Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Harald II Godwinson war der letzte gekrönte angelsächsische König von England. Er regierte vom 6. Januar 1066 bis zu seinem Tod in der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066. Sein Tod markierte das Ende der angelsächsischen Herrschaft über England und den Beginn der Normannischen Eroberung unter Wilhelm I dem Eroberer.

Geschichte[]

Familie[]

Harald war der Sohn von Godwin, Earl of Wessex und Gytha Thorkelsdóttir, deren Bruder Ulf Jarl mit Estrid Svendsdatter verheiratet war, der Tochter von Sven Gabelbart und Schwester von Knut dem Großen. [1] Godwin war der Sohn von Wulfnoth Cild, einem Thegn aus Sussex. Harald hatte fünf Brüder, von denen vier wie er mächtige Earls wurden, und vier Schwestern. Eine von ihnen, Edith, heiratete schließlich König Edward den Bekenner.

Godwin begann seine Karriere gegen Ende der kurzen Herrschaft von Edmund II Eisenseite als einer von dessen Anhänger, wechselte aber 1018 zu Knut dem Großen, der ihn zum Earl of Wessex machte. [1] Godwin behielt seinen Titel während der Herrschaft von Knut und schloss sich nach dessen Tod anfänglich Harthacnut an, wechselte aber 1037 die Seiten und wurde ein Gefolgsmann von dessen Halbbruder Harald I Hasenfuß. 1036 erhielt er von Harald den Befehl, Alfred Aetheling gefangen zu nehmen und blenden zu lassen, was zu Alfreds Tod führte. Godwins Schuld an dem Verbrechen war umstritten, aber dennoch verfolgte diese Tat ihn. Harald I starb 1040 und Harthacnut wurde König von England. Er hatte Godwins Anteil am Mord an seinem Halbbruder nicht vergessen, doch Godwin konnte ihn mit einem großen Geschenk in Höhe des Wergelds für den Mord versöhnen. [1] Harthacnuts Tod 1042 brachte Godwin auf die Seite von Edward dem Bekenner, den er bei seiner Thronbesteigung unterstützte und 1045 auch seine Tochter Edith mit ihm verheiraten konnte. Dennoch konnte Edward ihm den Mord an seinem Bruder Alfred nicht vergeben.

Mächtiger Adliger[]

Edith heiratete Edward am 23. Januar 1045 und etwa um diese Zeit wurde Harald Earl of East Anglia. Er erscheint als "earl" auf der Zeugenliste eines Testaments, das möglicherweise 1044 geschrieben wurde, doch ab 1045 erscheint er regelmäßig als Earl in Dokumenten. Ein Grund für seine Ernennung könnte es gewesen sein, dass Harald einige der Schiffe anführte, die 1045 bei Sandwich gegen Magnus I von Norwegen kämpften. [1] Sweyn, Haralds älterer Bruder, war 1043 zum Earl of Hereford ernannt worden. [2] Etwa um diese Zeit begann Harald auch eine Beziehung mit Edith Swanneck, die Erbin von Ländereien in Cambridgeshire, Suffolk und Essex gewesen zu sein scheint, Gebiete in Haralds neuer Grafschaft. [1] Die Beziehung war eine Form der Ehe, die von der Kirche weder gesegnet noch sanktioniert wurde und als More danico oder "auf die dänische Art" bezeichnet wurde, ein anderer Begriff ist handfasting. Sie wurde von den meisten Laien im England dieser Zeit akzeptiert. Alle Kinder aus solch einer Verbindung wurden als legitim angesehen. Harald ging diese Beziehung vermutlich ein, um sich die Unterstützung seiner neuen Untertanen in seiner Grafschaft zu sichern. [1]

