Myrddin Wyllt ist eine Figur in mittelalterlichen walisischen Legenden. Er gilt als Prophet und wahnsinniger und wurde von Geoffrey of Monmouth als Merlin der Zauberer in die Artussage eingeführt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittelwalisischen Poesie gilt er als einer der obersten Barden, der Sprecher verschiedener Gedichte im Schwarzen Buch von Carmarthen und dem Roten Buch von Hergest. Er wird von Elis Gruffydd (walis. Chronist 1490-1552) Wyllt genannt - "der Wilde" - [1] und anderswo Myrddin Emrys ("Ambrosius"), Merlinus Caledonensis ("von Caledonia") oder Merlin Sylvestris ("aus den Wäldern"). [2]

Obwohl seine Legende sich um ein bekanntes keltisches Thema zentriert, wurzelt Myrddins Legende in der Geschichte. Er soll nach der Schlacht von Arfderydd bei Arthuret wahnsinnig geworden sein, in der Rhydderch Hael von Strathclyde Gwenddoleu besiegte. Laut den Annales Cambriae fand dies 573 statt. [2] Myrddin floh in den Wald, lebte mit den Tieren und erhielt das Geschenk der Prophezeiung. [3]

Myrddin Wyllts Legende erinnert stark an die einer nordisch-britonischen Figur namens Lailoken, die in Jocelyn of Furness' Life of Kentigern aus dem 12. Jh. erscheint, einem wichtigen Begründer der nachrömischen Kirche in Strathclyde, der 612 gestorben sein soll. Lailoken wird identifiziert mit Merlin in Lailoken and Kentigern aus dem späten 15. Jh., doch den alternativen Namen gab es wahrscheinlich schon im Dialog aus dem 12. Jh. zwischen Myrddin und seiner Zwillingsschwester Gwendydd (auch Gwenddydd oder Languoreth), die ihn mehrfach als Llallwg anspricht, vermutlich einer Kurzform von Lallwgan. [4] Gelehrte haben unterschiedliche Meinungen über die Unabhängigkeit der Identitäten von Lailoken und Myrddin, obwohl es mehr Übereinstimmung darüber gibt als darüber, dass Myrddins Herkunft aus späteren walisischen Legenden stammen könnte.

Myrddins Grab soll nahe dem Fluss Tweed im Dorf Drumelzier nahe Peebles liegen, es gibt allerdings keine oberirdischen Überreste. [2]

In der walisischen Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühesten (vor dem 12. Jh.) walisischen Gedichten über die Myrddin-Legende erscheint er als ein Wahnsinniger, der im Caledonischen Wald lebt. Dort sinnt er nach über sein früheres Leben und das Desaster des Todes seines Lord Gwenddoleu, dem er als Barde diente. Das Gedicht skizziert die Ereignisse der Schlacht von Arfderydd, wo Rhydderch Hael, König von Alt Clut (Strathclyde) die Truppen von Gwenddoleu ap Ceidio abschlachtete, und Myrddin bei der Beobachtung dieser Niederlage wahnsinnig wurde. Die Annales Cambriae datieren diese Schlacht auf 573, [5] und nennen Gwenddoleus Gegner als die Söhne von Eliffer, vermutlich Gwrgi und Peredur. [6] Diese Schlacht, die nachfolgende Ermordung von Urien Rheged und die Niederlage der Gododdin bei Catraeth werden als Gründe für den Zusammenbruch der Allianz der frühen britonischen Königreiche im Norden genannt, bevor die Angeln, Schotten und Pikten kamen.

Eine Version dieser Legende erscheint in Lailoken and Kentigern aus dem späten 15. Jh. In dieser Geschichte trifft der Hl. Kentigern einen nackten, haarigen Wahnsinnigen namens Lailoken, der von einigen angeblich Merlynum oder Merlin genannt wird, an einem verlassenen Ort. Er wurde aufgrund seiner Sünden dazu verdammt, in Begleitung von Bestien herumzuwandern, da er der Grund für den Tod aller Personen war, die in der Schlacht getötet wurden, die auf der Ebene zwischen Liddel und Carwannok ausgetragen wurde. Nachdem er seine Geschichte erzählt hat, springt der Wahnsinnige auf und flieht vor dem Heiligen zurück in die Wildnis. Er erscheint noch mehrmals in der Erzählung, bis er schlussendlich den Hl. Kentigern um die Sakramente bittet und prophezeit, dass er kurz davor ist, einen dreifachen Tod zu sterben. Nach einigem Zögern gewährt der Heilige dem Mann den Wunsch und später am Tag nehmen ihn die Hirten von König Meldred gefangen, schlagen ihn mit Knüppelt und werfen ihn in den Fluss Tweed, wo sein Körper von einem Stock durchbohrt wird, was seine Prophezeiung erfüllt.

