Gildas (ca. 500 bis 570 n. Chr.) war ein britischer Mönch und Autor der De Excidio et Conquestu Britanniae. Er ist eine der bekanntesten Personen der christlichen Kirche in der nachrömischen Zeit Britanniens.

Es gibt Spekulationen, dass er der Sohn von Caw map Geraint/Galam I mac Geraint war. Sollte dies der Fall sein, so hatte er sogar eine Tochter, die mit Bridei I mac Malcheon verheiratet war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwei Versionen des Life of St. Gildas, die sich in vielen Dingen unterscheiden. Die erste Version wurde im 9. Jh. im Kloster Saint-Gildas-de-Rhuys geschrieben, von einem unbekannten Mönch. Die zweite stammt von Caradoc of Llancarfan, der sie Mitte des 12. Jh. verfasste und die von vielen Historikern als unkorrekt empfunden wird.

Beide Versionen berichten, dass Gildas im heutigen Schottland als Mitglied einer königlichen Familie in der Nähe des Flusses Clyde geboren wurde, Historiker glauben jedoch, dass er weiter südlich zur Welt kam. Gildas selbst behauptete, im gleichen Jahr wie die Schlacht von Mons Badonicus geboren worden zu sein.

Gildas wurde in einem Kloster erzogen, möglicherweise Cor Tewdws in Glamorgan, und entschloss sich dort, Mönch zu werden. Er wurde zu einem weithin bekannten Lehrer und bekehrte viele Menschen zum Christentum. Weiterhin gründete er viele Kirchen und Klöster in Britannien und Irland. Möglicherweise unternahm er auch eine Pilgerreise nach Rom, bevor er sich in der Bretagne niederließ und dort zum Eremiten wurde. Die Menschen suchten ihn jedoch schon bald auf und baten ihn, ihr Lehrer zu werden, so dass er für seine Studenten das Kloster Rhuys gründete, wo er auch die De Excidio schrieb, in der er verschiedene britische Herrscher kritisierte und sie aufforderte, ihre Sünden aufzugeben und zum wahren christlichen Glauben zu finden. Historiker glauben, dass er in Rhuys schließlich auch starb und dort begraben wurde.

Rhuys-Version[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältere und für historisch korrekter gehaltene Version seiner Lebensgeschichte aus dem 9. Jh. wurde in dem von Gildas gegründeten Kloster geschrieben. Dort heißt es, er wäre der Sohn von Caunus gewesen, König von Alt Clut, und hätte vier Brüder gehabt. Sein ältester Bruder Cuillum bestieg den Thron nach dem Tod des Vaters, die anderen Brüder und Gildas selbst wurden freiwillig Mönche.

Gildas ging nach Cor Tewdws in Glamorgan, wo er vom Hl. Illtud ausgebildet wurde, der ihn sehr schätzte. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung ging Gildas nach Irland und wurde dort zum Priester geweiht. Zurück in Britannien begann er seine Missionarsarbeit und bekehrte viele Menschen zum Christentum. Ainmuire mac Setnais, Hochkönig von Irland, bat ihn schließlich, die Ordnung in der irischen Kirche wieder herzustellen und Gildas reiste zurück, um erneut Menschen zum Christentum zu bekehren, und viele Klöster und Kirchen zu gründen. Danach reiste er nach Rom und Ravenna, wo er viele Wunder vollbracht haben soll, unter anderem das Töten eines Drachens, während er sich in Rom befand. Bei der Rückkehr nach Britannien entschloss er sich, sich statt dessen in der Bretagne niederzulassen. Dort soll er vor Nonnita gepredigt haben, der Mutter des Hl. David.

Viele Menschen kamen zu ihm, um sich von ihm unterrichten zu lassen, und Gildas erbaute schließlich das Kloster St. Gildas de Rhuys im Ufer des Flusses Blavet. Dort schrieb er auch die De Excidio über fünf britische Könige.

Angeblich starb er am 29. Januar 570. Sein Körper wurde seinen Wünschen folgend in ein Boot gelegt, das man den Fluss hinab treiben ließ. Drei Monate später fanden Männer des Klosters am 11. Mai die Überreste des Botes und Gildas' noch immer intakten Körper. Sie brachten ihn zum Kloster zurück und begruben ihn dort.

Llancarfan-Version[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Version seiner Lebensgeschichte wurde von Caradoc of Llancarfan im 12. Jh. geschrieben, ein Freund von Geoffrey of Monmouth. Forscher halten seine Arbeit für historisch falsch, er schrieb eher fiktional und fügte viele Elemente der zu dieser Zeit beliebten Pseudo-historischen Geschichten über König Arthur, Guinevere und die Abtei Glastonbury ein. Gildas selbst lebte zu einer Zeit, zu der er laut den Annales Cambriae ein Zeitgenosse von Arthur gewesen wäre, und sagte selbst, dass er im Jahr der Schlacht von Mons Badonicus geboren wurde. Er erwähnt Arthur jedoch mit keinem Wort, obwohl er eine Geschichte der Briten geschrieben hat und Arthur angeblich in der Schlacht die Sachsen besiegte.

