Galloway war ein britonisches Königreich im Frühmittelalter und ist heute eine Region im südlichen Schottland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galloway beinhaltet den Teil Schottlands südlich vom Südlichen Upland und westlich vom Fluss Nith. Traditionell wurde es beschrieben als von den "Abhängen des Glenapp zum Nith". Die Täler der drei Flüsse Urr Water, Water of Ken und Dee fließen alle nord-südlich und sorgen für gutes Land zum bewirtschaften. Die Landschaft ist ansonsten felsig, viel des Bodens ist eher flach. Der nördliche Teil von Galloway ist äußerst felsig und bildet die größte verbliebene Wildnis in Britannien südlich der Highlands. Dieses Gebiet ist bekannt als die Galloway Hills.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galloway bei Ptolemäus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geograph Ptolemäus aus dem 2. Jh. entwickelte eine Karte von Britannien in seiner Geographia, in der er die Merkmale und Bewohner der Insel beschreibt. Einige dieser Merkmale wurden schon vor langer Zeit identifiziert und einige von ihnen beziehen sich auf Galloway.

Die im Westen gelegene Stadt Rerigonium (übersetzt "sehr königlicher Ort") ist höchstwahrscheinlich Pen Rhionydd, das laut der Walisischen Triaden als einer der "drei Throne von Britannien" bezeichnet wird und in den Erzählungen als König Arthurs nördlicher Hof bezeichnet wird. Die genaue Lage von Rerigonium ist unbekannt, außer dass es sich am Loch Ryan befunden haben soll. Möglicherweise handelt es sich um das heutige Dunragit.

Frühes Galloway[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühesten Bewohner von Galloway waren britonische Kelten, die von den Römern als der Stamm der Novantae bezeichnet wurden. Laut den Überlieferungen gründete der Hl. Ninian noch vor dem Ende der römischen Regierung in Britannien ein Kloster oder eine Kirche bei Whithorn in Wigtownshire, die bis zur Reformation eine wichtige Pilgerstätte blieb.

Es gibt viele prähistorische Monumente in dem Gebiet, die wichtigsten davon sind die Stehenden Steine von Drumtoddan und der Torhousekie Steinkreis.

Königreich Galloway[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suibne mac Cinaeda ist der erste bekannte König der Gall-ghàidhil, der Menschen von Galloway, doch erst 1138 wird die Nachfolge genau aufgezeichnet. Die Dynastie von Fergus of Galloway scheint bis 1234 angedauert zu haben und die Gesetze von Galloway blieben bis 1426 in Kraft. Man geht davon aus, dass diese Gesetze ihre Autorität von den Königen von Galloway bezogen.

Im Gegensatz zu einigen beliebten Konzepten gibt es keinen Hinweis darauf, dass Galloway jemals ein Teil des Königreiches Strathclyde war. Galloway erkannte die Könige von Schottland als Oberkönige an, wenn es politisch günstig war. Im Jahr vor seinem Tod übergab Fergus Galloway in die Hände von König Malcolm IV. Obwohl es ein Teil des nördlichen Hauptlandes von Britannien war, war Galloway genauso sehr Teil der Irischen See.

Im späten 11. Jh. führte der norwegische König Magnus III Barefoot einen Feldzug der Unterwerfung in das Gebiet an der Irischen See. 1097 schichte er seinen Vasallen Ingimundr, um die Kontrolle über das Kingdom of the Isles zu übernehmen. Doch als dieser getötet wurde, führte Magnus selbst die erste von zwei Invasionen, die Feldzüge von 1098-99 und 1102-1103. Im ersten Feldzug übernahm er die Kontrolle der westlichen Inseln von Schottland und setzte König Lagmann von Man ab. [1] In diesem Feldzug brachte Magnus höchstwahrscheinlich auch Galloway unter seine Kontrolle. Weiterhin erhielt er die Anerkennung dieser Eroberungen vom damaligen König von Alba, Etgair mac Mail Coluim.