Legenden besagen, dass der zweite Teil des Namens Carmarthen (in walisisch -fyrddin) von Myrddin stammte und dass die Stadt sein Geburtsort war. Doch als Britannia eine römische Provinz war, war Carmarthen die Hauptstadt des Stammes der Demetae, bekannt als Moridunum (von dem britonischen Wort *mori-dunon, was "Seefestung" bedeutet), und dies ist die tatsächliche Quelle des Namens der Stadt. Der Keltenforscher A. O. H. Jarman vermutet, dass statt dessen der Name Myrddin von der Stadt Carmarthen abgeleitet wurde. [7]

In der walisischen Literatur finden sich beispiele einer prophetischen Literatur, die den militärischen Sieg des ganzen keltischen Volkes von Großbritannien vorhersagt, das sich zusammenschließen und die Engländer - und später die Normannen - zurück ins Meer treiben wird. Einige dieser Werke wurden als Prophezeiungen von Myrddin dargestellt. Das Armes Prydein (eine der frühesten Erwähnungen von ihm) enthält die Zeile "Myrddin sagt vorher, dass sie sich treffen werden". Die Überlieferung ging anscheinend in die kornische Literatur ein, doch nur eine einzige lateinische Übersetzung einer verloren gegangenen originalen Prophezeiung von Merlin in der kornischen Sprache durch John of Cornwall existiert noch in der Bibliothek des Vatikans.

Clas Myrddin oder Merlins Klausur ist ein früher Name für Großbritannien, der in der Dritten Reihe der Walisischen Triaden erscheint. [8]

Geoffrey of Monmouth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die moderne Darstellung von Merlin begann mit Geoffrey of Monmouth. Sein Buch Prophetiae Merlini sollte eine Sammlung der Prophezeiungen der walisischen Figur des Myrddin sein, den er Merlin nannte. Er fügte die Prophetiae in sein bekannteres zweites Werk, die Historia Regum Britanniae ein. Darin konstruierte er einen Bericht über Merlins Leben, der ihn in die Zeit von Aurelius Ambrosius und König Artus versetzte, Jahrzehnte vor der Lebenszeit von Myrddin Wyllt. Er schrieb ihm auch eine Geschichte zu, die ursprünglich Ambrosius zugeschrieben wurde, und andere, die seine eigene Erfindung zu sein scheinen.

Geoffrey schrieb später die Vita Merlini, einen Bericht, der mehr auf den frühen walisischen Geschichten über Myrddin und seine Erfahrungen in Arfderydd basiert, und erklärte, dass die Handlungen lange nach Merlins Verwicklungen mit Artus stattfanden. Doch die Vita Merlini erwies sich nicht als beliebt genug, um die Version von Merlin in der Historia zu übertreffen, die weiterhin die späteren Berichte des Charakters beeinflusste. Eine Ausnahme dazu ist das Werk von Graf Nikolai Tolstoy mit dem Titel The Coming of the King: the First Book of Merlin.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Myrddin Wyllt ist der Schöpfer des Vampir-Protagonisten des Videospiels Vampyr von 2018. [9]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. The Story of Myrddin Wyllt
  2. 2,0 2,1 2,2 Seymour, Camilla; Randall, John (2007) Stobo Kirk: a guide to the building and its history
  3. "Merlin" in Jones's Celtic Encyclopedia
  4. Knight, Stephen Thomas (2009) Merlin: Knowledge and Power Through the Ages
  5. Morris, John (gen. ed.) (1980) Arthurian Period Sources
  6. Phillimore, Egerton Grenville Bagot (1888), "The Annales Cambriae and Old Welsh Genealogies, from Harleian MS. 3859", in Phillimore, Egerton, Y Cymmrodor
  7. Koch, John T. (2006). Celtic Culture: A Historical Encyclopedia
  8. Rhys, Sir John: Hibbert Lectures
  9. "Vampyr - Let's Play Ep.61 - The Red Queen". Youtube
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