Keltische Stämme im Süden.png

Die Icener oder auch Iceni waren ein keltischer Volksstamm, die im Gebiet des heutigen Norfolk und Suffolk lebten.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Leben der Iceni ist nur wenig bekannt. Archäologische Funde haben gezeigt, dass sie etwa um das Jahr 10 v. Chr. mit dem Prägen von eigenen Münzen begannen. Weiterhin scheinen sie eine ausgeprägte Kultur und eine hoch entwickelte soziale Struktur besessen zu haben.

Über ihre Glaubenswelt ist nur wenig bekannt, unter anderem verehrten sie eine Siegesgöttin mit namen Andraste.

Bekannte Herrscher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Führer der Iceni sind Canduro, Aesu, Saemu, Antedi und die berühmtesten Prasutagus und Boudicca.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seinem vergeblichen Versuch, Britannien zu erobern, gelang es Cäsar 55 v.Chr. nicht, die Iceni zu unterwerfen.

Während der Invasion unter Kaiser Claudius 43 n. Chr. verbündeten sich die Iceni anfänglich mit Rom. Aus dieser Zeit ist bekannt, dass Antedios Herrscher der Iceni war, er schloss vermutlich den ersten Vertrag mit Rom. Die Iceni distanzierten sich jedoch von ihren Verbündeten und vermieden einen wirtschaftlichen Austausch, was zu eher schlechten Beziehungen mit den Römern führte.

Im Jahr 47 kam es zu ersten Auseinandersetzungen, als der damalige römische Statthalter Publius Ostorius Scapula beschloss, verdächtige Stämme zu entwaffnen und die militärische Kontrolle der Römer ausweiten wollte. Während Scapula mit der Niederschlagung der aufständischen Silurer und Briganten beschäftigt war, schwang sich Prasutagus zum Anführer der Iceni auf, hatte jedoch nur einen Status als Vasallenkönig der Römer. Er starb um das Jahr 60 und seine Frau Boudicca führte einen anfänglich erfolgreichen Aufstand gegen die Römer an, bei dem es ihr gelang, Camulodunum, Londinium und Verulamium einzunehmen. Doch schon im Jahr 61 erlitten die Iceni eine vernichtende Niederlage, bei der 150.000 Britannier - auch Frauen und Kinder - getötet wurden. Das Land geriet erneut unter militärische Besetzung.

Eine Hungersnot folgte, und erst in den Jahren 77 bis 83/4 kam es zum Aufbau einer zivilen und autonomen Regierung. In dieser Zeit zogen auch die letzten Römischen Soldaten aus der Region ab. Ende des 1. Jh. hatten die Iceni eine eigene Hauptstadt namens Venta Icenorum, nahe dem heutigen Norwich. Sie fügten sich schließlich in die neue entstehende Gesellschaft ein und galten als römische Bürger.

Nach und nach verschwanden alle Spuren des stammes. In Life of St. Guthlac aus dem frühen achten Jahrhundert wird behauptet, dass Guthlac mehrmals von in den Fens lebenden Briten angegriffen worden wäre, doch aufgrund mangelnder Hinweise wird dies bezweifelt.

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