Das Fränkische Reich - auch Königreich der Franken, Frankenland oder Fränkisches Imperium - war das größte barbarische königreich im Westlichen Europa nch der Römerzeit. Es wurde in der Spätantike und dem Frühmittelalter von den Franken regiert. Nach dem Vertrag von Verdun 843 entstanden das Westfränkische Reich, der Vorgäünger von Frankreich, und das Ostfränkische Reich, das später Deutschland wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff "Franken" entstand im 3. Jh. und bezeichnete germanische Stämme, die sich an der nördlichen Rhein-Grenze des Römischen Imperiums ansiedelten: die Bructeri, Ampsivarii, Chamavi, Chattuarii und Salianer. Alle von ihnen hatten schon im römischen Militär gedient, doch nur die Salianer erhielten die Erlaubnis, sich im Imperium anzusiedeln. 358, nachdem sie schon einige Zeit lang in der Civitas Batavia gelebt hatten, erlaubte Kaiser Julian nach einem Sieg über die Chamavi und Salianer, dass letzere sich weiter weg von der Grenze in Toxandria ansiedelten.

Einige der frühen fränkischen Anführer wie Flavius Bauto und Arbogast hatten sich der römischen Sache verschrieben, aber andere wie Mallobaudes waren aus anderen Gründen im Imperium. Nach dem Fall von Arbogast konnte sein Sohn sich eine vererbbare Grafschaft in Trier sichern und nach dem Fall des Usurpators Constantine III unterstützten einige Franken den Usurpator Jovinus (411). Jovinus war 413 tot, doch die Römer hatten immer mehr Schwierigkeiten, die Franken innerhalb ihrer Grenzen zu beherrschen.

422 wurde der fränkische König Theudemer mit dem Schwert hingerichtet. Gegen 428 begann König Chlodio, dessen Reich sich möglicherweise in der Civitas Tungrorum (mit der Hauptstadt Tongeren) befand, einen Angriff auf römische Gebiete und erweiterte ein Reich bis nach Camaracum (Cambrai) und an die Somme. Obwohl Sidonius Apollinaris berichtet, dass Flavius Aetius eine Hochzeitsgesellschaft seines Volkes besiegte (ca. 431), ist diese Periode der Beginn einer Situation, die viele Jahrhunderte andauern würde: die germanischen Franken regierten über eine steigende Zahl gallo-römischer Untertanen.

Die Merowinger, die Verwandte von Chlodio gewesen sein sollen, begannen ihren Aufstieg im gallo-römischen Militär mit Childerich und seinem Sohn Chlodwig, die dort schon "König der Franken" genannt genannt wurden, noch bevor sie überhaupt irgend ein fränkisches Gebiet beherrschten. Sobald Clovis seinen römischen Rivalen Syagrius im nördlichen Gallien besiegt hatte, wandte er sich den Königen der Franken im Norden und Osten zu, sowie anderen nachrömischen Königreichen, die bereits in Gallien existierten: Visigoten, Burgunder und Alemanni.

Das Ursprüngliche Kernland des Fränkischen Reiches wurde später bekannt als Austrasien, während das große, romanisierte fränkische Königreich im nördlichen Gallien als Neustrien bekannt war.

Aufstieg und Fall der Merowinger 481 bis 687[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Übersicht der Entwicklung des Fränkischen Reiches von 481 bis zu seiner endgültigen Teilung 870.

Chlodios Nachfolger sind eher unbekannte Figuren, doch sicher ist, dass Childerich I - möglicherweise sein Enkel - ein salisches Königreich von Tournai aus als Verbündeter der Römer regierte. Childerichs wichtigste Rolle in der Geschichte ist, dass er die Herrschaft über die Franken seinem Sohn Chlodwig I hinterließ, der damit begann, seine Autorität auf die anderen fränkischen Stämme auszuweiten und sein Territorium nach Süden und Westen nach Gallien zu erweitern. Chlodwig ging zum Christentum über und stellte sich so mit der mächtigen Kirche und seinen gallo-romanischen Untertanen gut.

In den dreißig Jahren seiner Herrschaft (481-511) besiegte Chlodwig den römischen General Syagrius und eroberte das Königreich Soissons, besiegte die Alemanni in der Schlacht von Tolbiac 496 und begann die fränkische Oberherrschaft über sie. Er besiegte die Visigoten in der Schlacht von Vouille 507 und eroberte all ihre Gebiete nördlich der Pyrenäen mit Ausnahme von Septimanien, eroberte die Bretonen und machte sie zu Vasallen des Fränkischen Reiches. Er eroberte beinahe alle oder alle benachbarten Stämme entlang des Rheins und fügte sie seinem Reich hinzu.

Er fügte auch die vielen römischen Militärsiedlungen seinem Reich hinzu, die über Gallien verstreut waren: die Sachsen von Bessin, die Britonen und Alanen von Armorica und dem Loiretal und die Taifals von Poitou, um nur ein paar zu nennen. Zum Ende seines Lebens regierte Chlodwig über ganz Gallien außer der gotischen Provinz Septimanien und das Burgundische Königreich im Südosten.

