Kenneth II war König von Schottland von 971 bis 995.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenneth war der Sohn von Malcolm I mac Domnall und kam während einer Zeit der innerdynastischen Thronfolgestreitigkeiten an die Macht. Es gab mindestens drei andere Fraktionen: die Herrscher von Moray, die im Norden weiterhin Unruhe machten, obwohl sie bisher noch keinen ernsthaften Anspruch auf den Thron von Schottland erhoben hatten. Die Herrscher von Strathclyde, die normalerweise als Thronerben galten und deren eigener Erbe Rhydderch von Kenneths Vorgänger Cuilen mac Ildulb getötet worden war. Und schließlich die Nachfahren von Aed Weißfuß mac Cinaeda, dessen Familie sich mit der von Kenneth in der Thronfolge abwechselte.

Zur gleichen Zeit, in der Kenneth den Thron bestieg, beanspruchte sein entfernter Cousin Olaf mac Ildulb, Bruder von Cuilen, ihn auch für sich. Olafs Anspruch scheint von den Engländern nicht anerkannt worden zu sein. Nach der Thronbesteigung von Edgar dem Friedfertigen nahm Kenneth an der Versammlung von Chester 973 teil, zusammen mit anderen keltischen Prinzen, und schwor seinen Gefolgschaftseid für England. [1] Bei diesem Treffen bestätigte Edgar Kenneths Rechte auf die Ländereien von Lothian, die Indulf zwanzig Jahre zuvor erobert hatte und die jetzt als Teil des schottischen Königsreichs anerkannt wurden. Dieses Treffen war äußerst wichtig für die Entwicklung der Definition des Staates Schottland.

Während seiner Herrschaft wurde die Chronik der Könige von Alba zusammengestellt, doch viele der dort genannten Ortsnamen sind vollkommen verfälscht, wenn nicht sogar erfunden. [2] Über Kenneth berichtet sie, dass er direkt nach seiner Thronbesteigung Teile von Strathclyde plünderte, dass seine Armee aber große Verluste erlitt. Weiterhin berichtet die Chronik, dass er drei mal Northumbria plünderte, was von der Angelsächsischen Chronik bestätigt wird, die von Angriffen auf Cheshire gegen 980 berichtet. [1]

Kenneth war versessen darauf, Schottland als geeinigtes Königreich zu bewahren und versuchte die Tradition der wechselnden Thronfolge loszuwerden, indem er die schottischen Magnaten davon überzeugte, die Nachfolge patrilinear zu machen, so dass sie von Vater zu Sohn überging, anstatt zwischen den verschiedenen Dynastien zu wechseln. Dies scheint nur zum Teil akzeptiert worden zu sein, denn es verging noch mindestens eine Generation, bevor die enteigneten Prinzen gestorben waren und der Prozess als die Norm akzeptiert wurde.

Die Rivalität zwischen Kenneth und Olaf hielt sechs weitere Jahre an, bevor Olaf 977 erschlagen wurde. [1] [2] Doch damit verschwand sie nicht, sondern ging nur auf die nächste Generation über, mit Olafs Neffen Constantine III mac Cuilen und Kenneths Großneffen Giric II mac Cinaeda, die sich schließlich mit einander verbündeten, um Kenneths Mord zu planen. Er starb unter eher mysteriösen Umständen in Finella's Castle bei Fettercairn und der einfachste, am wenigsten gefälscht erscheinende Bericht besagt, dass er von seinen eigenen Männern getötet wurde, durch den Verrat einer gewissen Finnguala ingen Cuncar, Mormaer of Angus, als Rache für den Tod ihres Sohnes. [3] Diese Berichte stammen jedoch aus dem 14. Jh. und die Annalen von Ulster berichten einfach nur, dass Kenneth durch Täuschung getötet wurde, ohne einen Schuldigen zu nennen. [4]

Es ist nur wenig über Kenneths Herrschaft bekannt, als dass er in einen dynastischen Streit zwischen Liot, Earl of Orkney und dessen Bruder Skuli verwickelt wurde. Letzteren machte Kenneth zum Earl of Caithness. Dies war eine interessante Entwicklung, denn sie lässt vermuten, dass die Earls of Orkney Kenneths Autorität über das Festlandgebiet von Schottland anerkannten, während sie sonst ihre Gefolgschaft dem König von Norwegen schuldeten. Dies und die Tatsache, dass er den Thron für über zwanzig Jahre halten konnte trotz dieser Opposition, sagt viel aus über seine Charakterstärke und seine Fähigkeiten. Er behielt eine freundschaftliche Beziehung zu den König von Strathclyde, die er zugunsten seines eigenen Sohnes leicht hätte stürzen können. Dies weist auf einen König mit starkem Willen, aber auch Toleranz hin - Qualitäten, die auch sein Sohn Malcolm II mac Kenneth zeigte.

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kenneth I mac Alpin (Schotten 840-858, Pikten 847-858)
    1. Constantine I mac Cinaeda (863-877)
      1. Donald II mac Causantin (889-900)
        1. Owen Caesarius III mac Domnall (Str, 925-937)
          1. Donald mac Owen (Str, 962-73)
            1. ♔ Malcolm mac Donald (St, 973-97)
            2. ♔ Owen der Kahle mac Donald (St, 1005-18)
        2. Malcolm I mac Domnall (943-54)
          1. Dub mac Mael Coluim (St, 954-62, S 962-6/7)
            1. Kenneth III mac Dub (997-1005)
              1. Giric II mac Cinaeda (997-1005)
          2. Kenneth II mac Mael Coluim (971-995)
            1. Malcolm II mac Kenneth (Cumbria + St, 990-5, 997-1005, S 1005-34)
            2. Dungal / Gille Coemgain [5]
            3. Boite mac Cinaeda [6]
            4. Suibne mac Cinaeda (✝ 1034)
    2. Aed Weißfuß mac Cinaeda (877-878)
      1. Constantine II mac Aed (900-943)
        1. Indulf mac Causantin (Strathclyde 945-54, Schottland 954-62)
          1. Cuilen mac Ildulb (966/7-71)
            1. Constantine III mac Cuilen (995-7)
          2. Olaf mac Ildulb (971/6-7)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Anderson, A. O. - Early Sources of Scottish History A.D 500–1286
  2. 2,0 2,1 Duncan, A. A. M.The Kingship of the Scots 842–1292: Succession and Independence
  3. Der Name von Cuncars Tochter wird in späteren Quellen als Fenella, Finele oder Sibill angegeben. John of Fordun schreibt Constantine III mac Cuilen und Kenneth III mac Dub die Planung zu und behauptet, sie hätten den Mord verübt, um die Änderung der Erbfolgegesetze zu verhinden.
  4. Annalen von Ulster, Eintrag U995.1
  5. Die Annalen der Vier Meister berichten: "Dungal Cinaeds Sohn wurde getötet von Gille Coemgain, Cinaeds Sohn". Es ist nicht klar, auf wen sich dieses Cinaed jeweils bezieht, möglich sind Kenneth II und Kenneth III mac Dub.
  6. Die Quellen sind sich nicht einig, ob Boite ein Sohn von Kenneth II oder Kenneth III war.
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