Knut der Große - auch bekannt als Canute - war König von Dänemark, England und Norwegen. Während seiner Herrschaft wurde sein Reich auch oftmals als das Nordseeimperium bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut war ein Sohn des dänischen Prinzen Sven Gabelbart, der Sohn und Erbe von König Harald Blauzahn war. Somit stammte er aus einer Linie skandinavischer Herrscher, die von zentraler Bedeutung für die Vereinigung von Dänemark waren. [1] Weder der Ort noch das Datum seiner Geburt sind bekannt. Harthacnut I war der halblegendäre Gründer des dänischen Königshauses zu Beginn des 10. Jh. und sein Sohn Gorm der Alte war der erste König in der offiziellen Linie. Harald Blauzahn, Gorms Sohn und Knuts Großvater, war der dänische König zur Zeit der Christianisierung von Dänemark. Er wurde einer der ersten skandinavischen Könige, die zum Christentum übertraten.

Das Chronicon von Thietmar von Merseburg und das Encomium Ammae Reginae berichten, dass Knuts Mutter eine Tochter von Mieszko I von Polen war. Nordische Quellen des Hochmittelalters, besonders die Heimskringla von Snorri Sturluson, nennen ebenfalls eine polnische Prinzessin als Mutter von Knut, die hier Gunhild genannt wird und Tochter von Burislav, König von Vindland, gewesen sein soll. [2] Da in den Nordischen Sagas der König von Vindland immer Burislav ist, widerspricht das nicht der Annahme, dass ihr Vater Mieszko war (nicht sein Sohn Boleslav). Adam von Bremen ist in seiner Gesta Hammaburgensis der einzige, der Knuts Mutter (deren Namen er nicht nennt) mit der Königin von Schweden gleichsetzt, Ehefrau von Erik dem Siegreichen und durch diese Ehe Mutter von Olof Skötkonung. [3] Um die Angelegenheit noch komplizierter zu machen, berichten die Heimskringla und andere Sagas, dass Sven Eriks Witwe heiratete, die in diesen Texten aber eindeutig eine andere Frau namens Sigrid the Haughty ist, die Sven erst heiratet, nachdem die slavische Prinzessin Gunhild, Mutter von Knut, gestorben ist. [2]

Es wurden verschiedene Theorien betreffen der Anzahl und Herkunft von Svens Ehefrauen (oder Ehefrau) vorgestellt, doch da Adam die einzige Quelle ist, der Knut und Olof Skötkonung die gleiche Mutter zuschreibt, wird dies oft als ein Fehler von Adam angesehen und man geht meistens davon aus, dass Sven zwei Frauen hatte: die erste war Knuts Mutter und die zweite war die ehemalige Königin von Schweden. Knuts Bruder Harald war laut dem Encomium Emmae Reginae der jüngere der beiden Brüder.

Knut soll als Junge von Thorkell the Tall als Soldat ausgebildet worden sein. [1] Sein Geburtsdatum ist wie schon erwähnt nicht bekannt, doch eine Quelle sagt, dass er "von keinem großen Alter" war, als er das erste mal in den Krieg zog. [4] Sie erwähnt außerdem eine Schlacht, die als Sven Gabelbarts Invasion von England und einem Angriff auf die Stadt Norwich im Jahr 1003/4 identifizierbar ist, eine Reaktion auf das St. Brice's Day Massaker an den Dänen durch die Engländer im Jahr 1002. Falls Knut tatsächlich diese Expedition begleitete, muss er gegen 990 oder vielleicht schon 980 geboren worden sein. Wenn dem nicht so ist und sich die Quelle auf einen Angriff bezieht, möglicherweise Svens Eroberung von England 1013/4, könnte man sogar die Geburt um das Jahr 1000 vermuten. [5] Es gibt allerdings eine Passage im Encomium mit einem Hinweis auf die Truppe, die Knut bei seiner englischen Eroberung 1015-6 anführte, der besagt, dass alle Wikinger von "erwachsenem Alter" unter Knut "dem König" waren.

