Gunhild von Wessex war eine der Töchter von Harald II Godwinson.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gunhild war eines der sechs Kinder von Harald II Godwinson und seiner ersten Frau Edith Swanneck. Nach dem Tod ihres Vaters in der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 blieb sie in England und wurde in der Abtei Wilton ausgebildet. Die Abtei galt als besonders hervorragendes Lernzentrum und zog viele hochgeborene englische und normannische Frauen an. Matilda von Schottland wurde dort gemeinsam mit ihrer Schwester Mary ausgebildet. [1]

Laut der Vita Wulfstani, begann Gunhild als Erwachsene zu erblinden. Sie lebte zu dieser Zeit immer noch in Wilton. Der Hl. Wulfstan von Worcester hörte davon, als er auf Besuch in der Abtei war und machte das Zeichen des Kreuzes vor ihren Augen, woraufhin sie geheilt wurde. [2]

Sie traf auch einmal Anselm von Canterbury und schrieb ihm später, dass sie sich entschieden hatte, Nonne zu werden. Doch 1093 brannte sie mit Alan le Roux durch, der sich zu dieser Zeit in seinen mittleren 50ern befand. Nach dänischem Gesetz war Gunhild die Erbin der Ansprüche ihrer Mutter auf einige Ländereien, die Alan erhalten hatte, und dies könnte der Grund sein, dass sie seine Aufmerksamkeit erregte. Eine andere Möglichkeit ist aber auch, dass sie einander liebten: Anselm schrieb in einem Brief an Gunhild aus dieser Zeit, dass sie und Alan einander liebten. In seinem Brief schrieb Anselm auch, dass Gunhild zwar nicht als Nonne geweiht worden war, aber ihre Absicht dazu bekannt gemacht hatte und jetzt zurückkehren sollte. Sie antwortete anscheinend, dass sie diese Absicht gehabt hatte, weil man ihr einen Posten als Äbtissin versprochen hatte, dass dieses Versprechen aber nicht erfüllt worden war und sie sich darum nicht verpflichtet fühlte, zurück zu kehren. [2]

Laut dem Historiker Richard Sharpe hatten Alan le Roux und Gunhild eine Tochter namens Matilda, die die Ehefrau von Walter D'Aincourt wurde. Nach Alans Tod kurz nach der gemeinsamen Flucht ging Gunhild zu seinem Bruder Alan der Schwarze, der der Erbe der riesigen Ländereien seines Bruders war. Anselm schrieb Gunhild erneut mit den gleichen Argumenten und drängte sie, nach Wilton zurückzukehren, was sie jedoch nicht tat. [2]

Es heißt, sie heiratete später Alan der Schwarze und starb möglicherweise vor ihm. [1]

 Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wulfnoth Cild (983-1014)
    1. Godwin, Earl of Wessex (1001-1053) ⚭ Gytha Thorkelsdóttir
      1. Sweyn Godwinson (1021-1052)
      2. Harald II Godwinson (1022-1066) ⚯/⚭ | Edith Swanneck; ⚬ || Adeliza; ⚭ ||| Ealdgyth, Tochter von Aelfgar
        1. | Godwine
        2. | Edmund
        3. | Magnus
        4. | Gunhild von Wessex ⚯ | Alan le Roux; ⚯/⚭ || Alan der Schwarze
          1. | Matilda ⚭ Walter D'Aincourt
        5. | Gytha von Wessex
        6. | Ulf
        7. ||| Harald
      3. Tostig Godwinson, Earl of Northumbria (1026-1066) ⚭ | Judith von Flandern (✝ 1095); ⚯ || NNs
      4. Edith von Wessex (1026-1075) ⚭ ♔ Edward der Bekenner
      5. Gyrth Godwinson, Earl of East Anglia (1032-1066)
      6. Leofwine Godwinson, Earl of Kent (1035-1066)
      7. Wulfnoth Godwinson (1040-1087)
      8. ⛪ Alfgar
      9. Edgiva
      10. Elgiva (✝ 1066)
      11. ⛪ Gunhilda (✝ 24.8.1087)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Honeycutt, Lois (2003). Matilda of Scotland: a Study in Medieval Queenship
  2. 2,0 2,1 2,2 Beare, Rhona (1996). "Anselm's Letters to Gunhild, Daughter of King Harold". Prudentia
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