Die Merowinger waren eine Erbmonarchie. Die fränkischen Könige hielten an der Praxis einer geteilten Erbschaft fest: sie teilten ihr Land unter ihren Söhnen auf. Sogar als mehrere Merowingerkönige regierten, verstand man das Königreich - ähnlich dem spätrömischen Imperium - als einziges Reich, das gemeinsam von mehreren Königen regiert wurde, und der Verlauf der Ereignisse konnte dazu führen, dass das gesamte Reich unter einem einzigen König wieder vereint wurde. Die Merowingerkönige regierten durch göttliches Rech und ihre Herrschaft wurde durch ihr langes Haar und ursprünglich durch Zustimmung symbolisiert, die ausgedrückt wurde, indem man den König in Übereinstimmung mit der antiken germanischen Praxis der Wahl eines Kriegsanführers in einer Kriegerversammlung auf ein Schild hob.

Chlodwigs Söhne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Chlodwigs Tod wurde sein Reich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt, die alle eine vergleichbare Portion von Land erhielten. Ihre Hauptstädte lagen nahe dem fränkischen Herzland im nordöstlichen Gallien. Theuderich I in Reims, Chlodomer in Orleans, Childebert I in Paris und Chlotar I in Soissons. Während ihrer Herrschaft wurden die Thuringii (532), Burgunder (534) und die Sachsen und Friesen (560) dem Fränkischen Reich hinzugefügt. Die Stämme auf der anderen Seite des Rheins waren lose verbunden mit der fränkischen Oberherrschaft und obwohl sie gezwungen werden konnten, am fränkischen Militärdienst teilzunehmen, waren sie unter schwachen Königen unkontrollierbar und versuchten, ihre Unabhängigkeit zu erlangen. Das romanisierte burgundische Königreich behielt unter den Franken seine Eigenständigkeit und wurde in eine ihrer Hauptabteilungen umgewandelt, wobei das zentrale gallische Herzland von Chlodomers Reich mit der Hauptstadt Orleans hinzugefügt wurde.

Die verbrüderten Könige zeigten nur selten Zeichen der Freundschaft und rivalisierten oft mit einander. Nach dem frühen Tod von Chlodomer ließ sein Bruder Chlothar dessen jüngere Söhne ermorden, um einen Teil des Reiches an sich zu bringen, das dem Brauch zufolge unter den überlebenden Brüdern aufgeteilt wurde. Theuderich starb 534, doch sein erwachsener Sohn Theudebert I war in der Lage, sein Erbe zu verteidigen, das den größten Teil der Fränkischen Unterkönigreiche bildete und den Kern des späteren Königreiches Austrasien.

Theudebert war der erste fränkische König, der offiziell seine Verbindungen zum Byzantinischen Reich kappte, indem er Goldmünzen mit seinem eigenen Bild heraus gab und sich selbst magnus rex (großer König) nannte, aufgrund seiner vorgeblichen Oberhoheit über Menschen bis hin nach Pannonien. Theudebert griff in den Gotischen Krieg auf Seiten der Gepiden und Lombarden gegen die Ostrogoten ein und erhielt die Provinzen Raetien, Noricum und einen Teil von Veneto.

Chlothar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Übersicht des Fränkischen Reiches mit seinen Unterkönigreichen und seiner größten Ausdehnung unter Karl dem Großen 814.

Sein Sohn und Nachfolger Theudebald war nicht in der Lage, sie zu behalten und bei seinem Tod ging sein gesamtes riesiges Reich an Chlotar, unter dem - mit dem Tod von Childebert im Jahr 558 - das gesamte Fränkische Reich wieder unter der Herrschaft eines einzigen Königs vereint war.

561 starb Chlotar und sein Reich wurde unter seinen vier Söhnen geteilt, eine Wiederholung der Ereignisse fünfzig Jahre zuvor, wobei die Hauptstädte die gleichen blieben. Der älteste Sohn Charibert I erbte das Reich mit der Hauptstadt Paris und regierte über das gesamte westliche Gallien. Der zweitälteste Sohn Guntram erbte das alte Königreich der Burgunder, erweitert durch die Gebiete im zentralen Frankreich um die alte Hauptstadt Orleans, die seine Hauptstadt wurde, und den Großteil von Provence.

Der Rest von Provence, die Auvergne und das östliche Aquitanien gingen an den dritten Sohn Sigebert I, der auch Austrasien mit seinen Hauptstädten Reims und Metz erbte. Das kleinste Reich war das von Soissons, das an den jüngsten Sohn Chilperich I ging. Das Reich, das er bei seinem Tod 584 regierte, wurde der Vorläufer von Neustrien.

Diese zweite vierfache Teilung wurde bald ruiniert durch Bruderkriege, die hauptsächlich um den Mord an Galswintha gingen, Ehefrau von Chilperich, der angeblich von dessen Mätresse (und zweiter Frau) Fredegunde ausgeführt worden war. Galswinthas Schwester Brunhilda, die Ehefrau von Sigebert, stachelte ihren Mann zum Krieg auf und der Konflikt zwischen den beiden Königinnen vergiftete die Beziehungen bis ins nächste Jahrhundert. Guntram versuchte, den Frieden zu bewahren, obwohl er auch zwei mal (585 und 589) versuchte, Septimanien von den Goten zu erobern, aber beide male besiegt wurde.

