvor Untertanen von Aethelflaed gewesen waren, schworen nun Edward ihre Gefolgschaft. [23]

Münzwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptwährung im späten Angelsächsischen England war der Silberpenny und einige Münzen trugen ein stilisiertes Portrait des Königs. Edwards Münzen trugen "EADVVEARD REX" auf der Oberseite und den Namen des Münzmeisters auf der Rückseite. Der Ort der Prägung wurde nicht in seiner Herrschaft gezeigt, doch er wurde es unter seinem Sohn Aethelstan, was die Lokalisierung vieler Münzmeister während Edwards Herrschaft ermöglichte. Es gab Münzprägestätten in Bath, Canterbury, Chester, Chichester, Derby, Exeter, Hereford, London, Oxford, Shaftesbury, Shrewsbury, Southampton, Stafford, Wallingford, Wareham, Winchester und möglicherweise noch in anderen Städten. Es wurden keine Münzen im Namen von Aethelred oder Aethelflaed herausgegeben, doch ab 910 produzierten englische Münzprägestätten in Mercia Münzen mit einem ungewöhnlichen Dekor auf der Rückseite. Sie verschwanden vor 920 wieder und repräsentieren möglicherweise Aethelflaeds Art, ihre Münzen von denen ihres Bruders zu unterscheiden. Es gab außerdem eine kleinere Menge von Münzen im Namen von Plegmund, Erzbischof von Canterbury. Es gab einen dramatischen Anstieg in der Zahl der Münzmeister während Edwards Herrschaft, weniger als 25 im Süden in den ersten Zehn Jahren, und 67 in den letzten zehn Jahren, sowie etwa fünf im englischen Mercia hin zu 23, plus 27 im eroberten Danelag. [25] [26]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

908 übermittelte Plegmund die Almosen des englischen Königs und Volkes dem Papst. Der erste Besuch eines Erzbischofs von Canterbury in Rom seit beinahe einem Jahrhundert, und die Reise könnte den Grund gehabt haben, die päpstliche Zustimmung für eine mögliche Neuorganisatiön der westsächsischen Diözesen einzuholen. [27] Als Edward den Thron bestieg, hatte Wessex zwei Diözesen - Winchester, das von Denewulf gehalten wurde, und Sherborne, wo Asser Bischof war. [28] 908 starb Denewulf und wurde im folgenden Jahr mit Frithestan ersetzt. Kurz danach wurde Winchester in zwei Diözesen aufgeteilt, mit der Erschaffung einer Diözese in Ramsbury, die Wiltshire und Berkshire abdeckte, während Winchester Hampshire und Surrey behielt. Gefälschte Urkunden datieren die Teilung auf 909, doch dies könnte falsch sein. Asser starb im gleichen Jahr und irgendwann zwischen 909 und 918 wurde Sherborne in drei Diözesen geteilt: Crediton mit Devon und Cornwall und Wells mit Somerset, wodurch Sherborne Dorset behielt. [29] Dies sollte den Status von Canterbury stärken, doch die Teilung könnte verbunden sein mit einer Veränderung in den kirchlichen Funktionen der westsächsischen Bischöfe, um Agenten der königlichen Regierung in den Shires zu werden, nicht mehr den Provinzen, um bei der Verteidigung zu helfen und teilzunehmen an den Gerichten der Shires. [28]

Zu Beginn von Edwards Herrschaft gründete seine Mutter Ealhswith von Gaini die Abtei St. Marys für Nonnen in Winchester. [28] Edwards Tochter Eadburh wurde dort Nonne und wurde als Heilige verehrt. [30] 901 begann Edward mit dem Bau eines großen religiösen Hauses für Männer, möglicherweise in Übereinstimmung mit den Wünschen seines Vaters. Das Kloster befand sich neben der Winchester Cathedral, die als Old Minster bekannt wurde, während man Edwards Gründung das New Minster nannte. Es war viel größer als das Old Minster und sollte möglicherweise ein königliches Mausoleum werden. [28] [31] Es erhielt die Reliquien des bretonischen Heilligen St. Judoc, die möglicherweise 901 aus Ponthieu nach England kamen, und den Körper eines der engsten Berater von Alfred der Große, Grimbald, der im gleichen Jahr starb und bald als Heiliger verehrt wurde. Edwards Mutter starb 902 und er begrub sie und Alfred dort, indem er Alfreds Körper aus dem Old Minster überführte. In den frühen 920er Jahren wurden Edward selbst, sein Bruder Aethelweard und sein Sohn Aelfweard dort begraben. Als Aethelstan von England 924 König wurde, zeigte er keinerlei Begünstigung für die Gründung seines Vaters, denn Winchester stellte sich gegen ihn, als der Thron nach Edwards Tod umstritten war. Der einzige andere im New Minster begrabene König war Eadwig 959. [2] [30]