Llancarfan berichtet, Gildas wäre der Sohn von Nau gewesen, König von Scotia. Nau hätte 24 Söhne gehabt, alles siegreiche Krieger. Gildas ging in seiner Jugend nach Gallien und studierte dort sieben Jahre lang, bevor er nach Britannien zurückkehrte. Dort wurde er der bekannteste Lehrer in allen drei Königreichen und schloss sich Arthur an, den er sehr verehrte. Seine 23 Brüder waren jedoch immer rebellisch und erhoben sich ständig gegen den König. Gildas befand sich in Irland, als sein ältester Bruder bei einem Überfall von Arthur getötet wurde. Als er davon hörte, war er sehr betrübt, konnte Arthur jedoch vergeben. Er kehrte nach Britannien zurück, traf sich dort mit Arthur und betete für dessen Vergebung und die Errettung seiner Seele, und Arthur akzeptierte eine Buße für den Mord an Gildas' Bruder.

Gildas unterrichtete einige weitere Jahre und zog sich dann auf eine geheime Insel zurück, wo er jedoch nach sieben Jahren von Piraten überfallen wurde. Gildas kehrte nach Britannien zurück, wo er nach Glastonbury ging und dessen König Melvas überzeugen konnte, Guinivere freizulassen, die dieser zuvor entführt und vergewaltigt hatte. Es gelang Gildas, einen Frieden zwischen Melvas und Arthur zu vermitteln. Gildas ließ sich als Eremit in Glastonbury nieder, wo er auch gestorben und begraben worden sein soll.

Diese Version der Lebensgeschichte von Gildas enthält die früheste Version der Guinivere-Entführung. Weiterhin war die Episode mit Gildas' Bruder sehr beliebt in Britannien und wird auch in der Geschichte Culhwch und Olwen erwähnt, die um 1100 geschrieben wurde.

Mögliche Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen der Beschreibung über Gildas' Herkunft und seinen Vater, die stark auf Galam I von den Pikten bzw. Caw map Geraint von Strathclyde hinweisen.

Das Life of St. Gildas berichtet, er wäre der Sohn eines König Caunus von Alt Clut und hätte einen älteren Bruder namens Cuillum oder Huail, der seinem Vater auf den Thron gefolgt wäre. Er soll am Fluss Clyde geboren worden sein und Gildas selbst sagte in seiner De Excidio über sich, er währe im Jahr der Schlacht von Mons Badonicus geboren worden, das in verschiedenen Quellen mit 493, 494 und 500 angegeben wird.

Caw map Geraint regierte in den 490er Jahren Alt Clut und sein Name ist die Anglisierung des Namens Caius, was zu Caunus passen würde. Weiterhin war er zur richtigen Zeit König von Alt Clut und hatte einen Sohn namen Huail, der den Überlieferungen zufolge sein Nachfolger werden sollte. Huail rebellierte den Überlieferungen zufolge gegen König Artus und wurde im Kampf getötet. Caw wurde aus Strathclyde vertrieben und ging ins Piktenland, wo er den Namen Galam annahm und dort als König regierte, da er durch seine Mutter - eine piktische Prinzessin - einen Anspruch auf dem Thron hatte. Galam soll einen Sohn namens Gildas gehabt haben, genauso wie Caw.

Galam/Caw hatte einen starken christlichen Glauben, was zu der Erzählung im Life passt, dass Gildas und drei seiner Brüder Mönche wurden. Galam wurde schließlich ebenfalls vertrieben, vermutlich aufgrund seiner religiösen Ansichten, und siedelte sich in Anglesey, Wales an. Gildas ging später ebenfalls nach Wales, gründete allerdings weit entfernt vom nördlichen Anglesey im tief südlichen Glamorgan ein Kloster.

All dies sind starke Hinweise, dass Gildas tatsächlich der Sohn von Caw map Geraint/Galam I mac Geraint war. Doch nichts davon ist gesichert.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Werke von und über Gildas stehen in englischer und lateinischer Sprache auf maryjones.us zur Verfügung:

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stammtafel zeigt Gildas' Vorfahren gemäß der spekulativen Abstammung wie zuvor beschrieben.

  1. Ceretic Guletic (Alt Clut, fl. 450er-470er)
    1. Erbin map Ceretic (Strathclyde, fl. 470er-480er)
      1. Geraint map Erbin (S, fl. 480er-490er)
        1. Caw map Geraint/Galam I mac Geraint (fl. 490er Alt Clut, Pikten 498-513)
          1. Cuillus/Huail/Hoel map Caw
          2. NN, Tochter / Peteona/Peteova ingen Caw
          3. Gildas
            1. NN, Tochter ⚭ Bridei I mac Malcheon
          4. Mailocus map Caw
          5. Egreas map Caw
          6. Allaecus map Caw
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