Es gibt eine Beschreibung von Knut in der Knýtlinga saga aus dem 13. Jh.: "Knut war außergewöhnlich groß und stark und der bestaussehendste der Männer, abgesehen von seiner Nase, die dünn war, hoch angesetzt und eher gebogen. Er hatte einen hellen Teint und einen schönen, dicken Schopf von Haar. Seine Augen waren besser als die anderer Männer, sowohl besser aussehender und schärfer in ihrer Sicht." [1] [6]

Es ist nur sehr wenig bekannt über Knuts Leben bis zu dem Jahr, in dem er Teil der skandinavischen Truppe unter seinem Vater König Sven bei dessen Invasion von England im Sommer 1013 war. Es war der Höhepunkt einer Reihe von Wikingerüberfällen, die über einige Jahrzehnte verteilt lagen. Nach ihrer Landung am Humber [7] eroberten die Wikinger das Königreich schnell und gegen Ende des Jahres floh König Aethelred in die Normandie und überließ Sven Gabelbart England. Im Winter war Sven dabei, seine Herrschaft zu festigen und Knut hatte die Aufsicht über die Flotte und die Basis der Armee in Gainsborough.

Beim Tod von Sven wenige Monate später am 3. Februar 1014 [8] folgte ihm Harald als König von Dänemark, während die Wikinger und die Bevölkerung des Danelag sofort Knut zum König von England wählten. [9] Der englische Adel jedoch war anderer Ansicht und der Witan rief Aethelred aus der Normandie zurück. Der wieder eingesetzt König führte schnell eine Armee gegen Knut, der mit seinen Männern nach Dänemark floh. Auf dem Weg ließ er Geiseln verstümmeln, die er genommen hatte und setzte sie am Strand von Sandwich aus. [5] Knut zog zu Harald II und schlug anscheinend vor, sich die Herrschaft zu teilen, wobei sein Bruder damit nicht einverstanden war. Harald bot Knut vermutlich das Kommando über seine Truppen für eine weitere Invasion in England an, unter der Bedingung, dass er nicht weiter Anspruch auf den Thron von Dänemark erhob. [9] Unabhängig davon, ob dies wahr ist oder nicht, konnte Knut eine große Flotte versammeln und eine weitere Invasion beginnen. [5]

Eroberung von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Verbündeten von Dänemark befand sich auch Boleslav I der Mutige, Herzog von Polen (später König) und Verwandter des dänischen Königshauses. Er lieh ihm einige polnische Truppen, [5] vermutlich aufgrund eines Versprechens an Knut und Harald II, das er gemacht hatte, als sie im Winter "unter die Wenden gingen", um ihre Mutter an den dänischen Hof zurück zu holen. Sie war nach dem Tod des schwedischen Königs Erik der Siegreiche im Jahr 995 von ihrem Vater fortgeschickt worden und seine Ehe mit Sigrid the Haughty, der schwedischen Königinmutter. Diese Hochzeit begründete eine starke Allianz zwischen dem Nachfolger des Throns von Schweden, Olof Skötkonung, und den Herrschern von Dänemark, seinen angeheirateten Verwandten. [5] Schweden befanden sich sicherlich unter den Verbündeten bei der englischen Eroberung. Ein weiterer angeheirateter Verwandter des dänischen Königshauses, Eiríkr Hákonarson, war der Earl von Lade und Mitherrscher von Norwegen, gemeinsam mit seinem Bruder Sweyn Haakonsson - Norwegen befand sich seit der Schlacht von Svolder 999 unter der dänischen Oberherrschaft. Eiríkrs Teilnahme an der Invasion ließ seinen Sohn Hakon als Regenten von Norwegen zurück.

