Harald III Hardrada (*1015 in Norwegen, † 25. September 1066 bei Stamford Bridge, York, England) - eigentlich Harald Sigurdsson oder Harald von Norwegen, Hardrada, der "ernste Berater" oder "harte Herrscher" - war König von Norwegen von 1046 bis 1066. Er versuchte bis 1064 erfolglos, den dänischen Thron für sich zu beanspruchen und starb schließlich 1066 bei seinem Versuch, England zu erobern, in der Schlacht von Stamford Bridge.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haralds berühmtester Beiname ist das altnordische harðráði, das in etwa als "hart im Rat", "tyrannisch", [1] "Tyrann", "harter Herrscher", "rücksichtslos", "brutal im Rat", "hart" und "streng" übersetzt werden kann. [2] Judith Jesch argumentierte für "streng" als beste Übersetzung, [3] Alison Finlay und Anthony Faulkes ziehen jedoch "resolut" vor. [2] Harðráði wurde traditionell als "Hardrada" anglisiert, doch Jesch sieht diese Form als "eine verfälschte Anglisierung des originalen Beinamens in einem verdeckten Fall". [3] Dieser Beiname ist vorherrschend in den späteren Isländischen Saga-Überlieferungen. [4]

Einige unabhängige Quellen, die mit den britischen Inseln in Verbindung stehen und meistens früher entstanden als die isländischen Sagas, geben Harald den Beinamen hárfagri (wörtlich übersetzt "Schönhaar"). Dazu gehören Manuskript D der Angelsächsischen Chronik (Jahr 1066) und die verwandten Historien von Odericus Vitalis, John of Worcester und William of Malmesbury.

In den isländischen Sagas wird der Name Harald Schönhaar mit einem früheren norwegischen König in Verbindung gebracht und Historiker aus dem 20. Jh. nahmen an, dass dieser durch einen Fehler von Inselhistorikern Harald Hardrada zugeschrieben wurde. Bedenkt man jedoch die Unabhängigkeit einiger der insularen Quellen, ziehen Historiker inzwischen die Idee vor, dass Hardrada weithin als Harald Schönhaar bekannt war und zweifeln tatsächlich an, dass der frühere Harald Schönhaar in irgend einer Form existierte, die den späteren Sagenberichten ähnelte. [3] [5] [4]

Sverrir Jakobsson hat vermutet, dass "Schönhaar" der Name sein könnte, unter dem König Harald eigentlich bekannt sein wollte. Es waren vermutlich seine Gegner, die ihm den Beinamen "der Strenge" haben, mit dem er üblicherweise in den altnordischen Königssagen aus dem 13. Jh. bekannt ist. [4]

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald wurde etwa 1015/6 als Sohn von Åsta Gudbrandsdatter und ihrem zweiten Ehemann Sigurd Syr geboren. Sein Vater war ein Kleinkönig von Ringerike, einer der stärksten und wohlhabendsten Häuptlinge in Upland. Durch seine Mutter Åsta war Harald der Halbbruder von König Olaf II von Norwegen. Die Sagas behaupten, dass sowohl Haralds als auch Olafs Vater Enkel von Harald Schönhaar waren. Viele moderne Gelehrte glauben, dass die Harald zugeschriebenen Vorfahren eher den politischen und sozialen Erwartungen der Zeit entsprachen, in denen die Sagen über ihn (etwa zwei Jahrhunderte nach seinem Tod) entstanden. [6] In seiner eigenen Zeit gibt es keinerlei Quellen, die ihm eine Abstammung von Schönhaar zuschreiben, was merkwürdig erscheint, bedenkt man, dass es seine Legitimität bei seinem Anspruch auf den Thron von Norwegen gesteigert hätte. [6]

Sein Bruder Olaf verlor bei einem Aufstand 1028 den Thron von Norwegen und war gezwungen, ins Exil zu gehen. Harald schloss sich ihm mit sechshundert Mann an, und es kam am 29. Juli 1030 zur Schlacht von Stiklestad gegen Knut den Großen von Dänemark, der Norwegen erobert hatte. Olaf starb und Harald wurde schwer verwundet, [7] aber dennoch berichten die Quellen von seinem bemerkenswerten militärischen Talent, das sich in dieser Schlacht zeigte. [8]

Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Niederlage konnte Harald ins östliche Norwegen entkommen und blieb dort, bis er sich von seinen Verletzungen erholt hatte, danach reiste er weiter nach Schweden und kam schließlich in den Kiewer Rus, wo er freundlich aufgenommen wurde von Großfürst Yaroslav dem Weisen, dessen Ehefrau eine entfernte Verwandte von Harald war. [9] [8] Laut der Morkinskinna wurde Harald hauptsächlich deswegen so freundlich empfangen, weil er der Bruder von Olaf war, der zuvor schon im Exil bei Yaroslav gewesen war. [9] Harald wurde vom Großfürsten zum Anführer seiner Truppen gemacht und nahm Teil an mehreren Feldzügen.

Nach einigen Jahren zog Harald nach Konstantinopel, vermutlich 1033/4, und schloss sich den Warägern an. Die Quellen sind sich uneinig, ob er seine königliche Identität zunächst geheim hielt, doch die meisten berichten, dass er im Osten zu dieser Zeit gut bekannt war. Obwohl die Waräger hauptsächlich als Leibwächter des Byzantinischen Kaisers dienten, kämpfte Harald in vielen Feldzügen an den Grenzen des Oströmischen Imperiums. [8] Er soll sogar am Euphrat und Tigris, und in Jerusalem gekämpft haben, Historiker sind sich allerdings nicht einig, ob letzere Reise möglicherweise friedlicher Natur war. Einige Historiker glauben, dass Harald auf dieser Reise nach Jerusalem als Leibwächter einer Pilgergruppe, zu der auch Mitglieder der kaiserlichen Familie gehört haben könnten, angestellt war. [8] [9]

1038 nahm er Teil an einem Feldzug der Byzantiner, um Sizilien von den muslimischen Sarazenen zurück zu erobern und kämpfte dort gemeinsam mit normannischen Söldnern wie William Iron Arm. Laut Snorri Sturluson konnte er vier Städte zurück erobern. [9] Nach dem Ende des Feldzugs kam es zu Aufständen im südlichen Italien, wo Harald ebenfalls kämpfte. [10]

Obwohl es in seiner Zeit im Dienst des byzantinischen Imperiums mehrfach zum Wechsel des Kaisers kam, hatte Harald keinen Anteil an den Konflikten und wurde von den jeweiligen Kaisern mit Ehre und Respekt behandelt, was sich jedoch nach dem Tod von Kaiser Michael IV im Dezember 1041 schnell änderte. Es kam zu Konflikten zwischen Kaiser Michael V und Kaiserin Zoe, und Harald wurde während den Unruhen gefangen genommen und eingesperrt, doch die Quellen nennen unterschiedliche Gründe. [8] Die Sagas berichten, dass er entweder den Schatz des Kaisers stahl, oder eine Ehe mit einer Nichte oder Enkelin der Kaiserin verlangte, oder sogar, dass die Kaiserin selbst Harald heiraten wollte. William of Malmesbury berichtet, dass Harald eine Adelsdame schändete und deshalb eingesperrt wurde, während Saxo Grammaticus behauptet, es wäre aufgrund eines Mordes gewesen. Kelly DeVries glaubt, dass der neue Kaiser Harald fürchtete, da dieser seinem Vorgänger gegenüber loyal gewesen war. [8] Wie genau er schließlich aus dem Gefängnis entkam ist unklar, aber er könnte Hilfe von außen gehabt haben, und entkam während dem Aufstand gegen den neuen Kaiser. Einige der Waräger hielten zu Michael V, während Harald der Anführer derer wurde, die den Aufstand unterstützten. Der Kaiser wurde schlussendlich aus seiner Zuflucht gezerrt, geblendet und ins Kloster gesteckt. Die Sagas behaupten, es wäre Harald selbst gewesen, der dies tat oder es zumindest behauptete. [8] Während seiner Zeit im Osten wurde Harald sehr reich und ließ seinen Reichtum in den Kiewer Rus verschiffen, wo Yaroslav der Weise für ihn als Verwahrer diente. [11] Dies ermöglichte es ihm wahrscheinlich, die Durchsetzung seines Anspruchs auf den Thron von Norwegen zu finanzieren.

