Magnus war einer der Söhne von Harald II Godwinson, König von England.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus' genaues Geburtsdatum ist unbekannt, aber es war vermutlich nach dem seines älteren Bruders Godwine, der Mitte bis Ende der 1040er Jahre geboren wurde. [1] [2] Seine Familie war eine der mächtigsten im Angelsächsischen England: sein Großvater war Godwin, Earl of Wessex und sein Vater war Harald Godwinson, der dessen Titel später erbte. Seine Mutter Edith Swanneck war mit Harald more danico verheiratet, was eine Form der Ehe war, die im nördlichen Europa weit verbreitet, aber in der Kirche nicht anerkannt war und zu dieser Form überall außer dem Klerus als legitim angesehen wurde. Harald I Hasenfuß beispielsweise wurde König von England, obwohl er der Sohn einer solchen Ehe zwischen Knut dem Großen und Aelfgifu von Northampton war. [1]

Harald Godwinson hatte fünf Söhne, wenn auch vermutlich nicht alle von der gleichen Mutter, und Magnus war vermutlich der zweite oder dritte davon. Er wurde wahrscheinlich nach Magnus I von Norwegen benannt. Man kann davon ausgehen, dass Magnus eine Erziehung erhielt, die dem Sohn eines großen Adligen angemessen war, wobei das Hauptaugenmerk vermutlich auf der Erlangung von militärischen und diplomatischen Fähigkeiten lag. Auch wenn er anscheinend zu jung dazu war, mit seinem Vater in der Schlacht von Hastings zu kämpfen, hatte er Gelegenheit dazu, diese Fähigkeiten in den folgenden Jahren zu nutzen. [1]

Widerstand im südwestlichen England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald II Godwinsons Niederlage und Tod in Hastings waren ein Desaster für seine Familie, besonders da die angelsächischen Adligen in London nicht einen von Haralds Söhnen sondern Edgar Aetheling zum neuen König wählten, einen Großneffen von Edward dem Bekenner. Edwards kurze "Herrschaft" - er wurde niemals gekrönt - endete, als Wilhelm I der Eroberer London im Dezember 1066 erreichte. [1] Magnus' Großmutter Gytha, die Witwe von Godwin, Earl of Wessex, zog sich in den Südwesten von England zurück, um ihre Macht in diesem noch nicht eroberten Teil des Landes zu sammeln, doch zu Beginn von 1068 führte Wilhelm seine Armee gegen sie und belagerte sie in Exeter. [2] Edmund wird nicht eindeutig in den zeitgenössischen Quellen erwähnt als Teil dieser südwestlichen Rebellion, doch es ist sehr wahrscheinlich, dass er und seine Brüder Godwine und Edmund dort waren, um ihren Anspruch als Anführer der angelsächsischen Opposition durchzusetzen. [2] [1] [3] [4] Nach achtzehn Tagen ergab Exeter sich Wilhelm, doch zu dieser Zeit waren Gytha und möglicherweise auch ihre Enkel entkommen und hatten auf einer Insel im Bristolkanal Zuflucht gesucht, möglicherweise Steep Holm. [2] [4] [5]

Überfälle aus Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Sommer befand sich Magnus' Bruder Godwine in Dublin unter dem Schutz von König Diarmait von Leinster, der viele Jahre zuvor auch seinem Vater Zuflucht gewährt hatte. Godwine wurde von seinen Brüdern Edmund und Magnus begleitet, falls man John of Worcester glauben will, oder laut dem anglo-normannischen Chronisten Geoffrey Gaimar von Edmund und seinem Cousin Tostig, einem Sohn von Sweyn Godwinson. Sie scheinen Harald II Godwinsons verbliebene Housecarls in ihrem Dienst gehabt zu haben, und hatten auch immer noch die Ressourcen, um Diarmait Geschenke wie "die Schlachtstandarte des Königs der Sachsen" zu machen, die in den Annalen von Inisfallen erwähnt wird, und eine Armee von Söldnern anzuheuern. [2] [6] Mit einer Flotte von 52 Schiffen segelten sie über den Bristolkanal und verwüsteten zunächst die Gegend um die Mündung des Flusses Avon, dann griffen sie Bristol an. Nachdem sie von der Stadtbevölkerung vertrieben worden waren, segelten sie zur Küste von Somerset und landeten erneut. [7] [1] [2] Sie könnten erwartet haben, dort willkommen geheißen zu werden und planten, mehr Männer zu rekrutieren, da Godwines Landbesitz beim Tod von Edward dem Bekenner aus zwei kleinen Landhäusern in Somerset (eines bei Nettlecombe und eines bei Langford-in-Burrington) bestanden hatte, doch wenn dem so war, wurden sie enttäuscht. [8] [9] Sie trafen auf eine örtliche Truppe unter dem Kommando von Eadnoth the Staller, die eine blutige Schlacht mit ihnen bei Bleadon austrugen. Eadnoth war einer der Toten und möglicherweise auch Edmunds Bruder Magnus. Nachdem sie Devon und Cornwall verwüstet hatte, kehrten die Brüder nach Dublin zurück, reicher aber ohne großen militärischen Erfolg. [2] Zusammengefasst kann man sagen, dass nicht sicher ist, ob Magnus an diesem Überfall teilgenommen hat und falls ja, ob er ihn überlebte.