Die überlebenden Brüder zogen ihren Vorteil aus dem Tod von Charibert, doch Chilperich konnte seine Herrschaft im nächsten Krieg noch erweitern, indem er die Bretonen wieder eroberte. Nach seinem Tod musste Guntram die Bretonen erneut zur Unterwerfung zwingen. 587 sicherte der Vertrag von Andelot - der Text, der ausdrücklich das gesamte fränkische Reich als Francia bezeichnet - zwischen Brunhilda und Guntram seinen Schutz für ihren jüngsten Sohn Childebert II, der dem ermordeten Sigebert 575 auf den Thron gefolgt war. Zusammen war das Gebiet von Guntram und Childebert dreimal so groß wie das kleine Reich von Chilperichs Vorgänger Chlotar II. Während dieser Zeit nahm das Fränkische Reich den dreigeteilten Charakter an, den es im Rest seiner Geschichte hatte, in der es aus Neustrien, Austrasien und Burgund bestand.

Teilung in Neustrien, Austrasien und Burgund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Guntram 592 starb, ging Burgund an Childebert, doch dieser starb 595. Seine beiden Söhne teilten das Reich unter sich auf, wobei der ältere, Theudebert II, Austrasien und Childeberts Anteil von Aquitanien nahm, während sein jüngerer Bruder Theuderich II Burgund und Guntrams Aquitanien erbte. Gemeinsam versuchten die beiden Brüder Chlothar II, den Cousin ihres Vaters, zu stürzen und konnten den Großteil seines Reiches erobern, was ihm einige wenige Städte überließ, doch es gelang ihnen nicht, ihn gefangen zu nehmen.

599 schlugen sie seine Truppen vernichtend bei Dormelles und eroberten das Dentelin, doch dann überwarfen sie sich mit einander und den Rest ihrer Herrschaft verbrachten sie damit, sich gegenseitig zu bekämpfen, oftmals aufgestachelt durch ihre Großmutter Brunhilda, die - verärgert über ihre Verbannung von Theudeberts Hof - Theuderich überzeugte, diesen absetzten und töten zu lassen. 612 gelang es ihm und das gesamte Reich seines Vaters Childebert wurde erneut wieder von einem Mann regiert. Dies hielt jedoch nur kurz, denn er starb in der Nacht vor seinem Feldzug gegen Chlothar 613 und sein junger Sohn Sigebert II wurde sein Nachfolger.

Während ihrer Herrschaft führten Theudebert und Theuderich einen erfolgreichen Feldzug in der Gascogne durch, wo sie das Herzogtum Gascogne gründeten und die Basken unterwarfen (602). Diese ursprüngliche Eroberung beinhaltete Gebiete südlich der Pyrenäen - Biskaya und Gipuzkoa -, doch diese gingen 6012 an die Visigoten verloren.

Am anderen Ende des Reiches hatten die Alemanni Theuderich in einer Rebellion besiegt und die Franken verloren die Kontrolle über die Stämme jenseits des Rheins. 610 hatte Theudebert Theuderich gezwungen, ihm das Herzogtum Elsass zu übergeben, was eine lange Zeit des Konflikts beginnen ließ über die Frage, welches Reich das Elsass regierte - Burgund oder Austrasien -, der erst im späten 7. Jh. gelöst werden konnte.

Während der kurzen Zeit, in der Sigebert II minderjährig regierte, trat das Amt des Hausmeiers, das schon einige Zeit lang im Königreich der Franken existierte, in den Vordergrund der internen Politik. Eine Fraktion von Adligen sammelte sich um Warchanar II, Rado und Pippin den Älteren, um das Reich an Chlothar zu übergeben und Brunhilda als Regentin des jungen Königs zu entfernen. Warchanar war bereits Hausmeier des Palastes von Austrasien, während Rado und Pippin nach dem Putsch ebenfalls Hausmeier wurden. Brunhilda und der zehnjährige König wurden getötet.

Chlothar II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt nach seinem Sieg gab Chlothar das Edikt von Paris (614) heraus, das bisher als Zugeständnis an den Adel angesehen wurde, doch diese Ansicht ist in jüngster Zeit kritisch bedacht worden. Das Edikt soll zunächst Gerechtigkeit garantieren und die Korruption in der Regierung beenden, doch es festigte auch die regionalen Unstimmigkeiten zwischen den drei fränkischen Reichen und garantierte dem Adel möglicherweise mehr Kontrolle über gerichtliche Ernennungen.

623 begannen die Austrasier, einen eigenen König zu fordern, da Chlothar oftmals im Reich nicht anwesend war und aufgrund seiner Erziehung und vorherigen Herrschaft im Seine-Becken war er dort mehr oder weniger ein Außenseiter. Chlothar verfügte deshalb, dass sein Sohn Dagobert I ihr König ein sollte und er wurde von den austrasischen Kriegern in der traditionellen Art anerkannt. Dagobert hatte tatsächliche Autorität in seinem Reich, aber Chlothar behielt trotzdem die vollständige Kontrolle über das ganze Fränkische Reich.

Während der gemeinsamen Herrschaft von Chlothar und Dagobert, die als "die letzten herrschenden Merowinger" bezeichnet werden, rebellierten die Sachsen, die seit den späten 550er Jahren lose zum Frankenreich gehörten, unter Berthold, Herzog von Sachsen, und wurden von Vater und Sohn besiegt und wieder dem Reich hinzugefügt. Als Chlothar 628 starb, überließ Dagobert in Übereinstimmung mit den Wünschen seines Vaters seinem jüngeren Bruder Charibert II ein Unterkönigreich. Dieses Unterkönigreich, das als Aquitanien bezeichnet wurde, war eine neue Erschaffung.