Im Sommer 1015 setzte Knuts Flotte Segel nach England mit einer dänischen Armee, die vermutlich aus 10.000 Mann in 200 Langschiffen bestand. [1] Knut war der Anführer dieser Gruppe von Wikingern aus ganz Skandinavien. Die Invasionsarmee sollte sich in den kommenden vierzehn Monaten in oftmals engem und heftigem Kampf mit den Engländern befinden. Beinahe alle dieser Schlachten wurden gegen Aethelreds ältesten Sohn Edmund II Eisenseite ausgetragen.

Landung in Wessex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Peterborough Chonicle - einem der Manuskripte der Angelsächsischen Chronik - kam Knut Anfang September 1015 "nach Sandwich, und segelte direkt um Kent herum nach Wessex, bis er zur Mündung des Frome kam, und wütete in Dorset und Wiltshire und Somerset", [10] womit er einen Feldzug begann, dessen Ausmaß es seit den Tagen von Alfred dem Großen nicht mehr gegeben hatte. [5] Eine Passage aus dem Encomium Emmae Reginae beschreibt seine riesige, prächtig ausgestattete Armee. [11]

Wessex, das lange von der Dynastie von Alfred und Aethelred I regiert worden war, unterwarf sich Knut Ende 1015, wie es sich zwei Jahre zuvor seinem Vater unterworfen hatte. [5] Zu dieser Zeit verließ Eadric Streona, Ealdorman von Mercia, Aethelred mit vierzig Schiffen und deren Crew und schloss sich Knuts Truppen an. [12] Ein weiterer Überläufer war Thorkell the Tall, der gegen die Wikingerinvasion von Sven Gabelbart gekämpft und den Engländern 1012 Gefolgschaft geschworen hatte. [5] Eine Erklärung für dieses Überlaufen könnte sich in einer Strophe der Jómsvíkinga saga finden, die zwei Angriffe gegen Söldner aus Jomsborg beschreibt, während sie sich in England befanden, mit einem Mann namens Henninge unter den Toten, der Thorkells Bruder gewesen sein soll. [1] Von den vierzig Schiffen, mit denen Eadric kam, glaubt man meistens, dass sie aus dem Danelag stammten [1] und vermutlich Thorkell gehörten. [5]

Vorstoß in den Norden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1016 überquerten die Wikinger die Themse und verwüsteten Warwickshire, während Edmund II Eisenseites Versuche, einen Widerstand aufzustellen, keinen Erfolg gehabt zu haben scheinen. Der Chronist berichtet, dass die englische Armee sich zerstreute, weil der König und die Bürger von London nicht anwesend waren. [5] Knut verwüstete auf seinem Weg nordwärts Mercia. Eine weitere zusammengerufene Armee brachte die Engländer zusammen und diesmal erschien der König, doch "es kam zu nichts, wie schon so oft zuvor", und Aethelred kehrte nach London zurück aus Angst vor Verrat. [5] Dann zog Edmund in den Norden, um sich Uhtred dem Stolzen, Earl von Northumbria, anzuschließen und zusammen verwüsteten sie Staffordshire, Shropshire und Cheshire im westlichen Mercia, [5] vermutlich mit den Ländereien von Eadric Streona als Ziel. Knuts Besetzung von Northumbria zwang Uhtred, nach Hause zurück zu kehren und sich Knut zu unterwerfen, [13] der anscheinend einen northumbrischen Rivalen - Thurbrand the Hold - geschickt hatte, Uhtred und sein Gefolge zu töten. Eiríkr Hákonarson kam, um Knut zu unterstützen [1] und der altgediente norwegische Jarl erhielt die Verantwortung über Northumbria.

Prinz Edmund verblieb in London und wurde nach dem Tod von Aethelred am 23. April 1016 zum König gewählt.

Belagerung von London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut zog in den Süden zurück und die dänische Armee teilte sich schließlich auf. Einige zogen gegen Edmund, der London hatte verlassen können, bevor Knut die Stadt vollkommen einschloss, und eine Armee in Wessex aushob. Einige belagerten London und erbauten Wälle an den Nord- und Südflanken und einen Kanal von der Themse aus, um mit den Langschiffen die Kommunikation flussaufwärts zu unterbrechen.