1046 entführte Haralds Bruder Sweyn die Äbtissin von Leominster und wurde dafür 1047 ins Exil verbannt. Seine Ländereien wurden zwischen Harald und seinem Cousin Beorn aufgeteilt. [1] 1049 kommandierte Harald ein oder mehrere Schiffe, die mit einer Flotte zu Heinrich III, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches geschickt wurden, um ihm gegen den rebellischen Balduin V von Flandern zu unterstützen. Während diesem Feldzug kehrte Sweyn nach England zurück und versuchte sich die Vergebung des Königs zu sichern, doch Harald und Beorn weigerten sich, die Ländereien zurück zu geben. Sweyn verließ daraufhin den königlichen Hof, nahm Beorn gefangen und tötete ihn später. [1]

1051 wurde die gesamte Familie Godwinson ins Exil geschickt, nachdem Godwin und seine Söhne einen Aufstand gegen König Edward begonnen hatten. Harald und sein Bruder Gyrth gingen nach Irland, während die anderen Brüder auf den Kontinent flohen. Sweyn machte sich auf eine Pilgerreise, von der er nie mehr zurückkehrte, weil er auf dem Rückweg starb. Im Folgenden Jahr hatten die Brüder und Godwin genug Truppen gesammelt, um nach England zurück zu kehren und König Edward zu zwingen, sie wieder in ihre Ämter einzusetzen. Die normannischen Anhänger Edwards flohen daraufhin aus dem Land. Unter ihnen war auch Robert of Jumièges, der Erzbischof von Canterbury. Vor ihrem Exil im Vorjahr hatten die Godwinsons Geiseln stellen müssen als Garant für ihr gutes Verhalten. Darunter waren Haralds Bruder Wulfnoth und sein Neffe Hakon, Sohn von Sweyn. Historiker gehen davon aus, dass Robert zu diesem Zeitpunkt beide mit sich in die Normandie nahm und sie dort Herzog Wilhelm übergab.

1053 starb Godwin schließlich und Harald erhielt seinen Titel als Earl of Wessex. Dies machte ihn zum mächtigsten Mann in ganz England, gleich nach dem König. [3] 1058 wurde Harald Earl of Hereford und ersetzte auch seinen Vater als Anführer der Opposition gegen den wachsenden normannischen Einfluss. König Edward hatte vor seiner Thronbesteigung mehr als 25 Jahre im Exil in der Normandie verbracht.

1055 kam es zum Kampf gegen die Waliser, die Hereford niedergebrannt hatten. Zwischen 1062 bis 1063 fanden weitere erfolgreiche Feldzüge gegen Gruffydd ap Llywelyn von Gwynedd statt, der zu dieser Zeit König von Wales war. Dieser Konflikt endete mit Gruffydds Niederlage und Tod im Jahr 1063. [4]

Aufenthalt im nördlichen Frankreich[]

1064 erlitt Harald Schiffbruch an der Küste von Ponthieu und es wurden viele Spekulationen über den Grund für seine Reise unternommen. Die früheste normannische Chronik aus der Zeit nach der Eroberung berichtet, dass König Edward Erzbischof Robert of Jumièges auf den Kontinent geschickt hatte, Herzog Wilhelm von der Normandie, einen Verwandten mütterlicherseits, zu seinem Erben zu ernennen, und dass Harald zu diesem späteren Zeitpunkt geschickt worden war, um ihm Gefolgschaft zu schwören. [5] Doch die Gelehrten sind sich uneinig über die Verlässlichkeit dieser Geschichte. Wilhelm zumindest scheint geglaubt zu haben, dass man ihm die Thronfolge angeboten hatte, doch es muss einige Verwirrung darüber gegeben haben - entweder auf Seiten von Wilhelm oder auf beiden Seiten, da die englische Thronfolge weder vererbt noch durch den herrschenden König bestimmt werden konnte. Statt dessen wählte der Witan, die Versammlung der obersten Adligen des Reiches, nach dem Tod des Königs einen Nachfolger. Auch Edwards Handlungen stimmen nicht damit überein, dass er ein solches Versprechen gegeben haben könnte, wie beispielsweise seine Bemühungen, seinen Neffen Edward der Exilant 1057 nach England zurück zu holen. Andererseits könnte er auch nicht ganz schuldlos an dieser Situation gewesen sein, da auch Sweyn II von Dänemark behauptete, Edward hätte ihm den Thron von England versprochen. [5]