Dagobert I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagobert machte alle Völker im Osten zu Untertanen des Hofes von Neustrien, nicht Austrasien. Dies brachte die Austrasier dazu, einen eigenen König aus dem königlichen Haushalt zu fordern. Charibert führte erfolgreiche Feldzüge gegen die Basken durch, doch nach seinem Tod 632 rebellierten sie erneut. Gleichzeitig erhoben sich die Bretonen gegen die fränkische Vorherrschaft. Der bretonische Anführer Judicael gab nach und schloss Frieden mit den Franken und zahlte Dagobert Tribut, nachdem dieser 635 mit einer Armee gedroht hatte. Im gleichen Jahr schickte Dagobert auch eine Armee, um die Basken erfolgreich zu unterwerfen.

Während dessen ließ Dagobert Chariberts noch minderjährigen Nachfolger Chilperich ermorden und vereinigte das gesamte Fränkische Reich 632 erneut, wobei er allerdings vom starken austrasischen Adel gezwungen wurde, seinen eigenen Sohn Sigebert III zu deren König zu machen. Diese Forderung kam hauptsächlich von dem Wunsch der Austrasier, sich selbst zu verwalten in einer Zeit, als Neustrien den königlichen Hof dominierte. Chlothar war jahrzehntelang König in Paris gewesen, bevor er auch König in Metz wurde und die merowingische Monarchie war nach ihm zuallererst immer eine neustrische Monarchie.

Tatsächlich erschien die Bezeichnung "Neustrien" in den 640er Jahren zum ersten mal in den Aufzeichnungen. Sein recht spätes Erscheinen im Vergleich zu "Austrasien" liegt vermutlich an der Tatsache, dass die Neustrier ihr Gebiet einfach "Francia" nannten. Burgund definierte sich selbst ebenfalls im Gegensatz zu Neustrien etwa um diese Zeit herum. Doch es waren die Austrasier, die innerhalb des Reiches als eigenständiges Volk angesehen wurden seit der Zeit von Gregory of Tours, und die sich am heftigsten um Unabhängigkeit bemühten.

Der junge Sigebert wurde während seiner Minderjährigkeit vom Hausmeier des Palastes, Grimoald dem Älteren, beherrscht, der den kinderlosen König überzeugte, seinen eigenen Sohn Childebert zu adoptieren und somit zu seinem Sohn und Erben zu machen. Nach Dagoberts Tod 639 rebellierte Radulf, Herzog von Thüringen und versuchte sich zum König zu machen. Er besiegte Sigebert 640, was zu einem Wechsel der Herrscherdynastie führte.

Der König verlor die Unterstützung vieler Adliger, während er sich auf einem Feldzug befand, und die Schwäche der königlichen Beamten dieser Zeit sind ein Beweis für seine Unfähigkeit, ohne Unterstützung der Adligen erfolgreich Krieg zu führen. Tatsächlich konnte er nicht einmal seine eigene Leibwache aufstellen ohne die Hilfe von Grimoald und Adalgisel. Er wird oft als der erste roi fainéant angesehen: "nichtstuer-König", nicht in dem Sinne, dass er nichts tat, sondern in dem Sinne, dass er wenig erreichte.

Chlodwig II, Dagoberts Nachfolger in Neustrien und Burgund, die zu dieser Zeit verbunden waren, aber separat regiert wurden, war beinahe während seiner ganzen Herrschaft minderjährig. Er wurde von seiner Mutter Nanthild und Erchinoald, dem Hausmeier des Palastes, beherrscht. Erchinoalds Nachfolger Ebroin beherrschte das Reich für die nächsten fünfzehn Jahre, die aus beinahe ständigem Bürgerkrieg bestanden. Bei seinem Tod 656 wurde Sigeberts Sohn nach Irland gebracht, während Grimoalds Sohn Childebert in Austrasien regierte.

Ebroin vereinigte schließlich das gesamte Fränkische Reich für Chlodwigs Nachfolger Chlothar II, indem er 661 Grimoald tötete und Childebert absetzte. Die Austrasier forderten jedoch erneut einen eigenen König und Chlothar setzte seinen jüngeren Bruder Childerich II ein. Während Chlothars Herrschaft griffen die Franken das nordwestliche Italien an, wurden jedoch nahe Rivoli von Grimoald, König der Lombarden, zurückgeschlagen.

Herrschaft der Hausmeier 687 bis 751[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

673 starb Chlothar III und einige neustrische und burgundische Adlige luden Childerich ein, König des ganzen Reiches zu werden, doch er verärgerte schon bald einige neustrische Adlige und wurde 675 ermordet.

Die Herrschaft von Theuderich III stellte schließlich das Ende der Macht der Dynastie der Merowinger dar. Er wurde der Nachfolger seines Bruders Chlothar III in Neustrien im Jahr 673, aber Childerich II von Austrasien setzte ihn bald darauf ab - bis er 675 starb und Theuderich III bekam seinen Thron wieder zurück. Als Dagobert II 679 starb, erhielt Theuderich auch Austrasien und wurde König des gesamten Fränkischen Reiches. Durch und durch neustrisch verbündete er sich mit seinem Hausmeier Berchar und führte Krieg gegen die Austrasier, die Dagobert II, Sigebert III's Sohn, zum König gemacht hatten (kurzzeitig gegen Chlodwig III).