1042 konnte Kaiserin Zoe mit Constantine IX auf den Thron zurückkehren und Harald bat darum, nach Norwegen zurückkehren zu dürfen. Die Kaiserin verbat es, doch Harald konnte mit einigen loyalen Anhängern und zwei Schiffen auf den Bosporus entkommen. Ende des Jahres war er zurück im Kiewer Rus und heiratete dort Yaroslavs Tochter Elisabeth (Ellisif/Elisiv in skandinavischen Quellen). [8] Kurz nach seiner Rückkehr griff Yaroslav Konstantinopel an und Historiker glauben, dass Harald ihn mit wertvollen Informationen über den Zustand des Imperiums versorgt hatte.

Es ist möglich, dass die Hochzeit mit Elisiv schon während Haralds erstem Aufenthalt im Rus ausgehandelt worden war, oder dass er zumindest darum gebeten hatte. Während seiner Dienstzeit im Byzantinischen Imperium schrieb Harald ein Liebesgedicht, dass die Verse "Und doch will die Göttin in Gardarike meine goldenen Ringe nicht akzeptieren", [12] (Snorri Sturluson glaubte, dass es sich hier um Elisiv handelt), allerdings behauptet die Morkinskinna, dass Harald Yaroslav an die versprochene Hochzeit erinnern musste, als er nach Kiew zurückkehrte. [8] Laut der gleichen Quelle hatte Harald während seinem ersten Aufenthalt im Rus mit Yaroslav gesprochen und darum gebeten, Elisiv heiraten zu dürfen, doch er wurde zurückgewiesen, weil er nicht wohlhabend genug war. Unabhängig davon, wie die Geschichte tatsächlich ablief, ist es bemerkenswert, dass Harald die Erlaubnis erhielt, Yaroslavs Tochter zu heiraten, da dessen andere Kinder mit Personen wie Heinrich I von Frankreich, Andreas I von Ungarn und der Tochter des Kaisers Constantine IX verheiratet waren. [9]

König von Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um sich das Reich seines toten Halbbruders Olaf zurückzuholen, [8] reiste Harald Anfang 1045 von Novgorod ab und kam Ende des Jahres [9] oder Anfang 1046 in Schweden an. [8] Das Schiff, mit dem er ankam, soll geschwankt haben unter dem Gewicht des Goldes, das er bei sich hatte. [6] In seiner Abwesenheit hatte Magnus I den Thron von Norwegen bestiegen, er war ein illegitimer Sohn von Olaf. Möglicherweise wusste Harald davon und es könnte der Grund gewesen sein, aus dem er nach Norwegen zurück kehrte. [7] Da die Söhne von Knut dem Großen Harald verlassen hatten, um statt dessen um England zu kämpfen, und Knuts Söhne und Nachfolger Harald I Hasenfuß und Harthacnut jung gestorben war, war Magnus' Position in Norwegen gesichert. Während seiner elfjährigen Herrschaft gibt es keine Berichte über Unruhen oder Bedrohungen. Zusätzlich dazu war Magnus nach dem Tod von Harthacnut zum König von Dänemark gewählt worden und konnte den Thronprätendenten Sweyn Estridsson besiegen. [8]

In Schweden traf sich Harald mit seinem jetzt im Exil lebenden Neffen Sweyn und dem schwedischen König Anund Jacob [6] und gemeinsam zogen sie gegen Magnus. Anfänglich kam es nur zu Überfällen auf die dänische Küste, um den Einheimischen zu zeigen, dass Magnus ihnen keinen Schutz bieten konnte, so dass sie sich Harald und Sweyn unterwarfen. Magnus muss klar gewesen sein, dass Harald sich als nächstes ihm zuwenden würde und möglicherweise Plante, sich als König von Dänemark anerkennen zu lassen. Doch die Norweger wollten sich nicht gegen Magnus stellen, der zu dieser Zeit in Übersee war und jetzt mit seiner gesamten Armee nach Norwegen zog. [9] Doch seine Berater überzeugten ihn, nicht gegen seinen Onkel zu kämpfen und 1046 kam man zu einer Übereinkunft, dass Harald und Magnus gemeinsam regieren würde, Magnus jedoch den Vorrang hatte. Harald musste außerdem zustimmen, seinen Reichtum mit Magnus zu teilen, der zu dieser Zeit bankrott war. Während ihrer kurzen gemeinsamen Herrschaft hatten beide jeweils einen eigenen Hof und blieben für sich. Ihre einzigen aufgezeichneten Treffen endeten jedesmal beinahe in körperlichen Zusammenstößen. [8] [9]

