Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Mandubracius war ein König der Trinovanten im südöstlichen Britannien im 1. Jh. v. Chr.

Einige Stammtafeln deuten an, dass er der Großvater oder Urgroßvater von Boudicca gewesen sein könnte.

Geschichte[]

Mandubracius war der Sohn eines Trinovantenkönigs namens Imanuentius, wie Julius Caesar in seinem De Bello Gallico berichtet. Imanuentius wurde von dem Kriegsherrn Cassivellaunus irgendwann vor Caesars zweiten Britannienfeldzug 54 v. Chr. getötet. Mandubracius floh unter den Schutz von Caesar nach Gallien. Cassivellaunus führte die Briten gegen die Römer, doch die Trinovanten verrieten den Ort, an dem seine Festung sich befand, an Caesar. Caesar belagerte Cassivellaunus, der sich schließlich ergab. Teil der Bedingungen für den Frieden war die Wiedereinsetzung von Mandubracius als König der Trinovanten und dass Cassivellaunus keinen weiteren Krieg gegen ihn führen würde.

Mandubracius blieb mit ziemlicher Sicherheit Stammesführer bis zur Ermordung von Caesar 44 v. Chr. Der nachfolgende Machtkampf schwächte seine Position sicherlich. Wie lange er noch an der Macht blieb ist unsicher, doch um 30 v. Chr. war Addedomarus sein Nachfolger geworden.

Stammtafel[]

  1. Imanuentius [1]
    1. Mandubracius
      1. (Addedomarus)
        1. (Antedios)
          1. BoudiccaPrasutagus
            1. Tochter ⚭ Marius, Sohn von Arviragus
              1. Coel (I)

Legende[]

Mandubracius erscheint in Geoffrey of Monmouths Historia Regum Britanniae als Androgeus, ältester Sohn von König Lud. Der Namenswechsel kann durch einen Kopierfehler in Orosius' Seven Books of History Against the Pagans aus dem 5. Jh. entstanden sein, einem Geschichtswerk, das im mittelalterlichen Britannien sehr einflussreich war. In verschiedenen Manuskripten erscheint er als Mandubragius und Andragorius. Beda, der Orosius beinahe wörtlich in seinem Bericht über Caesars Expeditionen folgt, nennt ihn "Andragius", ein Name, den Geoffrey bereits für einen früheren König benutzte. Geoffrey könnte auch durch Androgeus, einen Charakter aus der griechischen Mythologie beeinflusst gewesen sein.

Als Lud starb, waren Androgeus und sein Bruder Tasciovanus zu jung, um zu herrschen, und so ging der Thron an ihren Onkel Cassivellaunus. Androgeus wurde der Herzog von Kent und Trinovantum, [2] und nahm an der Verteidigung Britanniens gegen Caesar teil. [3] Nachdem dessen erste beide Invasionen zurückgeschlagen worden waren, gab es große Feierlichkeiten und Spiele. Cuelinus, ein Neffe von Androgeus, führte einen Ringkampf mit Cassivellaunus' Neffen Hirelglas durch und tötete ihn dabei. Cassivellaunus forderte, Androgeus' Neffen für ein Gericht zu erhalten, doch dieser fürchtete die Absichten des Königs und weigerte sich und bot an, die Sache an seinem Hof zu verhandeln. Cassivellaunus überzog Androgeus mit Krieg, der sich daraufhin an Julius Caesar mit einer Bitte um Hilfe wandte. [4] Er gab ihm Geiseln, inclusive seines eigenen Sohnes Scaeva, um seine guten Absichten zu beweisen, und Caesar fiel ein drittes mal in Britannien ein. Er und Androgeus konnten Cassivellaunus dazu bringen, sich zu ergeben und Tributzahlungen zuzustimmen. [5] Caesar verbrachte den Winter in Britannien und er und Cassivellaunus wurden Freunde. Als er schließlich nach Rom zurückkehrte, um den Bürgerkrieg gegen Pompeius auszutragen, ging Androgeus mit ihm und kehrte nie zurück. [6]

In der walisischen Version von Geoffreys Historia und in den Walisischen Triaden erscheint er als Afarwy. Die Triaden nennen ihn einen der Drei Ehrlosen Männer der Insel Britannien, da er Caesar einlud, dort einzufallen.

Der Historiker Koch vermutet, dass Mandubracius die historische Basis für die walisiche mythologische Figur des Manawydan sein könnte.

Anmerkungen[]

  1. Stammtafel gemäß Ashley, Mike - The Mammoth Book of British Kings and Queens
  2. Historia Regum Britanniae III/20
  3. Historia Regum Britanniae IV/3
  4. Historia Regum Britanniae IV/8
  5. Historia Regum Britanniae IV/9
  6. Historia Regum Britanniae IV/10
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