Eudaf Hen oder Octavius war ein legendärer König der Britonen in den walisischen Überlieferungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß dem Traum von Macsen Wledig und der Historia Brittonum war Eudaf der Vater von Elen Luyddog und Conan Meriadoc. Der Name Octavius stammt von Geoffrey of Monmouth und ist eine falsche Lateinisierung, da Eudaf im früheren walisischen oder bretonischen Outham geschrieben wurde.

Gemäß einiger mittelalterlicher Quellen soll Eudaf ein direkter Vorfahre von König Artus gewesen sein.

Einige Historiker vermuten auch, dass Eudaf ein König der Gewissae gewesen sein könnte. Dieser Stamm lebte schon in der Gegend um Dorchester und Abingdon, bevor die Römer Britannien verlassen hatten. Sie verschmolzen später mit den Westsachsen, die den Stammesnamen weiter benutzten. Das Wort Gewissae könnte mit Ewyas verwandt sein, einer Gegend im nördlichen Gwent, und möglicherweise auch mit Hwicce, einem sächsischen Stamm, der in Gloucestershire lebte. Es gibt Geschichten, dass Eudafs Hof sich in Caernarfon befand, doch dies könnte an der Verbindung zu seinem Schwiegersohn Magnus Maximus liegen. Die Gegend um Gwent/Gloucestershire wäre in diesem Fall seine wahre Heimat, wie die des Tyrannen Vortigern, der behauptete, von Eudaf abzustammen.

Eudaf ist sonst eine eher undurchsichtige Figur. Er scheint im 4. Jh. gelebt zu haben und übernahm die Position des Hochkönigs von Britannien, nachdem er König Coel Godebogs Bruder Trahaearn getötet hatte. Doch selbst die alten keltischen Reiche waren zu dieser Zeit schon verschwunden und Eudaf dürfte nur eine kleine administrative Rolle gespielt haben, möglicherweise als Oberster von Britannia Prima oder als Zenturio in Gloucester oder Caerwent.

Anscheinend hatte er keine Söhne und sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Magnus Maximus. Sein Neffe Conan Meriadoc musste sich damit begnügen, König von Dumnonia und der Bretagne zu werden. Wie so viele berühmte Männer ihrer Zeit behaupteten sie, von keltischen Göttern abzustammen.

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Llyr Lleddiarth (*55 V. Chr.) ⚭ Iweriadd ferch Beli Mawr (*60 v.Chr.)
    1. Bran Fendigaid (*20 v.Chr.)
      1. Caradog ap Bran Fendigaid
        1. Coellyn ap Caradog (*60)
          1. Owain ap Beli (*100)
            1. Meirchion ap Owain (*140)
              1. Cwrrig Fawr (*180)
                1. Gwrddwfn ap Cwrrig (*215)
                  1. Einudd ap Gwrddwfn (*250)
                    1. Eudaf Hen, König von Ewyas, Hochkönig von Britannien (*283)
                      1. St. Elen Lwyddog (*340) ⚭ Magnus Maximus (*388)
                      2. NN ferch Eudaf Hen ⚭ Mynyddog Mwynfawr
                    2. Gereint ap Einudd
                      1. Conan Meriadoc, König der Bretagne und von Dumnonia (305-367) ⚭ | St Ursula of Dumnonia (*305); ⚭ || Dareca of Ireland (*310)
                        1. | Haus Dumnonia
                        2. || Haus Bretagne
                    3. Arthfael ap Einudd (*Abt 310)
                      1. Gwrgant ap Arthfael (*330)
                        1. Meirchion ap Gwrgant (*370)
      2. Alan ap Bran (*22)
      3. Sadwr ap Bran (*24)
      4. Nine Others, (*26)

Life of St. Gurthiern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Life of St. Gurthiern erscheint er als Outham Senis in einem erfundenen Stammbaum, der zwischen 1118 und 1127 geschrieben wurde. Gemäß diesem Text stammt Guthiern von Beli Mawr ab, der ein Sohn von Outham sein soll, der wiederum als Sohn von Magnus Maximus genannt wird. Outhams Sohn Kenan (Conan Meriadoc) soll der Gründer der Bretagne gewesen sein. Hinweise lassen vermuten, dass die Quellen für dieses Werk aus Wales stammen.

Walisische Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Legende von Magnus Maximus' Hochzeit mit Elen zirkuliert in vielen Gebieten in Wales, obwohl sie mit Sicherheit frei erfunden ist, doch es gibt einige Hinweise auf einen wahren Kern der Geschichte. Die Walisischen Triaden räumen ihr einen großen Platz ein; sie datieren etwa aus dem 11. Jh., basieren aber sicherlich auf weit älteren Überlieferungen. Weitere walisische Erzählungen beziehen sich manchmal auf Macsen Wledig, um einen walisischen Herrscher mit ihm zu vergleichen.