1047 gingen Magnus und Harald auf einen Feldzug nach Dänemark und später im gleichen Jahr starb Magnus ohne einen Erben. Zuvor hatte er entschieden, dass Sweyn Dänemark und Harald Norwegen erben sollte. [9] Doch als er von den Neuigkeiten hörte, sammelte Harald seine Truppen so schnell wie möglich um sich, zog nach Norwegen und erklärte sich dort selbst zum König von Norwegen und Dänemark. [8] Historiker vermuten, dass er möglicherweise plante, das Nordseeimperium von Knut dem Großen wieder zu erschaffen. [13] Ab seiner ersten Erklärung, dass er in Dänemark einfallen würde, befand sich Harald in beinahe ständigem Krieg mit Sweyn, von 1048 beinahe jährlich bis 1064. Obwohl Harald meistens siegreich war, gelang es ihm niemals erfolgreich, Dänemark zu besetzen. [8]

In Norwegen bemühte Harald sich während dessen darum, seine Herrschaft zu sichern, da die Nachkommen von Haakon Sigurdsson, die Norwegen lange Zeit mit mehr Autorität kontrolliert hatten, als der Norwegische König, sich ihm sicherlich entgegen stellen würden. Er heiratete dafür Tora Torbergsdatter aus einer der mächtigsten Aristokratenfamilien von Norwegen. Durch den Machtkampf mit dieser Familie verdiente sich Harald den Spitznamen "Hardrada" oder "der harte Herrscher". [9] Es kam schließlich dazu, dass Haralds Männer Einar ermordeten, das Oberhaupt der Nachfahren von Sigurdssn, was beinahe einen Bürgerkrieg in Norwegen auslöste. Harald konnte einen Frieden mit der Familie aushandeln und gegen 1050 war die Opposition schließlich zerstört. [13] 1064 handelte Harald einen Frieden mit Sweyn von Dänemark aus und bis Ende 1065 hatte er auch Norwegen vollständig unter Kontrolle und alle seine Gegner waren entweder tot, im Exil oder anderweitig zum Schweigen gebracht worden. [9]

Invasion von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Harald schließlich akzeptiert hatte, dass er Dänemark nicht erobern konnte, wandte er sich England zu. Sein Anspruch basierte auf einer Übereinkunft zwischen Magnus I von Norwegen und Harthacnut, der 1042 kinderlos gestorben war. In dieser Übereinkunft erklärten die beiden Könige, dass der jeweils andere ihr Land erben würde. Es war unwahrscheinlich, dass Magnus angenommen haben könnte, dass er den englischen Thron kampflos übernehmen konnte. Harthacnut selbst zog seinen Bruder Edward den Bekenner als Nachfolger vor, der mit Unterstützung von Godwin, Earl of Wessex - dem Vater von Harald II Godwinson - König wurde. Magnus' Pläne, 1045 in England einzufallen, wurden verschoben, als er sich mit einem Aufstand von Sweyn von Dänemark beschäftigen musste. [14]

Nach Magnus' Tod 1047 übernahm Harald seinen Anspruch, doch Edward hielt seine potentiellen Feinde ruhig, indem er andeutete, dass sie seine Nachfolger werden könnten. Zusätzlich zu Harald waren dies Sweyn von Dänemark und Wilhelm, Herzog der Normandie. [15] 1058 begann Haralds Sohn Magnus einen von Wales ausgehenden Überfall nach England, über den nicht viele Details bekannt sind. [16] Möglicherweise erkannte Harald dadurch, dass er nicht gleichzeitig in Dänemark und England kämpfen konnte.