Es gab eine Schlacht in Penselwood in Somerset - wo ein Hügel im Selwood Forest wahrscheinlich das Schlachtfeld darstellte [5] - und eine nachfolgende Schlacht bei Sherston in Wiltshire, die über zwei Tage lang ausgetragen wurde, aber keine Seite konnte den Sieg erringen. [13]

Edmund konnte London eine Zeit lang von der Belagerung befreien, den Feind vertreiben und nach der Überquerung der Themse in Brentford besiegen. [5] Da er schwere Verluste erlitten hatte, zog er sich nach Wessex zurück, um frische Truppen auszuheben und die Dänen begannen London erneut zu belagern, doch nach einem weiteren erfolglosen Angriff zogen sie sich unter Angriffen der Engländer nach Kent zurück, wobei eine Schlacht in Otford ausgetragen wurde. Zu dieser Zeit lief Eadric Streona zu König Edmund über [13] und Knut setzte Segel nach Norden über die Themsemündung nach Essex, und zog nach der Landung der Schiffe am Fluss Orwell aus, um Mercia zu verwüsten. [5]

Londons Eroberung durch Verrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Oktober 1016 verwickelten Edmunds Truppen die Dänen in eine Schlacht, als diese sich zu ihren Schiffen zurück zogen, was zur Schlacht von Assandun führte, die entweder in Ashingdon im Südosten oder Ashdon im Nordwesen von Essex ausgetragen wurde. Während dem Kampf zog Eadric Streona, dessen Rückkehr zu den Engländern möglicherweise nur ein Trick gewesen war, seine Truppen zurück, was den Engländern eine vernichtende Niederlage zufügte. [13] Edmund floh nach Westen und Knut verfolgte ihn nach Gloucestershire, wobei möglicherweise eine weitere Schlacht beim Wald von Dean ausgetragen wurde, da Edmund ein Bündnis mit einigen Walisern hatte. [5]

Auf einer Insel nahe Deerhurst trafen sich Knut und Edmund, der verwundet worden war, um die Friedensbedingungen auszuhandeln. Man kam überein, dass ganz England nördlich der Themse das Gebiet des dänischen Prinzen werden sollte, während der ganze Süden dem englischen König gehörte, zusammen mit London. Die Herrschaft über ganz England sollte nach Edmunds Tod an Knut übergehen. Edmund starb am 30. November, wenige Wochen nach der Übereinkunft. Einige Quellen behaupten, dass er ermordet worden sei, aber seine Todesumstände sind unbekannt. [13] [14] Die Westsachsen akzeptierten Knut jetzt als König von ganz England [15] und er wurde von Erzbischof Lyfing von Canterbury 1017 in London gekrönt. [5]

König von England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut regierte England beinahe zwei Jahrzehnte lang. Der Schutz, den er gegen Wikingerangreifer bot - viele von ihnen standen unter seinem Kommando - stellte den Wohlstand wieder her, der seit der Wiederaufnahme der Wikingerangriffe in den 980er Jahren ständig gesunken war. Die Engländer wiederum halfen ihm dabei, die Knotrolle über den Großteil von Skandinavien zu erreichen. [16]

Zusammenlegung und Danegeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als dänischer König von England wollte Knut schnell jede mögliche Herausforderung durch die verbliebenen Mitglieder der mächtigen Dynastie des Haus Wessex eliminieren. Im ersten Jahr seiner Herrschaft gab es die Hinrichtungen einiger englischer Adliger, die er als verdächtig ansah. Aethelreds Sohn Eadwig Aetheling floh aus England, wurde aber auf Knuts Befehl hin ermordet. [13] Die Söhne von Edmund II Eisenseite flohen ebenfalls ins Ausland. Aethelreds Söhne durch Emma von der Normandie kamen unter den Schutz ihrer Verwandten im Herzogtum Normandie.