Edwards Entscheidung, das Old Minster nicht zu erweitern sondern es mit einem viel größeren Gebäude in den Schatten zu stellen lässt Feindseligkeit gegenüber Bischof Denewulf vermuten, was verschlimmert wurde durch die Übertragung von Ländereien an das New Minster und ein Anwesen von 70 Hides bei Beddington, um ein Einkommen für das New Minster zu besorgen. Edward wurde vom New Minster als Wohltäter gepriesen, doch für das Old Minster galt er als rex avidus (habgieriger König). [28] [30] Er könnte die neue Kirche erbaut haben, weil er nicht glaubte, dass das Old Minster groß genug war, um ein königliches Mausoleum für die Könige der Angelsachsen zu werden. Wormald bemerkte: "Der Gedanke kommt auf, dass weder Alfred noch Edward in der Winchester Cathedral sehr beliebt waren; und ein Grund für Edward, den Körper seines Vaters in den neuen Familienschrein nebenan zu überführen, war, dass er sich ernsthafterer Gebete dort sicher war." [32]

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standart der angelsächsischen Bildung verringerte sich ernsthaft im 9. Jahrhundert, besonders in Wessex, und mercische Gelehrte wie Plegmund spielten eine große Rolle bei der Wiederbelebung der Bildung, die von Alfred eingeführt wurde. Mercier waren vorherrschend an den Höfen von Alfred und Edward und der mercische Dialekt und die Gelehrsamkeit riefen westsächsischen Respekt hervor. [33] Es ist nicht sicher, wie weit Alfreds Programme während der Herrschaft seines Sohnes gingen. Englische Übersetzungen von lateinischen Werken wurden während Alfreds Herrschaft weiterhin kopiert, doch nur wenige originale Werke sind bekannt. Die Hauptbildungszentren waren Canterbury, Winchester und Worcester. Klöster boten erst in Aethelstans Herrschaft eine nennenswerte Unterstützung. [34] Aus Edwards Herrschaft haben nur sehr wenige der dort produzierten Manuskripte überlebt. [35]

Gesetz und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beinahe alle aus Edwards Herrschaft erhaltenen Urkunden sind spätere Kopien und das einzige erhalten gebliebene Original ist keine Urkunde von Edward selbst, sondern eine Landschenkung von Aethelred und Aethelflaed aus dem Jahr 901. [34] Im gleichen Jahr nahmen sein Bruder, seine Söhne, die Thegns seines Haushalts und beinahe alle Bischöfe, aber kein Ealdorman an einem Treffen in Southampton teil. Bei diesem Anlass forderte der König Land vom Bischof von Winchester für die Gründung des New Minster in Winchester. Es gibt keine erhaltenen Urkunden aus der Zeit von 910 bis zum Tod des Königs 924, sehr zur Verwunderung und Bestürzung von Historikern. Urkunden wurden normalerweise herausgegeben, wenn der König Landschenkungen machte, und es ist möglich, dass Edward einer Politik der Beibehaltung von Besitz folgte, der ihm in die Hände fiel, um seine Feldzüge gegen die Wikinger zu finanzieren. [15] Urkunden blieben selten erhalten, außer die betrafen Besitz, der an die Kirche ging, weswegen sie in ihren Archiven aufbewahrt wurden. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Edward Besitzschenkungen unternahm nach Bedingungen, die sicher stellten, dass sie an Mitglieder des königlichen Hauses zurück gingen. Solche Urkunden könnten nicht in Kirchenarchiven gefunden werden. [32]