Im Januar 1066 starb Edward der Bekenner und Harald II Godwinson wurde zum König von England gewählt. [15] Haralds Bruder Tostig, der frühere Earl of Northumbria, war 1065 ins Exil verbannt worden und wandte sich jetzt in der Hoffnung auf Unterstützung an Sweyn von Dänemark und Wilhelm von der Normandie. Doch da das nördliche England der geeignetste Landeplatz für eine norwegische Invasion war, war er für Harald wertvoller. Die Details sind spärlich, doch man vermutet, dass Tostig den ebenfalls im Exil lebenden Copsi schickte, um sich in Norwegen mit Harald zu treffen und Pläne zu schmieden, während er selbst in Frankreich blieb. Wenn dies der Fall ist, hätte dies Tostig auch ermöglicht, seine Chancen zu verbessern, indem er gleichzeitig eine Invasion von Wilhelm unterstützte, der ebenfalls den Thron von England beanspruchte. [9]

Im März oder April 1066 begann Harald seine Flotte zu versammeln, und Anfang September 1066 war dies abgeschlossen. [8] Vor seiner Abreise aus Norwegen ließ er seinen Sohn Magnus zu seinem Nachfolger als König erklären, ließ Tora zurück und nahm Elisiv, seine Töchter und seinen Sohn Olaf mit sich. [9] Auf dem Weg sammelte er auf den Shetland- und den Orkney-Inseln weitere Truppen ein, zu denen auch Paul und Erlend Thorfinnsson, die Earls of Orkney, gehörten. Bei Dunfermeline traf er auf Tostigs Verbündeten Malcolm III Canmore von Schottland, der ihm 2000 zusätzliche Soldaten gab. [17] Obwohl es möglich ist, dass er dort auch Tostig traf, berichten die meisten Quellen, dass sie am 8. September in Tynemouth zusammen kamen. Harald hatte etwa 10-15.000 Mann auf 240-300 Schiffen bei sich, [9] Tostig hatte nur zwölf Schiffe, doch seine Verbindungen waren weitaus bedeutender. Laut John of Worcester verließ Tostig Flandern im Mai oder Juni und überfiel Haralds Ländereien im südlichen England von der Isle of Wight bis nach Sandwich, um es wie einen Angriff aus der Normandie erscheinen zu lassen. Dann segelte er nach Norden, während sein Bruder und die meisten von dessen Truppen im Süden blieben und auf Wilhelm warteten. [8]

Von Tynemouth aus zogen Harald und Tostig vermutlich zum Fluss Tees und begannen dann die Küste zu plündern. Bei Scarborough trafen sie auf den ersten Widerstand und man widersetzte sich Haralds Forderung, sich zu unterwerfen. Harald brannte die Stadt nieder, weshalb sich ihm andere northumbrische Städte unterwarfen. Sie segelten danach den Humber hinauf und die Neuigkeiten von der Invasion erreichten die Brüder Morcar, Earl of Northumbria und Edwin, Earl of Mercia. Drei Kilometer südlich von York kam es zur Schlacht von Fulford am 20. September, ein entscheidender Sieg für Harald und Tostig. Am 24. September unterwarf York sich ihren Truppen. [8] Dies war jedoch das letzte mal, dass eine skandinavische Armee die englischen Truppen besiegte. [9] Noch am gleichen Tag, an dem sich York unterwarf, erschien Harald II Godwinson mit seiner Armee in Tadcaster, nur elf Kilometer entfernt von der ankernden norwegischen Flotte. Von dort aus ließ Harald II Godwinson die norwegische Flotte vermutlich auskundschaften und bereitete einen Überraschungangriff vor. Da Hardrada keine Truppen in York zurückgelassen hatte, marschierte Godwinson direkt durch die Stadt nach Stamford Bridge. [8]

Früh am 25. September verließen Tostig und Hardrada den Landeplatz der Flotte mit dem Großteil ihrer Truppen, ließen aber ein Drittel zurück. Sie waren nur leicht bewaffnet, da sie nur mit den Bewohnern von York rechneten, die am Tag zuvor zugestimmt hatten, sich bei Stamford Bridge zu Verhandlungen zu treffen. [9] Dort angekommen sah Hardrada Godwisons Truppen schwer bewaffnet und gepanzert heranziehen, die seine Truppen in der Anzahl stark übertrafen. Laut nicht-Saga-Quellen wurden die englischen Truppen an der Brücke einzige Zeit von einem einzelnen riesigen Norweger aufgehalten, was es Hardrada und Tostig ermöglichte, ihre Truppen zum Schildwall zu formieren. Sie wurden dennoch schwer geschlagen. Hardrada erhielt einen Pfeil in den Hals und starb schon früh in der Schlacht, ungerüstet und in einem berserkerähnlichen Zustand, aggressiv kämpfend mit dem Schwert in beiden Händen. [8] [17]