Spätere normannische Chroniken lassen eine andere Erklärung für Haralds Reise vermuten: dass er sich um die Freilassung seiner Familienmitglieder bemühte, die seit Godwins Exil 1051 in der Normandie festgehalten wurden, oder einfach auf einem Jagd- und Fischausflug an der englischen Küste entlang segelte und von einem unerwarteten Sturm über den Kanal getrieben wurde. Es gibt eine grundsätzliche Übereinstimmung, dass er von Bosham aus absegelte und vom Kurs abkam, so dass er in Ponthieu landete. Hier wurde er von Guy I, Graf von Ponthieu gefangen genommen und als Geisel in dessen Schloss Beaurain gebracht, das 24,5 km den Fluss Canche hinauf beim heutigen Le Touquet lag. Herzog Wilhelm erschien bald darauf und befahl Guy, ihm Harald zu übergeben. [5] Dieser begleitete Wilhelm danach anscheinend in die Schlacht gegen dessen Feind Herzog Conan II von der Bretagne. Auf dem Weg kamen sie an der befestigten Abtei von Mont Saint-Michel vorbei und Harald soll zwei von Wilhelms Soldaten aus dem Treibsand gerettet haben. Sie verfolgten Conan von Dol-de-Bretagne nach Rennes und schließlich nach Dinan, wo er die Schlüssel der Festung an der Spitze einer Lanze übergab. Wilhelm übergab Harald Waffen und Rüstung und schlug ihn zum Ritter. Der Teppich von Bayeux und andere normannische Quellen berichten, dass Harald ihm danach einen Eid auf heilige Reliquien schwor, Wilhelms Anspruch auf den englischen Thron zu unterstützen. Nach Edwards Tod machten die Normannen schnell klar, dass Harald diesen Eid gebrochen hatte, indem er die Krone von England akzeptierte. [6]

Der Chronist Ordericus Vitalis schrieb von Harald, dass er "einzigartig war durch seine hohe Größe und Stärke des Körpers, seine ausgefeilten Manieren, seine Schärfe des Verstandes und dem Kommando seiner Worte, mit Schlagfertigkeit und einer Vielzahl außergewöhnlicher Qualitäten. Doch was nützten so viele wertvolle Geschenke, wenn es an gutem Glauben, dem Grundstein aller Tugenden, mangelte?" [7]

Aufgrund einer Doppelbesteuerung durch Tostig im Jahr 1065, die beinahe England in einen Bürgerkrieg stürzte, unterstützte Harald northumbrische Rebellen gegen seinen Bruder Tostig und ersetzte ihn durch Morcar, den die Rebellen bereits zu ihrem neuen Earl gewählt hatten. Tostig beschuldigte Harald daraufhin, sich mit den Rebellen gegen ihn verschworen zu haben, wurde jedoch von König Edward ins Exil verbannt. Dies führte zu einem Ehebündnis zwischen Harald und den nördlichen Earls, indem er Ealdgyth, die Tochter von Aelfgar, Earl of Mercia heiratete, dem Vater von Morcar. Gleichzeitig spaltete es aber auch seine Familie: Tostig ging ein Bündnis mit König Harald III Hardrada von Norwegen ein, was schlussendlich zu Haralds Untergang beitrug. [8]

Herrscher von England[]

