Natanleod war laut der Angelsächsischen Chronik ein König der Britonen, dessen Existenz jedoch stark bezweifelt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angelsächsische Chronik berichtet im Jahr 508, dass Cerdic und Cynric "einen gewissen britischen König namens Natanleod töteten, und fünftausend Männer mit ihm - nach dem das Land bis hin zu Cerdic's ford als Natanleaga benannt wurde". [1] Cerdic's ford halten Forscher für Charford im heutigen Hampshire, und Natanleaga für das Sumpfgebiet Netley Marsh, nahe der Stadt Totton in Hampshire. [2]

Natanleaga wurde aber möglicherweise nicht durch einen besiegten König benannt, sondern stammt vermutlich vom Altenglischen naet für nass.

Natanleod ist nicht einzigartig als erfundene Person in den frühen Teilen der Angelsächsischen Chronik. Ähnliche Volksüberlieferungen vermutet man hinter dem jütischen König Wihtgar, Port - dem angeblichen Namensgeber von Portsmouth - und anderen. [3]

Im 18. und 19. Jh. wurde Natanleod oft mit Ambrosius Aurelianus gleichgesetzt. Gibbon steht dieser Identifikation skeptisch gegenüber: "Durch die einstimmige, aber zweifelhafte, Spekulation unserer Antiquare wird Ambrosius mit Natanleod vermischt, der sein eigenes Leben und fünftausend seiner Untertanen in einer Schlacht gegen Cerdic, den Westsachsen, verlor." [4]

Anmerkungen[Quelltext bearbeiten]

  1. ASC, Jahr 508
  2. Swanton, Michael. Anglo-Saxon Chronicle
  3. Campbell, James; John, Eric; Wormald, Patrick The Anglo-Saxons
  4. Gibbon, Edward. The History of the Decline and Fall of the Roman Empire
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