Klausel 3 des Gesetzeskodex, der I Edward genannt wurde, stellen sicher, dass Menschen, die überzeugend des Meineids angeklagt worden waren, sich selbst nicht durch einen Eid freisprechen konnten, sondern nur durch eine Prüfung. Dies war der Beginn der sich wiederholenden Geschichte Englands über Gottesurteile. Es wird möglicherweise in den Gesetzen von Ine von Wessex (688-726) erwähnt, aber nicht in späteren Kodizes wie dem von Alfred. [36] Die Verwaltung und das Rechtssystem während Edwards Herrschaft könnten stark abhängig gewesen sein von geschriebenen Berichten, von denen beinahe keiner erhalten geblieben ist. [36] Edward war einer der wenigen angelsächsischen Könige, die Gesetze über Bookland [3] herausgaben. Es gab eine steigende Verwirrung in dieser Zeit, was wirklich Bookland war. Edward drängte auf sofortige Beilegung bei Konflikten über Bookland und Folkland, und seine Gesetzgebung verfügte, dass die Rechtsprechung dem König und seinen Beamten unterlag. [32]

Späteres Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Angelsächsischen Chronik gab es eine generelle Unterwerfung von Herrschern in Britannien an Edward im Jahr 920:

Dann ging [Edward] ins Peak District nach Bakewell und befahl ein Borough bauen zu lassen in der Nachbarschaft und es zu bemannen. Und dann wählten ihn der König der Schotten und all die Menschen der Schotten, und Ragnall ua Imair und die Söhne von Eadwulf II von Northumbria und alle, die in Northumbria lebten, sowohl Engländer als auch Dänen, Nordmänner und andere, und auch der König der Strathclyde-Waliser und all die Strathclyde-Waliser als Vater und Herrn. [19]

Diese Passage wurde bis zum späten 20. Jahrhundert von den meisten Historikern als ehrlicher Bericht angesehen, 65 und Stenton bemerkt, dass "jeder der Herrscher, die in dieser Liste genannt wurden, etwas bestimmtes von einer Anerkennung von Edwards Oberherrschaft bekommen konnte". [11] Seit den 1980ern wird diese Unterwerfung mit steigendem Zweifel betrachtet, besonders, da die Passage in der Chronik der einzige Hinweis darauf ist, anders als andere Unterwerfungen wie die 927 an Aethelstan von England, für die es einen unabhängigen Bericht von anderen geschriebenen Quellen und Münzen gibt. [19] Smyth hebt hervor, dass Edward sich nicht in einer Position befand, um den Schotten und Northumbriern die gleichen Bedingungen zu diktieren, wie er es bei den eroberten Wikingern konnte, und argumentiert, dass die Chronik eher einen Vertrag zwischen Königen darstellt, als eine Unterwerfung an Wessex. [37] Stafford glaubt, dass die Herrscher sich bei Bakewell an der Grenze zwischen Mercia und Northumbria getroffen hatten, und dass Treffen an Grenzen grundsätzlich unternommen wurden, um irgend eine Andeutung von Unterwerfung auf beiden Seiten zu vermeiden. [38] Davidson merkt an, dass die Wortwahl "wählten als Vater und Herrn" sich auf eroberte Armeen und Burhs bezog und nicht auf Beziehungen zu anderen Königen. Seine Ansicht ist: "Die Idee, dass dieses Treffen eine 'Unterwerfung' darstellte, während dies eine Möglichkeit bleiben muss, scheint allerdings unwahrscheinlich. Der textliche Kontext der Passage des Chronisten macht seine Interpretation des Treffens suspekt, und schlussendlich befand sich Edward in keiner Position, um die Unterwerfung zu erzwingen oder um seinen königlichen Kollegen in Britannien Bedingungen zu diktieren." [19]

Edward führte Aethelflaeds Politik der Gründung von Burhs im Nordwesten weiter: Thelwall und Manchester 919, Cledematha (Rhuddlan) an der Mündung des Clwyd in Nordwales 921. [39]