Gegen Ende 1065 fiel König Edward der Bekenner in ein Koma, ohne seine Nachfolge eindeutig zu regeln. Er starb am 5. Januar 1066, aber nicht ohne noch kurz das Bewusstsein wieder zu erlangen und seine Witwe und das Königreich dem "Schutz" von Harald zu unterstellen. Die Absicht hierbei ist ungewiss, wie auch der Teppich von Bayeux, der Edward darstellt, wie er auf einen Mann deutet, von dem man glaubt, dass er Harald darstellen soll. Frank Barlow weist darauf hin, dass der Autor der Vita Aedwardi Regis, die nach der Normannischen Eroberung geschrieben wurde und Harald in ein gutes Licht stellt, diesen Punkt vermutlich absichtlich vage gehalten hat. [2] Als der Witan sich am nächsten Tag versammelte, wählten sie Harald als Edwards Nachfolger und zogen ihn somit Edwards Großneffen Edgar Aetheling vor, der noch nicht das Erwachsenenalter erreicht hatte. Die Krönung fand am 6. Januar statt, höchstwahrscheinlich in der Westminster Abbey, aber es gibt keine Beweise aus dieser Zeit, die bis heute erhalten geblieben sind. [9] Obwohl spätere normannische Quellen auf die Plötzlichkeit der Krönung hinweisen, könnte der Grund dafür auch gewesen sein, dass alle Adligen des Landes sich für das Dreikönigsfest in Westminster versammelt hatten, nicht aufgrund irgend einer Form von Usurpation des Throns durch Harald.

Wilhelm von der Normandie hörte noch Anfang Januar von Haralds Thronbesteigung und begann Pläne für seine Invasion von England zu machen. Er ließ 700 Kriegs- und Transportschiffe bauen. Anfänglich konnte er keine Unterstützung für die Invasion gewinnen, doch als er zu verbreiten begann, dass Harald einen Eid auf heilige Reliquien geschworen hatte, seinen eigenen Thronanspruch zu unterstützen, erhielt er den Segen der Kirche und die Adligen versammelten sich um ihn. Um der Invasion entgegen zu wirken, versammelte Harald nun selbst seine Truppen auf der Isle of Wight, doch die Invasionsflotte blieb beinahe sieben Monate lang in den Häfen, möglicherweise aufgrund ungünstiger Winde. Am 8. September, als seine Versorgungsgüter langsam aufgebraucht waren, entließ Harald die Armee und kehrte nach London zurück.

Am gleichen Tag landete Harald III Hardrada von Norwegen, der ebenfalls die englische Krone für sich beanspruchte, gemeinsam mit Tostig Godwinson und seiner Flotte an der Mündung des Tyne. Hardradas Anspruch begründete sich durch einen Erbfolgevertrag, den Harthacnut mit Magnus I von Norwegen geschlossen hatte: beide hatten um den Thron von Dänemark gekämpft und waren im Friedensvertrag übereingekommen, dass derjenige der beiden, der den anderen überleben würde, sein Erbe sein sollte. Magnus hatte somit einen Anspruch auf den Thron von Dänemark, als Harthacnut starb, weitete diesen aber auch auf den Thron von England aus, ohne dass klar ist, ob dies auch Harthacnuts Absicht war. Seit dem sahen sich die Könige von Norwegen als rechtmäßige Thronanwärter von England.

Hauptartikel: Schlacht von Stamford Bridge

Die Invasionsflotte von Hardrada und Tostig besiegte die Truppen von Edwin, Earl of Mercia und Morcar, Earl of Northumbria in der Schlacht von Fulford nahe York am 20. September 1066. Harald hörte davon und führte seine Armee auf einem Gewaltmarsch von London innerhalb von vier Tagen nach Yorkshire, wodurch er Hardrada mit einem Überraschungsangriff treffen konnte. In der Schlacht von Stamford Bridge am 25. September besiegte Harald Hardrada und Tostig, die beide im Kampf starben.

