Flavius Magnus Magnentius Augustus war ein römischer Usurpator von 350 bis 353.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnentius wurde in Samarobriva (dem heutigen Amiens), Gallien geboren. Er war Kommandant der Herculianer und Jovianer, zweier imperialer Gardeeinheiten. Als die Armee mit dem Verhalten des römischen Kaisers Constans immer unzufriedener wurde, erhoben sie Magnentius in Autun am 18. Januar 350. Constans wurde von allen verlassen, mit Ausnahme einiger weniger Anhänger, und kurz danach von einem Trupp leichter Kavallerie in der Nähe der Pyrenäen erschlagen.

Usurpator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus zog schnell die Aufmerksamkeit des Adels in den Provinzen Britannia, Gallien und Hispania auf sich, zum teil weil er viel toleranter gegenüber Christen und Heiden war. Seine Kontrolle über Italien und Afrika behielt er dadurch, seine Männer auf die wichtigsten dortigen Posten wählen zu lassen. Doch ein kurzlebiger Aufstand von Nepotianus [1], einem Mitglied der Constantianischen Dynastie, zeigte Magnentius, dass sein Status als Kaiser gegen die Mitglieder dieser Dynastie verteidigt werden musste.

Er versuchte seine Macht über die zuvor von Constans kontrollierten Gebiete zu stärken und zog gegen die Danuben. Vetranio [2], Kommandant der Pannonianischen Armee, wurde von seinen Truppen in Mursa am 1. März zum Kaiser gewählt. Er hatte die Unterstützung von Constantina [3] und Constantius II selbst erkannte ihn an und sandte ihm das kaiserliche Diadem.

Untergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verbleibende Kaiser aus der Familie von Constantine I der Große, Constantius II, brach seinen Krieg in Syrien gegen Persien ab und marschierte nach Westen. Trotz Magnentius' Versuchen, Vetranio auf seine Seite zu ziehen, erreichte dieser Constantius mit seiner Armee, übergab die Krone und ging nach Bithynia in den Ruhestand.

Nachdem Magnus Decentius [4] zum Caesar gewählt worden war und so viele Truppen wie möglich zusammengezogen hatte, führte Magnentius seine Armeen gegen die von Constantius in der Schlacht von Mursa Major 351 [5]. Er führte seine Truppen selbst in die Schlacht, während Constantius den Tag damit verbrachte, in einer nahen Kirche zu beten. Trotz Magnentius' Heldentum wurden seine Truppen besiegt und gezwungen, sich nach Gallien zurückzuziehen.

Aufgrund seiner Niederlage schlug sich Italien wieder auf die Seite der Loyalisten. Magnentius versuchte ein letztes mal zu siegen, 353 in der Schlacht von Mons Seleucus [6], nach der er Selbstmord beging, indem er sich in sein Schwert fallen ließ.

Einige Quellen besagen, Magnentius' Vater wäre ein Brite gewesen, seine Mutter gehörte zu den Franken. Der Historiker Gibbon glaubt, dass er möglicherweise in einer der Kolonien von Franken oder Alemannen geboren wurde, die von Constantius I in Gallien gegründet worden waren. Seine Ehefrau Justina heiratete später Valentinian I [7].

 


Römische Invasion und Eroberung von Britannien

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Julius Nepotianus, auch Nepotian. Ein Mitglied der Constantinianischen Dynastieg. Er regierte als Usurpator nur 28 Tage lang Rom, bevor er von Marcellinus getötet wurde, dem General von Magnentius.
  2. Flavius Vetranio Augustus, auch Vetriano. Ein römischer Soldat und Staatsmann. Er regierte vom 1. März bis 25. Dezember 350 als Römischer Kaiser gemeinsam mit Constantius II.
  3. Auch bekannt als die Hl. Constance. Die älteste Tochter des römischen Kaiser Constantine I der Große.
  4. Ein Bruder von Magnentius. Usurpator des weströmischen Reiches gegen Kaiser Constantius II.
  5. Die Schlacht wurde zwischen den Oströmischen Armeen unter Constantius II und den weströmischen Truppen unter Magnentius im heutigen Kroatien, dem damaligen Gebiet der Danuben ausgetragen. Sie endete mit einem Sieg des Constantius.
  6. Eine Schlacht zwischen den Truppen des legitimen römischen Kaiser Constantius II und den Truppen des Usurpators Magnentius. Sie fand im südlichen Frankreich statt und endete mit dem Sieg von Constantius.
  7. Valentinian der Große, ein römischer Kaiser von 364 bis 375. Valentinian regierte die westlichen Provinzen und übergab seinem Bruder Valens die Herrschaft über die östlichen Provinzen.
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