687 wurde er von Pippin dem Mittleren in der Schlacht von Tertry besiegt, dem Arnulfinger-Hausmeier von Austrasien und wahre Macht in diesem Reich. Er war gezwungen, Pippin als einzigen Hausmeier und dux et princeps Francorum zu akzeptieren: "Herzog und Prinz der Franken", ein Titel, der laut dem Autor des Liber Historiae Francorum den Beginn von Pippins "Herrschaft" deutlich macht. Danach zeigen die merowingischen Monarchen nur noch ab und zu in den erhalten gebliebenen Aufzeichnungen Handlungen ohne symbolischen oder eigenständigen Wert.

Während dieser Zeit der Verwirrung in den 670er und 680er Jahren wurden Versuche unternommen, die fränkische Oberherrschaft über die Friesen wiederherzustellen, doch ohne Erfolg. 689 begann Pippin einen Feldzug im westlichen Friesland und besiegte König Radbod nahe Dorestad, einem wichtigen Handelszentrum. Alles Land zwischen der Scheldt und der Vlie wurde ins Fränkische Reich aufgenommen. Etwa 690 griff Pippin das mittlere Friesland an und eroberte Utrecht. 695 konnte er sogar die Gründung der Erzdiözese von Utrecht finanzieren und damit den Beginn der Christianisierung der Friesen unter Willibrord. Doch das östliche Friesland blieb außerhalb der fränkischen Herrschaft.

Nach seinen Erfolgen gegen die Friesen wandte sich Pippin den Alemanni zu. 709 führte er Krieg gegen Willehari, Herzog von Ortenau, möglicherweise um die Thronfolge der jüngsten Söhne des verstorbenen Gotfrid auf dem Herzogsthron zu erzwingen. Diese Einmischung führte zu einem weiteren Krieg im Jahr 712 und die Alemanni wurden eine Zeit lang unter die fränkische Herrschaft gezwungen.

Doch im südlichen Gallien, das sich nicht unter dem Einfluss der Arnulfinger befand, entglitten die Regionen dem königlichen Hof unter Anführern wie Savaric von Auxerre, Antenor von Provence und Odo von Aquitanien. Die Herrschaft von Chlodwig IV und Childebert III von 691 bis 711 zeigen beide Merkmale eines roi fainéant, obwohl Childebert auch königliche Entscheidungen gegen die Interessen seiner Arnulfinger-Meister zeigt.

Tod von Pippin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Pippin 714 starb, brach im Fränkischen Reich ein Bürgerkrieg aus und die Herzöge der äußeren Provinzen wurden unabhängig. Pippins Nachfolger Theudoald und Pippins Witwe Plectrude widersetzten sich anfänglich einem Versuch von König Dagobert III, Ragenfrid zum Hausmeier im ganzen Reich zu ernennen, doch schon bald gab es einen dritten Kandidaten für das Amt des Hausmeiers von Austrasien, Pippins illegitimen Sohn Karl Martell.

Nach der Niederlage von Plectrude und Theudoald durch König Chilperich II und Ragenfrid stellte Karl kurzzeitig einen eigenen König auf, Chlothar IV, als Gegenkönig zu Chilperich. Schließlich, bei einer Schlaht nahe Soisson, besiegte Karl seine Rivalen und zwang sie, in den Untergrund zu gehen, akzeptierte aber 718 schließlich den König unter der Bedingung, dass er das Amt seines Vaters erhielt. Es gab danach keine aktiven Merowingerkönige mehr und Karl und seine Karolinger-Erben regierten die Franken.

Nach 718 begann Karl Martell eine Reihe von Kriegen, um die fränkische Oberherrschaft im westlichen Europa zu stärken. Er besiegte noch im gleichen Jahr die rebellischen Sachsen, überrannte 719 das westliche Friesland, 723 unterdrückte er die Sachsen erneut und 724 besiegte er Ragenfrid und die rebellischen Neustrier, womit er auch den Bürgerkrieg während seiner Herrschaft beendete. 720 hatte Chilperich II kurz vor seinem Tod Theuderich IV zum König ernannt, doch dieser war nur eine Marionette von Karl. 724 zwang dieser den Bayern Hugbert als Nachfolger des Herzogs auf und zwang die Alemanni, ihm bei seinen Feldzügen in Bayern 725 und 726 zu helfen, wo Gesetze in Theuderichs Namen herausgegeben wurden. 730 mussten die Alemannen mit dem Schwert unterworfen werden und ihr Herzog Lantfrid wurde getötet. 734 kämpfte Karl gegen das östliche Friesland und unterwarf es schließlich.

Islamische Invasion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 730ern begannen die Eroberer der Umayyad von Spanien, die auch Septimanien erobert hatten, ins mittlere Frankenland und ins Loire-Tal vorzurücken. Zu dieser Zeit, etwa 736, rief Maurontus, Herzog von Provence, die Umayyaden zur Hilfe im Widerstand gegen den sich ausweitenden Einfluss der Karolinger. Karl fiel mit seinem Bruder Childebrand und einer lombardischen Armee ins Rhône-Tal ein und verwüstete die Region. Aufgrund des Bündnisses gegen die Araber war Karl deshalb nicht in der Lage, Papst Gregor III gegen die Lombarden zu unterstützen.