Die Schriften von Snorri Sturluson enthalten eine Anekdote über den Vorabend der schlacht. Ihr zufolge ritt ein einzelner Mann zu Hardrada und Tostig. Er nannte seinen Namen nicht, sprach aber mit Tostig und versprach ihm die Rückgabe seiner Grafschaft, wenn er sich gegen Hardrada wenden würde. Tostig fragte, was sein Bruder Harald dem Norweger Hardrada für seine Mühen zu geben bereit war. Der Reiter antwortete: "Sieben Fuß englischen Boden, denn er ist größer als andere Männer". Danach ritt er zurück zum Lager der Sachsen. Hardrada war beeindruckt vom Mut des Reiters und fragte Tostig, wer er sei. Dieser antwortete, dass es sich um Harald Godwinson selbst gehandelt hatte. [10] Laut Henry of Huntingdon soll Harald gesagt haben: "Sechs Fuß von Boden oder so viel wie er braucht, denn er ist größer als die meisten Männer."

Schlacht von Hastings[]

Hauptartikel: Schlacht von Hastings

Am 12. September 1066 segelte Wilhelms Flotte aus der Normandie ab. Mehrere Schiffe sanken in Stürmen, was die Flotte zwang, in Saint-Valery-sur-Somme Zuflucht zu suchen und auf den Wechsel des Windes zu warten. Am 27. September setzte die Flotte erneut Segel auf dem Weg nach England und erreichte am folgenden Tag Pevensey an der Küste des östlichen Sussex. Haralds Armee marschierte nach Erreichen der Nachricht 386 Kilometer, um Wilhelm aufzuhalten, der vermutlich mit 7.000 Mann in Sussex gelandet war. Harald stellte seine Armee auf hastig erbauten Erdwällen nahe Hastings auf. Die beiden Armeen trafen am 14. Oktober in der Schlacht von Hastings am Senlac Hill nahe der heutigen Stadt Battle auf einander. Nach neun Stunden harter Kämpfe wurde Harald getötet und seine Truppen besiegt. Seine Brüder Gyrth und Leofwine starben laut der Angelsächsischen Chronik ebenfalls in der Schlacht. [11]

Tod[]

Die Vorstellung, dass Harald durch einen Pfeil im Auge starb, ist heute ein beliebter Mythos, doch diese historische Legende war das Thema vieler gelehrter Debatten. Ein normannischer Bericht der Schlacht, das Carmen de Hastingae Proelio ("Lied der Schlacht von Hastings"), das kurz nach der Schlacht von Guy, Bischof von Amiens geschrieben worden sein soll, sagt, dass Harald von vier Rittern getötet wurde, zu denen möglicherweise Herzog Wilhelm selbst gehörte, und dass man seinen Körper zerlegte. Anglonormannische Chroniken aus dem 12. Jh. wie William of Malmesburys Gesta Regum Anglorum und Henry of Huntingdons Historia Anglorum berichten, dass Harald durch eine Pfeilwunde im Kopf starb. Eine frühere Quelle, Amatus of Montecassinos L'Ystoire de li Normant ("Geschichte der Normannen"), die nur zwanzig Jahre nach der Schlacht von Hastings geschrieben wurde, enthält einen Bericht darüber, dass Harald mit einem Pfeil ins Auge getroffen wurde, doch dies könnte eine Ergänzung aus dem frühen 14. Jh. sein. [12] Spätere berichte wiederholen eine oder beide dieser zwei Versionen.