Im Juli 1017 heiratete Knut Emma, die Witwe von Aethelred und Tochter von Richard I, Herzog der Normandie. Später erklärte er Harthacnut, seinen Sohn von Emma, zu seinem Erben. Während Svein Knutsson und Harald I Hasenfuß, seine beiden Söhne aus seiner Ehe mit Aelfgifu von Northampton wurden für die Thronfolge zur Seite geschoben, da die Ehe nach christlichem Brauch nicht legitim war. Der Begriff dafür lautet handfast (altdeutsch hantvestinge) und bedeutet, dass die Beziehung im Sinne eines Eheversprechens, einer Verlobung oder sozusagen eines Vertrages zu sehen ist, aber keiner christlich geschlossenen Ehe.

1018 zahlte Knut seine Armee aus und schickte die meisten von ihnen nach Hause, nachdem er ein Danegeld zusammen gesammelt hatte, das auf die enorme Summe von £72.000 gekommen war, mit zusätzlichen £10.500 aus London. Er behielt vierzig Schiffe und ihre Crews zurück als stehende Truppe in England. Eine jährliche Steuer namens Heregeld wurde mit dem gleichen System gesammelt, das Aethelred 1012 eingeführt hatte, um die Skandinavier in seinem Dienst zu bezahlen. [5]

Knut baute auf dem existierenden englischen Brauch auf, mehrere Shires von einem einzelnen Ealdorman verwalten zu lassen und teilte somit das Land in vier große Verwaltungseinheiten, deren geographisches Ausmaß auf den größten und beständigsten Königreichen basierte, die vor der Vereinigung von England bestanden hatten. Die offiziellen Verantwortlichen für diese Provinzen wurden als Earls bezeichnet, ein Titel skandinavischen Ursprungs, der bereits in England benutzt wurde und jetzt überall den des Ealdorman ersetzte. Wessex befand sich anfänglich unter Knuts persönlicher Kontrolle, während Northumbria an Erik of Hlathir ging, East Anglia an Thorkell the Tall und Mercia bei Eadric Streona verblieb. [5]

Diese anfängliche Machtteilung war jedoch nur kurzlebig. Der chronisch verräterische Erik wurde innerhalb des ersten Jahres von Knuts Thronfolge hingerichtet. [13] Mercia ging an eine der führenden Familien der Region, möglicherweise zuerst an Leofwine, Ealdorman von Hwicce unter Aethelred, doch garantiert an seinen Sohn Leofric. [5] 1021 verlor auch Thorkell Knuts Gunst und wurde zum Gesetzlosen erklärt. Nach dem Tod von Erik in den 1020er Jahren folgte ihm Siward als Earl of Northumbria, dessen Großmutter Estrid Knuts Schwester war. Bernicia, der nördliche Teil von Northumbria, war theoretisch Teil von Eriks und Siwards Grafschaft, doch während Knuts Herrschaft blieb es unter der Kontrolle der englischen Dynastie aus Bamburgh, die das Gebiet seit mindestens dem frühen 10. Jh. dominierte. Sie dienten als untergeordnete Earls von Bernicia unter der Autorität des Earl of Northumbria. In den 1030er Jahren war auch Knuts direkte Verwaltung von Wessex zum Ende gekommen, mit der Gründung einer Grafschaft unter Godwin, einem Engländer aus einer mächtigen Familie aus Sussex. Grundsätzlich erlaubte Knut diesen angelsächsischen Familien aus dem noch existierenden englischen Adel, die sich sein Vertrauen verdient hatten, nachdem er sich anfänglich nur auf seine skandinavischen Anhänger verlassen hatte, die Herrschaft über seine Grafschaften.

Eigenschaften als König[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut wurde grundsätzlich als weiser und erfolgreicher König von England angesehen, obwohl diese Ansicht möglicherweise zum Teil darauf beruht, dass er die Kirche gut behandelte, die die historischen Aufzeichnungen aufbewahrte. Anscheinend wurde er als religiöser Mann angesehen, trotz seiner sündigen Beziehung mit zwei Ehefrauen und der harten Behandlung seiner christlichen Gegner.