732 oder 737 - das Datum ist umstritten unter modernen Gelehrten - zog Karl gegen eine arabisch-berbische Armee zwischen Poitiers und Tours und besiegte sie in einer Schlacht, die den arabisch-berbischen Vorstoß nördlich der Pyrenäen zur Umkehr zwang. Doch Karls wahre Interessen lagen im Nordosten, hauptsächlich bei den Sachsen, von denen er die Tributzahlungen erzwang, die sie jahrhundertelang an die Merowinger gezahlt hatten.

Kurz vor seinem Tod im Oktober 741 teilte Karl das Reich, als wäre er König, unter seinen beiden Söhnen von seiner ersten Frau auf, was seinen jüngsten Sohn Grifo an den Rand drängte, der nur einen kleinen Teil erhielt (es ist nicht ganz klar, was genau). Obwohl es seit dem Tod von Theuderich 737 keinen König mehr gegeben hatte, waren Karls Söhne Pippin der Jüngere und Karlmann immer noch Hausmeier. Die Karolinger hatten den königlichen Status der Merowinger übernommen, wenn auch nicht den königlichen Titel. Die Teilung des Reiches gab Austrasien, Alemannia und Thüringen an Karlmann, und Neustrien, Provence und Burgund an Pippin. Es zeigt die tatsächliche Unabhängigkeit der Herzogtümer Aquitanien (unter Hunoald) und Bayern (unter Odilo), dass sie nicht in der Reichsteilung inbegriffen waren.

Nach Karls Begräbnis neben den Merowinger-Königen in der Abtei von St. Denise brach beinahe sofort ein Streit zwischen Pippin und Karlmann auf der einen Seite und Grifo auf der anderen aus. Obwohl KIarlmann Grifo gefangen nahm und einsperrte, könnte es die Feindseligkeit zwischen den älteren Brüdern gewesen sein, die Pippin dazu brachte, Grifo freizulassen, während Karlmann sich auf einer Pilgerreise nach Rom befand. Möglicherweise in einem Versuch, die Ambitionen seines Bruders zu vernichten, löste Karlmann die Ernennung eines neuen Königs aus, Childerich III, der 743 aus einem Kloster geholt wurde. Historiker haben vermutet, dass die Position der beiden Brüder möglicherweise schwach war oder herausgefordert wurde, oder dass Karlmann einfach für eine loyale oder legitime Partei im Reich handelte.

743 führte Pippin einen Feldzug gegen Odilo durch und zwang ihn, sich der fränkischen Oberherrschaft zu unterwerfen. Karlmann führte Feldzüge gegen die Sachsen und gemeinsam besiegte sie eine Rebellion von Hunoald und den Basken, sowie eine der Alemanni, in der Liutfrid von Elsass möglicherweise starb entweder im Kampf für oder gegen die Brüder. 746 ruhten die fränkischen Armeen jedoch, als Karlmann sich darauf vorbereitete, sich aus der Politik zurückzuziehen und ins Kloster von Mont Soratte einzutreten. Pippins Position wurde weiter stabilisiert und der Weg war frei für seine Thronbesteigung 751.

Karolingerreich 751 bis 840[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Karolingerreich

Pippin regierte als gewählter König. Obwohl solche Wahlen hin und wieder passierten, besagte eine grundsätzliche Regel im Germanischen Gesetz, dass der König von der Unterstützung seiner führenden Männer abhängig war. Diese Männer besaßen das Recht, einen neuen "königswürdigen" Anführer aus dem herrschenden Clan zu wählen, wenn sie das Gefühl hatten, dass der alte sie nicht erfolgreich in die Schlacht führen konnte. Während im späteren Frankreich die Königsherrschaft erblich wurde, erwiesen sich die Könige des späteren Heiligen Römischen Reiches als unfähig, die Tradition der Wahl abzuschaffen und blieben gewählte Herrscher bis zum offiziellen Ende des Reiches 1806.

Pippin festigte seine Position 754, als er ein Bündnis mit Papst Stephan II einging, der dem König der Franken eine Kopie der gefälschten "Konstantinischen Schenkung" in Paris zukommen ließ und den König und seine Familie in einer großartigen Zeremonie in Saint-Denis salbte und ihn zum patricius Romanorum (Beschützer der Römer) erklärte. Im folgenden Jahr erfüllte Pippin sein Versprechen an den Papst, eroberte das Exarchat von Ravenna zurück, das kurz zuvor an die Lombarden gefallen war, und gab es dem Papst zurück.

Pippin spendete die zurückeroberten Gebiet um Rom dem Papst und legte damit den Grundstein für den Päpstlichen Staat in der "Schenkung von Pippin", die er auf den Grabstein des Hl. Petrus legte. Der Papst hatte gute Gründe, anzunehmen, dass die neu geschaffene fränkische Monarchie eine respektvolle Machtbasis darstellen würde bei der Erschaffung einer neuen Weltordnung mit dem Papst im Mittelpunkt.