Es ist nichts bekannt von seiner Beziehung zu den Merciern zwischen 919 und dem letzten Jahr seines Lebens, als er einen Aufstand von Merciern und Walisern bei Chester niederschlug. Mercia und das östliche Danelag wurden zu einem unbekannten Zeitpunkt im 10. Jh. Shires untergliedert, wobei man die traditionellen Grenzen ignorierte und Historiker wie Miller und Griffiths vermuten, dass Edwards Aufzwingung der direkten Kontrolle seit 919 wahrscheinlich eine Veränderung war, die mercische Wünsche ignorierte. Der Widerstand gegen die Veränderungen durch die Aufzwingung der Herrschaft des entfernten Wessex und gegen die steuerlichen Forderungen von Edwards Reeves könnten den Aufstand bei Chester provoziert haben.

Edward starb im königlichen Anwesen Farndon, zwölf Meilen südlich von Chester am 24. Juli 924 kurz nach der Niederschlagung des Aufstands. Er wurde im New Minster in Winchester begraben. [2] [39] 1109 wurde das New Minster aus der Stadtmauer hinaus verlegt, um Hyde Abbey zu werden und im folgenden Jahr wurden Edward und seine Eltern in die neue Kirche überführt. [40]

Ruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut William of Malmesbury war Edward "seinem Vater sehr unterlegen bei der Kultivierung von Buchstaben", doch "unvergleichlich viel glorreicher in der Macht seiner Herrschaft". Andere mittelalterliche Chronisten drückten eine ähnliche Ansicht aus und er wurde grundsätzlich als unterlegen in seiner Ausbildung, aber überlegen in den militärischen Erfolgen angesehen. John of Worcester beschrieb ihn als "der unbesiegbarste König Edward der Ältere". Doch sogar als Führer im Krieg war er nur einer in einer Reihe erfolgreicher Könige. Seine Errungenschaften wurden überschattet, denn er hatte keinen berühmten Sieg wie Alfred bei der Schlacht von Edington und Aethelstan bei der Schlacht bei Brunanburh. William of Malmesbury kennzeichnete seine Verehrung von Edward, indem er sagte, dass "der Hauptpreis des Sieges, meiner Meinung nach, aufgrund seines Vaters war". Edward wurde auch überschattet von der Verehrung der Chronisten für seine sehr geschätzte Schwester Aethelflaed. [35] [15]

Ein Hauptgrund für die Ablehnung von Edward ist, dass nur sehr wenige Quellen für seine Herrschaft überlebt haben, wohingegen es viele von Alfred gibt. Er wurde größtenteils ignoriert von Historikern bis zum späten 20. Jahrhundert, wird jetzt jedoch sehr geschätzt. Keynes beschreibt ihn als "weit mehr als das kriegerische Stück zwischen Alfred und Aethelstan", [35] [15] und laut Higham war "Edward der Ältere möglicherweise der am meisten abgelehnte aller englischen Könige. Er regierte ein sich vergrößerndes Reich für fünfundzwanzig Jahre und tat vertretbarerweise so viel wie alle anderen Individuen, um ein einzelnes, im Süden zentriertes angelsächsisches Königreich zu konstruieren, doch nach seinem Tod wurden all seine Errungenschaften vergessen." 1999 wurde eine Konferenz über seine Herrschaft an der Universität von Manchester abgehalten und die bei diesem Anlass herausgegebenen Unterlagen wurden 2001 in einem Buch veröffentlicht. Vor dieser Konferenz waren keine Schriften über Edwards Herrschaft veröffentlicht worden, während sein Vater das Thema unzähliger Biographien und anderer Studien war. [35]

