Mellitus war der erste Bischof von London und der dritte Erzbischof von Canterbury. Weiterhin war er ein Mitglied der Gregorianischen Mission.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Mellitus' frühes Leben ist nur wenig bekannt. Laut Beda war er von adliger Abstammung [1] [2] Papst Gregor I nennt ihn in seinen Briefen einen "Abt in Frankenland", doch es ist nicht klar, ob er tatsächlich in Rom ein Kloster leitete, oder in diesen Rang erhoben wurde, um auf seiner Reise nach England der Anführer einer Gruppe zu sein. [1]

601 wurde Mellitus von Papst Gregor I nach England geschickt, nachdem Augustinus von Canterbury eine Anfrage gestellt hatte, da er mehr Kleriker für seine Missionierung benötigte. Mellitus und seine Begleiter brachten "alle Dinge, die benötigt wurden, um den Gottesdienst abzuhalten und für den Dienst der Kirche". [3] Gemeinsam mit diesen Gegenständen brachten die Missionare auch einen Brief an den zu dieser Zeit herrschenden Aethelberht I von Kent, in dem der Papst ihn drängte, sich wie Kaiser Constantine I der Große zu verhalten, und die Bekehrung seines Volkes zu erzwingen, sowie alle heidnischen Schreine zu zerstören.

Während er auf seiner Reise nach England war, erhielt Mellitus einen Brief vom Papst, der es Augustinus erlaubte, heidnische Tempel zu christlichen Kirchen zu weihen, und heidnische Tieropferfeiern in christliche Feiertage umzuwandeln, um die Bekehrung für die Heiden zu erleichtern. [1] Dies stellte eine Veränderung in Gregors Strategie dar und der Brief wurde später Bedas Historia ecclesiastica hinzugefügt. [4]

Bischof von London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann genau Mellitus mit seinen Begleitern in England ankam, ist unbekannt, doch er war spätestens 604 in Kent, als Augustinus ihn zum Bischof von Essex weihte und zum ersten Bischof von London nach dem Abzug der Römer aus Britannien machte. [5] Vor seiner Weihe taufte Mellitus Saebert von Essex, den Neffen von Aethelberht I von Kent, der danach seine Erlaubnis gab, den Bischofssitz in London zu etablieren.

Obwohl London laut Papst Gregor der südliche Erzbischofssitz von England werden sollte, zog Augustinus niemals von Canterbury nach London, sondern setzte Mellitus dort als einfachen Bischof ein. Nach dem Tod von Augustinus 604 blieb Canterbury weiterhin der Sitz des Erzbischofs. Vermutlich wollte der kentische König keine größere Erzbischöfliche Autorität außerhalb seines eigenen Reiches.

610 nahm Mellitus an einem Konzil von Bischöfen in Italien bei, wobei Higham vermutet, dass einer der Gründe für sein Erscheinen die Unabhängigkeit der englischen Kirche von der fränkischen war. [6] Während seiner Zeit als Bischof unterschrieb Mellitus gemeinsam mit Justus, Bischof von Rochester, einen Brief von Laurentius, Erzbischof von Canterbury, an die keltische Kirche, in der er deren Anhänger drängte, die römische Methode der Berechnung von Ostern zu übernehmen. [7]

616 oder 618 starben Aethelberht und Saeberht und die Missionare erlitten eine Kriese. Saeberhts drei Söhne, die das Christentum nicht übernommen hatten, vertrieben Mellitus aus London. [8] Laut Beda hatte er ihnen verweigert, das geheiligte Brot zu kosten. [1] Wann genau die Vertreibung geschah, ist unbekannt, denn Beda nennt keine genauen Daten. N. J. Higham vermutet jedoch, dass sie sich ereignete, als der christliche Aethelberht starb, und Raedwald von East Anglia nach ihm Bretwalda wurde. Dies führte dazu, das die Oberherrschaft über Essex vom christlichen Kent auf das heidnische East Anglia überging.[9]

Mellitus floh zunächst nach Canterbury, doch der neue kentische König Eadbald von Kent war ebenfalls ein Heide. So suchten Mellitus und Justus, in Gallien zuflucht. Später gelang es Laurentius, dem neuen Erzbischof von Canterbury, Eadbald zu bekehren, und er rief Justus und Mellitus zurück. Wie lange genau die beiden sich in Gallien befanden, ist unbekannt. Seine Flucht schein keine starke Bestrafung nach sich gezogen zu haben, doch er konnte nicht auf seinen Bischofssitz nach London zurückkehren, [10] weil Essex weiterhin heidnisch blieb. [1] Erst 654, bei der Weihung von Cedd, Bischof von London, wurde Londons Diözese wieder besetzt. [6]

Erzbischof von Canterbury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

619 starb Laurentius und Mellitus wurde sein Nachfolger als Erzbischof von Canterbury. Angeblich soll er 623 ein Wunder vollbracht haben, indem er ein Feuer löschte, das in Canterbury brannte, und die Kirche bedrohte. Er wurde gegen die Flammen getragen, woraufhin der Wind die Richtung änderte und somit das Gebäude gerettet werden konnte. [5] Beda pries seinen gesunden Verstand und erwähnte auch, dass Mellitus an Gicht litt, [2] was erklärt, warum er gegen die Flammen getragen werden musste. [11] Abgesehen von dem Wunder geschah sonst nur wenig während Mellitus' Amtszeit. Papst Bonifatius IV schrieb ihm und ermutigte ihn, die Missionierung weiterzuführen, was möglicherweise durch die Ehe zwischen Aethelburg von Kent und Edwin von Northumbria ausgelöst wurde. Ob Mellitus das Pallium erhielt, das Symbol Erzbischöflicher Würde, ist unbekannt.

Mellitus starb am 24. April 624 und wurde noch am gleichen Tag in der St. Augustine's Abbey in Canterbury begraben. Nach seinem Tod wurde er als heiliger Verehrt, sein Feiertag ist der 24. April. Kurz nach der Normannischen Eroberung von England schrieb Goscelin von Saint-Bertin [12] eine Biographie von Mellitus, die jedoch nichts enthält, das nicht auch schon Beda berichtet hat. Doch er erwähnte, dass Menschen, die an Gicht litten, ermutigt wurden, am Grab von Mellitus um Heilung zu beten.

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 "Mellitus" in Oxford Dictionary of National Biography
  2. 2,0 2,1 Beda, Historia ecclesiastica, II/7
  3. Beda, Historia ecclesiastica, I/29
  4. Beda, Historia ecclesiastica, I/30
  5. 5,0 5,1 Brooks, Nicholas - Early History of the Church of Canterbury
  6. 6,0 6,1 Higham, N. J., The Convert Kings
  7. Beda, Historia ecclesiastica, II/4
  8. Hindley, Geoffrey - A Brief History of the Anglo-Saxons
  9. Higham, N. J. - English Empire
  10. Lapidge, Michael - "Mellitus" in Blackwell Encyclopedia of Anglo-Saxon England
  11. Hunter Blair, Peter - The World of Bede
  12. Benediktinermönch, der gegen 1040 geboren wurde, und Heiligenbiographien schrieb.
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