Nach Pippins Tod 768 teilten seine Söhne Karl und Karlmann erneut das Reich unter sich auf. Doch Karlmann zog sich in ein Kloster zurück und starb kurz darauf, wodurch sein Bruder die alleinige Herrschaft erhielt. Später würde er bekannt werden als Karl der Große, ein mächtiger, intelligenter und bescheiden schriftkundiger Mann, der eine Legende in der späteren Geschichte von Deutschland und Frankreich wurde. Karl der Große stellte die Gleichheit zwischen Kaiser und Papst wieder her.

Ab 772 eroberte Karl die Sachsen und konnte sie schlussendlich ins Fränkische Reich eingliedern. Dieser Feldzug erweiterte die Praxis nicht-römischer christlicher Herrscher, die die Bekehrung ihrer Nachbarn durch Armeen durchführten. Fränkische katholische Missionare und andere aus Irland und dem angelsächsischen England waren seit Mitte des 8. Jh. in die sächsischen Gebiete gereist, was zu steigenden Konflikten mit den Sachsen geführt hatten, die sich der Missionierung widersetzten.

Karls wichtigster sächsischer Gegner Widukind akzeptierte 785 die Taufe als Teil einer Friedensübereinkunft, doch andere sächsische Anführer kämpften weiter. Nach seinem Sieg 787 in Verdun befahl Karl die Tötung tausender heidnischer Sachsen. Nach mehreren Aufständen erlitten die Sachsen eine vernichtende Niederlage im Jahr 804. Dies vergrößerte das Fränkische Reich nach Osten hin bis an die Elbe - etwas, was das Römische Imperium nur einmal versucht hatte und das bei der Schlacht im Teutoburger Wald 9 n. Chr. fehlgeschlagen war. Um die Sachsen noch effektiver zu christianisieren gründete Karl mehrere Bischofssitze, darunter Bremen, Münster, Paderborn und Osnabrück.

Zu dieser zeit (773-4) eroberte Karl auch die Lombarden und fügte damit das nördliche Italien seinem Einflussbereich hinzu. Er erneuerte die Vatikanische Schenkung und das Versprechen an den Papst für weiteren fränkischen Schutz.

788 rebellierte Tassilo, Herzog von Bayern, gegen Karl. Sie niederzuschlagen fügte auch Bayern zu Karls Königreich hinzu. Dies erhöhte nicht nur die königlichen Steuereinnahmen sondern reduzierte auch stark die Macht und den Einfluss der Agilofinger (Tassilos Familie), einer weiteren führenden Familie unter den Franken und potentielle Rivalen. Bis 796 konnte Karl sein Reich noch weiter nach Südosten erweitern, bis zum heutigen Österreich und Teilen von Kroatien.

Karl schuf somit ein Reich, das von den Pyrenäen in den Südwesten reichte (tatsächlich gehörte dazu nach 795 auch ein Gebiet im nördlichen Spanien), über beinahe das gesamte heutige Frankreich (mit Ausnahme der Bretagne, die die Franken niemals eroberten) nach Osten über den Großteil des heutigen Deutschland inklusive des nördlichen Italien und heutigen Österreich. In der Kirchenhierarchie suchten Bischöfe und Äbte den Schutz des Königspalastes, wo die Quellen von Mäzenatentum und Sicherheit lagen. Karl hatte sich zum Führer des westlichen Christentums erhoben und seine Schirmherrschaft über Klöster als Zentren der Gelehrsamkeit ließen die "Karoligische Renaissance" in der Bildung entstehen. Karl schuf auch einen großen Palast in Aachen, eine Reihe von Straßen und einen Kanal.

Am Weihnachtstag 800 krönte Papst Leo III Karl zum "Kaiser der Römer" in Rom in einer Zeremonie, die als Überraschung kam (Karl wollte nicht in der Schuld des Ppapstes stehen), ein weiterer päpstlicher Schachzug in einer Reihe von symbolischen Gesten, die die wechselseitigen Rollen päpstlicher auctoritas und kaiserlicher potestas definierten. Obwohl Karl den Titel "Kaiser, König der Franken und Lombarden" vorzog, erkannte die Zeremonie formell den Herrscher der Franken als Römischen Kaiser an, was zu Streitigkeiten mit dem Byzantinischen Reich führte, das den Titel seit der Teilung des Römischen Imperiums in Osten und Westen führte. Das Recht des Papstes, Nachfolger zu erkennen, basierte auf der Konstantinischen Schenkung, einem gefälschten römischen kaiserlichen Dekret. Nach anfänglichen Protesten gegen die Usurpation erkannte der byzantinische Kaiser Michael I Rhangabes laut einigen Quellen 812 Karl den Großen als Mitkaiser an. Andere Quellen besagen, dass Michael I die Verhandlungen mit den Franken 812 wieder eröffnete und Karl als Basileus (Kaiser) aber nicht als Kaiser der Römer anerkannte. Die Krönung gab der karolingischen Herrschaft über die Franken permanente Legitimität. Die Ottonen belebten diese Verbindung 962 wieder.

Nach seinem Tod am 28. Januar 814 wurde Karl der Große in Aachen in seiner eigenen Palastkapelle begraben.