Eine Figur auf dem Teppich von Bayeux mit der Inschrift "Hic Harold Rex Interfectus Est" ("Hier wird König Harald getötet") wird dargestellt, wie sie nach einem Pfeil greif, der in ihrem Auge steckt, doch einige Historiker haben in Frage gestellt, ob dieser Mann Harald darstellen soll oder ob es sich bei der Figur daneben, die beinahe gleichgültig daneben liegt, während sie von Pferdehufen getroffen wird, um ihn handeln soll. Radierungen, die in den 1730er Jahren von dem Teppich gemacht wurden, zeigen die stehende Figur mit verschiedenen Objekten. Benoîts Skizze von 1729 zeigt nur eine gepunktete Linie, die Nadelstiche ohne irgend ein Anzeichen von Befiederung vermuten lassen, während alle anderen Pfeile auf dem Teppich Federn besitzen. Bernard de Montfaucons Stich von 1730 zeigt eine gerade Linie, die einem Speer ähnelt, der über den Kopf gehalten wird wie bei der Figur zur Linken. Stothards Wasserfarbenzeichnung von 1819 zeigt zum ersten mal überhaupt einen gefiederten Pfeil im Auge der Figur. Obwohl sie in früheren Darstellungen nicht erscheinen, hat der Teppich heute Nadelstiche, die vermuten lassen, dass die gefallene Figur einst einen Pfeil im Auge hatte. Es wurde vermutet, dass die zweite Figur einst einen Pfeil hatte, der von einem überenthusiastischen Restaurateur aus dem 19. Jh. hinzugefügt und später wieder entfernt wurde. [13] Viele glauben dies, denn der Name "Harald" befindet sich über der Figur mit dem Pfeil im Auge. Dies wurde bestritten, indem man andere Beispiele des Teppichs untersucht, wo das sichtbare Zentrum einer Szene, nicht der Ort der Inschrift, die benannten Figuren identifiziert. [12] Ein weiterer Hinweis ist, dass man einen Pfeilhagel abschießen würde, bevor man die Normannische Kavallerie in die Schlacht schickt. Eine weitere Vermutung ist, dass beide Berichte zutreffen und dass Harald zuerst eine Pfeilwunde im Auge erhielt, dann die Verstümmelung und der Teppich beide nach einander darstellt. [14]

Begräbnis und Vermächtnis[]

Der Bericht des zeitgenössischen Chronisten William of Poitier besagt, dass der Körper von Harald zum Begräbnis an William Malet übergeben wurde:

"Die beiden Brüder des Königs wurden in seiner Nähe gefunden und Harald selbst, dem man alle Ehrenabzeichen abgenommen hatte, konnte nicht anhand seines Gesichts sondern nur an bestimmten Körpermalen identifiziert werden. Sein Leichnam wurde ins Lager des Herzogs gebracht und Wilhelm übergab ihn für das Begräbnis an William Malet, nicht an Haralds Mutter, die für den Körper ihres Sohnes sein Gewicht in Gold geboten hatte. Der Herzog hielt es für unziemlich, Geld dafür zu erhalten und sah es gleichermaßen als falsch an, dass Harald von seiner Mutter begraben werden sollte, wenn noch so viele Männer aufgrund seiner Habgier unbegraben lagen. Sie sagten im Scherz, dass er, der die Küste mit so wenig Eifer bewacht hatte, an der Küstenlinie begraben werden sollte." [15]

Eine andere Quelle besagt, dass Haralds Witwe Edith Swanneck gerufen wurde, um ihn zu identifizieren, was sie durch einige private Male tat, die nur ihr bekannt waren. Haralds starke Verbindung zu Bosham, seinem Geburtsort, und die Entdeckung eines angelsächsischen Sarges in der dortigen Kirche im Jahr 1954 haben einige vermuten lassen, dass dies der Ort von König Haralds Grabstätte ist. Eine Anfrage für die Exhumierung des Grabes in der Kirche von Bosham wurde von der Diözese von Chichester im Dezember 2003 zurückgewiesen, da der Kanzler der Meinung war, dass die Chance darauf, den Körper als den von Harald zu identifizieren, viel zu gering waren, um deswegen eine Grabstätte zu entweihen. Eine frühere Exhumierung hatte gezeigt, dass es sich um die Überreste eines Mannes handelt, der laut Fotographien der Gebeine etwa 60 Jahre alt gewesen sein muss, keinen Kopf, nur ein Bein und den unteren Teil des anderen Beines hatte - eine Beschreibung, die mit dem Schicksal übereinstimmt, wie es in der Carmen berichtet wurde. Das Gedicht behauptet ebenfalls, dass Harald am Meer begraben wurde, was übereinstimmt mit dem Bericht von William of Poitiers und der Identifikation des Grabes in der Kirche von Bosham, das nur wenige Yards vom Hafen von Chichester in Sicht des Englischen Kanals liegt. [16]