Bei seinem zweiten Feldzug ging Magnus nach Man und griff mit einer riesigen Flotte Dublin an. Er versuchte die Unterwerfung von Muircertach mac Toirrdelbach, König von Munster zu erreichen. Der Feldzug führte zu einem Bündnis zwischen den beiden Königen und einer Ehe zwischen Magnus Sohn Sigurd mit Muircertachs Tochter Bjaðmunjo. Diese Allianz milderte die Bedrohung durch Domnall Ua Lochlainn, König von Ailech und brachte Stabilität in das Gebiet an der Irischen See und Sicherheit für Magnus' neues "Imperium". Doch alles lief falsch, als Magnus auf seinem Weg zurück nach Norwegen bei einem kleinen Überfall auf Ulster getötet wurde.

Fergus of Galloway übernahm den Thron von Galloway irgendwann zwischen 1110 und 1120. Er starb 1161, ein Jahr, nachdem er Galloway an Schottlands König Malcolm IV the Maiden übergeben und sich selbst als Mönch nach Holyrood zurückgezogen hatte. Er hinterließ Galloway seinen Söhnen Uhtred mac Fergusa und Gille Brigte of Galloway. 1174 starb Uchtred, nachdem sein Bruder und dessen Sohn ihn brutal geblendet und gefoltert hatten. Als Gille Brigte einige Jahre später starb, entschieden die Könige von Schottland und England bei einem Treffen mit den Söhnen von Gille und Uchtred, dass Uchtreds Sohn Lochlann den südlichen Teil von Galloway übernehmen würde. Gilles Sohn Donnachd erhielt den nördlichen Teil und wurde der erste Mormaer of Carrick.

Lochlann heiratete Helen, die Tochter von Richard de Moreville, Constable of Scotland, und erbte den Titel seines Schwiegervaters. Sein Sohn Alan of Galloway war der mächtigste der Lords. Nach seinem Tod wurden seine Besitzungen zwischen seinen drei Töchtern und ihren Ehemännern aufgeteilt. Es gab einen Versuch in Galloway, Alans unehelichen Sohn Thomas of Galloway zum Herrscher zu machen, doch dieser schlug fehl, als König Alexander II von Schottland es ablehnte, einen illegitimen Sohn zum Herrscher zu machen. Es kam zu einem Aufstand gegen Alexander, der jedoch fehlschlug. Galloway wurde unter Alans drei lebenden Töchtern aufgeteilt, die mit den Normannen Roger de Quincy (verheiratet mit Helen von Galloway), John Balliol (verheiratet mit Derbogaill von Galloway) und William de Forz, 4. Earl of Albemarle (verheiratet mit Cairistiona). Galloways Zeit als unabhängige politische Einheit kam zu einem Ende, als John de Balliol zum Lord ernannt wurde. Sein Sohn John Balliol wurde einer der Kandidaten für die schottische Krone. Deshalb wurden Schottischen Unahängigkeitskriege unverhältnismäßig in Galloway ausgetragen.

Nach den Schottischen Unabhängigkeitskriegen wurde Galloway das Fief von Archibald the Grim und seinen Erben. Whithorn blieb ein wichtiges kulturelles Zentrum und alle mittelalterlichen schottischen Könige machten Pilgerreisen dort hin.

Modernes Galloway[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch lange behielt Galloway eine große Anzahl von gälisch-Sprechern, das Galwegian Gälisch scheint allerdings länger überdauert zu haben, seine letzte Sprecherin, Margaret McMurray, starb 1760.

In den Jahren nach der Union der Kronen 1603 unterzog sich Galloway radikalen Änderungen, während dem Krieg der drei Königreiche und der Rebellion der Covenanters.

Lords of Galloway[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lords of Galloway waren eine Dynastie von Erben, die Lords oder Könige waren, die größtenteils im Hochmittelalter in Galloway herrschten.

1369 wurde Archibald the Grim von David II von Schottland zum Lord von Galloway ernannt.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Zufällig führte ihn dieser Feldzug auch nach Wales, wo er den Earl of Chester und den Earl of Shrewsbury tötete, die sich im Krieg mit dem Prinzen von Gwynedd befanden.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.