Geteiltes Reich nach 840[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl der Große hatte mehrere Söhne, doch nur einer überlebte ihn. Dieser Sohn, Ludwig der Fromme, folgte seinem Vater als Herrscher eines geeinten Imperiums. Doch das vollständige Erben blieb weiterhin ein Glückstreffer, keine Absicht. Als Ludwig 840 starb, führten die Karolinger die Praxis der geteilten Erbschaft fort und nach einem kurzen Bürgerkrieg zwischen den drei Söhnen kam man 843 zu einer Übereinkunft, dem Vertrag von Verdun, der das Reich in drei Teile spaltete.

Ludwigs ältester Sohn Lothar I wurde Kaiser dem Namen nach, tatsächlich aber nur der Herrscher des Mittelfränkischen Reiches. Seine drei Söhne teilten dieses Reich später unter einander auf in Lothringen, Burgund und die Lombardei. Diese Gebiete mit verschiedenen Kulturen, Menschen und Traditionen verschwanden später als eigenständige Reiche und wurden zu Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Lorraine, Schweiz, Lombardei und die verschiedenen Departements von Frankreich entlang der Rhône und dem Jura Massiv.

Ludwigs zweiter Sohn, Ludwig der Deutsche, wurde König des Ostfränkischen Reiches. Dieses Gebiet bildete den Kern des späteren Heiligen Römischen Reiches auf dem Weg zum Königreich Deutschland, das um einige zusätzliche Gebiete von Lothars mittelfränkischem Reich erweitert wurde: viele dieser Gebiete entwickelten sich zu den heutigen Österreich, Schweiz und Deutschland.

Sein dritter Sohn Karl der Kahle wurde König der Westfranken. Dieses Gebiet, das aus dem Großteil des heutigen südlichen und westlichen Frankreich bestand, wurde der Grundstein für das spätere Frankreich unter den Kapetingern.

Schließlich wurden unter dem Vertrag von Mersen 870 die Teile zum Schaden von Lotharingia umverteilt. Am 12. Dezember 884 vereinigte Karl der Dicke (Sohn von Ludwig dem Deutschen) einen Großteil des Karolingerreiches, abgesehen von Burgund. Ende 887 rebellierte sein Neffe Arnulf von Kärnten und nahm den Titel als König der Ostfranken an. Karl dankte ab und starb bald darauf am 13. Januar 888.

Odo, Graf von Paris, wurde zum Herrscher im Westen gewählt und im nächsten Monat gekrönt. Zu diesem Zeitpunkt bestand Westfranken aus Neustrien im Westen und im Westen aus dem Gebiet zwischen der Meuse und der Seine. Die Karolinger erhielten den Thron in Westfranken zehn Jahre später zurück und regierten bis 987, als der letzte fränkische König Ludwig V starb.

Westfranken war das Land unter der Herrschaft von Karl dem Kahlen. Es ist der Vorläufer des heutigen Frankreich. Es wurde in die folgenden großen Lehen aufgeteilt: Aquitanien, Bretagne, Burgund, Katalonien, Flandern, Gascogne, Gothia, die Île-de-France und Toulouse. Nach 987 wurde das Reich als Frankreich bekannt, da die neue Herrscherdynastie, die Kapetinger, ursprünglich Herzöge der Île-de-France waren.

Mittelfranken war das Gebiet, das von Lothar I beherrscht wurde, eingezwängt zwischen dem Ostfränkischen und dem Westfränkischen Reich. Das Reich, zu dem das Königreich Italien, Burgund, die Provence und der Westen von Austrasien gehörten, war eine unnatürliche Schaffung durch den Vertrag von Verdun ohne historische oder ethnische Identität. Das Reich wurde beim Tod von Lothar II 869 in Lothringen, Provence (mit Burgund zwischen beiden aufgeteilt) und das nördliche Italien geteilt.

Ostfranken war das Reich von Ludwig dem Deutschen. Es wurde in vier Herzogtümer aufgeteilt: Schwaben (Alamannia), Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kamen nach dem Tod von Lothar II die östlichen Teile von Lothringen. Diese Teilung schwand bis 1268, dem Ende der Dynastie der Hohenstaufener. Otto I wurde am 2. Februar 962 gekrönt, was den Beginn des Heiligen Römischen Reiches markiert. Ab dem 10. Jh. wurde das Ostfränkische Reich auch als regnum Teutonicum ("Teutonisches Reich" oder "Königreich Deutschland") bekannt, ein Begriff, der in salischen Zeiten weit verbreitet war. Der Titel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches wurde von dieser Zeit an genutzt, beginnend mit Konrad II.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Collins, Roger. Early Medieval Europe 300–1000. 1991
  • Fouracre, Paul. "The Origins of the Nobility in Francia." Nobles and Nobility in Medieval Europe: Concepts, Origins, Transformations, 2000
  • Geary, Patrick J. Before France and Germany: the Creation and Transformation of the Merovingian World. 1988
  • James, Edward. The Franks. 1988
  • Lewis, Archibald R. "The Dukes in the Regnum Francorum, A.D. 550–751." Speculum (July 1976)
  • McKitterick, Rosamond. The Frankish Kingdoms under the Carolingians, 751–987. 1983
  • Murray, Archibald C.; Goffart, Walter A. After Rome's Fall: Narrators and Sources of Early Medieval History. 1999
  • Nixon, C. E. V.; Rodgers, Barbara. In Praise of Later Roman Emperors. Berkeley, 1994
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  • Schutz, Herbert. The Germanic Realms in Pre-Carolingian Central Europe, 400–750. 2000
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