Als die Schlacht beinahe vorbei war, trafen einige Reservetruppen vom Landeplatz der Schiffe aus ein, die von Eystein Orre angeführt wurden, waren jedoch erschöpft, da sie den ganzen Weg über gerannt waren. Eystein nahm Haralds gefallenes Banner auf und begann einen letzten Gegenangriff. Obwohl es einen kurzen Moment lang schien, als könnten sie die englische Linie durchbrechen, wurde Eystein plötzlich getötet und der Rest der Männer floh vom Schlachtfeld. [17] Unter denen, die das Land friedlich verlassen durften, war Haralds Sohn Olaf. [8] [18] Obwohl die Quellen besagen, dass Haralds verbliebene Armee nur noch 20-25 Schiffe füllte, die nach Norwegen zurückkehrten, ist es wahrscheinlich, dass dies nur auf die norwegischen Truppen zutrifft. Der Großteil der Truppen aus Schottland und Orkney blieb vermutlich während der Schlacht am Landeplatz (die Earls Paul und Erlend Thorfinnsson waren bekanntermaßen die ganze Zeit dort stationiert), und wurden nicht in die überlieferten Zahlen mit einberechnet. [17]

Harald II Godwinsons Sieg war jedoch nur kurzlebig, denn nur wenige Wochen später wurde er am 14. Oktober 1066 von Wilhelm I dem Eroberer in der Schlacht von Hastings besiegt. Die Tatsache, dass Harald eine Armee auf einem Eilmarsch gegen Hardrada führen musste und dann in höchster Geschwindigkeit nach Süden zog, um sich der Normannischen Invasion entgegen zu stellen und all das in weniger als drei Wochen, wird allgemein als Hauptfaktor für Wilhelms Sieg in Hastings angesehen. [18]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. Cleasby, Richard; Vigfusson, Gudbrand (1957) An Icelandic-English Dictionary
  2. 2,0 2,1 Snorri Sturluson, Heimskringla
  3. 3,0 3,1 3,2 Jesch, Judith (1996) 'Norse Historical Traditions and Historia Gruffud vab Kenan: Magnus Berfoettr and Haraldr Harfagri', in Gruffudd ap Cynan: A Collaborative Biography
  4. 4,0 4,1 4,2 Jakobsson, Sverrir (2016) "The Early Kings of Norway, the Issue of Agnatic Succession, and the Settlement of Iceland", Viator
  5. Ghosh, Shami (2011) "Kings' Sagas and Norwegian History: Problems and Perspectives", The Northern World
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Krag, Claus. "Harald 3 Hardråde". Norsk biografisk leksikon
  7. 7,0 7,1 Blöndal, Sigfús (2007). Benedikz, Benedikt S. (ed.). The Varangians of Byzantium
  8. 8,00 8,01 8,02 8,03 8,04 8,05 8,06 8,07 8,08 8,09 8,10 8,11 8,12 8,13 8,14 8,15 8,16 8,17 8,18 8,19 8,20 DeVries, Kelly (1999). The Norwegian Invasion of England in 1066
  9. 9,00 9,01 9,02 9,03 9,04 9,05 9,06 9,07 9,08 9,09 9,10 9,11 9,12 9,13 9,14 9,15 Tjønn, Halvor (2010). Harald Hardråde
  10. Beeler, John (1971). Warfare in Feudal Europe: 730–1200
  11. Thenrik Bimbaum, "Yaroslav's Varangian Connection" in Scando-Slavica, 1978
  12. Henriksen, Vera (2011). Dronningsagaen ; Kongespeil [Queen's Day; King's Mirror]
  13. 13,0 13,1 Moseng, Ole Georg; et al. (1999). Norsk historie: 750–1537
  14. Barlow, Frank (1970). Edward the Confessor
  15. 15,0 15,1 DeVries, Kelly (2001). "Harold Godwinson in Wales: Military Legitimacy in Late Anglo-Saxon England" in The Normans and their Adversaries at War: Essays in Memory of C. Warren Hollister
  16. DeVries, Kelly (1999). The Norwegian Invasion of England in 1066
  17. 17,0 17,1 17,2 17,3 Hjardar, Kim; Vike, Vegard (2011). Vikinger i krig
  18. 18,0 18,1 Stenton, Frank (1971). Anglo-Saxon England
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