Wainwrights Ansicht darüber ist: "Ohne die Errungenschaften von Alfred zu schmälern, sollte man gut in Erinnerung behalten, dass es Edward war, der die dänischen Midlands zurückeroberte und England beinahe ein Jahrhundert Aufschub von ernsthaften dänischen Angriffen gab." [22]Higham fasst Edwards Vermächtnis folgendermaßen zusammen: "Unter Edwards Führung schwand das Ausmaß anderer Zentren der Macht merklich: der separate Hof von Marcia wurde aufgelöst; die dänischen Anführer wurden größtenteils dazu gebracht, zu knien oder vertrieben; die walisischen Prinzen wurden von Aggressionen an den Grenzen abgehalten und sogar die westsächsischen Bischofssitze geteilt. Das späte Angelsächsische England wird oft beschrieben als die zentralisierteste Politik im westlichen Europa zu dieser Zeit, mit seinen Shires, seinen Shire-Reeves und seinem system regionaler Gerichtshöfe und königlicher Besteuerung. Wenn dem so ist - und die Angelegenheit bleibt umstritten - stammt viel von dieser Zentralisierung von Edwards Handlungen und er hat einen ebenso guten Anspruch darauf wie jeder andere, als Architekt des Mittelalterlichen England angesehen zu werden." [41]

Edwards Beiname "der Ältere" wurde zum ersten Mal benutzt in Wulfstans Life of St. Aethelwold gegen Ende des 10. Jh., um ihn von König Edward dem Märtyrer zu unterscheiden. [2]

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ♔ Aethelwulf ⚭ I Osburga ⚭ II Judith von Flandern
    1. | ♔ Aethelred ⚭ Wulfthryth
      1. Aethelhelm
      2. Aethelwold
    2. | ♔ Alfred der GroßeEalhswith von Gaini
      1. Aethelflaed ⚭ vor Aethelred, Ealdorman von Mercia
      2. Edmund (✝ sehr jung)
      3. Edward der Ältere (871-924) ⚭ I Ecgwynn; ⚭ II Aelfflaed, Tochter von Aethelhelm ⚭ III Eadgifu von Kent
        1. | Alfred (✝ sehr jung)
        2. | ♔ Aethelstan
        3. | Edith of PolesworthSitric Caech von Northumbria
        4. || ♔ Aelfweard (✝ 924)
        5. || Edwin (✝ 933)
        6. || ⛪ Aethelhild
        7. || Eadgifu (✝ 951) ⚭ ♔ Karl II der Einfältige von Westfranken
        8. || ⛪ Eadflaed
        9. || Eadhild ⚭ Hugo der Große, Herzog der Franken
        10. || Editha (✝ 946) ⚭ ♔ Otto I, Kaiser HRR
        11. || Aelfgifu ⚭ Ludwig [42]
        12. ||| ♔ Edmund I ⚭ I Aelfgifu von Shaftesbury; ⚭ II Aethelflaed von Damerham
        13. ||| ♔ Eadred
        14. ||| ⛪ Edburh von Winchester
        15. ||| Eadgifu (unsicher)
      4. ⛪ Aethelgiva von Shaftesbury
      5. Aelfthryth ⚭ Balduin II von Flandern
      6. Aethelweard
      7.  ? Osferth

