Honorius war Weströmischer Kaiser von 395 bis 423. Er war der jüngste Sohn seines Vorgängers Theodosius I. Während seiner Herrschaft wurde Rom zum ersten mal seit 800 Jahren erobert. Honorius war verantwortlich für den ersten großen Abzug von Truppen aus Britannien, was die Einleitung zur Beendigung der römischen Herrschaft in Britannien darstellte. Unterstützt wurde er von dem hochrangigen General Stilicho, der während Honorius' Minderjährigkeit als sein Regent fungierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Honorius' Herrschaft kam es zu beinahe konstanten barbarischen Überfällen auf Gallien, Italien und Spanien, während sich gleichzeitig mehrere Usurpatoren erhoben. 402 kam es zu einem großen Feldzug der Visigoten nach Italien, und Stilicho zog die Legionen von Gallien und Britannien heran, um Italien zu verteidigen. Während er sich mit der Bedrohung durch die einfallenden germanischen Stämme beschäftigte, verschlechterte sich die Situation in Britannien.

Die Britischen Provinzen waren vom Reich isoliert und erhielten keine Unterstützung von den Römern, als sich die Usurpatoren Marcus (406-7), Gratian (407) und Constantine III erhoben. Letzterer fiel in Gallien ein und überließ seinem Sohn Constans II die Herrschaft über Britannien. Bis 410 hatte sich die Situation so weit verschlechtert, dass Britannien sich selbst überlassen blieb und keine weitere Hilfe von Rom mehr erwarten konnte. Ein Dokument, bezeichnet als das Rescript of Honorius, aus dem Jahr 410 stellt eine Antwort auf eine verloren gegangene Bitte um Hilfe von den Britischen Provinzen dar. Laut dem Gelehrten Zosimus, ein Byzantiner aus dem 6. Jh., antwortete Honorius und erklärte, die Briten müssten sich selbst helfen.

Bei Honorius' Tod 423 waren Britannien, Spanien und große Teile von Gallien endgültig unter die Kontrolle von Barbaren gefallen.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.