Es gibt Legenden darüber, dass Haralds Körper Jahre später in seiner Kirche Waltham Holy Cross in Essex ein angemessenes Begräbnis erhielt; er hatte sie 1060 neu gegründet. Legenden wuchsen auch darum, dass Harald nicht in Hastings gestorben sondern aus England geflohen war, oder dass er sein Leben als Eremit in Chester oder Canterbury beendete. [1]

Haralds Sohn Ulf wurde gemeinsam mit Morcar und zwei weiteren Männern aus dem Gefängnis frei gelassen, als König Wilhelm 1087 im Sterben lag. Ulf versuchte sein Glück mit Robert Curthose, der ihn zum Ritter schlug, und verschwand dann aus der Geschichte. Zwei von Haralds anderen Söhnen, Godwine und Edmund, fielen 1068 und 1069 mit der Hilfe von Diarmait mac Máel na mBó, dem Hochkönig von Irland, in England ein. 1068 präsentierte Diarmait einen anderen irischen König mit Haralds Schlachtstandarte. [17]

Ehe und Kinder[]

Harald war etwa zwanzig Jahre lang "auf die dänische Art" mit Edith Swanneck verheiratet und hatte mindestens sechs Kinder mit ihr, die dem Brauch zufolge legitim waren. Sie wurde vom Klerus als seine Mätresse angesehen, was seine Kinder von ihr in deren Augen zu Bastarden machte. Zu dieser Zeit gab es eine große Bandbreite an eheänlichen Beziehungen, vom offenen Konkubinat bis hin zu voll anerkannten, kirchlich sanktionierten Ehen. Es gibt keine zeitgenössischen Quellen für Haralds Ehen, nur die Schriften späterer normannischer Chronisten, die eine eher zur Kirche neigende Ansicht hatten und auch die Absicht, den Status von Haralds Kindern herabzusetzen. Daraus folgend ist der genaue Status der Beziehung zwischen Harald und Edith unklar.

Laut Ordericus Vitalis war Harald außerdem zu einem unbekannten Zeitpunkt verlobt mit Adeliza, einer Tochter von Wilhelm I dem Eroberer. Wenn dem so war, führte diese Verlobung niemals zur Hochzeit. [18]

Etwa im Januar 1066 heiratete Harald Ealdgyth, die Tochter von Aelfgar, Earl of Mercia, Witwe des walisischen Prinzen Gruffydd ap Llywelyn. Ealdgyth hatte einen Sohn namens Harald, der möglicherweise erst nach Harald II Godwinsons Tod geboren wurde. [19] [20] [21] Ein weiterer von Haralds Söhnen, Ulf, könnte der Zwillingsbruder des jüngeren Harald gewesen sein, obwohl die meisten Historiker ihn für einen Sohn von Edith halten. [19] [20] [22] [23] Beide Söhne überlebten bis ins Erwachsenenalter und beendeten ihr Leben möglicherweise im Exil.

Nach dem Tod ihres Mannes suchte Ealdgyth Zuflucht bei ihren Brüdern Edwin, Earl of Mercia und Morcar, Earl of Northumbria, doch beide schlossen Frieden mit König Wilhelm, um nicht als Rebellen angesehen zu werden und Land und Leben zu verlieren. Ealdgyth floh danach möglicherweise nach Übersee, vielleicht mit Haralds Mutter oder seiner Tochter, die beide Gytha hießen. Haralds Söhne Godwine und Edmund flohen nach Irland und fielen später in Devon ein, wurden aber von Brian of Brittany besiegt.