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Yorke, Barbara (2001). "Edward as Ætheling". ★
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 Miller, Sean (2004). "Edward [called Edward the Elder] (870s?–924), king of the Anglo-Saxons". ✪
  3. 3,0 3,1 Land, das in einer Urkunde verliehen wurde und vom Besitzer übertragen werden (also an Vasallen verliehen) konnte, im Gegensatz zu folkland, das an die Erben des Besitzers übergehen musste.
  4. Keynes, Simon; Lapidge, Michael, eds. (1983). Alfred the Great: Asser's Life of King Alfred & Other Contemporary Sources
  5. 5,0 5,1 Abels, Richard (1998). Alfred the Great: War, Kingship and Culture in Anglo-Saxon England
  6. 6,0 6,1 Bailey, Maggie (2001). "Ælfwynn, Second Lady of the Mercians". ★
  7. Mynors, R. A. B.; Thomson, R. M.; Winterbottom, M., eds. (1998). William of Malmesbury: The History of the English Kings
  8. Keynes, Simon (1999). "England, c.900–1016". In Reuter, Timothy (ed.). The New Cambridge Medieval History
  9. Foot, Sarah (2011). Æthelstan: the First King of England
  10. Nelson, Janet L. (1996). "Reconstructing a Royal Family: Reflections on Alfred from Asser, Chapter 2". In Wood, Ian; Lund, Niels (eds.). People and places in Northern Europe 500-1600 : Essays in Honour of Peter Hayes Sawyer
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 11,5 11,6 11,7 11,8 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
  12. Lavelle, Ryan (2009). "The Politics of Rebellion: The Ætheling Æthelwold and the West Saxon Royal Succession, 899–902". In Skinner, Patricia (ed.). Challenging the Boundaries of Medieval History: The Legacy of Timothy Reuter
  13. Der Chronist Ralph of Diceto aus dem 12. Jh. erklärt, dass die Krönung in Kingston stattfand, was von Simon Keynes akzeptiert wird, während Sarah Foot der Meinung ist, dass Edwards sie möglicherweise auch in Winchester abgehalten haben könnte.
  14. Hart, Cyril (1992). The Danelaw
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 15,4 Keynes, Simon (2001). "Edward, King of the Anglo-Saxons". ★
  16. 16,0 16,1 Ryan, Martin J. (2013). "Conquest, Reform and the Making of England". ★
  17. Stafford, Pauline (2001). "Political Women in Mercia, Eighth to Early Tenth Centuries". In Brown, Michelle P.; Farr, Carol A. (eds.). Mercia: An Anglo-Saxon Kingdom in Europe
  18. Insley, Charles (2009). "Southumbria". In Stafford, Pauline (ed.). A Companion to the Early Middle Ages: Britain and Ireland c.500- c.1100
  19. 19,0 19,1 19,2 19,3 Davidson, Michael R. (2001). "The (Non)submission of the Northern Kings in 920". ★
  20. Sharp, Sheila (2001). "The West Saxon Tradition of Dynastic Marriage, with Special Reference to the Family of Edward the Elder". ★
  21. Heighway, Carolyn (2001). "Gloucester and the New Minster of St Oswald". ★
  22. 22,0 22,1 Wainwright, F. T. (1975). Scandinavian England: Collected Papers
  23. 23,0 23,1 Charles-Edwards, T. M. (2013). Wales and the Britons 350–1064
  24. Abrams, Lesley (2001). "Edward the Elder's Danelaw". ★
  25. 25,0 25,1 Lyon, Stewart (2001). "The coinage of Edward the Elder". ★
  26. Blackburn, M. A. S. (2014). "Coinage". In Lapidge, Michael; Blair, John; Keynes, Simon; Scragg, Donald (eds.). The Wiley Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England
  27. Brooks, Nicholas (1984). The Early History of the Church of Canterbury
  28. 28,0 28,1 28,2 28,3 28,4 Rumble, Alexander R. (2001). "Edward and the Churches of Winchester and Wessex". ★
  29. Yorke, Barbara (2004b). "Frithestan (d. 932/3), bishop of Winchester". ✪
  30. 30,0 30,1 30,2 Thacker, Alan (2001). "Dynastic Monasteries and Family Cults". ★
  31. Marafioti, Nicole (2014). The King's Body: Burial and Succession in Late Anglo-Saxon England
  32. 32,0 32,1 32,2 Wormald, Patrick (2001). "Kingship and Royal Property from Æthelwulf to Edward the Elder". ★
  33. Gretsch, Mechtild (2001). "The Junius Psalter Gloss: Tradition and Innovation". ★
  34. 34,0 34,1 Lapidge, Michael (1993). Anglo-Latin Literature 900–1066
  35. 35,0 35,1 35,2 35,3 Higham, N. J. (2001). "Edward the Elder's Reputation: An Introduction". ★
  36. 36,0 36,1 Campbell, James (2001). "What is not Known About the Reign of Edward the Elder". ★
  37. Smyth, Alfred P. (1984). Warlords and Holy Men: Scotland AD 80–1000
  38. Stafford, Pauline (1989). Unification and Conquest: A Political and Social History of England in the Tenth and Eleventh Centuries
  39. 39,0 39,1 Griffiths, David (2001). "The North-West Frontier". ★
  40. Doubleday, Arthur; Page, William, eds. (1903). "New Minster, or the Abbey of Hyde". A History of the County of Hampshire
  41. Higham, N. J. (2001). "Endpiece". ★
  42. Möglicherweise der Bruder von Rudolph II von Burgund (912-937)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.