Godiva war eine englische Adlige und Countess of Mercia. Die Legende besagt, sie wäre nackt, nur bedeckt von ihrem langen Haar, durch die Straßen von Coventry geritten, um einen Erlass der starken Steuern zu erwirken, die ihr Ehemann seinen Untertanen aufgebürdet hatte.

Historische Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Godiva war die Ehefrau von Leofric, Earl of Mercia, Mutter von Aelfgar, Earl of Mercia. Sie und ihr Mann hatten außerdem acht weitere Kinder.

Ihr Name erscheint in verschiedenen Urkunden und im Domesday Book, obwohl er unterschiedlich geschrieben wird. Auf altenglisch bedeutet ihr Name "Gabe Gottes". Ihr Name war zu dieser Zeit recht beliebt. [1]

Statue von Sir William Reid Dick, 1949

Möglicherweise ist die die Godiva, die im Liber Eliensis (Ende. 12. Jh.) erscheint. Demnach war sie eine Witwe, als sie Leofric heiratete. Beide waren großzügige Gönner religiöser Häuser. 7 Der Chronist Roger of Wendover schreibt Godiva die Urheberschaft der verschiedenen Kirchen- und Klostergründungen ihres Mannes zu.

Nach Leofrics Tod 1057 lebte Godiva bis irgendwann zwischen 1066 und 1086. [1] Sie wird im Domesday Book als eine der wenigen Angelsachsen und als einzige Frau erwähnt, die nach der Normannischen Eroberung von England noch Landbesitzer waren.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Legende vom nackten Ritt wurde im 13. Jh. im Flores Historiarum von Roger of Wendover aufgeschrieben. Von heutigen Historikern wird sie nicht als nachvollziehbar angesehen, und sie wird auch nicht in den zwei Jahrhunderten zuvor erwähnt.

Der Moment der Entscheidung. Gemälde von Edmund Blair Leighton (1892).

Laut der üblichen Version der Geschichte hatte Godiva Mitleid mit den Bewohnern von Coventry, die unter der harten Besteuerung durch ihren Ehemann litten. Lady Godiva versuchte immer und immer wieder, ihren Ehemann umzustimmen, doch er verweigerte sich. Schlussendlich, als er müde von ihrem Flehen war, sagte er, er würde ihre Bitte erfüllen, wenn sie sich nackt ausziehen und auf einem Pferd durch die Straßen der Stadt reiten würde. Godiva nahm ihn beim Wort und nach einer Bekanntgabe, dass alle in ihren Häusern bleiben und ihre Türen und Fenster schließen sollten, ritt sie durch die Stadt, nur bekleidet mit ihrem langen Haar. Nur eine Person in der Stadt, ein Schneider, der danach für immer als Peeping Tom bekannt war, missachtete ihre Bekanntgabe und beobachtete sie.

Einige Historiker haben Elemente heidnischer Fruchtbarkeitsrituale in der Geschichte von Godiva entdeckt. Die älteste Form der Legende beschreibt, wie Godiva von einem Ende des Marktes zum anderen ritt, während die Menschen anwesend waren, nur begleitet von zwei Rittern.

Andere Versuche, eine plausiblere Erklärung für die Legende zu finden, beinhalten einen Brauch dieser Zeit für Büßer, in einem ärmellosen weißen Hemd, das sicherlich als "Unterwäsche" angesehen wurde, durch die Stadt zu laufen. Somit könnte Godiva möglicherweise als Büßerin durch die Stadt gekommen sein. Eine andere Theorie ist, dass sie ohne ihre Juwelen durch die Stadt ritt, das Zeichen ihres hohen Ranges. Doch diese Versuchte, bekannte Fakten mit der Legende zu verbinden, sind schwach. In der Zeit des frühesten Berichts bedeutete das Wort nackt einfach nur "ohne jegliche Bekleidung".

Peeping Tom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Peeping Tom, der als einziger von den Stadtbewohnern Godiva beobachtete, wurde vermutlich nur durch mündliche Überlieferung in der Umgebung von Coventry weitergegeben. Alle schriftlichen Berichte davon stammen aus dem 18. Jh. oder danach.

Peeping Tom soll ein Schneider gewesen sein, der Godiva bei ihrem Ritt beobachtete. Eine Version dieser Geschichte besagt, er hätte einfach seine Angst überwunden und nur einen einzigen Blick riskiert. Eine andere erzählt, er hätte nicht widerstehen können, auch wenn es "ihn sein leben kostet". Weiterhin wird erzählt, dass Tom danach geblendet wurde, als Strafe, oder dass die Bevölkerung das ganze in die eigenen Hände nahm und ihn von sich aus blendete.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1911 Lady Godiva
  • 1928 Lady Godiva
  • 1949 The Ghost Talks
  • 1950 Lady Godiva Rides Again
  • 1955 Lady Godiva of Coventry
  • 1990 Young Guns II
  • 2006 Lady Godiva
  • 2007 Lady Godiva: Back in the Saddle

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1842 Alfred Lord Tennyson - Godiva
  • 1866 Charles Kingsley - Hereward the Wake
  • 1939 Dr. Seuss - The Seven Lady Godivas: The True Facts Concerning History's Barest Family
  • 1965 Robert F. Young - Peeping Tommy
  • 1982 Dorothy Dunnett - King Hereafter
  • 2005 "Superman/Batman #20" (2005) eine Feindin namens Godiva, die nur mit ihrem langen Haar bekleidet ist.
  • 2008 Nerys Jones - Godiva

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  ?
    1. Godiva, Countess of MerciaLeofric, Earl of Mercia
      1. Aelfgar, Earl of Mercia
        1. Edwin, Earl of Mercia
        2. Morcar, Earl of Northumbria
        3. Ealdgyth ⚭ | Gruffydd ap Llywelyn ap Seisyll; ⚭ || Harald II Godwinson
    2. Thorold of Bucknall

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Williams, Ann 'Godgifu (d. 1067?)', Oxford Dictionary of National Biography
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