Zwei separate Versionen dieser Legenden existieren.

Geoffrey of Monmouth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geoffrey of Monmouths erfundene Historia Regum Britanniae vom 1136 ist die Basis für viele englische und walisische Legenden. Dort ist Maximianus ein römischer Senator und Neffe von Coel Hen durch dessen Bruder Ioelinus. Nach dem Tod von Eudaf Hen/Octavius wird er König der Briten, da dieser seine Tochter an einen mächtigen halb-Römer, halb-Briten verheiraten wollte. Er schickte einen Boten nach Rom und bot die Herrschaft über Britannien als Mitgift. Caradocus, der Herzog von Cornwall, soll ihn auf diese Idee gebracht haben.

Maximianus war einverstanden und verließ mit seinen Männern Rom, auf dem Weg nach Britannien eroberte er verschiedene fränkische Städte. Eher unabsichtlich fiel er in Clausentum (das heutige Southhampton) ein und kämpfte gegen die Briten unter Conan Meriadoc, ehe sie sich auf einen Waffenstillstand einigten. Nach weiteren Verhandlungen wurde Maximianus König der Briten und Octavius setzte sich zur Ruhe.

Fünf Jahre später sammelte Maximianus seine Männer, um in Gallien einzufallen, und überließ die Herrschaft über Britannien Caradocus. In Armorica tötete er dessen König und tausende seiner Männer. Danach wollte er nach Rom weiterziehen und übergab die Herrschaft über das in Bretagne [1] umbenannte Land an Conan, den rebellischen Neffen von Octavius. Conanus' Männer heirateten einheimische Frauen, denen sie die Zungen heraus schnitten, um die Reinheit ihrer Sprache zu gewährleisten. Diese Geschichte scheint Geoffrey präsentiert zu haben, um den walisischen Namen der Bretagne zu erklären, Llydaw, von lledtaf oder halbstill kommt. Bedenkt man, dass Conan in den walisischen Stammtafeln als Gründer der Bretagne festgelegt ist, so muss es einen realen Hintergrund für diese Geschichte geben.

Nach dem Tod von Caradocus ging die Herrschaft über Britannien an Dionotus, der sich einer fremdländischen Invasion gegen über sah und Maximianus um Hilfe bat. Dieser schickte Gracianus Municeps mit zwei Legionen, um die Invasoren aufzuhalten, die nach Irland flohen. Maximianus starb bald darauf in Rom und Dionotus wurde der offizielle König von Britannien. Doch noch vor seinem Herrschaftsantritt nahm sich Gratianus die Krone und bestieg selbst den Thron.

Der Traum von Macsen Wledig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese im Mabinogion aufgeschriebene Geschichte erscheint zwar in späteren Manuskripten als dem von Monmouth, doch Historiker sind sich einig, dass beide Berichte so unterschiedlich sind, dass es sich sicherlich um eine eigenständige Überlieferung handelt. Weiterhin stimmen die Ereignisse im Traum mit einigen Details in den Walisischen Triaden überein, so dass sie mit Sicherheit aus früheren Legenden stammen.

Macsen Wledig, der römische Kaiser, träumt eines Nachts von einer wunderschönen Jungfrau in einem wundervollen, fernen Land. Nach seinem Erwachen schickt er seine Männer in die ganze Welt, um sie zu suchen. Nach vielen Schwierigkeiten finden sie sie in einem reichen Schloss in Wales, als Tochter eines Häuptlings von Segontium (Caernarfon) und führen Macsen zu ihr. Er findet alles wie in seinem Traum vor und Elen/Helen verliebt sich in ihn. Da sie noch Jungfrau ist, macht Macsen ihren Vater zum Herrscher über ganz Britannien und lässt drei Schlösser für Elen bauen.

Während Macsen fort ist, besteigt ein neuer Kaiser den Thron und verbietet ihm, jemals zurückzukehren. Mit der Hilfe von Elens Bruder Conanus und seinen Männern marschiert Macsen durch Gallien und Italien und erobert Rom zurück. Als Dank an seinen Verbündeten gewährt er danach Conanus die Herrschaft über die Bretagne.

Mittelalterliche Stammtafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesus College MS 20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nord-Britische Triaden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Brittany, für kleines Britannien
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Stammlinie von Hl. Cattwg
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Familie von Cunedda, siehe Haus Cunedda
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 Stammtafel von Morgan ap Owain
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 Stammtafel von Mostyn
  6. Bei Morgan als Sohn von Cynan
  7. Bei Mostyn Sohn von Eudaf
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