Während seiner Herrschaft brachte Knut das englische und das dänische Königreich zusammen. Seine Feldzüge in Übersee bedeuteten, dass die Oberherrschaft der Wikinger zugunsten der Engländer ausfiel, da er seine Langschiffe nach Skandinavien schickte. Er setzte die Gesetze von König Edgar wieder ein und weitete sie auch auf das Danelag aus. [17] Er erweiterte außerdem die bestehenden Gesetze mit einer Reihe von Proklamationen, um sie auf die üblichen Streitigkeiten anzuwenden, die ihm zu Ohren kamen. Er stärkte außerdem die Währung, indem er eine Reihe von Münzen prägen ließ, die im Gewicht denen entsprachen, die in Dänemark und anderen Teilen von Skandinavien geprägt wurden. Er gab auch die Gesetzeskodizes von Knut heraus, die als I Cnut und II Cnut bekannt wurden, wobei diese hauptsächlich von Erzbischof Wulfstan II von York produziert worden zu sein scheinen. [18]

König von Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1018 starb Knuts Bruder Harald II und Knut zog nach Dänemark, um seine eigene Thronbesteigung zu sichern. Es scheint, dass die Dänen gegen ihn waren und einer seiner Angriffe auf die Wenden von Pommern könnte etwas damit zu tun haben. Bei diesem Feldzug gewann mindestens einer von Knuts Engländern, Godwin, das Vertrauen des Königs bei einem nächtlichen Überfall, den er persönlich gegen ein wendisches Lager führte.

Nachdem er seine Herrschaft in Dänemark gefestigt hatte, kam Knut 1020 nach England zurück. Er ernannte Ulf Jarl, den Ehemann seiner Schwester Estrid Svendsdatter, zum Regenten von Dänemark und übergab ihm auch seinen Sohn Harthacnut, sein erstes Kind aus der Ehe mit Emma von der Normandie, den er zum Kronprinz von Dänemark ernannt hatte. Die Verbannung von Thorkell the Tall im Jahr 1021 scheint in Verbindung mit dem Angriff auf die Wenden zu stehen. Mit dem Tod von Olof Skötkonung im Jahr 1022 und dessen Sohn Anund Jacob auf dem schwedischen Thron kam Schweden in ein Bündnis mit Norwegen und die Dänen mussten ihre Stärke im Baltikum demonstrieren. Jmosborg, die legendäre Festung der Jomsvikings (obwohl es sich um eine Insel an der Küste von Pommern handelte) war möglicherweise das Ziel von Knuts Feldzug. [12] Nachdem Knut erfolgreich seine Macht demonstriert hatte, scheint sich Thorkell mit ihm 1023 wieder versöhnt zu haben.

Dennoch nutzten der norwegische König Olaf Haraldsson und Anund Jakob Knuts Abwesenheit in England aus, um Angriffe auf Dänemark zu beginnen und Ulf sorgte dafür, dass die Dänen den noch immer minderjährigen Harthacnut als König akzeptierten. Dies war ein Truck von Ulf, dessen Rolle als Betreuer von Harthacnut ihn zum Regenten des Reiches machte. Als Knut davon hörte, segelte er nach Dänemark, um sich selbst wieder zum König zu machen und Ulf in seine Schranken zu weisen. In der Schlacht von Helgea kämpften Knut und seine Männer gegen die Norweger und Schweden an der Mündung des Flusses Helgea, möglicherweise im Jahr 1026, und der Sieg machte Knut zum obersten Herrscher von Skandinavien. Dass Ulf an der Schlacht teilnahm, brachte ihm allerdings nicht Knuts Vergebung ein. Einige Quellen sagen, dass die Schwäger bei einem Bankett in Roskilde Schach spielten, als es zum Streit kam und am nächsten Tag - Weihnachten 1026 - tötete einer von Knuts Housecarls Ulf mit Knuts Erlaubnis in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, dem Vorgänger der Kathedrale von Roskilde. [19]