Im Sommer 1069 wurde erneut ein Angriff von Dublin aus begonnen, doch dieses mal sprechen die Quellen nur von zwei der Söhne von Harald, nennen jedoch nicht ihre Namen. [3] [4] Sie segelten mit 64 Schiffen nach Exeter, das sie nicht erobern konnten, und plünderten dann Teile der Südküste von Devon und möglicherweise die Lizard-Halbinsel in Cornwall, bevor sie Land's End umquerten und landeten, "unvorsichtig", wie die Angelsächsische Chronik sagt, an der Mündung des Flusses Taw an der Nordküste von Devon. [2] [1] [10] Nachdem sie das Gebiet um Barnstaple geplündert hatten, führten sie ihre Truppen ins Hinterland und trafen in der Schlacht von Northam auf eine Armee unter dem Kommando von Brian of Brittany, der - wie die Chronik sagt - "all die besten Männer von den Truppen [der Brüder] erschlug, während die wenigen Überlebenden zu ihren Schiffen entkamen". [1] [10] Die beiden Überfälle waren politisch und militärisch ein Desaster gewesen und hatten nur demonstriert, dass die Erinnerung an die Herrschaft ihres Vaters ihnen keine Unterstützung im Südwesten einbringen würde. [11]

Überlieferungen von seinem Überleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen Hinweis darauf, dass Magnus diese Ereignisse überlebt haben könnte und sich nach Sussex in ein Kloster zurück zog. [12] Ein antikes Monument, das jetzt in eine Außenwand der Kirche von St. John sub Castro in Lewes eingebaut ist, enthält eine lateinische Inschrift, die folgendermaßen übersetzt wurde: "Dort betritt diese Zelle ein Krieger von Dänemarks königlicher Rasse; Magnus sein Name, Zeichen mächtiger Abstammung. Seine Mächtigkeit abwerfend nimmt er des Lammes Milde und um ewiges Leben zu erhalten wird er ein niedriger Eremit." [13] Eine Überlieferung, die im frühen 19. Jh. aufgezeichnet wurde besagt, dass es sich um Magnus Haroldson handelte und er hatte mit Sicherheit Verbindungen zum dänischen Königshaus durch seinen Großonkel Ulf, Vater von König Sweyn II. Diese Interpretation wurde von Frank Barlow sehr ernst genommen, obwohl der Stil der Buchstaben der Inschrift von einem späteren Datum sein könnte, möglicherweise gegen 1200. [12] [14] [15]

Von dem Historiker Tomasz Jurek wurde vermutet, dass ein Mann, der von dem Chronisten Gallus Anonymus als Magnus, Graf von Wroclaw identifiziert wurde - ein Angehöriger der königlichen Familie, der in den 1070ern aus einem Land kam, das gerade unter das Joch fremder Herrschaft gefallen war, eigentlich Magnus Haroldson war, der Sohn des angelsächsischen Königs Harald II Godwinson. Der Polithistoriker und Stammbaumforscher Marek Skarbek-Kozietulski stellte nach Überarbeitung von Jureks Vorschlag die Theorie auf, dass Magnus nach seinem Aufenthalt in Dänemark nach Polen gegangen sein könnte und dort eine strategische Ehe mit einer Frau einging, von der Skarbek glaubte, dass sie eine nicht in den Quellen genannte Schwester von Boleslaw II von Polen war. Skarbek durchdachte auch eine Idee, die zuerst von Krzysztof Benyskiewicz vorgebracht wurde, dass Boleslaws Ehefrau (deren Stammbaum niemals genau bestätigt wurde) eigentlich eine illegitime Tochter von Sweyn II von Dänemark war und dass man arrangierte, dass Magnus eine ihrer Schwestern heiratete, was ihn zum Schwager von Boleslaw machte und einer Erklärung für seinen neuen Status und Titel wäre. Unabhängig davon, wen Magnus schlussendlich heiratete, glaubt Skarbek, dass diese Theorie gemeinsam mit dem plötzlichen auftauchen des angelsächsischen wyvern in der Flagge und dem Wappen des späteren Herzogtums Masovia, der zuvor in der polnischen Heraldik nicht vorgekommen war, und die Existenz zweier Y-Chromosom-DNA-Gruppen, die beide ursprünglich nur in England und Dänemark zu finden waren und sich bei verschiedenen polnischen Adelsfamilien finden lassen, der Theorie Gewicht geben, dass es sich bei Magnus Haroldson und Magnus, Graf von Wroclaw um die gleiche Person handelte. Die Stadt nahe dem Schloss von Czersk, wo seine angeblichen Überreste 1966 ausgegraben wurden, heißt Magnuszew. [16] [17] [2]

Stammtafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wulfnoth Cild (983-1014)
    1. Godwin, Earl of Wessex (1001-1053) ⚭ Gytha Thorkelsdóttir
      1. Sweyn Godwinson (1021-1052)
      2. Harald II Godwinson (1022-1066) ⚯/⚭ | Edith Swanneck; ⚬ || Adeliza; ⚭ ||| Ealdgyth, Tochter von Aelfgar
        1. | Godwine
        2. | Edmund
        3. | Magnus
        4. | Gunhild von Wessex ⚯ | Alan le Roux; ⚯/⚭ || Alan der Schwarze
        5. | Gytha von Wessex ⚭ Vladimir II Monomakh, Großfürst von Kiew
        6. | Ulf
        7. ||| Harald
      3. Tostig Godwinson, Earl of Northumbria (1026-1066) ⚭ | Judith von Flandern (✝ 1095); ⚯ || NNs
      4. Edith von Wessex (1026-1075) ⚭ ♔ Edward der Bekenner
      5. Gyrth Godwinson, Earl of East Anglia (1032-1066)
      6. Leofwine Godwinson, Earl of Kent (1035-1066)
      7. Wulfnoth Godwinson (1040-1087)
      8. ⛪ Alfgar
      9. Edgiva
      10. Elgiva (✝ 1066)
      11. ⛪ Gunhilda (✝ 24.8.1087)

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Walker, Ian (2010). Harold: The Last Anglo-Saxon King
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Mason, Emma (2004). The House of Godwine: The History of a Dynasty
  3. 3,0 3,1 Barlow, Frank (1972). The Feudal Kingdom of England, 1042–1216
  4. 4,0 4,1 4,2 Freeman, Edward Augustus (1871). The History of the Norman Conquest of England. Volume IV: The Reign of William the Conqueror
  5. Coates, Richard (March 2014). "The Severn Sea Islands in the Anglo-Saxon Chronicle". Notes & Queries
  6. Flanagan, Marie Therese (1997) [1996]. "Irish and Anglo-Norman Warfare in Twelfth Century Ireland". In Bartlett, Thomas; Jeffery, Keith (eds.). A Military History of Ireland
  7. Barlow, Frank (2003). The Godwins: The Rise and Fall of a Noble Dynasty
  8. Williams, Ann (1981). "Land and Power in the Eleventh Century: The Estates of Harold Godwineson". In Brown, R. Allen (ed.). Proceedings of the Battle Conference on Anglo-Norman Studies III. 1980
  9. "Text of the Somerset Domesday: Part 1". British History Online
  10. 10,0 10,1 Garmonsway, G. N., ed. (1975) [1953]. The Anglo-Saxon Chronicle
  11. Golding, Brian (1994). Conquest and Colonisation: The Normans in Britain, 1066–1100
  12. 12,0 12,1 Barlow, Frank (2013). The Godwins: The Rise and Fall of a Noble Dynasty
  13. Pye, D. W. (November 1965). "The Magnus Inscription". Sussex Notes and Queries
  14. Rouse, James (1825). The Beauties and Antiquities of the County of Sussex
  15. Harris, Roland B. (March 2005). "Lewes: Historic Character Assessment Report Pages 28–36"
  16. Jurek, Tomasz (1997). "Kim był komes wrocławski Magnus". In Radzimiński, A.; Supruniuk, A.; Wroniszewski, J. (eds.). Venerabiles, nobiles et honesti (polnisch)
  17. Skarbek-Kozietulski, Marek (6 November 2010). "What was the true identity of Magnus, Count of Wroclaw?"
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