Groans of the Britons (Übersetzt etwa das Stöhnen der Briten) ist der Name der letzten Bitte, die die Briten ans römische Militär sandten, eine Bitte um Hilfe gegen die piktischen und skotischen Angreifer. Der Aufruf wurde zum ersten mal in Gildas' De Excidio et Conquestu Britanniae erwähnt und später in Bedas Historia ecclesiastica gentis Anglorum wiederholt. Die Nachricht war an den General Flavius Aetius adressiert und bat um seine Hilfe bei der Verteidigung des ehemaligen römischen Britannien vor den Pikten und Skoten. Das zusammenbrechende Weströmische Imperium hatte nur wenige militärische Ressourcen, um sie zu teilen und der Bericht ist fragwürdig dabei, was die Antwort auf den Hilferuf gewesen sein könnte, wenn es denn überhaupt eine gab. Laut Gildas und verschiedenen anderen mittelalterlichen Quellen führte das Versagen der römischen Armeen, Britannien zusichern, die Briten dazu, angelsächsische Söldner ins Land einzuladen, was sie angelsächsische Besiedelung von Britannien begründete.

Nachricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachricht wurde von Gildas in seiner De Excidio et Conquestu Britanniae aufgezeichnet, die in der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts geschrieben wurde, und viel später von Beda wiederholt. Laut dieser Quelle war es eine letzte, verzweifelte Bitte um Hilfe an Agitius, der grundsätzlich als Aetius identifiziert wird, den militärischen Führer des Weströmischen Imperiums, der den größten Teil der 440er Jahre damit verbrachte, gegen Aufständische in Gallien und Spanien zu kämpfen. Die ehemaligen römischen Briten wurden durch Überfälle von Pikten und Skoten aus dem nördlichen Britannien bedrängt, die weit in den Süden vordringen konnten, nachdem sich die römischen Armeen 407 von der Insel zurückgezogen hatten.

Der Text beschreibt Aetius als Konsul für die dritte Amtszeit und datiert die Nachricht auf die Zeit zwischen 446, als er sein drittes Konsulat begann, und 454, als er sein viertes erhielt. Leslie Alcock hat die Möglichkeit vorgeschlagen, dass der Agitius, an den die Nachricht gerichtet ist, eigentlich Aegidius ist - obwohl dieser niemals Konsul war. Abgesehen von Miller, der die Möglichkeit offen lässt, wurde diese Alternative nicht unterstützt. Der Usurpator Constantine III hatte 407 die letzten römischen Truppen aus Britannien abgezogen und die zivile Verwaltung war von den Einheimischen einige Zeit später abgeschafft worden, weshalb die Einwohner sich selbst verteidigen mussten in dieser immer angespannteren Zeit. Teile der Bittschrift wurden aufgezeichnet.

Die Römer konnten ihnen jedoch nicht beistehen und die Briten wurden sich selbst überlassen.

Interpretationsprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zweiter Besuch um 446/7 durch Germanus von Auxerre, einen früheren römischen General, der Bischof von Auxerre geworden war, wurde in Constantius' Vita aufgezeichnet und könnte die Antwort von Aetius auf die Nachricht reflektiert haben.

Der Hinweis auf Aetius' dritte Amtszeit als Konsul (446) ist nützlich bei der Datierung der steigenden Konflikte in Britannien in dieser Zeit. Gildas' Erwähnung der Bitte ist nur ein kleiner Teil einer viel größeren religiösen Polemik, was bedeutet, dass das beschriebene Bild eher übertrieben als realistisch ist, besonders da seine Quellen vermutlich eher mündliche Überlieferungen waren. Das traditionelle Bild der römisch-britischen Gesellschaft im Sub-römischen Britannien als belagert und chaotisch wird ebenfalls durch immer mehr archäologische Beweise angezweifelt. Die Sichtweise von Gildas ist gefärbt von seinem Klassizismus als von seiner klösterlichen Ausbildung.

Gildas Erzählung beschreibt die Briten als zu gottlos und geplagt durch die Kämpfe gegen die Pikten und Skoten. Sie haben einigen Erfolg gegen die Invasoren, als sie ihr Schicksal in Gottes Hände legen, grundsätzlich litten sie aber sehr. Gildas erwähnt einen "stolzen Tyrannen", den Beda als Vortigern bezeichnet und als die Person, die ursprünglich die germanischen Söldner einlud, um die Grenzen zu verteidigen. Doch die Identifikation dieser eigentlich historischen Person hat sich noch nicht festgesetzt, so dass die tatsächliche Datierung des Beginns der sächsischen Anwesenheit in Britannien immer noch umstritten ist.

Archäologische Hinweise stützen die These, dass sich einige germanische Gemeinden schon vor den 440er Jahren in England befanden. Der Aufstand des Carausius 286/7 und seine Rekrutierung von friesischen und fränkischen Verbündeten, um die Sachsenküste zu bemannen, passt sehr gut zum Mythos von Vortigern, inklusive seines Verrats und Todes. Wenn es wahr ist, dass die Sachsen mit den romano-Britonen verbündet waren, die dort blieben, als die Legionen abzogen, könnte die Schlacht von Mons Badonicus tatsächlich im Nordwesten von England zwischen Schottischen Angreifern aus Irland und britisch-sächsischen Verteidigern stattgefunden haben.

Gildas' Erwähnung von "Hengest und Horsa" deutet stark an, dass der tatsächliche Ursprung von "Sachsen" in Britannien bereits zu der Zeit, als Gildas Schrieb, zum Mythos geworden war. Gildas schreibt von ihnen, als wären sie echte Menschen gewesen, doch Historiker interpretieren diesen Begriff inzwischen als militärische Tradition, wie "Romolus und Remus", nicht als tatsächliche Ahnenreihe. Gildas' Metaphern vom Zusammenbruch müssen auch in Zusammenhang mit der Justinianischen Pest interpretiert werden, die die Bevölkerung Europas um das Jahr 500 halbierte, der Zeit, in der er schrieb. Metaphern, die normalerweise auf einfallende Sachsen hinzudeuten scheinen, könnten sich tatsächlich darauf beziehen, dass eine Plage das Land überzog.

Was klar ist, ist, dass es tatsächlich eine steigende Zahl von angelsächsischen Siedlungen in Britannien im 5. und 6. Jh. gab und die angelsächsische Kultur und Sprache sich verbreiteten.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.