Reise nach Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da er seine Feinde in Skandinavien unterworfen hatte, konnte Knut eine Einladung annehmen, die Krönung von Konrad II in Rom zum nächsten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches mitzuerleben. Er begann an Oster 1027 die Pilgerreise, die ihm als Herrscher im Europa des Mittelalters großes Ansehen einbrachte. Bei der Rückkehr schrieb er einen Brief an seine Untertanen in England, und erklärte sich selbst zum "König von ganz England und Dänemark und den Norwegern und einiger der Schweden". [5]

In Übereinstimmung mit seiner Rolle als christlicher König erklärte Knut, dass er nach Rom gezogen wäre, um für seine Sünden zu büßen, um Vergebung und für die Sicherheit seiner Untertanen zu beten und um mit dem Papst um eine Verringerung der Kosten für das Pallium der englischen Erzbischöfe zu verhandeln, [5] und für eine Lösung des Machtkampfes der Erzbischöfe von Canterbury und Hamburg-Bremen um die Oberhoheit über die dänischen Diözesen. Er versuchte auch die Bedingungen für Pilger und Händler auf den Straßen von Rom zu verbessern.

Tod und Nachfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut starb am 12. November 1035. In Dänemark folgte ihm Harthacnut auf den Thron und herrschte als Knut III. Als er sich allerdings im Krieg mit Magnus I von Norwegen befand, wurde Harthacnut "verlassen [von den Engländern], weil er zu lange in Dänemark war". [13] Seine Mutter Königin Emma, die zuvor in Winchester gelebt hatte, musste nach Brügge in Flandern fliehen, nachdem Anhänger des anderen Sohnes von Knut durch Aelfgifu von Northampton sie unter Druck gesetzt hatten: Harald I Hasenfuß, der 1035-37 Regent in England war und 1037 den englischen Thron für sich beanspruchte, wonach er bis zu seinem Tod 1040 als König regierte.

Als schließlich Frieden in Skandinavien herrschte, konnte Harthacnut den Thron von England für sich beanspruchen und seine Mutter nach England zurückholen. Er brachte die Kronen von Dänemark und England wieder unter eine gemeinsame Herrschaft, bis er 1042 selbst starb. Dänemark zerfiel in einer Zeit der Machtkämpfe zwischen dem Thronprätendenten Sweyn Estridsson und dem norwegischen König Magnus, bis dieser 1047 starb.

Der Thron von England fiel für kurze Zeit wieder an die angelsächsische Linie des Königshauses von Wessex. Edward der Bekenner wurde aus dem Exil in der Normandie zurück gebracht und schloss einen Vertrag mit Harthacnut, seinem Halbbruder. [20] Dieser besagte, dass Edward Harthacnuts Nachfolger werden würde, wenn dieser ohne legitime männliche Erben starb; Harthacnut hatte einen ähnlichen Vertrag mit Magnus von Norwegen geschlossen. 1042 starb Harthcnut und Edward wurde König. Seine Herrschaft brachte danach den Einfluss der Normannen an den Hof, was schließlich 1066 zur Normannischen Eroberung von England und der Thronbesteigung von Wilhelm I dem Eroberer führte.

Wenn Knuts Söhne nicht innerhalb eines Jahrzehnts nach seinem eigenen Tod gestorben wären und seine einzige bekannte Tochter Kunigunde, die Heinrich III, Sohn von Konrad II, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, acht Monate nach seinem Tod heiratete, nicht in Italien gestorben wäre, bevor sie Kaiserin werden konnte, [5] hätte Knuts Herrschaft durchaus der Grundstein für eine vollständige politische Union zwischen England und Skandinavien sein können, ein Nordseeimperium mit Blutsverbindungen zum Heiligen Römischen Reich.