 Stammtafel[]

  1. Wulfnoth Cild (983-1014)
    1. Godwin, Earl of Wessex (1001-1053) ⚭ Gytha Thorkelsdóttir
      1. Sweyn Godwinson (1021-1052)
      2. Harald II Godwinson (1022-1066) ⚯/⚭ | Edith Swanneck; ⚬ || Adeliza; ⚭ ||| Ealdgyth, Tochter von Aelfgar
        1. | Godwine
        2. | Edmund
        3. | Magnus
        4. | Gunhild von Wessex ⚯ | Alan le Roux; ⚯/⚭ || Alan der Schwarze
        5. | Gytha von Wessex ⚭ Vladimir II Monomakh, Großfürst von Kiew
        6. | Ulf
        7. ||| Harald
      3. Tostig Godwinson, Earl of Northumbria (1026-1066) ⚭ | Judith von Flandern (✝ 1095); ⚯ || NNs
      4. Edith von Wessex (1026-1075) ⚭ ♔ Edward der Bekenner
      5. Gyrth Godwinson, Earl of East Anglia (1032-1066)
      6. Leofwine Godwinson, Earl of Kent (1035-1066)
      7. Wulfnoth Godwinson (1040-1087)
      8. ⛪ Alfgar
      9. Edgiva
      10. Elgiva (✝ 1066)
      11. ⛪ Gunhilda (✝ 24.8.1087)

Anmerkungen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Walker, Ian (2000) Harold the Last Anglo-Saxon King
  2. 2,0 2,1 Barlow, Frank (1970). Edward the Confessor
  3. Harold II (Godwineson) (c. 1020–1066), BBC History
  4. Chisholm, Hugh, ed. (1911). "Harold II." . Encyclopædia Britannica
  5. 5,0 5,1 5,2 Howarth, David (1983). 1066: The Year of the Conquest
  6. Freeman, Edward Augustus (1869). The History of the Norman Conquest of England: The Reign of Harold and the Interregnum
  7. Ordericus Vitalis (1853). Historia Ecclesiastica
  8. DeVries, Kelly (1999). The Norwegian Invasion of England in 1066
  9. "Westminster Abbey Official site – Coronations"
  10. Snorri Sturluson (1966). King Harald's Saga
  11. Angelsächsische Chronik, Manuskript D und E, Jahr 1066
  12. 12,0 12,1 Foys, Martin (2010). "Pulling the Arrow Out: The Legend of Harold's Death and the Bayeux Tapestry". In Foys; Overbey, Karen Eileen; Terkla, Dan (eds.). Bayeux Tapestry: New Interpretations
  13. Bernstein, David (1986). The Mystery of the Bayeux Tapestry
  14. Brooks, N. P.; Walker, H. E. (1997). "The Authority and Interpretation of the Bayeux Tapestry". In Gameson, Richard (ed.). The Study of the Bayeux Tapestry
  15. William of Poitiers, Gesta Guillelmi II Ducis Normannorum, or "The Deeds of William II, Duke of the Normans". Quoted by David C. Douglas & George W. Greenaway (eds.), in: English Historical Documents 1042–1189
  16. "The Debate concerning the remains found in Bosham Church" Bosham Online Magazine 25 November 2003, Updated to include the Chancellor's ruling of 10 December 2003
  17. Bartlett, Thomas; Jeffery, Keith (1997). A Military History of Ireland
  18. Round, J. H. (1885). "Adeliza (d 1066?)" . In Stephen, Leslie (ed.). Dictionary of National Biography
  19. 19,0 19,1 Fleming, Robin (2010). "Harold II [Harold Godwineson] (1022/3?–1066)". Oxford Dictionary of National Biography
  20. 20,0 20,1 Fryde, E. B.; Greenway, Diana; Porter, Stephen; Roy, Ian, eds. (2003). Handbook of British Chronology
  21. Freeman, Edward Augustus (1871). The History of the Norman Conquest of England: Its Causes and Its Results
  22. Maund, Kari L. (2004). "Ealdgyth [Aldgyth]". Oxford Dictionary of National Biography
  23. Barlow, Frank (2013). The Godwins: The Rise and Fall of a Noble Dynasty
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