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ♔ Gorm der Alte (✝ vor 950), König von Dänemark ⚭ Thyra (✝ 935)
    1. ♔ Harald Blauzahn (✝ 988) König von Dänemark und Norwegen ⚭ | Gunhild; ⚭ || Tove
      1. Sven Gabelbart (✝ 1014), König von Dänemark, Norwegen, England ⚭ Gunhild von Polen (✝ n. 1014)
        1. Gyda ⚭ Erik Håkonsson Jarl (✝ 1024)
        2. Knut der Große (* 995, ✝ 1035), König von England, Dänemark und Norwegen ⚯ | Aelfgifu von Northampton (✝ n. 1040); ⚭ || Emma von der Normandie (✝ 1052)
          1. | ♔ Swein Alfivason (✝ 1036), König von Norwegen
          2. | ♔ Harald I Hasenfuß (✝ 1040), König von England
          3. || ♔ Harthacnut (✝ 1042) König von Dänemark und England
          4. || Gunnhild (✝ 1038) ⚭ ♔ Heinrich III., Kaiser des HRR (✝ 1056)
        3. ♔ Harald (✝ 1018), König von Dänemark
        4. Estrid Svendsdatter ⚭ | Richard II, Herzog der Normandie (✝ 1027); ⚭ || Ulf Jarl (✝ 1026), Earl in England
      2. Gunhild (✝ 1002) ⚭ Pallig, Ealdorman in Devonshire (✝ 1002)
      3. ? Tyra Haraldsdatter (✝ 1000) ⚭ | Björn der Starke von Schweden (✝ 985); ⚭ || Burislav Fürst der Wenden; ⚭ ||| ♔ Olaf Tryggvason, König von Norwegen (✝ 1000)
    2. ? Gunhild (✝ 970) ⚭ ♔ Erik Blutaxt (✝ 954), König von Norwegen und Jorvik

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Trow, M. J. (2005), Cnut – Emperor of the North
  2. 2,0 2,1 Snorri Sturluson (1990), Heimskringla, or The Lives of the Norse Kings. English translation by Erling Monsen & A. H. Smith
  3. Adam von Bremen (1917), Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontifificum, oder Geschichte der Erzbischöfe von Hamburg-Bremen
  4. Douglas, David C. English Historical Documents
  5. 5,00 5,01 5,02 5,03 5,04 5,05 5,06 5,07 5,08 5,09 5,10 5,11 5,12 5,13 5,14 5,15 5,16 5,17 5,18 5,19 5,20 5,21 5,22 Lawson, M. K. (2004), Cnut: England's Viking King
  6. John, H. (1995) The Penguin Historical Atlas of the Vikings
  7. Ellis, P. B. (1993), Celt & Saxon
  8. William of Malmesbury (1998), Gesta Regnum Anglorum. Englische Übers.: Mynors, R. A. B.
  9. 9,0 9,1 Sawyer, Peter (1997), The Oxford Illustrated History of the Vikings
  10. Garmonsway, G. N. (1972, ed. & trans.), The Anglo-Saxon Chronicle
  11. Campbell, Alistair ed. (1998), Encomium Emmae Reginae
  12. 12,0 12,1 Jones, Gwyn (1984), A History of the Vikings
  13. 13,0 13,1 13,2 13,3 13,4 13,5 13,6 13,7 Angelsächsische Chronik
  14. Williams, Ann, Æthelred the Unready the Ill-Counselled King
  15. Stenton, Frank (1971) Anglo-Saxon England
  16. Forte, Angelo; Oram, Richard; Pedersen, Frederik (2005) Viking Empires
  17. Graham-Campbell, James; Hall, Richard; Jesch, Judith; Parsons, David N. (2016) Vikings and the Danelaw
  18. Richards, Mary P. (2010). "I-II Cnut: Wulfstan's Summa?". In Jurasinski, Stefan; Oliver, Lisi; Rabin, Andrew (eds.) English Law Before Magna Carta: Felix Liebermann and 'Die Gesetze der Angelsachsen'
  19. Bartlett, W. B. (2016). King Cnut and the Viking Conquest of England 1016
  20. Reed, Alan (2015) King Edgar: A Life of Regret
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